Calvert 
31 09' N 
88 00' W
Santa Cruz 
22 55' S 
43 41' W
Essen 
51 29' N 
07 00' O
09 10 
Einblicke. 
Unsere neuen Zukunftsorte. 
Fr Menschen, Ideen, Lsungen. 
Geschftsbericht 
09 10 
Einblicke. 
Unsere neuen Zukunftsorte. 
Fr Menschen, Ideen, Lsungen. 
Geschftsbericht 

ThyssenKrupp im berblick 
01 Unsere Zahlen02 Der Konzern in Krze03 ThyssenKrupp weltweit 
04 Die Unternehmensstruktur05 Unsere Business Areas06 Finanztermine
ThyssenKrupp im berblick 
01 Unsere Zahlen02 Der Konzern in Krze03 ThyssenKrupp weltweit 
04 Die Unternehmensstruktur05 Unsere Business Areas06 Finanztermine
09 10 


Geschftsbericht 


01 Unsere Zahlen 

Vernderung 
2008/2009 2009/2010 Vernderung in % 
Auftragseingang Mio  35.970 41.250 5.280 15 
Umsatz Mio  40.563 42.621 2.058 5 
EBITDA Mio  192 3.224 3.032  
EBIT Mio   1.663 1.787 3.450  
Bereinigtes EBIT Mio   375 1.682 2.057  
EBT Mio   2.364 1.135 3.499  
Bereinigtes EBT Mio   1.076 1.030 2.106  
Jahresberschuss (+) / -fehlbetrag () Mio   1.873 927 2.800  
Ergebnis je Aktie (EPS)   4,01 1,77 5,78  
Ausschttung Mio  139 209* 70 50 
Dividende je Aktie  0,30 0,45* 0,15 50 
ROCE %  8,1 8,7 16,8  
ThyssenKrupp Value Added (TKVA) Mio   3.419 37 3.456  
Operating Cash-Flow Mio  3.699 868  2.831  77 
Cash-Flow aus Desinvestitionen Mio  199 552 353  
Cash-Flow fr Investitionen Mio   4.077  3.510 567  14 
Free Cash-Flow Mio   179  2.090  1.911  
Netto-Finanzschulden Mio  2.059 3.780 1.721 84 
Eigenkapital Mio  9.696 10.388 692 7 
Gearing % 21,2 36,4 15,2  
Mitarbeiter (30.09.) 187.495 177.346  10.149  5 
Inland 81.229 71.072  10.157  13 
Ausland 106.266 106.274 8  
* Vorschlag an die Hauptversammlung 


02 Der Konzern in Krze 

ThyssenKrupp ist ein integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern, der seinen Kunden weltweit 
innovative Produkt- und Systemlsungen fr nachhaltigen Fortschritt bietet. Acht Business Areas 
bndeln die Aktivitten und das Know-how des Unternehmens in den strategischen Kompetenzfeldern 
Materials und Technologies. Eine breite Palette von Hochleistungswerkstoffen und Anlagen, 
Komponenten, Systemen und innovativen Dienstleistungen bildet das Leistungsprogramm. ber 
zwei Drittel der insgesamt 2.300 Produktionssttten, Bros und Servicesttzpunkte liegen auerhalb 
Deutschlands; wir bedienen Kunden in rund 80 Lndern der Welt. Unser Portfolio wird stndig 

optimiert, um die Ertragskraft und den Wert des Unternehmens nachhaltig zu steigern. 


03 ThyssenKrupp weltweit 

ThyssenKrupp ist ein internationaler Konzern mit starker Basis in Deutschland. Rund zwei Drittel 

unserer Mitarbeiter und Kunden sind auerhalb Deutschlands zu Hause; dort werden auch zwei 

Drittel des Umsatzes erwirtschaftet. Vor allem die europischen Nachbarlnder sind wichtige Standorte. 
Durch die neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke haben Brasilien und die USA zustzliche 
Bedeutung gewonnen: Die zwei mitarbeiterstrksten Standorte des Konzerns sind Duisburg 
in Deutschland und So Paulo in Brasilien. berall in der Welt arbeiten wir daran, die Kundenzufriedenheit 
und damit den Konzern sowie seine Zukunftsbasis weiter zu strken. Dazu tragen die fast 

10.000 Projekte unseres Wertsteigerungsprogramms ThyssenKrupp best bei. 
UMSATZ MITARBEITER THYSSENKRUPP BEST-PROjEKTE 
in fortgefhrten Aktivitten 
Weltweit 
42,6 Mrd  Umsatz 
100% 
Weltweit 
177.346 Mitarbeiter 
100% 
Weltweit 
9.943 Projekte 
100 % 

EU EU EU 
26,4 Mrd  Umsatz 106.563 Mitarbeiter 6.603 Projekte 
62% 60% 66% 

Deutschland Deutschland Deutschland 
13,9 Mrd  Umsatz 71.072 Mitarbeiter 4.614 Projekte 
33% 40% 46% 


04 Die Unternehmensstruktur 

Um den Konzern fr die wirtschaftlichen Herausforderungen der Zukunft zu strken, hat ThyssenKrupp 
zum 01.Oktober 2009 eine neue Konzernorganisation umgesetzt. Das frher in fnf Segmente aufgeteilte 
operative Geschft ist nun in acht Business Areas gegliedert. Die wesentlichen strategischen 
Kompetenzfelder markieren zwei Divisions  Materials und Technologies; sie dienen als inhaltliche 

Klammern fr jeweils vier Business Areas. Die neue Organisation ermglicht schnellere Entschei


dungen und eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns, sie erhht die Transparenz nach 

innen und auen. Damit knnen wir marktnher agieren, operative sowie strategische Manahmen 

unmittelbarer umsetzen und nachhaltig Kosten senken. So machen wir den Konzern fit fr die Zukunft. 

THYSSENKRUPP KONZERN 

Corporate Headquarter 

ThyssenKrupp AG 


Business Areas 

Division Materials 
Steel 
Europe 
Steel 
Americas 
Stainless 
Global 
Materials 
Services 
Division Technologies 
Elevator 
Technology 
Plant 
Technology 
Components 
Technology 
Marine 
Systems 
Business Services 
ThyssenKrupp Business Services 
ThyssenKrupp IT Services 


05 Unsere Business Areas 

Insgesamt acht Business Areas stehen fr die konzernweiten Kompetenzen, Aktivitten und Angebote 
rund um Werkstoffe und Technologien. Sie fassen gleiche Geschftsmodelle und regional 
zusammenhngende Geschftsaktivitten zusammen. Die Business Areas werden durch Bereichsvorstnde 
gefhrt, die deren operative Steuerung und kontinuierliche Geschftsentwicklung in enger 
Abstimmung mit dem Vorstand der ThyssenKrupp AG 
verantworten. Diese Anbindung ermglicht 
eine direktere Ausrichtung an der Gesamtstrategie des Konzerns und strkt das Unternehmen fr 
den globalen Wettbewerb der Zukunft. 

DIVISION MATERIALS DIVISION TECHNOLOGIES 

Steel Europe 

 Qualittsflachprodukte fr Premium-Markt 
 Von intelligenten Werkstofflsungen bis zu 
fertigen Bauteilen 
Steel Americas 

 Hochwertige Stahlprodukte fr den 
amerikanischen Markt 
 Stahl- und Weiterverarbeitungswerke 
in Brasilien und den USA 
Stainless Global 

 Weltweiter Edelstahlproduzent 
 Anbieter von Hochleistungswerkstoffen wie 
Nickellegierungen und Titan 
Materials Services 

 Werkstoffdienstleistungen in ber 40 Lndern 
 Integriertes Supply-Chain-Management als 
umfassendes Serviceangebot 
Elevator Technology 

 Innovative Mobilittslsungen 
 Aufzge, Fahrtreppen und -steige, Fluggastbrcken 
und Treppenlifte 
Plant Technology 

 International renommierter Anbieter im Spezial-
und Groanlagenbau 
 Anlagen und Verfahren fr mehr Umweltschutz und 
Nachhaltigkeit 
Components Technology 

 Komponenten fr Automobilindustrie, 
Bausektor und Maschinenbau 
 Innovativer Spezialist mit breiter Produktpalette 
Marine Systems 

 Global agierender Systemanbieter 
 Spezielle Kompetenz fr U-Boote und Marineschiffe 

06 Finanztermine 

Wichtige Termine finden Sie auch online in unserem Finanzkalender: 
www.thyssenkrupp.com/de/investor/finanzkalender.html 

Wenn Sie sich regelmig ber Neues bei ThyssenKrupp informieren wollen, abonnieren 

Sie unseren Newsletter unter www.thyssenkrupp.com/de/newsletter/index.html 

TERMINE 

21. Januar 2011 Ordentliche Hauptversammlung 
24. Januar 2011 Zahlung der Dividende fr das Geschftsjahr 2009/2010 
11. Februar 2011 Zwischenbericht 1. Quartal 2010 / 2011 (Oktober bis Dezember) 
Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren 
13. Mai 2011 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2010 / 2011 (Oktober bis Mrz) 
Analysten- und Investorenkonferenz 
12. August 2011 Zwischenbericht 9 Monate 2010/ 2011 (Oktober bis Juni) 
Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren 
06. Dezember 2011 Bilanzpressekonferenz 
Analysten- und Investorenkonferenz 
20. Januar 2012 Ordentliche Hauptversammlung 


ThyssenKrupp AGThyssenKrupp Allee 1 
45143 Essen 
www.thyssenkrupp.comThyssenKrupp AGThyssenKrupp Allee 1 
45143 Essen 
www.thyssenkrupp.com

U3 
U4 



vor einem Jahr habe ich Ihnen an dieser Stelle ber das bisher schwierigste Jahr in der Geschichte 

von ThyssenKrupp berichtet. Es fiel mir nicht leicht, den Milliarden-Euro-Verlust zu erlutern. 
Meinen Glauben an die Strken von ThyssenKrupp und meine Zuversicht in die Zukunft des 
Unternehmens hatte ich aber nie verloren, denn wir haben umgehend mit einem umfangreichen 
Manahmenpaket gegengesteuert. Deshalb konnte ich Ihnen damals auch versichern, dass Ihr 
Unternehmen aus der Krise gestrkt hervorgehen und  sobald der Konjunkturmotor wieder 
anspringt  an die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre anknpfen wird. Das haben 
wir im abgelaufenen Geschftsjahr 2009/2010 in der Tat geschafft, und ber die wesentlichen 
Fortschritte mchte ich Sie an dieser Stelle informieren. 

Unsere Werke in AmerikA sind erfolgreich gestArtet 

Im Juni 2010 haben wir unser neues integriertes Httenwerk in Brasilien in Betrieb genommen. 
Es ist die grte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das bisher 
grte Projekt fr ThyssenKrupp  das Investitionsvolumen liegt bei 5,2 Mrd . Fr die Umsetzung 
unserer Wachstumsstrategie bei hochwertigem Qualittsflachstahl ist das Werk von zentraler 
Bedeutung: Es wird nach dem Hochlauf rund 5 Mio t Brammen jhrlich fr unsere Weiterverarbeitungswerke 
im US-Bundesstaat Alabama und in Deutschland produzieren  und zwar mit 
hchsten Qualittsstandards und zu optimierten Kosten. Der Hochlauf verluft erfolgreich, der 
erste Hochofen produziert seit Ende Juli 2010 tglich bis zu 6.500 t Roheisen. Die ersten Brammen 
sind im Oktober auch in Europa angekommen und haben unsere Qualittserwartungen voll erfllt. 

Fast gleichzeitig hat die Warmbreitbandstrae in unserem neuen Qualittsflachstahlwerk in 
Alabama die Produktion aufgenommen. Sie ist das Kernstck des Werkes mit einem Gesamt-
Investitionsvolumen von 3,6 Mrd US-Dollar. Erste Auftrge von Warm- und Kaltband wurden an 
US-amerikanische Kunden ausgeliefert, die Resonanz ist sehr gut. Die nachgeschalteten Weiterverarbeitungs- 
und Veredelungsanlagen werden schrittweise fertiggestellt; sie sind so ausgelegt, dass 
hchste Qualittsansprche industrieller Kunden, z.B. im Automobilbau, erfllt werden knnen. 

Auch unser neues Edelstahl-Walzwerk in Alabama ist jetzt in Betrieb. Seit Oktober 2010 produziert 
das Kaltwalzgerst zunchst jhrlich rund 100.000 t Kaltband, die auf 140.000 t ausgeweitet 
werden knnen. Weitere Aggregate sind im Bau. Nach der Fertigstellung wird das Werk die breiteste 
Produktabmessung auf dem US-Markt anbieten. Das Investitionsvolumen fr das integrierte 
Rostfrei-Werk liegt bei 1,4 Mrd US-Dollar. Die Gesamtkapazitt soll spter 1 Mio t Brammen pro 

Jahr betragen. 

Und was fr alle drei Werke von besonderer Bedeutung ist: Die in der Hauptversammlung 2010 
kommunizierten Budgets halten wir ein, die Wirtschaftlichkeit ist trotz hherer Investitionskosten 
als ursprnglich geplant gegeben. Wir haben an allen drei Projekten ungeachtet der jngsten 
Wirtschaftskrise grundstzlich festgehalten, denn wir sind von deren industrieller Sinnhaftigkeit 
und strategischer Bedeutung fr die Zukunft von ThyssenKrupp weiterhin fest berzeugt. Langfristig 
bietet der Nafta-Markt unverndert attraktive Absatzchancen. Der erfolgreiche Anlauf und 
die rege Kundenresonanz sind die beste Besttigung fr unsere Strategie. 

01 

Abb.01 
Dr.-Ing. Ekkehard D.Schulz, Vorsitzender des Vorstands, 

aufgenommen am 11.10.2010 im ThyssenKrupp Quartier, Essen. 



U5 
U5U5

Einblicke. 
Unsere neuen Zukunftsorte. 
Fr Menschen, Ideen, Lsungen. 


Essen, Deutschland51 29' N07 00' OAuf historischem 
Grund entstand mit dem ThyssenKrupp Quartier ein neues 
Herzstck des Konzerns, das Verwaltungsstandorte bndelt und 
durch Frderung von Dialog und Austausch die Innovationsfhigkeit 
des Unternehmens weiter steigert. 
EntdEckEn SiE mEhr im magazin ab SEitE 04. 


Santa Cruz, Brasilien22 55' S43 41' WEines der umweltschonendsten 
und modernsten Stahlwerke weltweit nutzt kurze 
Wege zu Rohstoffvorkommen und trgt so durch konkurrenzfhige 
Angebote dazu bei, die globale Top-Position von ThyssenKrupp 
im Markt fr hochwertigen Qualittsflachstahl weiter auszubauen. 
Entd E ck E n Si E m E hr im m agazin ab S E it E 14. 
Calvert, USA31 09' N88 00' WDie modernste Verarbeitungs-
anlage weltweit fr hochwertigen Qualittsflachstahl und Edelstahl-
Flachprodukte liegt strategisch gnstig im Zentrum des naFta-Raums 
und erffnet ThyssenKrupp in der Region einen umfassenderen 
Marktzugang und mehr Nhe zu den Kunden und deren Bedrfnissen. 
EntdEckEn SiE mEhr im magazin ab SEitE 24. 


Brief an die aktionre 


vor einem Jahr habe ich Ihnen an dieser Stelle ber das bisher schwierigste Jahr in der Geschichte 

von ThyssenKrupp berichtet. Es fiel mir nicht leicht, den Milliarden-Euro-Verlust zu erlutern. 
Meinen Glauben an die Strken von ThyssenKrupp und meine Zuversicht in die Zukunft des 
Unternehmens hatte ich aber nie verloren, denn wir haben umgehend mit einem umfangreichen 
Manahmenpaket gegengesteuert. Deshalb konnte ich Ihnen damals auch versichern, dass Ihr 
Unternehmen aus der Krise gestrkt hervorgehen und  sobald der Konjunkturmotor wieder 
anspringt  an die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre anknpfen wird. Das haben 
wir im abgelaufenen Geschftsjahr 2009/2010 in der Tat geschafft, und ber die wesentlichen 
Fortschritte mchte ich Sie an dieser Stelle informieren. 

Unsere Werke in AmerikA sind erfolgreich gestArtet 

Im Juni 2010 haben wir unser neues integriertes Httenwerk in Brasilien in Betrieb genommen. 
Es ist die grte industrielle Investition der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das bisher 
grte Projekt fr ThyssenKrupp  das Investitionsvolumen liegt bei 5,2 Mrd . Fr die Umsetzung 
unserer Wachstumsstrategie bei hochwertigem Qualittsflachstahl ist das Werk von zentraler 
Bedeutung: Es wird nach dem Hochlauf rund 5 Mio t Brammen jhrlich fr unsere Weiterverarbeitungswerke 
im US-Bundesstaat Alabama und in Deutschland produzieren  und zwar mit 
hchsten Qualittsstandards und zu optimierten Kosten. Der Hochlauf verluft erfolgreich, der 
erste Hochofen produziert seit Ende Juli 2010 tglich bis zu 6.500 t Roheisen. Die ersten Brammen 
sind im Oktober auch in Europa angekommen und haben unsere Qualittserwartungen voll erfllt. 

Fast gleichzeitig hat die Warmbreitbandstrae in unserem neuen Qualittsflachstahlwerk in 
Alabama die Produktion aufgenommen. Sie ist das Kernstck des Werkes mit einem Gesamt-
Investitionsvolumen von 3,6 Mrd US-Dollar. Erste Auftrge von Warm- und Kaltband wurden an 
US-amerikanische Kunden ausgeliefert, die Resonanz ist sehr gut. Die nachgeschalteten Weiterverarbeitungs- 
und Veredelungsanlagen werden schrittweise fertiggestellt; sie sind so ausgelegt, dass 
hchste Qualittsansprche industrieller Kunden, z.B. im Automobilbau, erfllt werden knnen. 

Auch unser neues Edelstahl-Walzwerk in Alabama ist jetzt in Betrieb. Seit Oktober 2010 produziert 
das Kaltwalzgerst zunchst jhrlich rund 100.000 t Kaltband, die auf 140.000 t ausgeweitet 
werden knnen. Weitere Aggregate sind im Bau. Nach der Fertigstellung wird das Werk die breiteste 
Produktabmessung auf dem US-Markt anbieten. Das Investitionsvolumen fr das integrierte 
Rostfrei-Werk liegt bei 1,4 Mrd US-Dollar. Die Gesamtkapazitt soll spter 1 Mio t Brammen pro 

Jahr betragen. 

Und was fr alle drei Werke von besonderer Bedeutung ist: Die in der Hauptversammlung 2010 
kommunizierten Budgets halten wir ein, die Wirtschaftlichkeit ist trotz hherer Investitionskosten 
als ursprnglich geplant gegeben. Wir haben an allen drei Projekten ungeachtet der jngsten 
Wirtschaftskrise grundstzlich festgehalten, denn wir sind von deren industrieller Sinnhaftigkeit 
und strategischer Bedeutung fr die Zukunft von ThyssenKrupp weiterhin fest berzeugt. Langfristig 
bietet der Nafta-Markt unverndert attraktive Absatzchancen. Der erfolgreiche Anlauf und 
die rege Kundenresonanz sind die beste Besttigung fr unsere Strategie. 

01 


thyssenkrUpp hAt 2009/2010 Wieder mit geWinn geArbeitet 

Unser operatives Geschft hat sich 2009/2010 erfreulich entwickelt. Nach den gravierenden Nachfrageeinbrchen 
als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise haben unsere Kunden in den letzten 
zwlf Monaten wieder mehr bestellt: Der Auftragseingang erreichte mit 41,3 Mrd  ein Plus von 
15% im Vergleich zum Vorjahr, der Umsatz stieg um 5% auf 42,6 Mrd . Der Gewinn vor Steuern 
betrug 1,1 Mrd , nachdem wir im Vorjahr noch einen Vorsteuerverlust von 2,4 Mrd  verbuchen 
mussten. Neben der konjunkturellen Erholung hatte diese Ergebniswende eine weitere wesentliche 
Ursache: betrchtliche Kostensenkungen. Wir haben auch 2009/2010 nicht nachgelassen, eine 
Vielzahl interner Manahmen zur Effizienzsteigerung, Strukturoptimierung und Kostensenkung 
umzusetzen. Der Gesamteffekt belief sich auf rund 1,5 Mrd  nach 0,8 Mrd  im Vorjahr. Zudem 
konnten wir die Netto-Finanzschulden zum 30. September 2010 auf rund 3,8 Mrd  begrenzen. 

An dieser positiven Entwicklung wollen wir auch unsere Aktionre angemessen beteiligen. Vorstand 
und Aufsichtsrat werden daher der Hauptversammlung im Januar 2011 vorschlagen, fr das abgelaufene 
Geschftsjahr eine auf 0,45  erhhte Dividende je Stckaktie auszuschtten. 

die neUe konzernorgAnisAtion hAt sich beWhrt 

Zu Beginn des Berichtsjahres haben wir die neue Konzernorganisation eingefhrt; ich hatte Ihnen 

darber schon im Vorjahr berichtet. Den acht Business Areas bekommt die neue Eigenstndigkeit 

gut, denn sie knnen sich nun bei ihren Kunden im Markt klarer positionieren. Ihre direkte Anbindung 
an die Konzernzentrale bringt zudem den Vorteil krzerer interner Entscheidungswege. 
Auch der Kapitalmarkt hat die neue Organisation positiv aufgenommen und schtzt die hhere 
Transparenz und Fokussierung unserer Berichterstattung. 

Ein Zeichen mit Symbolcharakter war im Sommer 2010 der Umzug der Konzernzentrale und weiterer 
Konzernbereiche in das neue ThyssenKrupp Quartier in Essen. An einem Standort konzentriert, 
kann das Headquarter knftig sprbar effizienter und kostengnstiger arbeiten. Zudem hat 

sich das Quartier schnell zu einer zentralen Begegnungs- und Tagungssttte fr ThyssenKrupp 
Unternehmen, Mitarbeiter und Fhrungskrfte aus aller Welt entwickelt. Auch architektonisch 

setzt das Quartier Zeichen  hochmodern, funktional, energieeffizient und durch die Verwendung 
innovativer ThyssenKrupp Produkte in vielen Aspekten zukunftsweisend. 

mit AnsprUchsvollen zielen ins neUe geschftsjAhr 

Wie Sie sehen, meine Damen und Herren, hat ThyssenKrupp im abgelaufenen Geschftsjahr im 
weiterhin schwierigen Umfeld viel erreicht. Damit haben wir eine gute Ausgangsbasis fr weiteres 
Wachstum geschaffen. Im Geschftsjahr 2010/2011 wollen wir diesen Weg weitergehen, wie im 
Ausblick des vorliegenden Geschftsberichts nher erlutert wird: Wir erwarten eine Steigerung 
des Konzernumsatzes um etwa 10 % bis 15 %, im abgelaufenen Jahr lag er bei 42,6 Mrd . Die Zielmarke 
fr das Bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen, eine wesentliche knftige Steuerungsgre, 
liegt bei 2 Mrd   nach 1,2 Mrd  im Vorjahr. Um dies zu erreichen, werden wir unsere 

02 


Konzernstrukturen weiter verbessern. Dazu gehren neben Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen 
auch weitere Portfoliooptimierungen sowie eine weitere Internationalisierung 
unserer Aktivitten. Voraussetzung fr die Zielerreichung ist eine weiter stabile Entwicklung 

der Weltwirtschaft. 

Die Fertigstellung, der Hochlauf und die weitere Entwicklung unserer Stahl- und Weiterverarbeitungswerke 
in Brasilien und den USa werden je nach Erholung des nordamerikanischen 
Marktes flexibel gesteuert. Die Bewhrung im Markt und Wettbewerb ist schlielich der Schlssel 
fr den Erfolg unserer Wachstumsstrategien in den Business Areas der Division Materials. 

In der Division Technologies prgen die globalen Megatrends die knftige Nachfrage. Ob Ressourcenschonung, 
Infrastrukturausbau fr die wachsende Weltbevlkerung oder Fragen der 
Mobilitt, ThyssenKrupp Unternehmen bieten schon heute viele zukunftsweisende Lsungen. 
Und sie bauen ihre technologische Kompetenz weiter aus, um die Marktpotenziale noch besser 
zu erschlieen. 

Es steht uns ein weiteres arbeitsreiches Jahr bevor. Ich bin mir aber sicher, dass ThyssenKrupp 
seine Ziele erreichen wird. Gerade 2011, im Jahr des 200jhrigen Bestehens der Gussstahlfabrik 
Fried. Krupp, wollen wir eine Erfolgsbilanz vorlegen  und damit ein Zeichen fr Wettbewerbsstrke, 
Kompetenz und Nachhaltigkeit setzen. 

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 21.Januar 2011 wird Dr.Heinrich Hiesinger, der bereits 
seit dem 01. Oktober 2010 dem Vorstand der ThyssenKrupp aG angehrt, den Vorstandsvorsitz 
bernehmen. Zudem wird Dr. Jrgen Claassen, bisher Generalbevollmchtigter der Gesellschaft, 
in den Vorstand eintreten. Ich wnsche der neuen Fhrungsmannschaft sowie den Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeitern von ThyssenKrupp viel Erfolg. Ihnen, sehr geehrte Aktionrinnen und 
Aktionre, Freunde und Partner des Konzerns, mchte ich fr Ihre wohlwollende Begleitung des 
Unternehmens unter meiner Leitung in den vergangenen fast zwlf Jahren ganz herzlich danken. 
Halten Sie ThyssenKrupp weiterhin die Treue; es lohnt sich. Unser Unternehmen ist und bleibt ein 
langfristig solides und attraktives Investment, ein innovativer Geschftspartner und ein verantwortungsbewusstes 
Mitglied unserer Gesellschaft. 

Mit freundlichen Gren 


dr.-ing. ekkehArd d. schUlz 

Vorsitzender des Vorstands 
Essen, November 2010 

03 


magazin 



Magazin zum 
Geschftsbericht 


09 10 


Deutschland. Brasilien. USA. Drei Orte, drei Kulturkreise, 
ein gemeinsamer Gedanke: Weltweit den Kunden ber 
zeugende Leistungen bieten durch Nutzung regionaler 
Strken und globaler Netzwerke. 



10 Willkommen an unseren neuen Zukunftsorten: 
Wir laden Sie ein, mehr zu entdecken. Und zu erfahren, 
warum unsere aktuellen Engagements in Brasilien, USA 
und Europa fr das Unternehmen, fr die Menschen und 
fr die Regionen gut sind. 


eSSen, DeUtSChlAnD 
erffnUng Am 17.06.2010 


SAntA CrUz, BrASilien 
erffnUng Am 18.06.2010 


CAlvert, USA 
erffnUng Am 10.12.2010 




inhalt 

51 29' N07 00' O
thySSenKrUpp QUArtier, eSSen, DeUtSChlAnD 

Eine neue Zentrale fr ein 

offenes Miteinander 

S. 04 
22 55' S43 41' W
thySSenKrUpp CSA SiDerrgiCA Do AtlntiCo, 
SAntA CrUz, BrASilien 

Eine neue Produktionssttte zwischen 

Rohstoffen und Mrkten 

S. 14 
31 09' N88 00' W
thySSenKrUpp Steel USA UnD thySSenKrUpp StAinleSS USA, 
CAlvert, AlABAmA, USA 

Eine neue Verarbeitungsanlage 
nah am Kunden 

S. 24 
vom AUStAUSCh profitieren 

Unsere neuen Standorte im berblick 

S. 34 

ESSEn, DEUtSChlanD 


05 

51 29' N 07 00'O 

NOws
Vormaterial, zwei Mio 
Tonnen Brammen jhrlich 
nach Duisburg, Deutschland, 
Feedback von Kunden 
sowie Wissen aus Brasilien 
Know-how, Technologien, 
Feedback von Kunden fr 
das Stahlwerk in Brasilien 
Feedback von Kunden sowie 
Wissen von Standorten aus 
der ganzen Welt 
Ideen (Technologien, Produkte, 
Dienstleistungen), Know-how, 
abgestimmte Strategien fr 
den nAftA-Markt 
ThyssenKrupp Quartier, Essen, Deutschland 
ThyssenKrupp, Duisburg, Deutschland 
Standorte ThyssenKrupp, Deutschland 
Standorte ThyssenKrupp 
DeUtSChlAnD, StAnD 2009 
QUelle: StAtiStiSCheS BUnDeSAmt DeUtSChlAnD, StAtiStiSChe mter DeS BUnDeS UnD Der lnDer 
eSSen 
DeUtSChlAnD 
82mio einwohner 
357.111,9Km2 flChe 
2.496mrD eUro 
BrUttoinlAnDSproDUKt 
mrD eUro 
import 667,1export 803,2

ESSEn, DEUtSChlanD 


51 29' N 07 00'O 

Abb.02 
Die Transparenz der Architekturfrdert Dialog und Austausch, dasEntwickeln von Ideen und Innovationen. 
Offene Zonen laden im ThyssenKruppQuartier zur Begegnung ein.


OffEnhEit im zEntrUm 

Das ThyssenKrupp Quartier fasst mehrere Verwaltungen an einem Standort zusammen 
und lsst damit ein neues Herzstck des gesamten Konzerns entstehen. Als Aufbruch 
in eine neue Zeit steht das Quartier auch fr die gelebte Internationalitt des Unternehmens: 
Es bietet Mitarbeitern, Kunden und Partnern aus aller Welt einen gemeinsamen 
Ort fr Begegnung und Dialog ABB. 02 . 
In 
mehreren 
Baukrpern 
schafft 
die 
offene, 
moderne 
Architektur 
fr 
die 
hier 
beschftigten 
Mitarbeiterinnen 
und 
Mitarbeiter 


Raum zum Entwickeln von Ideen und das Realisieren von Innovationen. Konsequent 
umgesetztes Ziel der Architektur ist es, ein kreatives, nachhaltig anregendes Umfeld 

zu 
schaffen, 
das 
hilft, 
das 
Wissen 
Einzelner 
gemeinsam 
zu 
nutzen. 




ESSEn, DEUtSChlanD 

Abb. 03 

51 29' N 07 00'O 


ESSEn, DEUtSChlanD 

Gert Wei, Leiter Produktservice ThyssenKrupp Nirosta, 
steckte seine Werkstoffkompetenz in ein innovatives 
Abb.05 
Nachhaltigkeit ist im Quartier gebautes 
Selbstverstndnis. 
Sonnenschutzsystem. 

GEbaUtE naChhaltiGkEit 

Mit Ressourcen wird im ThyssenKrupp Quartier schonend umgegangen. So wird im 
Erdreich gespeicherte Wrme zum Heizen und Khlen genutzt, und aus der Abluft 
der Bros wird Wrmeenergie zurckgewonnen. Der Energieverbrauch liegt deshalb 

20 
bis 
30 %unter 
den 
gesetzlichen 
Vorgaben. 
Rund 
700 
Bume, 
zahlreiche 
Grnflchen 
und 
eine 
ber 
200 
Meter 
lange 
und 
30 
Meter 
breite 
Wasserachse 
verbessern 


das Kleinklima des Areals. 



51 29' N 07 00'O 

Zwei Millimeter dnne Edelstahllamellen 
auf einer rotierenden Welle richten 
sich stufenlos am Sonnenstand aus. 
Technik trifft Natur  das gilt nicht nur fr die 
innovativen TWIN-Aufzge und den Blick aus dem 
Panoramagarten in die Freiflchen. 
Abb. 06 
Abb. 07Abb. 
08 
Lamellen geschlossen 
Tag eslich t Umlen kung 
halb offen offen 
Viele Details des Quartiers entspringen der Technologiekompetenz von ThyssenKrupp. 
So sparen innovative TWINAufzge 
ABB. 07 wertvolle Flche ein und bringen Menschen 
schneller an ihr Ziel. Angenehme Raumtemperaturen sichert ein Sonnenschutzsystem 

ABB. 06 , 
das 
aus 
ca. 400.000 
vom 
Unternehmen 
entwickelten 
Lamellen 
besteht. 
Diese 


werden automatisch nach dem Stand der Sonne ausgerichtet, halten direkte Sonnen


einstrahlung 
ab 
und 
lenken 
einfallendes 
Licht 
gleichzeitig 
so 
nach 
innen, 
dass 
es 
in 


den Bros schn hell ist. 



ESSEn, DEUtSChlanD 


51 29' N 07 00'O 

Das Quartier ist nicht nur innen 
offen, sondern auch nach auen, 
in die Region hinein. 
Abb.10 
Essen, gesehen von der Dachterrasse 


mehr zUm themA nAChhAltigKeit UnD 
verAntwortUng im thySSenKrUpp 

des Gebudes Q1 im ThyssenKrupp Quartier. 

QUArtier finDen Sie AUf Seite 83 im 
geSChftSBeriCht. 


Santa CrUz, braSiliEn 


15 

22 55' S 43 41'W 

NOws
ThyssenKrupp, Santa Cruz, Brasilien 
Standorte ThyssenKrupp, Brasilien 
Standorte ThyssenKrupp 
Eisenerzvorkommen 
BrASilien, StAnD 2009 
QUelle: BUnDeSminiSteriUm fr wirtSChAft UnD teChnologie 
Vormaterial, drei Mio Tonnen Brammen 
jhrlich von Brasilien nach Calvert, USA 
Vormaterial, zwei Mio Tonnen 
Brammen jhrlich nach Duisburg, 
Deutschland, Feedback von 
Kunden, Wissen aus Brasilien 
Know-how, Technologien, 
Feedback von Kunden aus 
dem ThyssenKrupp Quartier, 
Essen, Deutschland 
SAntA CrUz 
BrASilien 
194mio einwohner 
8,5mio Km2 flChe 
1.574mrD US-DollAr 
BrUttoinlAnDSproDUKt 
mrD US-DollAr 
import 127,7export 153,0

Santa CrUz, braSiliEn 


22 55' S 43 41'W 

Abb.02
Das Roheisen entsteht im Reduktionsprozess von 
gesintertem Eisenerz und Koks. 

Wirtschaftlicher ist es,
Stahl dort zu produzieren,
wo die Rohstoffe sind. 
EinE inVEStitiOn in WaChStUm 

In 
der 
Nhe 
groer 
Eisenerzvorkommen 
ABB. 02 entstand mit ThyssenKrupp CSA 
Siderrgica 
do 
Atlntico 
in 
Santa 
Cruz, 
Brasilien, 
eines 
der 
modernsten 
und 
umweltschonendsten 
Stahlwerke weltweit. Seine Kapazitt liegt bei fnf Mio Tonnen 
Brammen pro Jahr, die zu wettbewerbsfhigen Kosten und mit hchsten Qualittsstandards 
produziert werden. Das Werk ist  im Verbund mit der neuen Weiterverarbeitungsanlage 
in 
Calvert, 
USA, und den Produktionssttten in Deutschland  von 
zentraler Bedeutung fr die Wachstumsstrategie von ThyssenKrupp in den Kernmrkten 
Europa 
und 
Nordamerika 
(NAFTA). Mit den kostengnstigen Brammen wird 
ThyssenKrupp seine weltweite TopPosition 
im Markt fr hochwertigen Qualitts


flachstahl 
weiter 
ausbauen. 




Santa CrUz, braSiliEn 


22 55' S 43 41'W 


Santa CrUz, braSiliEn 

Der Versand der Brammen in die USA und nach 
Deutschland erfolgt per Schiff der Panamax-Klasse. 
Abb.03 
Abb.04 
Mit moderner Logistiktechnik lsst sich der Weg 
jeder einzelnen Bramme lckenlos verfolgen. 

Ein eigener Tiefseehafen bietet 
eine leistungsfhige Verkehrsanbindung. 


pErfEktE anbinDUnG alS StanDOrtVOrtEil 

Mit 
entscheidend 
fr 
die 
Auswahl 
des 
neun 
Quadratkilometer 
groen 
Werksgelndes 
an 
der 
Bucht 
von 
Sepetiba 
bei 
Santa 
Cruz 
waren 
Kostenvorteile. 
Dabei 
spielt 
der 
direkte 


Zugang zum Atlantischen Ozean fr den Import von Kokskohle und den Export der 

Brammen 
eine 
wichtige 
Rolle. 
Noch 
bedeutender 
ist 
die 
Nhe 
zum 
Eisenerz. 
Auf 
dem 
Werksgelnde endet eine Bahnlinie aus den Erzminen des ThyssenKrupp CSA Partners 
Vale 
in 
der 
Region 
Minas 
Gerais. 
Der 
eigene 
Tiefseehafen 
ABB. 03 bildet die Verbindung 
zwischen der Produktion von Stahlbrammen in Brasilien und der Veredelung zu Qualittsflachstahl 
in 
den 
USA sowie in Deutschland. Jhrlich drei Mio Tonnen Brammen 
werden 
an 
das 
neue 
Weiterverarbeitungswerk 
in 
Calvert 
in 
Alabama, 
USA geliefert, 
zwei Mio Tonnen an die Werke in Deutschland, die Kunden in Europa mit Fertigprodukten 
versorgen. 



22 55' S 43 41'W 

Die Produktion entspricht hohen 
europischen Umweltstandards. 
Die Farbgestaltung der Gebude reflektiert 
die Farben der Nachbarschaft. 
Abb.05 
Abb.06 
Ein plUS fr DiE UmWElt 

Die Auslegung des neuen Werkes orientiert sich an modernsten Technologien und 
hchsten Umweltstandards. ThyssenKrupp CSA hlt nicht nur die in Brasilien geltenden 
Umweltschutzrichtlinien ein, sondern die weitaus schrferen europischen 

Vorgaben. 
Ein 
rund 
1,6 
Quadratkilometer 
groer 
Mangrovenwald 
an 
der 
Kste 
wurde 
erhalten. 
Zudem 
trgt 
ein 
200.000BumeProgramm 
von 
ThyssenKrupp 
zum 
Erhalt 
der 
biologischen 
Vielfalt 
in 
der 
Region 
bei. 
Das 
umweltfreundliche 
Gaskraftwerk 
sichert 
die 
eigene 
Stromversorgung, 
speist 
aber 
auch 
rund 
200 
Megawatt 
in 
das 
Netz 


des Bundesstaates Rio de Janeiro ein. 



Santa CrUz, braSiliEn 


Abb. 07 
Mitarbeiter und ihre Kinder beim 
brasilianischen und auch deutschen Nationalsport. 


mEhrWErt fr DiE rEGiOn 

Das 
ThyssenKrupp 
Stahlwerk 
in 
Santa 
Cruz 
war 
die 
grte 
Privatinvestition 
der 
letzten 
zehn Jahre 
in 
Brasilien. 
Das 
Werk 
bringt 
Wohlstand 
und 
nachhaltiges 
wirtschaftliches 
Wachstum 
in 
die 
Region. 
Auch 
die 
Bevlkerung 
in 
der 
Nachbarschaft 
zieht 
daraus 
groen 
Nutzen. 
Denn 
ThyssenKrupp 
frdert 
das 
Gemeinwesen 
in 
vielfltiger 
Form, 
beispielsweise 
durch Untersttzung von Feuerwehr, medizinischer Versorgung, Bildungs


einrichtungen 
und 
Universitten. 
Den 
knftig 
3.500 
Beschftigten 
werden 
umfassende 
Mglichkeiten 
zur 
Weiterbildung 
und 
beruflichen 
Entwicklung 
geboten. 
So schafft 
die Einrichtung 
einer 
technischen 
Akademie 
in 
der 
Gemeinde 
Itaguai 
mit 
Ausbildungsprogrammen 
neue 
Perspektiven 
fr 
junge 
Menschen. 
Daneben 
kooperiert 
das Unternehmen 
mit Universitten und frdert den Austausch von Knowhow 
zwischen Studenten 

und 
Praktikern. 
Fr 
Kinder 
und 
Jugendliche 
hat 
ThyssenKrupp 
im 
Sommer 
2010 
das 
Fuballprojekt 
Copa Social 
CSA 
ins 
Leben 
gerufen. 
ber 
den 
Sport 
soll 
das 
dreimonatige 
Projekt 
Selbstbewusstsein, 
Teamgeist 
und 
Verantwortung 
fr 
die 
Gemeinschaft 
strken. 



22 55' S 43 41'W 

Dr.-Ing. Thais de Lima Alves Pinheiro Fernandes, Laborantin 
in der Qualittskontrolle von ThyssenKrupp CSA, und ihre Familie 
Abb.08 
genieen die Freizeit in unberhrter Natur. 

In den letzten zwei Jahren hat kein 
Investment in der Region 
mehr Arbeitspltze und mehr Nutzen 

fr die Gesellschaft geschaffen. 


mehr zUm themA nAChhAltigKeit UnD 
verAntwortUng in SAntA CrUz finDen 
Sie AUf Seite 185 im geSChftSBeriCht. 


CalVErt, USa 

24 


31 09' N88 00' W
ThyssenKrupp Steel usa und ThyssenKrupp Stainless usa
In einer aufstrebenden Region des NAFTA-Raums 
errichtete ThyssenKrupp eine hochmoderne 
Verarbeitungsanlage 
fr hochwertigen Qualittsflachstahl 
und Edelstahl-Flachprodukte.
Position 
gestrktS. 27
Das Werk 
im berblickS. 28
Neue Mrkte, 
erweiterte ChancenS. 30
Verantwortung 
umsetzenS. 32

25 

31 09' N 88 00' W 

NOws
ThyssenKrupp, Calvert, USA 
Standorte ThyssenKrupp, USA 
ThyssenKrupp Mexinox, Mexiko 
Standorte ThyssenKrupp 
USA, StAnD 2009 
QUelle: BUnDeSminiSteriUm fr wirtSChAft UnD teChnologie 
Feedback von Kunden sowie 
Wissen aus den USA fr das 
ThyssenKrupp Quartier, Essen, 
Deutschland 
Ideen (Technologien, Produkte, 
Dienstleistungen), Know-how, 
abgestimmte Strategien aus 
dem ThyssenKrupp Quartier, 
Essen, Deutschland 
Fertigprodukte fr den Markt in 
den USA, Mexiko und Kanada 
CAlvert 
USA 
Vormaterial zu 
ThyssenKrupp 
Mexinox, Mexiko 
Vormaterial, drei Mio Tonnen Brammen 
jhrlich von Brasilien nach Calvert, USA 
307mio einwohner 
9,8mio Km2 flChe 
14.256mrD US-DollAr 
BrUttoinlAnDSproDUKt 
mrD US-DollAr 
import 1.558,0export 1.057,0

CalVErt, USa 

Von hier aus erschlieen sich die Abnehmermrkte 
der USA, Mexikos und Kanadas. 
Abb.01 
Adam J. Diethorn, Steel Purchasing Manager bei 
Dietrich Metal Framing, ist ein Kunde der ersten Stunde. 



31 09' N 88 00' W 

Abb. 02 
Abb. 03 
Kapazitt fr jhrlich fnf Mio Tonnen hochwertigen 
Flachstahl: das neue Verarbeitungswerk in Calvert. 
Abnehmer der Coils sind vor allem Hersteller von 
Fahrzeugen und Haushaltsgerten sowie Anlagenbauer. 
pOSitiOn GEStrkt 

Eine 
der 
modernsten 
Verarbeitungsanlagen 
der 
Welt 
fr 
Qualittsflachstahl 
und 
EdelstahlFlachprodukte 
steht 
jetzt 
in 
Calvert, 
Alabama 
ABB. 02 . Errichtet wurde 
sie von ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp Stainless USA, die mit dem 
neuen Standort ihre Marktposition in der NAFTARegion 
strken. Die Anlage wird 
Qualitt 
und 
Kostenstrukturen 
verbessern 
sowie 
fr 
grere 
Nhe 
zu 
den 
wichtigen 
Kunden 
sorgen. 
Diese 
sind 
beim 
Qualittsstahl 
vor 
allem 
an 
Produkten 
aus 
dem kontinuierlich 
wachsenden 
Hochwertsegment 
interessiert. 
Im 
Edelstahlbereich 
verfgt 
ThyssenKrupp 
bereits 
ber 
eine 
solide 
Kundenbasis, 
die 
ber 
das 
neue Angebot 
spezieller 
Abmessungen 
und 
produktorientierter 
Lsungen 
ausgebaut 
werden 
soll. 




CalVErt, USa 

Q UA l i tt S S tA h lfeUerBeSChiChtUngSAnlAgen 



ADjUStAge 


Q UA l i tt S S tA h l-
KAltwAlzwerK 



wArmBreitBAnDStrASSe 



Q UA l i tt S S tA h l-
BrAmmenlAger 

flUSSterminAl 



31 09' N 88 00' W 

ADjUStAge 



StAhlwerK 
eDelStAhl-
KAltwAlzwerK 



DaS WErk im bErbliCk 

Kernstck 
des 
Werkes 
ist 
eine 
Warmbreitbandstrae 
mit 
einer 
Kapazitt 
von 
ber 
fnf 
Mio 
Tonnen 
jhrlich, 
die 
Brammen 
aus 
dem 
neuen 
ThyssenKrupp 
Stahlwerk 
in 
Brasilien 
verarbeitet. 
Nachgeschaltet 
ist 
im 
Kaltwalzbereich 
eine 
mit 
der 
Beize 
gekoppelte 
Tandemstrae. 
Es 
schlieen 
sich 
vier 
Feuerbeschichtungsanlagen 
an, 
die 


anspruchsvolle Qualitten fr den Automobilbereich liefern. Die Warmbreitband


strae 
wird 
ebenfalls 
fr 
die 
Produktion 
von 
EdelstahlWarmband 
genutzt. 
Das 
erste 
Warmbandcoil wurde bei ThyssenKrupp Steel USA 
im 
Juli 
2010 
gewalzt, 
das 
Kaltbandwerk 
produziert seit September und ThyssenKrupp Stainless USA 
hat 
im 
Oktober 
2010 
mit einem Kaltwalzgerst die Produktion aufgenommen. Die Versorgung mit Vormaterial 
erfolgt zunchst aus den europischen Werken, die Errichtung eines Stahlwerks 
sowie weiterer Aggregate folgt schrittweise. Alle Anlagen von ThyssenKrupp Steel USA 
und ThyssenKrupp Stainless USA erfllen hchste Qualittsansprche hinsichtlich 
Abmessungen und Toleranzen fr die Endprodukte. In allen Werksteilen werden 
strengste Umweltschutzstandards eingehalten, die technologisch modernsten Schutz


manahmen 
kommen 
zur 
Anwendung. 
Genutzt 
werden 
umfassende 
Energierck


gewinnungsund 
Wiederverwertungstechnologien  bis hin zu einem geschlossenen 

Wasserkreislauf. 



CalVErt, USa 

Abb.04 
Innovationskraft und Werkstoffkompetenz ermglichen 
Produkte, die am Markt sehr gefragt sind. 

Produzenten von Automobilen und 
Haushaltsgerten in unmittelbarer Umgebung 
brauchen hochwertigen Flachstahl. 


nEUE mrktE, ErWEitErtE ChanCEn 

Im NAFTARaum 
hat 
vor 
allem 
Qualittsflachstahl 
im 
Hochwertsegment 
Wachstumspotenzial 
ABB. 04 . Da ThyssenKrupp hier bisher kaum vertreten war, wird dieser 
Markt knftig strker erschlossen. Vor allem die ambitionierten Anforderungen im 
Automobilbau werden durch das neue Werk umfassend erfllt werden. Um die Poten


ziale 
zu 
nutzen, 
werden 
zahlreiche 
Gesprche 
mit 
Schlsselkunden 
auf 
den 
Feldern 
Automobilund 
Elektroindustrie 
sowie 
StahlServiceCenter 
und 
Rohrindustrie 
gefhrt, erste Auftrge von Kunden aus dem NAFTARaum 
wurden bereits gebucht. 
Gute 
Wachstumschancen 
bei 
EdelstahlFlachprodukten 
waren 
einer 
der 
Grnde 


fr den Bau eines optimierten EdelstahlProduktionsstandorts 
auf dem nordameri


kanischen 
Markt. 
Die 
Kunden 
knnen 
ihr 
Material 
jetzt 
direkt 
aus 
dem 
neuen 
Werk 
beziehen 
und 
finden 
hier 
Ansprechpartner 
fr 
ihre 
speziellen 
Anforderungen. 
ThyssenKrupp Stainless USA 
profitiert 
beim 
Vertrieb 
auch 
von 
den 
kurzen 
Wegen 
zu den industriellen Zentren im Sden der USA, in Mexiko sowie Kanada. 



31 09' N 88 00' W 

Abb. 05 
Hariett Dutka, Teamleiterin Rohstoffe und Schmelzbetrieb ThyssenKrupp Stainless USA, 
optimiert den Fertigungsprozess im Hinblick auf die Umweltanforderungen. 


CalVErt, USa 

Abb. 06 
Der Hafen von Mobile ist die logistische 
Drehscheibe fr Rohstoffe und Fertigmaterial. 

VErantWOrtUnG UmSEtzEn 

Die Auswirkungen der neuen Anlage auf die Region sind vielfltig. Das Verarbeitungs


werk 
wird 
in 
Calvert 
2.700 
qualifizierte 
Dauerarbeitspltze 
in 
allen 
Bereichen 
von 
Produktion 
und 
Verwaltung 
bieten. 
Zur 
Qualifikation 
der 
Mitarbeiter 
wird 
umfassend 
in 
Ausbildung 
und 
Fortbildung 
investiert, 
unter 
anderem 
durch 
das 
Mastbe 
setzen


de Erich HeineAusbildungszentrum. 
Ebenfalls positiv wirken sich fr die Region die 
zahlreichen weiteren Arbeitspltze aus, die indirekt als Folge der Ansiedlung entstehen. 
Wie an allen Standorten weltweit engagiert sich ThyssenKrupp auch in Alabama 

gesellschaftlich. 
Unter 
anderem 
werden 
Bildung 
und 
soziale 
Projekte 
gefrdert, 
mit 


gesellschaftlichen Organisationen, Schulen und Universitten werden Partnerschaften 
entwickelt. 


31 09' N 88 00' W 

Abb.07 
Clint Skipper wurde bei ThyssenKrupp Nirosta in Dillenburg als 
Walzer ausgebildet. Mittlerweile trainiert er seine Kollegen in Calvert. 
s hatte einen positiven
mehr zUm themA nAChhAltigKeit UnD 
verAntwortUng in CAlvert finDen Sie 
AUf Seite 283 im geSChftSBeriCht. 


ThyssenKrupp Quartier, Essen, Deutschland 
ThyssenKrupp, Duisburg, Deutschland 
Standorte ThyssenKrupp, Deutschland 
ThyssenKrupp, Santa Cruz, Brasilien 
Standorte ThyssenKrupp, Brasilien 
Eisenerzvorkommen Brasilien 
ThyssenKrupp, Calvert, USA 
Standorte ThyssenKrupp, USA 
ThyssenKrupp Mexinox, Mexiko 
Standorte ThyssenKrupp 
Nhere Informationen zu weiteren Standorten von ThyssenKrupp finden 
Sie im Internet unter www.thyssenkrupp.com/de/standorte/index.html 
V O m a U S t a U S C h p r O f i t i E r E n 
Deutschland, Brasilien, USA: drei neue Standorte, die ihre volle Bedeutung erst in der 
Interaktion erlangen. Der weltweite Austausch von Ideen, Knowhow 
und Feedback 
von Kunden ermglicht Innovationen, die allen zugute kommen. Die Arbeitsteilung 
berKontinentehinwegerlaubteffizienteRessourcennutzungbeiderErzeugungvonVormaterialien. Die Weiterverarbeitung nahe beim Kunden macht przise Umsetzung 
vonKundenspezifikationenmglich.Gemeinsamkannsojedermehrerreichen.
Fertigprodukte fr den Markt in 
den USA, Mexiko und Kanada 
Vormaterial zu 
ThyssenKrupp 
Mexinox, Mexiko 
ThyssenKrupp Steel USA 
und ThyssenKrupp Stainless USA31 09' N 88 00' W
34
ThyssenKrupp Quartier, Essen, Deutschland 
ThyssenKrupp, Duisburg, Deutschland 
Standorte ThyssenKrupp, Deutschland 
ThyssenKrupp, Santa Cruz, Brasilien 
Standorte ThyssenKrupp, Brasilien 
Eisenerzvorkommen Brasilien 
ThyssenKrupp, Calvert, USA 
Standorte ThyssenKrupp, USA 
ThyssenKrupp Mexinox, Mexiko 
Standorte ThyssenKrupp 
Nhere Informationen zu weiteren Standorten von ThyssenKrupp finden 
Sie im Internet unter www.thyssenkrupp.com/de/standorte/index.html 
V O m a U S t a U S C h p r O f i t i E r E n 
Deutschland, Brasilien, USA: drei neue Standorte, die ihre volle Bedeutung erst in der 
Interaktion erlangen. Der weltweite Austausch von Ideen, Knowhow 
und Feedback 
von Kunden ermglicht Innovationen, die allen zugute kommen. Die Arbeitsteilung 
berKontinentehinwegerlaubteffizienteRessourcennutzungbeiderErzeugungvonVormaterialien. Die Weiterverarbeitung nahe beim Kunden macht przise Umsetzung 
vonKundenspezifikationenmglich.Gemeinsamkannsojedermehrerreichen.
Fertigprodukte fr den Markt in 
den USA, Mexiko und Kanada 
Vormaterial zu 
ThyssenKrupp 
Mexinox, Mexiko 
ThyssenKrupp Steel USA 
und ThyssenKrupp Stainless USA31 09' N 88 00' W
34

Ideen (Technologien, Produkte, 
Dienstleistungen), Know-how, 
abgestimmte Strategien fr den 
Nafta-Markt 
Vormaterial, zwei Mio Tonnen 
Brammen jhrlich nach Duisburg, 
Deutschland, Feedback von 
Kunden sowie Wissen aus Brasilien 
Know-how, Technologien, 
Feedback von Kunden fr 
das Stahlwerk in Brasilien 
Vormaterial, drei Mio Tonnen Brammen 
jhrlich von Brasilien nach Calvert, USaFeedback von Kunden sowie 
Wissen aus den USa, fr das 
ThyssenKrupp Quartier, Essen, 
Deutschland 
ThyssenKrupp Quartier51 29' N 07 00' O
22 55' S 43 41' W 
ThyssenKrupp CSA 
Siderrgica do AtlnticoFeedback von Kunden sowie 
Wissen von Standorten aus 
der ganzen Welt 
35
Ideen (Technologien, Produkte, 
Dienstleistungen), Know-how, 
abgestimmte Strategien fr den 
Nafta-Markt 
Vormaterial, zwei Mio Tonnen 
Brammen jhrlich nach Duisburg, 
Deutschland, Feedback von 
Kunden sowie Wissen aus Brasilien 
Know-how, Technologien, 
Feedback von Kunden fr 
das Stahlwerk in Brasilien 
Vormaterial, drei Mio Tonnen Brammen 
jhrlich von Brasilien nach Calvert, USaFeedback von Kunden sowie 
Wissen aus den USa, fr das 
ThyssenKrupp Quartier, Essen, 
Deutschland 
ThyssenKrupp Quartier51 29' N 07 00' O
22 55' S 43 41' W 
ThyssenKrupp CSA 
Siderrgica do AtlnticoFeedback von Kunden sowie 
Wissen von Standorten aus 
der ganzen Welt 
35

09 


10 


Ein neuer Standort ist immer auch ein wichtiger 
Impulsgeber fr ein Unternehmen. Mit neuen Kompetenzen 
im Team  bei Mitarbeitern, Kunden, Partnern. Mit neuen 
Mglichkeiten, frische Ideen und Lsungen zu entwickeln. 
Mit neuen Chancen, Mrkte aufzubauen und Kunden 
berzeugende Angebote zu machen. Wir werden unsere 
Chancen nutzen. In Deutschland, Brasilien, USa, weltweit. 


Wir freuen uns, wenn dieses Magazin Sie berzeugt hat. Die Inhalte finden Sie auch im 

Internet unter www.thyssenkrupp.com/de/magazin/unsere-neuen-zukunftsorte/. Sollten 
Sie sich fr weitere Themen interessieren, melden Sie sich auf www.thyssenkrupp.com/de/ 
Entdecken Sie weitere weltweite Standorte hinter der Klappe. newsletter/index.html fr unseren Newsletter an. 


inhalt 



S.4180 


S.81 182 
S.183280 


S.281294 

Geschftsbericht 2009  2010 der thyssenKrupp AG Inhalt 
39 
U2 ThyssenKrupp im berblick: 
Unsere Zahlen, Der Konzern in Krze, ThyssenKrupp weltweit, 
Die Unternehmensstruktur, Unsere Business Areas, Finanztermine 
U3 Brief an die Aktionre 
01 
Magazin 
Einblicke. 
Unsere neuen Zukunftsorte. Fr Menschen, Ideen, Lsungen. 
39 Inhalt 
Zahlen und Fakten 
45 
50 
58 
75 
An unsere Aktionre 
Vorstand und Aufsichtsrat 
Bericht des Aufsichtsrats 
Corporate-Governance-Bericht 
ThyssenKrupp Aktie 
85 
91 
100 
117 
135 
142 
144 
146 
152 
157 
163 
175 
Konzernlagebericht 
Geschftsfelder und Organisationsstruktur 
Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 
berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 
Geschftsverlauf in den Business Areas 
Finanz- und Vermgenslage 
Nachhaltigkeit 
Gesellschaftliches Engagement 
Innovationen 
Umwelt- und Klimaschutz 
Mitarbeiter 
Risikobericht 
Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 
187 
188 
189 
190 
191 
192 
209 
249 
253 
253 
279 
280 
Konzernabschluss 
Konzern-Bilanz 
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 
Konzern-Gesamtergebnisrechnung 
Konzern-Eigenkapitalvernderungsrechnung 
Konzern-Kapitalflussrechnung 
Konzern-Anhang 
Erluterungen zur Konzern-Bilanz 
Erluterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 
Erluterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung 
Sonstige Angaben 
Besttigungsvermerk des Abschlussprfers 
Versicherung der gesetzlichen Vertreter 
285 
287 
288 
290 
292 
293 
294 
Weitere Informationen 
Mehrjahresbersicht 
Mandate des Vorstands 
Mandate des Aufsichtsrats 
Stichwortverzeichnis 
Glossar 
Abkrzungsverzeichnis 
Kontakt/Termine 2011/2012 

inhalt 


Die Rechnungslegung des ThyssenKrupp Konzerns erfolgt nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in 
der EU anzuwenden sind. Dieser Geschftsbericht ist zur Bilanzpressekonferenz der Gesellschaft am 30. November 2010 erschienen. 


Impulse geben 


Verantwortliches Handeln und gesellschaftliches Engagement sind 
fr ThyssenKrupp seit jeher feste Bestandteile der Unternehmenskultur. 
Um dieser Verantwortung auch knftig gerecht zu werden, ist wirtschaftlicher 
Erfolg eine Grundvoraussetzung. Gleichzeitig sind wir berzeugt, 
dass verantwortliches Handeln zum langfristigen Unternehmenserfolg 
beitrgt. Deshalb ist unternehmerische Verantwortung auch ein 
wichtiger Erfolgsfaktor zur Erreichung unserer langfristigen Ziele. Wie 
wir unserem Handeln entsprechende Impulse geben und wie sich diese 
grundstzlich sowie beispielhaft fr unsere drei neuen Standorte in 
Deutschland, Brasilien und den USA auswirken, erfahren Sie auf vier 
Kapiteltrennseiten 
dieses Geschftsberichts.
Frdern schafft weltweit Erfolge 
S. 43
ThyssenKrupp Quartier, Essen, Deutschland 
S. 83
ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico, 
Santa Cruz, Brasilien 
S. 185
ThyssenKrupp Steel USA und ThyssenKrupp 
Stainless USA, Calvert, Alabama, USA 
S. 283

An unsere Aktionre 

42 



S. 41  80 45 Vorstand und Aufsichtsrat 
Vorstand, 46 
Aufsichtsrat, 48 
AusschssedesAufsichtsrats, 
49 
50 Bericht des Aufsichtsrats 
58 Corporate-Governance-Bericht 
ErklrungzurUnternehmensfhrung, 
58 
WeitereAngabenzurCorporateGovernancebeiThyssenKrupp, 
63 
Vergtungsbericht, 67 
75 ThyssenKrupp Aktie 

Gute Unternehmensleitung und -kontrolle setzen voraus, dass Vorstand 
und Aufsichtsrat eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten  im Unternehmensinteresse 
und mit dem Ziel, den Wert des Unternehmens nachhaltig 
zu steigern. Mehr ber die beiden Gremien, die bei ThyssenKrupp 
praktizierte Corporate Governance und die Entwicklung der Aktie im 




Geschftsjahr2009/
2010erfahrenSieimfolgendenAbschnitt.
DerCorporate-
Governance-Bericht enthlt auch die Erklrung zur Unternehmensfhrung 
nach 289ahgb. 



An unsere Aktionre 


532MioEuro 
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung haben fr 
ThyssenKrupp hohe Prioritt: 532 Mio Euro wurden 
2009/2010 fr Umweltschutz aufgewendet 
Neue Werkstoffe, Komponenten und 
Verfahren frdern Klimaschutz, sparen Energie 
und schtzen so die Umwelt 
Aktive Rolle in Netzwerken zum Wissensaustausch und zur Frderung zukunftsweisender Technologien 
Ideelles und finanzielles Engagement 
fr Kunst, Kultur und Sport 
Untersttzung von Schlsselqualifikationen 
fr Kinder und Jugendliche durch Vermittlung 
von Technik und Naturwissenschaften 
MitjedemunsererweltweitenStandortesetzenwirbewusst
berdiewirtschaftliche 
Bedeutung fr das Unternehmen hinaus  frdernde 
Impulse fr die umgebende Region, deren Menschen und die Umwelt. 
NebenderSchaffungvondirektenundindirektenArbeitspltzenzhltdazuvorallemdiewirtschaftlicheStrkungganzerGebiete
.Zudemtrgt 
ThyssenKrupp aktiv dazu bei, die Lebenssituation der Menschen 
vor Ort durch konkretes Engagement zu verbessern. 
Etablierung hoher Umwelt-
und Nachhaltigkeitsstandards 
Schaffung neuer qualifizierterArbeitspltze 
Wirtschaftliche Strkungvon Regionen 
Untersttzung von Kommunenund Gemeinwesen 
Frderung von Bildungund Ausbildung 
MehrbernachhaltigesHandelnbeiThyssenKrupperfahrenSieimGeschftsberichtabSeite142. 



an unsere aktionre Vorstand und Aufsichtsrat 45 

Vorstand und Aufsichtsrat 

Entsprechend der dualen Unternehmensverfassung haben Aktiengesellschaften in 
Deutschland zwei Fhrungsorgane mit klar getrennten Funktionen: Der Vorstand 
leitet eigenverantwortlich das Unternehmen; der Aufsichtsrat beaufsichtigt und 
bert den Vorstand. Beide arbeiten im Unternehmensinteresse eng zusammen. Im 
Folgenden stellen wir Ihnen den Vorstand und den Aufsichtsrat vor. 


Vorstand 

Dr.-Ing. Ekkehard D. Schulz 

Vorsitzender, geboren 1941, Vorstandsmitglied 
seit 1991, bestellt 
bis 21. Januar 2011, gemeinsam 
mit Dr. Hiesinger verantwortlich 
fr die Corporate Center Communications, 
Strategy & Technology, 
Executives Management, Internal 
Auditing, Legal & Compliance sowie 
fr die Bereiche Energie, Umwelt 
und die ThyssenKrupp Academy 

Dr.-Ing. Heinrich Hiesinger 

stellv. Vorsitzender, geboren 1960, 
Vorstandsmitglied seit 01. Oktober 
2010, bestellt bis 30. September 2015, 
gemeinsam mit Dr. Schulz verantwortlich 
fr die Corporate Center 
Communications, Strategy & Technology, 
Executives Management, 
Internal Auditing, Legal&Compliance 
sowie fr die Bereiche Energie, 
Umwelt und die ThyssenKrupp 
Academy 


an unsere aktionre Vorstand und Aufsichtsrat 47 

Dr. Olaf Berlien 

zugleich Vorstandsvorsitzender 
der ThyssenKrupp Elevator AG, 
geboren 1962, Vorstandsmitglied 
seit 2002, bestellt bis 31. Mrz 2012, 
verantwortlich fr die Division 
Technologies 

Edwin Eichler 

zugleich Vorstandsvorsitzender 
der ThyssenKrupp Steel Europe AG, 
geboren 1958, Vorstandsmitglied 
seit 2002, bestellt bis 30. September 
2012, verantwortlich fr die Division 
Materials 

Dr. Alan Hippe 

geboren 1967, Vorstandsmitglied 
seit 2009, bestellt bis 31. Mrz 2014, 
verantwortlich fr die Corporate 
Center Accounting & Financial 

Reporting, Controlling, Corporate 
Finance, Investor Relations, Materials 
Management, Mergers & 
Acquisitions, Taxes & Customs 
sowie fr Business Services und 
Risk and Insurance Services 

Ralph Labonte 

geboren 1953, Vorstandsmitglied 
seit 2003, bestellt bis 31. Dezember 
2012, verantwortlich fr die Corporate 
Center Human Resources, Information 
Management sowie fr 
Dienstleistungen und Real Estate 

Dr. Ulrich Middelmann ist mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 aus dem Vorstand ausgeschieden. 

Aufgenommen am 11.10.2010 im ThyssenKrupp Quartier, Essen. 

Abb.02 

Aufsichtsrat 

Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, Essen 

Prof. Dr. Gnter Vogelsang, Dsseldorf 

Dr. Gerhard Cromme, Essen 

Bertin Eichler, Frankfurt/Main 

Theo Frielinghaus, Ahlen 
(bis 31.03.2010) 

Markus Grolms, Bochum 
(seit 14.10.2009) 

Susanne Herberger, Dresden 

Prof. Jrgen Hubbert, Sindelfingen 
(bis 21.01.2010) 

Bernd Kalwa, Krefeld 

Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Essen 
(seit 21.01.2010) 

Ernst-August Kiel, Blumenthal 
(seit 12.04.2010) 

Dr. Martin Kohlhaussen, Bad Homburg 

(bis 21.01.2010) 
Dr. Heinz Kriwet, Dsseldorf 
(bis 21.01.2010) 


Prof. Dr. Ulrich Lehner, Dsseldorf 
Prof. Dr. Bernhard Pellens, Bochum 

Peter Remmler, Wolfsburg 

Ehrenvorsitzender, Vorsitzender des Kuratoriums 
der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung 

Ehrenvorsitzender 

Vorsitzender, ehem. Vorsitzender des Vorstands 
der ThyssenKrupp AG 

stellv. Vorsitzender, Geschftsfhrendes Vorstandsmitglied 
der IG Metall 

Maschinenbautechniker, Vorsitzender des Betriebsrats 
der Polysius AG 

Gewerkschaftssekretr im Zweigbro Dsseldorf 
der IG Metall 

Ingenieur (FH) fr Informatik, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats 
der ThyssenKrupp Aufzge GmbH und 
Vorsitzende der Betriebsrtearbeitsgemeinschaft 
ThyssenKrupp Elevator Technology 

ehem. Mitglied des Vorstands der DaimlerChrysler AG 

Dreher, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats 
der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und 
Vorsitzender der Betriebsrtearbeitsgemeinschaft 
ThyssenKrupp Stainless Global 

Prsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. 

Schlosser, Vorsitzender des Betriebsrats 
der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH und 
Vorsitzender der Betriebsrtearbeitsgemeinschaft 
ThyssenKrupp Marine Systems 

ehem. Vorsitzender des Aufsichtsrats der Commerzbank AG 

ehem. Vorsitzender des Vorstands der Thyssen AG 

Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA 

Professor fr Betriebswirtschaft und Internationale 
Unternehmensrechnung an der Ruhr-Universitt Bochum 

Kaufmann im Gro- und Auenhandel, Vorsitzender 
des Betriebsrats der ThyssenKrupp Schulte GmbH (Braunschweig) und 
Vorsitzender der Betriebsrtearbeitsgemeinschaft 
ThyssenKrupp Materials Services 


an unsere aktionre Vorstand und Aufsichtsrat 49 

Dr. Kersten v. Schenck, Bad Homburg Rechtsanwalt und Notar 
Peter Scherrer, Brssel Generalsekretr des Europischen Metallgewerkschaftsbundes 
Thomas Schlenz, Duisburg Schichtmeister, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats 
der ThyssenKrupp AG 
Dr. Henning Schulte-Noelle, Mnchen Vorsitzender des Aufsichtsrats der Allianz SE 
Wilhelm Segerath, Duisburg Karosserie- und Fahrzeugbauer, Vorsitzender 
des Gesamtbetriebsrats der ThyssenKrupp Steel Europe AG und 
Vorsitzender der Betriebsrtearbeitsgemeinschaft 
ThyssenKrupp Steel Europe 
Peer Steinbrck, Bonn Mitglied des Deutschen Bundestages 
(seit 21.01.2010) Bundesminister a.D. 
Christian Streiff, Paris ehem. Prsident der PSA Peugeot Citron S.A. 
Jrgen R. Thumann, Dsseldorf Vorsitzender des Beirats der Heitkamp & Thumann Group 
Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, Frankfurt/Main Professorin fr Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftspolitik & 
(seit 21.01.2010) Internationale Makrokonomik an der Johannes-Gutenberg-Universitt 
Mainz und Mitglied im Sachverstndigenrat zur Begutachtung 
der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 
Klaus Wiercimok, Dsseldorf Rechtsanwalt, Leiter des Departments Materials Services 
im Corporate Center Legal & Compliance der ThyssenKrupp AG 
Ausschsse des Aufsichtsrats 
Prsidium Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender), Bertin Eichler, 
Thomas Schlenz, Dr. Henning Schulte-Noelle 
Vermittlungsausschuss gem Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender), Bertin Eichler, 
 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz Thomas Schlenz, Dr. Henning Schulte-Noelle 
Personalausschuss Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender), Bertin Eichler, 
Thomas Schlenz, Dr. Henning Schulte-Noelle 
Prfungsausschuss Prof. Dr. Bernhard Pellens (Vorsitzender), Dr. Gerhard Cromme, 
Bertin Eichler, Prof. Dr. Ulrich Lehner, Thomas Schlenz, 
Wilhelm Segerath 
Strategie-, Finanz- und Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender), Bertin Eichler, Markus Grolms, 
Investitionsausschuss Susanne Herberger, Bernd Kalwa, Dr. Kersten v. Schenck, 
Peer Steinbrck, Jrgen R. Thumann 
Nominierungsausschuss Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender), Prof. Dr. Bernhard Pellens, 
Dr. Henning Schulte-Noelle, Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro 

Stand: 26.11.2010 


Abb.03 Abb.03 
Dr. Gerhard Cromme, Vorsitzender des Aufsichtsrats, 
aufgenommen am 11.10.2010 im ThyssenKrupp Quartier, Essen. 


an unsere aktionre Bericht des Aufsichtsrats 51 

Bericht des Aufsichtsrats 


Auch im Geschftsjahr 2009/2010 hat der Aufsichtsrat eng mit dem Vorstand zusammengearbeitet. 
Das Jahr war angesichts der noch immer sprbaren Auswirkungen der welt- 
weiten Wirtschafts- und Finanzkrise, der Umsetzung der neuen Konzernorganisation 
sowie der groen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA mit besonderen Herausforderungen 
fr den Konzern verbunden. Im nachfolgenden Bericht informiert der Auf- 
sichtsrat ber die Schwerpunkte seiner Ttigkeit in diesem komplexen Umfeld. 

berwachung und Beratung im kontinuierlichen Dialog mit dem Vorstand 

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschftsjahr 2009/2010 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden 
Kontroll- und Beratungsaufgaben mit groer Sorgfalt wahrgenommen. In den Sitzungen des Aufsichtsrats 
und der Ausschsse standen wiederum zahlreiche Sachthemen sowie zustimmungspflichtige Geschftsvorflle 
zur Diskussion und Entscheidung an. 

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmig beraten, die Geschftsfhrung 
kontinuierlich begleitet und berwacht und sich von deren Recht- und Ordnungsmigkeit 
berzeugt. Der Vorstand hat uns frhzeitig in alle fr das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen 
intensiv eingebunden. Hierzu hat er uns regelmig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und 
mndlicher Form ber alle fr das Unternehmen wesentlichen Aspekte unterrichtet, vor allem ber die 
Entwicklung der Geschfts-und Finanzlage, die Beschftigungssituation, ber geplante und laufende 
Investitionen sowie ber grundstzliche Fragen der Unternehmensplanung und -strategie. Vor dem 
Hintergrund der weiterhin sprbaren Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise galt 
unser besonderes Augenmerk auch im Berichtsjahr regelmig der aktuellen Ertragssituation und 
Finanzlage einschlielich der Risikolage und des Risikomanagements. Ferner haben wir die Umsetzung 
der neuen Konzernorganisation begleitet und die Entwicklung der beiden groen Investitionsprojekte in 
Brasilien und den USA errtert. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens hat der Vorstand mit 
uns abgestimmt. Soweit es zu Abweichungen des Geschftsverlaufs von den aufgestellten Planungen 
und Zielen kam, haben wir ausfhrliche Erluterungen in schriftlicher oder mndlicher Form erhalten, so 
dass wir mit dem Vorstand ber die Grnde fr die Abweichungen und zielfhrende Manahmen diskutieren 
konnten. 


Der Aufsichtsrat hat alle bedeu-Auf Basis der Vorstandsberichte haben wir alle fr das Unternehmen bedeutenden Geschftsvortenden 
Vorgnge in Ausschssen 

gnge in den Ausschssen und im Plenum intensiv errtert. Nach eingehender Prfung und Beratung 

und Plenum intensiv beraten. 

hat der Aufsichtsrat zu den Berichten und den Beschlussvorschlgen des Vorstands, soweit dies nach 
Gesetz und Satzung erforderlich war, sein Votum abgegeben. In einzelnen Fllen haben wir auerhalb 
von Sitzungen Beschlsse im schriftlichen Verfahren gefasst. 


Auch in der Zeit zwischen den Sitzungen des Plenums und der Ausschsse haben insbesondere 
der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prfungsausschusses regelmig in Kontakt mit 
dem Vorstand gestanden. ber wesentliche Entwicklungen und Entscheidungen wurden wir informiert 
und haben den Vorstand beratend untersttzt. Vor den Aufsichtsratssitzungen haben die Anteilseigner- 
und die Arbeitnehmervertreter jeweils getrennt wesentliche Themen der Tagesordnung beraten. 

Im Geschftsjahr 2009/2010 ist der Aufsichtsrat zu vier turnusmigen Sitzungen zusammengetreten. 
Da mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 die Mandate der bis dahin gewhlten 
Anteilseignervertreter ausgelaufen waren, fand darber hinaus unmittelbar nach der Hauptversammlung 
eine konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats mit den neu gewhlten Anteilseignervertretern statt. 
Die Prsenz bei den Aufsichtsratssitzungen lag durchschnittlich bei 94 %. Kein Aufsichtsratsmitglied hat 
an weniger als der Hlfte der Sitzungen teilgenommen. Die Ausschsse tagten bis auf eine Sitzung 
jeweils in vollstndiger Besetzung. 

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat gegenber 

unverzglich offenzulegen sind und ber die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind auch im ab


gelaufenen Geschftsjahr nicht aufgetreten. 

Effiziente Arbeit in den Ausschssen des Aufsichtsrats 

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat insgesamt sechs Ausschsse eingerichtet, die 
die Arbeit im Plenum effektiv untersttzen. Die Ausschsse bereiten die Beschlsse des Aufsichtsrats 
sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln sind. In Einzelfllen haben wir im gesetzlichen Rahmen 
Entscheidungsbefugnisse des Aufsichtsrats auf Ausschsse bertragen. Diese Aufteilung hat sich 
in der Praxis bewhrt. Auer im Prfungsausschuss fhrt der Aufsichtsratsvorsitzende in allen Ausschssen 
den Vorsitz. ber die Inhalte und Ergebnisse der Ausschuss-Sitzungen wurde der Aufsichtsrat 
jeweils zeitnah unterrichtet, so dass er ber eine umfassende Informationsbasis fr seine Beratungen 


Einzelheiten: Seite 49 
verfgte. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschsse kann der Aufstellung auf Seite 49 entnommen 
werden. 

Prsidium 

Das Prsidium hielt im Berichtsjahr fnf Sitzungen ab. Auch auerhalb dieser Sitzungen habe ich als 
Vorsitzender mit den Prsidiumsmitgliedern in engem Kontakt gestanden, um Projekte von besonderer 
Bedeutung fr den Konzern zu besprechen. Schwerpunkte der Beratungen im Prsidium waren neben 
der Vorbereitung der Plenumssitzungen die Ergebnissituation und Finanzlage des Konzerns, die Umsetzung 
der neuen Konzernorganisation, die Fortschrittsberichte zu den beiden groen Investitionsprojekten, 
die nderungen im Deutschen Corporate Governance Kodex, die Inhalte der Entsprechenserklrung 
sowie die Vorbereitung der Effizienzprfung des Aufsichtsrats. 

Vermittlungsausschuss 

Der Vermittlungsausschuss gem  27 Abs. 3 MitbestG musste auch im Geschftsjahr 2009/2010 
nicht einberufen werden. 

Personalausschuss 

Der Personalausschuss, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet und fr sonstige 
Vorstandsangelegenheiten zustndig ist, trat ebenfalls fnfmal zusammen. Er befasste sich in mehreren 
Sitzungen mit der Ausgestaltung des Vorstandsvergtungssystems sowie mit der Festsetzung der jeweiligen 
Vergtung fr die Vorstandsmitglieder und unterbreitete dem Plenum entsprechende Beschlussvorschlge. 
Einzelheiten zum genderten Vergtungssystem sind im Rahmen des Corporate-Govern-
Einzelheiten: Seiten 6770 ance-Berichts im Vergtungsbericht auf den Seiten 6770 dargelegt. Wesentliche Beratungsthemen 



Der Prfungsausschuss hat die 
Qualifikation des Abschlussprfers 
berwacht. 

an unsere aktionre Bericht des Aufsichtsrats 53 

waren ferner die Regelung der Nachfolge von Herrn Dr. Ekkehard D. Schulz und die Bestellung von Herrn 
Dr. Heinrich Hiesinger zum neuen Vorstandsvorsitzenden, die Bestellung von Herrn Dr. Jrgen Claassen 
zum Vorstandsmitglied sowie die damit einhergehenden nderungen der Geschftsverteilung des Vorstands. 
Der Personalausschuss hat darber hinaus beschlossen, bei der Neubestellung zuknftiger 
Vorstandsmitglieder auch das Kriterium der Vielfalt einzubeziehen und dabei insbesondere eine angemessene 
Bercksichtigung von Frauen anzustreben. 

Der Personalausschuss hat sich ferner mit etwaigen Schadensersatzansprchen gegenber Vorstandsmitgliedern 
im Zusammenhang mit dem Stahlwerksprojekt Brasilien befasst. Er erteilte des Weiteren 
seine Zustimmung zur bernahme von Mandaten durch einzelne Vorstandsmitglieder bei anderen 
Unternehmen sowie zur Beauftragung der Rechtsanwaltssoziett Clifford Chance, fr die das Aufsichtsratsmitglied 
Herr Dr. Kersten v. Schenck als Of Counsel ttig ist. 

Prfungsausschuss 

Der Prfungsausschuss hielt im Berichtsjahr fnf Sitzungen ab. An den Sitzungen nahmen regelmig 
die Abschlussprfer sowie der Vorsitzende des Vorstands und der Finanzvorstand teil. Der Ausschuss 
befasste sich schwerpunktmig mit dem Jahres- und dem Konzernabschluss, der berwachung des 
Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems 
und des internen Revisionssystems sowie mit der Abschlussprfung, insbesondere mit der 
Unabhngigkeit des Abschlussprfers und den vom Abschlussprfer zustzlich erbrachten Leistungen. 
Ferner wurden die Zwischenberichte vor ihrer Verffentlichung ausfhrlich errtert und gebilligt. In 
seiner Sitzung im November 2009 wurde der Ausschuss umfassend ber die aktuellen Compliance-
Aktivitten des Konzerns informiert. Der Abschlussprfer berichtete stets ausfhrlich ber alle fr die 
Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchfhrung 
der Abschlussprfung bzw. der prferischen Durchsicht der Zwischenberichte ergeben haben. Der 
Prfungsausschuss hat sich auerdem mit der Erteilung des Prfungsauftrags an den Abschlussprfer 
befasst und gemeinsam mit dem Abschlussprfer folgende Fokusthemen festgelegt und bearbeitet: 
prozessbegleitende Wirtschaftlichkeitsanalyse der Projekte der Business Area Steel Americas in Brasilien 
und den USA sowie Bewertung der Vermgenswerte in der Business Area Stainless Global. Ferner 
wurde dem Plenum ein Vorschlag zur Wahl des Abschlussprfers fr das Geschftsjahr 2009/2010 
unterbreitet. Der Prfungsausschuss beauftragte den Abschlussprfer nach dessen Wahl durch die 
Hauptversammlung mit der Prfung des Jahres- und des Konzernabschlusses der ThyssenKrupp AG 
sowie mit der prferischen Durchsicht der Zwischenberichte. Es wurde die Vergtung fr den Abschlussprfer 
beschlossen. Der Abschlussprfer hatte erklrt, dass keine Umstnde bestehen, die 
Anlass geben, seine Befangenheit anzunehmen, und ferner ber die Leistungen berichtet, die er zustzlich 
zu den Abschlussprferleistungen erbracht hat. Der Prfungsausschuss hat die erforderliche Unabhngigkeitserklrung 
des Abschlussprfers eingeholt und die Qualifikation des Prfers berwacht. 

Der Prfungsausschuss lie sich auch im abgelaufenen Geschftsjahr regelmig ber den Stand 
der groen Investitionsprojekte in Brasilien und den USA informieren und hat diese Projekte eingehend 
errtert. Er hat sich mit den Ergebnissen der internen Prfungsttigkeit der Konzernrevision und dem 
Prfungsplan fr das folgende Jahr sowie mit regelmigen Berichten ber rechtliche Risiken auseinandergesetzt 
und sich von der Rechtmigkeit der Unternehmensfhrung berzeugt. Wichtige Themen 
waren darber hinaus die Risikosituation und Liquidittsausstattung sowie Bewertungsfragen. 

Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss 

Der Strategie-, Finanz- und Investitionsausschuss befasste sich im Geschftsjahr 2009/2010 in zwei 
Sitzungen mit der strategischen Ausrichtung des Konzerns und der Business Areas, mit den Wettbewerbspositionen 
der einzelnen Business Areas sowie mit der Umsetzung der neuen Konzernorgani



Der Aufsichtsrat hat wiederholt ber 
die strategische Partnerschaft mit Abu 
Dhabi Mar beraten. 

sation. Weitere Beratungsschwerpunkte waren das ThyssenKrupp PLuS-Programm zur Ergebnis-und 
Liquidittssicherung sowie die Auswirkungen der gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise, insbesondere 
fr den Stahlbereich. Ferner wurden die Investitionspolitik des Konzerns unter Bercksichtigung 
der aktuellen Rating-Situation sowie Akquisitions-und Desinvestitionsprojekte in den Business Areas 
errtert. Schwerpunktthemen waren darber hinaus die Unternehmens- und Investitionsplanung sowie 
die Vorbereitung entsprechender Beschlsse des Aufsichtsrats. Auch dieser Ausschuss hat die groen 
Investitionsprojekte in Brasilien und den USA sowie die Neuausrichtung der Business Area Marine 
Systems im Zuge der angestrebten strategischen Partnerschaft mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe 
begleitet. 

Nominierungsausschuss 

Der Nominierungsausschuss trat im Berichtsjahr zweimal zusammen. Er bereitete die Wahlvorschlge 
an die Hauptversammlung am 21. Januar 2010 fr die turnusmige Neuwahl der Anteilseignervertreter 
im Aufsichtsrat vor und unterbreitete dem Plenum hierzu einen Kandidatenvorschlag. Dieser enthielt 
auch den Vorschlag, Herrn Dr. Gerhard Cromme im Fall seiner Wahl durch die Hauptversammlung 
zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu whlen. Ferner hat sich der Ausschuss im September 2010 
intensiv mit der Erfllung der neuen Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst und 
beschlossen, bei knftigen Wahlvorschlgen fr die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Vielfalt zu 
achten und dabei insbesondere eine angemessene Bercksichtigung von Frauen anzustreben. 

Sitzungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats 

Wichtige Schwerpunkte unserer Arbeit und Gegenstand regelmiger Errterungen im Plenum waren 
die weiterhin sprbaren Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise auf ThyssenKrupp 
und die vom Vorstand ergriffenen Manahmen, die Umsatz-, Ergebnis- und Beschftigungsentwicklung 
des Konzerns und der Business Areas sowie alle wesentlichen Beteiligungs- und Desinvestitionsprojekte. 
In mehreren Sitzungen wurden zudem die Finanz- und Rating-Situation des Konzerns sowie die 
Manahmen des Vorstands zur Sicherung der Liquiditt und des Refinanzierungsbedarfs thematisiert. 

Im Oktober 2009 hat der Aufsichtsrat auf Basis ausfhrlicher Unterlagen der Veruerung der 
ThyssenKrupp Industrieservice GmbH an die WISAG im schriftlichen Verfahren zugestimmt. Die Grundzge 
der Veruerung waren vorab in der Sitzung am 04. September 2009 erlutert worden. 

In der Aufsichtsratssitzung am 26. November 2009 haben wir uns schwerpunktmig mit dem Jahres- 
und dem Konzernabschluss zum 30. September 2009 sowie mit dem Gewinnverwendungsvorschlag 
des Vorstands befasst. Wir haben auch das Risikomanagement bei ThyssenKrupp mit dem Vorstand 
errtert und uns von dessen Leistungsfhigkeit berzeugt. Auf der Grundlage eines ausfhrlichen 
Berichts des Vorstands haben wir ferner die Unternehmensplanung fr das Geschftsjahr 2009/2010 
beraten und dabei auch die weiteren Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise diskutiert. Breiten 
Raum nahm ein Bericht des Vorstands ber eine strategische Partnerschaft mit der Abu Dhabi MAR-
Gruppe in der Business Area Marine Systems ein. Der Vorstand hat uns darber hinaus ber die Umsetzung 
des ThyssenKrupp PLuS-Programms berichtet, das durch ergebnissichernde Manahmen und die 
Verringerung des Net Working Capital zu einer sprbaren Verbesserung der Ergebnis- und Finanzlage 
gefhrt hat. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auch die Tagesordnung fr die Hauptversammlung 
der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2010 mit den Beschlussvorschlgen verabschiedet und auf Vorschlag 
des Nominierungsausschusses die Kandidaten zur Neuwahl der Anteilseignervertreter aufgestellt. 
berdies hat der Aufsichtsrat dem Verkauf der nordamerikanischen Safway Gruppe an Odyssey 
Investment Partners, LLC zugestimmt. In Abwesenheit des Vorstands hat der Aufsichtsrat intensiv ber 
die Modifikation des Vorstandsvergtungssystems beraten, um den neuen Anforderungen durch das 
Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergtung (VorstAG) Rechnung zu tragen. Vorbehaltlich einer 


Prof. Dr. Pellens wurde am 

21. Januar 2010 zum Vorsitzenden 
des Prfungsausschusses gewhlt. 
an unsere aktionre Bericht des Aufsichtsrats 55 

endgltigen Entscheidung in der Mai-Sitzung 2010 wurden einige Eckpunkte des Systems festgelegt. 
Nach vorheriger Vorbereitung im Prsidium hat der Aufsichtsrat die Ergebnisse seiner Effizienzprfung 
errtert und den Vorstand gebeten, die abgestimmten Manahmen zur weiteren Optimierung der Aufsichtsratsarbeit 
umzusetzen. 

In der Aufsichtsratssitzung unmittelbar vor der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 hat uns 
der Vorstand einen Bericht zur aktuellen Lage des Konzerns erstattet. Gegenstand der Sitzung war 
ferner die Investitionspolitik des Konzerns vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Rating-Situation. 
In diesem Zusammenhang haben wir uns auf Basis einer ausfhrlichen Unterlage auch mit den 
Investitionsbudgets fr die Investitionsprojekte in Brasilien und den USA befasst und den Vorstand 
schlielich gebeten, zu den Groprojekten in der Mai-Sitzung eine Abschlussrechnung vorzulegen. Vor 
dem Hintergrund des Ausscheidens von Herrn Dr. Middelmann aus dem Vorstand der ThyssenKrupp AG 
mit Ablauf der Hauptversammlung haben wir einen neuen Geschftsverteilungsplan fr den Vorstand 
verabschiedet. Die Sitzung wurde auch zur Vorbereitung der anschlieenden Hauptversammlung 
genutzt. 

Unmittelbar nach der Hauptversammlung wurden in der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrats 
Herr Dr. Cromme erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Herr Prof. Dr. Pellens erstmals zum Vorsitzenden 
des Prfungsausschusses gewhlt. Herr Bertin Eichler wurde als stellvertretender Vorsitzender 
des Aufsichtsrats besttigt. Die Ausschsse des Aufsichtsrats wurden auf Seiten der Anteilseignervertreter 
neu besetzt. 

Im April 2010 hat der Aufsichtsrat anknpfend an die Berichterstattung in der Sitzung im November 
2009 auf Basis einer umfassenden Unterlage des Vorstands der strategischen Partnerschaft mit der 
Abu Dhabi MAR-Gruppe in der Business Area Marine Systems im schriftlichen Verfahren zugestimmt. 
Ferner hat uns der Vorstand im April eine ausfhrliche Unterlage ber die aktuelle Entwicklung auf den 
Rohstoffmrkten und die Auswirkungen fr ThyssenKrupp zugesandt, die auch Gegenstand der Sitzung 
am 12. Mai 2010 gewesen ist. In dieser Sitzung hat uns der Vorstand neben dem regelmigen Bericht 
zur Lage des Konzerns einen Statusreport zum ThyssenKrupp PLuS-Programm und zur Umsetzung der 
Neuorganisation gegeben. Ferner haben wir mit dem Vorstand die knftige strategische Ausrichtung 
und die Entwicklungsperspektiven des Konzerns und der Business Areas errtert. Der Vorstand hat fr 
diese Sitzung die von uns erbetene Abschlussrechnung zu den Groprojekten in Brasilien und den USA 
erstellt. Ergnzend hierzu wurde eine Stellungnahme der Rechtsanwaltssoziett Hengeler Mller vorgelegt, 
die zu dem Ergebnis kommt, dass die Investitionsabrechnung keine Hinweise auf Sorgfaltspflichtverletzungen 
des Vorstands oder einzelner Vorstandsmitglieder der ThyssenKrupp AG enthlt. In Abwesenheit 
des Vorstands hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung Vorstandsangelegenheiten errtert und 
folgende Beschlsse gefasst: die Bestellung von Herrn Dr. Heinrich Hiesinger zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden 
ab dem 01. Oktober 2010 und zum Vorstandsvorsitzenden mit Ablauf der Hauptversammlung 
am 21. Januar 2011 sowie die Bestellung von Herrn Dr. Jrgen Claassen zum Mitglied des 
Vorstands mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2011. Der Aufsichtsrat hat auerdem auf 
Vorschlag des Personalausschusses den Anstellungsvertrgen beider Herren zugestimmt und die Neufassung 
des Geschftsverteilungsplans fr den Vorstand zum 01. Oktober 2010 und zum 

21. Januar 2011 verabschiedet. Nach ausfhrlicher Beratung wurde die Investitionsplanung des Konzerns 
fr das Geschftsjahr 2010/2011 gebilligt. Der Vorstand hat uns ferner einen Sachstandsbericht 
zum neuen ThyssenKrupp Quartier gegeben. Gegenstand unserer Errterungen war auch die Zusammenarbeit 
der Howaldtswerke-Deutsche Werft mit Ferrostaal. In Abwesenheit des Vorstands hat der 
Aufsichtsrat auf Vorschlag des Personalausschusses anknpfend an die Debatte in der Aufsichtsratssitzung 
im November 2009 das neue Vergtungssystem fr den Vorstand vertiefend beraten und 
verabschiedet. 

Einzelheiten: Seiten 5874 


Einzelheiten: Seite 61 

Schwerpunkte der Beratungen in der Sitzung am 03. September 2010 waren neben einem Bericht 
des Vorstands zur Lage des Konzerns detaillierte Berichte ber die Entwicklung in den Business Areas. 
Der Vorstand hat uns auch eine aktuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung zu den Groprojekten in Brasilien 
und den USA vorgelegt. Der Aufsichtsrat hat zur Kenntnis genommen, dass in einer Plausibilittsrechnung 
von Ernst & Young die Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit der beiden Projekte besttigt worden 
sind. Dem Verkauf der griechischen Hellenic Shipyards S.A. hat der Aufsichtsrat zugestimmt. Er hat ferner 
die Corporate Governance bei ThyssenKrupp und insbesondere die durch die Regierungskommission 
Deutscher Corporate Governance Kodex im Mai 2010 vorgenommenen Kodex-nderungen errtert. 
In diesem Zusammenhang hat er konkrete Ziele fr seine knftige Zusammensetzung benannt und 
beschlossen, auch bei der Besetzung des Vorstands auf Vielfalt zu achten und dabei insbesondere eine 
angemessene Bercksichtigung von Frauen anzustreben. Der Aufsichtsrat hat ferner turnusgem die 
Festgehlter der Vorstandsmitglieder berprft und neu festgesetzt. 

Corporate Governance und Entsprechenserklrung 

Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschftsjahr mit der Weiterentwicklung der CorporateGovernance-
Standards auseinandergesetzt. ber die Corporate Governance bei ThyssenKrupp berichtet 
der Vorstand zugleich auch fr den Aufsichtsrat gem Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance 
Kodex im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 5874. Die Umsetzung des Kodex haben wir im 
Aufsichtsrat in der Sitzung am 03. September 2010 intensiv diskutiert. Dabei haben wir uns auch ausfhrlich 
mit den jngsten Kodex-nderungen befasst. 

Vorstand und Aufsichtsrat haben zum 01. Oktober 2010 gemeinsam eine aktualisierte Entsprechenserklrung 
nach  161 AktG abgegeben, die den Aktionren auf der Website der Gesellschaft 
dauerhaft zugnglich ist. Die ThyssenKrupp AG entspricht demnach den aktuellen Kodex-Empfehlungen 
mit einer Ausnahme: Die Empfehlung in Ziffer 5.4.5, wonach ein Vorstandsmitglied insgesamt nicht 
mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen brsennotierten Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien 
von Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen wahrnehmen soll, wird bis zum 
Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 nicht uneingeschrnkt angewandt. Nhere Informationen 
hierzu knnen Seite 61 entnommen werden. Die Anregungen des Kodex werden ohne Ausnahme 
befolgt. 

Prfung von Jahres-und Konzernabschluss 

Die KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft, Berlin, hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB 
aufgestellten Jahresabschluss fr das Geschftsjahr vom 01. Oktober 2009 bis 30. September 2010 
und den Lagebericht der ThyssenKrupp AG geprft. Den Prfauftrag hatte der Prfungsausschuss des 
Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 vergeben. Der 
Abschlussprfer erteilte einen uneingeschrnkten Besttigungsvermerk. Der Konzernabschluss der 
ThyssenKrupp AG fr das Geschftsjahr vom 01. Oktober 2009 bis 30. September 2010 und der Konzernlagebericht 
wurden gem  315a HGB auf der Grundlage der International Financial Reporting 
Standards (IFRS), wie sie in der Europischen Union anzuwenden sind, aufgestellt. Auch diesen Konzernabschluss 
sowie den Konzernlagebericht hat der Abschlussprfer mit einem uneingeschrnkten 
Besttigungsvermerk versehen. Der Abschlussprfer hat ferner festgestellt, dass der Vorstand ein angemessenes 
Informations- und berwachungssystem eingerichtet hat, das in seiner Konzeption und 
Handhabung geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft gefhrdende Entwicklungen frhzeitig zu 
erkennen. 

Der Prfungsausschuss hatte fr das Berichtsjahr folgende Fokusthemen mit dem Abschlussprfer 
festgelegt und bearbeitet: prozessbegleitende Wirtschaftlichkeitsanalyse der Projekte der Business Area 
Steel Americas in Brasilien und den USA sowie Bewertung der Vermgenswerte in der Business Area 


an unsere aktionre Bericht des Aufsichtsrats 57 


Der Aufsichtsrat hlt die 
vorgeschlagene Dividende 
fr angemessen. 

Stainless Global. Die Abschlussunterlagen und Prfungsberichte wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern 
rechtzeitig zugesandt. Sie wurden in der Prfungsausschuss-Sitzung am 16. November 2010 sowie in 
der Sitzung des Aufsichtsrats am 26. November 2010 ausfhrlich diskutiert. In beiden Sitzungen berichtete 
der Abschlussprfer ber die wesentlichen Ergebnisse seiner Prfung. Er stand auch fr ergnzende 
Fragen und Ausknfte zur Verfgung. Der Vorsitzende des Prfungsausschusses hat uns in der 
Plenumssitzung einen ausfhrlichen Bericht ber die Prfung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses 
im Prfungsausschuss erstattet. Nach Prfung und Diskussion des Jahresabschlusses, 
des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts im Aufsichtsrat haben wir dem 
Ergebnis der Prfung durch den Abschlussprfer zugestimmt und in der Sitzung am 26. November 2010 
gem der Empfehlung des Prfungsausschusses den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 
und Konzernabschluss gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem vom Vorstand zugeleiteten 
und erluterten Gewinnverwendungsvorschlag haben wir uns nach eigener Prfung sowie unter 
Bercksichtigung der Ergebnisentwicklung und Finanzlage angeschlossen. Wir halten die vorgeschlagene 
Dividende fr angemessen. 

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand 

Wie bereits im Geschftsbericht 2008/2009 erlutert, wurde als Nachfolger von Herrn Markus Bistram, 
der sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf des 15. September 2009 niedergelegt hat, durch gerichtlichen 
Beschluss mit Wirkung vom 14. Oktober 2009 Herr Markus Grolms zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. 
Mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2010 sind die Herren Prof. Jrgen Hubbert, 
Dr. Martin Kohlhaussen und Dr. Heinz Kriwet aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Die Hauptversammlung 
whlte in Einzelwahl als Vertreter der Anteilseigner Frau Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro sowie die 
Herren Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Prof. Dr. Ulrich Lehner, Prof. Dr. Bernhard Pellens, Dr. Henning Schulte-
Noelle, Christian Streiff und Jrgen R. Thumann zu Mitgliedern des Aufsichtsrats. Die Alfried Krupp von 
Bohlen und Halbach-Stiftung hat mit Wirkung ab dem Ende der Hauptversammlung am 21. Januar 
2010 die Herren Dr. Gerhard Cromme, Dr. Kersten v. Schenck und Peer Steinbrck in den Aufsichtsrat 
entsandt. Mit Ablauf des 31. Mrz 2010 ist Herr Theo Frielinghaus aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. 
Als Nachfolger wurde durch gerichtlichen Beschluss mit Wirkung vom 12. April 2010 Herr Ernst-August 
Kiel zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. 

Der Aufsichtsrat hat allen ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitgliedern fr die gute Zusammenarbeit 
und ihren Einsatz fr das Unternehmen in den zurckliegenden Jahren gedankt. 

Mit Ablauf der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2010 ist Herr Dr. Ulrich 
Middelmann aus dem Vorstand ausgeschieden. Auch Herrn Dr. Middelmann haben wir fr seine langjhrige 
wertvolle Arbeit fr den Konzern Dank und Anerkennung ausgesprochen. Herr Dr. Heinrich 
Hiesinger wurde mit Wirkung vom 01. Oktober 2010 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands 
und mit Ablauf der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 zum Vorsitzenden des Vorstands der 
ThyssenKrupp AG berufen. Herr Dr. Jrgen Claassen wurde mit Wirkung zum Ablauf der Hauptversammlung 
der ThyssenKrupp AG am 21. Januar 2011 zum Mitglied des Vorstands bestellt. 

Der Aufsichtsrat dankt den Vorstnden, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen 
aller Konzerngesellschaften fr ihr Engagement und die in einem weiterhin schwierigen 
Umfeld geleistete Arbeit. 

Der Aufsichtsrat 

Dr. Gerhard Cromme 
Vorsitzender 

Essen, 26. November 2010 


Corporate-Governance-Bericht 

Corporate Governance steht fr eine verantwortungsbewusste und auf langfristige Wert- 
schpfung ausgerichtete Fhrung und Kontrolle von Unternehmen. Bei ThyssenKrupp 
orientieren wir uns am Deutschen Corporate Governance Kodex. Vorstand und Aufsichtsrat 
sehen sich in der Verpflichtung, durch eine verantwortungsbewusste und langfristig aus- 
gerichtete Unternehmensfhrung fr den Bestand des Unternehmens und eine nachhaltige 
Steigerung des Unternehmenswertes zu sorgen. 


Der Vorstand der ThyssenKrupp aG 
besteht zurzeit aus sechs Personen. 

Im nachfolgenden Kapitel berichtet der Vorstand  zugleich auch fr den Aufsichtsrat  gem Ziffer 

3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex ber die Corporate Governance bei ThyssenKrupp. 
Das Kapitel enthlt auch die Erklrung zur Unternehmensfhrung gem  289a HGB und den Vergtungsbericht. 
Gute Corporate Governance ist bei ThyssenKrupp ein Anspruch, der smtliche Bereiche des Unternehmens 
umfasst. Sie frdert das Vertrauen der Anleger, Finanzmrkte, Geschftspartner, Mitarbeiter 
und der breiten ffentlichkeit in die Leitung und berwachung des Unternehmens und ist eine wesentliche 
Grundlage fr nachhaltigen Unternehmenserfolg. 

Erklrung zur Unternehmensfhrung 

Aufgaben- und Verantwortungsteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat 

Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist 
es, fr den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschpfung zu sorgen. Entsprechend 
den gesetzlichen Vorgaben fr eine deutsche Aktiengesellschaft besteht bei der ThyssenKrupp AG ein 
duales Fhrungssystem, das durch eine personelle Trennung zwischen dem Leitungs- und dem berwachungsorgan 
gekennzeichnet ist. 

Arbeitsweise des Vorstands 

Dem Vorstand der ThyssenKrupp AG, der zurzeit aus sechs Personen besteht, obliegt die eigenverantwortliche 
Leitung des Konzerns und der Konzernholding. Er nimmt die Leitungsaufgabe als Kollegialorgan 
wahr. Sie umfasst insbesondere die Festlegung der Unternehmensziele, die strategische Ausrichtung 
des Konzerns und dessen Steuerung und berwachung, die Unternehmensplanung und die 
Konzernfinanzierung. 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 59 


Einzelheiten: Seiten 4647 

Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung fr die gesamte Geschftsfhrung. 
Sie arbeiten kollegial zusammen und unterrichten sich gegenseitig laufend ber wichtige Manahmen 
und Vorgnge in ihren Ressorts. Ungeachtet der Gesamtverantwortung aller Vorstandsmitglieder 
fhren die einzelnen Mitglieder des Vorstands die ihnen zugewiesenen Ressorts im Rahmen der 
Vorstandsbeschlsse in eigener Verantwortung. Die nhere Ausgestaltung der Arbeit im Vorstand wird 
durch eine Geschftsordnung fr den Vorstand bestimmt, in der auch die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen 
Angelegenheiten und sonstige Beschlussmodalitten nher geregelt sind. Diese kann auf 
der Website der Gesellschaft eingesehen werden. Die Verteilung der Ressorts auf die einzelnen Mitglieder 
des Vorstands ergibt sich aus einem Geschftsverteilungsplan, der Bestandteil der Geschftsordnung 
ist. 

Der Vorstand stimmt die strategische Ausrichtung des Unternehmens regelmig mit dem Aufsichtsrat 
ab, sorgt fr deren Umsetzung und errtert mit dem Aufsichtsrat in regelmigen Abstnden 
den Stand der Umsetzung. Er informiert den Aufsichtsrat regelmig, zeitnah und umfassend ber alle 
fr das Unternehmen relevanten Fragen der Geschftsentwicklung, der Finanz- und Ertragslage, der 
Planung und Zielerreichung, der Risikolage sowie des Risikomanagements. Abweichungen des Geschftsverlaufs 
von den aufgestellten Plnen und Zielen werden dabei erlutert und begrndet. Die Berichterstattung 
des Vorstands umfasst auch das Thema Compliance, also die Manahmen zur Einhaltung 
von gesetzlichen Bestimmungen und unternehmensinternen Richtlinien. 

Der Vorstand beschliet in Sitzungen, die in der Regel mindestens zweimal im Monat stattfinden 
und grundstzlich vom Vorsitzenden des Vorstands geleitet werden. Jedes Mitglied des Vorstands kann 
die Einberufung einer Sitzung unter Mitteilung des Beratungsgegenstands verlangen; ebenso kann 
jedes Mitglied verlangen, dass ein Gegenstand in die Tagesordnung einer Sitzung aufgenommen wird. 
Der Gesamtvorstand entscheidet durch Beschluss mit der einfachen Mehrheit der an der Beschlussfassung 
teilnehmenden Mitglieder. 

Bestimmte Vorstandsentscheidungen von besonderem Gewicht bedrfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. 
Sie sind von der Hauptversammlung beschlossen worden und in der Satzung der ThyssenKrupp 
AG festgelegt. So entscheidet der Aufsichtsrat nach  7 der Satzung beispielsweise ber grundstzliche 
nderungen der Konzernorganisation und die jhrliche Investitionsplanung des Konzerns 
sowie deren Finanzierung. Ebenfalls zustimmungspflichtig sind die Begrndung und Aufgabe von Beteiligungen 
an anderen Unternehmen, sofern der Wert der Manahme im Einzelfall den Betrag von 
25 Mio  bersteigt. 

Informationen zur Zusammensetzung des Vorstands und zu den einzelnen Vorstandsmitgliedern 
knnen den Seiten 4647 entnommen werden. 

Arbeitsweise des Aufsichtsrats 

Der Aufsichtsrat bestellt, berwacht und bert den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von grundlegender 
Bedeutung fr das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegende Entscheidungen 
bentigen seine Zustimmung. 


Einzelheiten: Seiten 4849 


Einzelheiten: Seite 49 

Der Aufsichtsrat besteht nach  9 Absatz 1 der Satzung,  96 Absatz 1 AktG und  7 Absatz 1 
Satz 1 Nr. 3 MitbestG aus 20 Mitgliedern, von denen zehn von den Aktionren und zehn von den 
Arbeitnehmern bestellt werden. Sieben Aktionrsvertreter wurden zuletzt in der Hauptversammlung am 

21. Januar 2010 gewhlt, drei weitere Aktionrsvertreter wurden von der Alfried Krupp von Bohlen und 
Halbach-Stiftung zum 21. Januar 2010 auf der Grundlage des in  9 Absatz 2 der Satzung eingerumten 
Entsendungsrechts entsandt. Die Wahl der Arbeitnehmervertreter erfolgte am 09. Dezember 2008. 
Die aktuelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats kann den Seiten 4849 entnommen werden. 
Die Amtszeit der Arbeitnehmervertreter endet mit Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2014, die 
ber die Entlastung fr das Geschftsjahr 2012/2013 beschliet. Die Amtszeit der durch die Hauptversammlung 
gewhlten Mitglieder des Aufsichtsrats endet mit Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 
2015, die ber die Entlastung fr das Geschftsjahr 2013/2014 beschliet; zum gleichen Zeitpunkt 
endet auch die Amtszeit der derzeit durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entsandten 
Mitglieder. 

Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat insgesamt sechs Ausschsse eingerichtet, 
die die Arbeit im Plenum effektiv untersttzen: ein Prsidium, einen Vermittlungsausschuss gem. 
 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz, einen Personalausschuss, einen Prfungsausschuss, einen Strategie-, 
Finanz- und Investitionsausschuss sowie einen Nominierungsausschuss. Die Ausschsse bereiten 
die Beschlsse des Aufsichtsrats sowie die Themen vor, die im Plenum zu behandeln sind. Darber 
hinaus beschliet der Personalausschuss anstelle des Gesamtaufsichtsrats ber bestimmte, in der 
Geschftsordnung festgelegte Angelegenheiten, die nach den gesetzlichen Bestimmungen dem Ausschuss 
zur Beschlussfassung berwiesen werden knnen. Der Aufsichtsrat hat sich eine Geschftsordnung 
gegeben, in der auch die Zustndigkeit der Ausschsse festgelegt ist. Ergnzend besteht eine 
Geschftsordnung fr den Prfungsausschuss. Beide Geschftsordnungen knnen auf der Website der 
Gesellschaft eingesehen werden. Die Zusammensetzung der Ausschsse finden Sie auf Seite 49. 

Der Aufsichtsrat prft regelmig die Unabhngigkeit seiner Mitglieder. Dafr hat er Grundstze fr 
die Beurteilung der Unabhngigkeit festgelegt, die sich insbesondere am Deutschen Corporate Governance 
Kodex orientieren. Nach diesen Grundstzen ist die Mehrheit der gegenwrtigen Aufsichtsratsmitglieder 
als unabhngig anzusehen, so dass eine unabhngige Beratung und berwachung des Vorstands 
gewhrleistet ist. Ebenfalls dem Kodex entsprechend gehrt mit Herrn Dr. Cromme nur ein ehemaliges 
Vorstandsmitglied dem Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG an. 

Jedes Aufsichtsratsmitglied legt Interessenkonflikte dem Aufsichtsrat gegenber unverzglich offen. 
Der Aufsichtsrat wird in seinem Bericht an die Hauptversammlung ber aufgetretene Interessenkonflikte 
und deren Behandlung informieren. 

Entsprechenserklrung gem  161 AktG 

Vorstand und Aufsichtsrat einer brsennotierten deutschen Aktiengesellschaft sind gem.  161 AktG 
verpflichtet, einmal jhrlich zu erklren, ob dem Deutschen Corporate Governance Kodex entsprochen 
wurde und wird oder welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und 
warum nicht. Auf Basis intensiver Beratungen haben Vorstand und Aufsichtsrat zum 01. Oktober 2010 
die Entsprechenserklrung nach  161 Abs. 1 AktG wie folgt abgegeben: 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 61 


Darber hinaus werden alle Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erfllt. Umfangreiche 
Informationen zum Thema knnen auch ber unsere Website abgerufen werden. Dort sind auch 
die aktuelle Entsprechenserklrung sowie die Entsprechenserklrungen der Vorjahre zugnglich. 


Am e-Learning-Programm zur 
Compliance haben bisher rund 

46.000 Mitarbeiter teilgenommen. 
Wesentliche Unternehmensfhrungspraktiken 

Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands 

Compliance als Manahmen zur Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien 
sowie deren Beachtung durch die Konzernunternehmen ist bei ThyssenKrupp eine wesentliche 
Leitungs- und berwachungsaufgabe. Bereits unmittelbar nach der Fusion der Vorgngerkonzerne 
Thyssen und Krupp im Jahr 1999 wurde ein Compliance-Programm eingefhrt. Seitdem wird es regelmig 
berprft und weiterentwickelt, zuletzt im Zuge der Neuorganisation des Konzerns im 
Oktober 2009. Der Schwerpunkt der konzernweiten Compliance-Aktivitten liegt in den Bereichen 
Kartellrecht und Korruptionsbekmpfung. Mit dem Compliance-Programm haben wir weitreichende 
Manahmen ergriffen, damit die Korruptions- und Kartellvorschriften sowie die darauf beruhenden 
Konzernrichtlinien eingehalten werden. 

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG hat seine ablehnende Haltung zu Kartell- und Korruptionsversten 
im sogenannten ThyssenKrupp Compliance-Commitment unmissverstndlich zum Ausdruck 
gebracht. Kartellverste oder Verste gegen die Vorschriften zur Korruptionsbekmpfung werden in 
keiner Weise geduldet und fhren zu Sanktionen gegen die betroffenen Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter ist 
aufgefordert, in seinem Verantwortungsbereich aktiv an der Umsetzung des Compliance-Programms 
mitzuwirken. Das Compliance-Commitment wird durch verschiedene Konzernrichtlinien und Informationspublikationen 
ergnzt; dort werden die zu Grunde liegenden gesetzlichen Bestimmungen nher 
erlutert und konkretisiert. 

Fr die Weiterentwicklung, Steuerung und Umsetzung des Programms ist eine Compliance-Organisation 
eingerichtet. Hauptamtlich ttige Compliance-Officers informieren beispielsweise die Mitarbeiter 
in regelmigen Schulungen ber die mageblichen gesetzlichen Bestimmungen und internen Richtlinien. 
Sie stehen auch als Ansprechpartner fr Einzelfragen zur Verfgung. Wesentliche Aufgaben 
2009/2010 waren die Umsetzung organisatorischer und personeller Vernderungen im Compliance-
Bereich als Folge der Neuorganisation des Konzerns, Durchfhrung und Begleitung von Compliance 
Audits, Ermittlung und Prfung der Sach-und Rechtslage zu eingegangenen Hinweisen, berarbeitung 
der Schulungskonzepte sowie Fortfhrung der Schulungsmanahmen und des E-Learning-Programms 
zu Kernthemen der Compliance. Weltweit wurden im Berichtsjahr mehr als 2.400 Mitarbeiter zum Kartell- 
und Antikorruptionsrecht geschult. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Schulungen in Lndern mit 
mglicherweise erhhten Compliance-Risiken. Die Prsenzschulungen werden durch ein konzernweites 
interaktives E-Learning-Programm ergnzt, an dem bisher ca. 25.000 (Korruptionsbekmpfung) bzw. 

21.000 (Kartellrecht) Mitarbeiter teilgenommen haben. Als weiteres ergnzendes Compliance-Element 
hat ThyssenKrupp eine sogenannte Whistleblower-Hotline eingefhrt. Mit deren Betrieb haben wir eine 
externe Rechtsanwaltssoziett beauftragt. Die Whistleblower-Hotline steht Mitarbeitern des Konzerns 
wie auch Dritten zur Verfgung, um Hinweise auf mgliche Compliance-Verste in Konzernunternehmen 
zu melden. Auch hier stehen die Bereiche Kartellrecht und Korruption im Zentrum. Die Hotline 
ist grundstzlich weltweit erreichbar und kostenfrei. 
Weitere Manahmen betreffen z.B. das Kapitalmarktrecht und die Einhaltung der entsprechenden 
Konzernrichtlinie. Die gesetzliche Regelung zum Verbot von Insidergeschften wird durch eine Insiderrichtlinie 
ergnzt, die den Handel mit Wertpapieren des Unternehmens fr Organmitglieder und Mitarbeiter 
regelt. Ferner wird ber die Insiderrichtlinie die erforderliche Transparenz von Insiderinformationen 
sichergestellt. So besteht seit Jahren die Konzern-Clearingstelle Ad-hoc-Publizitt, in der Vertreter 
verschiedener Bereiche in Frage kommende Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prfen, um den 
gesetzeskonformen Umgang mit mglichen Insiderinformationen zu gewhrleisten. Personen, fr die der 
Zugang zu Insiderinformationen unerlsslich ist, um ihre Aufgaben bei der ThyssenKrupp AG wahrnehmen 
zu knnen, werden in ein Insiderverzeichnis aufgenommen. 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 63 


Einzelheiten: Seiten 157162 


Einzelheiten: Seiten 152156 


Einzelheiten: Seiten 144145 


Einzelheiten: Seite 61 

Code of Conduct als Verhaltenskodex fr unsere Mitarbeiter 

Die Kompetenz und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter sind entscheidend fr die Nachhaltigkeit des 
Konzernerfolgs. Deshalb fhlen wir uns besonders verpflichtet, ein positives Arbeitsumfeld, ein breites 
Angebot an Weiterbildungs- und Entwicklungsmanahmen sowie ein leistungsorientiertes Vergtungssystem 
zu schaffen, damit die Mitarbeiter ihre Fhigkeiten bestmglich einsetzen knnen. ThyssenKrupp 
praktiziert eine Kultur, die auf Wertschtzung aller basiert, unabhngig von Geschlecht, Nationalitt, 
ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung oder Alter. Diese Grundstze gehren seit Jahrzehnten zur 
Unternehmenskultur und wurden 2007 im konzernweit gltigen Code of Conduct festgehalten. Nhere 
Informationen zum Arbeitsumfeld bei ThyssenKrupp knnen Sie den Seiten 157162 entnehmen. 

Nachhaltigkeit und Verantwortung 

ThyssenKrupp bekennt sich zum Prinzip der Nachhaltigkeit und der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. 
Wir bercksichtigen die Bedrfnisse der gegenwrtigen Generationen und sind uns gleichzeitig 
der Verantwortung gegenber den knftigen Generationen bewusst. Vor diesem Hintergrund ist der 
Schutz der Menschen und der Natur besonders wichtig; Klimaschutz und Ressourcenschonung sind 
wichtige Leitlinien unseres Handelns. Weitere Informationen dazu finden Sie auf den Seiten 152156. 

Gesellschaftliches Engagement 

Um die positive Entwicklung der Regionen, in denen der Konzern ttig ist, zu frdern, untersttzen wir 
regelmig eine Vielzahl gemeinntziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in 
Kultur, Wissenschaft, Bildung und Sport, im sozialen, karitativen und humanitren Bereich. Mehr dazu 
erfahren Sie auf den Seiten 144145. 

Weitere Angaben zur Corporate Governance bei ThyssenKrupp 

Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex 

Vorstand und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG haben sich auch im Berichtsjahr intensiv mit der Erfllung 
der Vorgaben des Deutschen Corporate Governance Kodex befasst, insbesondere mit den von der 
Kodex-Kommission am 26. Mai 2010 beschlossenen nderungen. Auf dieser Basis haben sie zum 

01. Oktober 2010 die Entsprechenserklrung nach  161 Abs. 1 AktG abgegeben, die auf Seite 61 im 
Detail wiedergegeben ist. 
ThyssenKrupp setzt die im Rahmen der Kodex-nderungen eingefhrten Bestimmungen zur Bercksichtigung 
von Frauen bei der Zusammensetzung des Vorstands und bei der Besetzung von Fhrungsfunktionen 
im Unternehmen um. Auch den neuen Bestimmungen zur Zusammensetzung des Aufsichtsrats 
wird entsprochen: Danach soll der Aufsichtsrat konkrete Ziele fr seine Zusammensetzung benennen 
und diese bei Vorschlgen an die zustndigen Wahlgremien bercksichtigen. Diese Ziele werden im nachfolgenden 
Abschnitt dargestellt. Die Kodex-Kommission betont ferner die Verpflichtung der Aufsichtsratsmitglieder, 
die fr deren Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmanahmen eigenverantwortlich 
wahrzunehmen, und empfiehlt den Unternehmen, sie dabei angemessen zu untersttzen; auch diese 
Empfehlung wird umgesetzt. Derzeit nicht entsprochen wird allein der modifizierten Empfehlung, wonach 
ein Vorstand einer brsennotierten Gesellschaft nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen 
brsennotierten Gesellschaften und in Aufsichtsgremien von Gesellschaften mit vergleichbaren 
Anforderungen wahrnehmen soll. Nhere Informationen hierzu enthlt die Entsprechenserklrung. 

Bei unserer brsennotierten Tochtergesellschaft Eisen- und Httenwerke AG wird dem Kodex ebenfalls 
entsprochen, wobei die Besonderheiten der Konzerneinbindung bercksichtigt werden. Einzelne 
Abweichungen sind in der Entsprechenserklrung der Gesellschaft vom 01. Oktober 2010 dargelegt und 
begrndet. 


Das Kriterium der Vielfalt spielt 
knftig bei der Besetzung von 
Vorstand und Aufsichtsrat grere 
Rolle. 

Ziele des Aufsichtsrats hinsichtlich seiner Zusammensetzung 

Prsidium, Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hatten bereits im September 
2009 beschlossen, bei der Bestellung von Vorstandsmitgliedern und auch bei der Besetzung des 
Aufsichtsrats das Kriterium der Vielfalt verstrkt zu beachten. Zielrichtung war es schon damals, neben 
einer ausgewogenen fachlichen Qualifikation des Gremiums durch Bercksichtigung von Vielfalt auch 
eine grere Internationalitt und eine angemessene Vertretung von Frauen im Vorstand und Aufsichtsrat 
zu erreichen. 

Dieses Kriterium wurde von Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat bei den Wahlvorschlgen der 
Anteilseignervertreter fr die Hauptversammlung 2010 bercksichtigt. Der Aufsichtsrat hat nun sowohl 
auf Anteilseignerseite als auch auf Arbeitnehmerseite ein weibliches Mitglied, so dass bereits vor den 
letzten Kodex-nderungen ein Frauenanteil von 10 % erreicht wurde. Mit der Wahl von Frau Prof. Dr. 
Weder di Mauro und Herrn Streiff ist der Aufsichtsrat darber hinaus internationaler geworden. Auf 
Basis dieses ausgewogenen, am Unternehmensinteresse orientierten Gesamtvorschlags fr alle zu 
whlenden Vertreter ist der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG so zusammengesetzt, dass seine 
Mitglieder insgesamt ber die zur ordnungsgemen Wahrnehmung seiner Aufgaben erforderlichen 
Kenntnisse, Fhigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfgen. 

Prsidium, Nominierungsausschuss und Aufsichtsrat haben am 03. September 2010 vereinbart, 
konkrete Ziele fr die knftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats festzulegen, diese aber nicht auf 
das Thema Frauenbeteiligung zu beschrnken. Vielmehr sollen weitere Kriterien eine heterogene Besetzung 
des Aufsichtsrats sicherstellen. Im Einzelnen wurden folgende konkrete Ziele beschlossen: 

. 
Beibehaltung eines Frauenanteils von jedenfalls 10 % bis zur Neuwahl der Anteilseignervertreter im 
Jahr 2015 

. 
Weitere Erhhung der Beteiligung von Frauen im Aufsichtsrat bei der nchsten regulren Neuwahl der 

Anteilseigner- und der Arbeitnehmervertreter. Der Frauenanteil soll mindestens 20 % erreichen, wobei 

ein gleichmiger Anteil auf Anteilseigner- und Arbeitnehmerseite angestrebt wird. 

. 
Beibehaltung der Besetzung des Aufsichtsrats mit Mitgliedern mit internationalem Hintergrund 
mindestens im bisherigen Umfang 

. 
Bercksichtigung besonderer Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung von Rechnungslegungsgrundstzen 
und internen Kontrollverfahren 

. 
Bercksichtigung von technischem Sachverstand 

. 
Bercksichtigung von Kenntnis des Unternehmens 

. 
Unabhngigkeit der Aufsichtsratsmitglieder 

. 
Vermeidung von Interessenkonflikten 

. 
Bercksichtigung der Altersgrenze von 70 Jahren zum Zeitpunkt der Wahl 

Die Wahlvorschlge des Aufsichtsrats zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern sollen sich auch unter 
Bercksichtigung dieser Ziele weiterhin am Wohl des Unternehmens orientieren. 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 65 


Einzelheiten: Seiten 287289 


Einzelheiten: Seite 242 

Vermeidung von Interessenkonflikten 

Berater- oder sonstige Dienstleistungs-und Werkvertrge zwischen Aufsichtsratsmitgliedern und der 
Gesellschaft bestanden auch im Berichtsjahr ausschlielich bei Herrn Dr. v. Schenck, der Aufsichtsratsmitglied 
unserer Gesellschaft und zugleich als Of Counsel der Rechtsanwaltssoziett Clifford Chance 
ttig ist. Soweit Clifford Chance 2009/2010 fr das Unternehmen rechtsberatend ttig wurde, hat der 
Personalausschuss des Aufsichtsrats der Mandatierung zugestimmt. Interessenkonflikte von Vorstands-
oder Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzglich offenzulegen sind, traten nicht auf. 

Den Seiten 287289 knnen die von den Vorstands- und den Aufsichtsratsmitgliedern wahrgenommenen 
Mandate in gesetzlich zu bildenden Aufsichtsrten bzw. vergleichbaren in-und auslndischen 
Kontrollgremien von Wirtschaftsunternehmen entnommen werden. Mit Ausnahme von Herrn Dr. Schulz 
nehmen die Vorstandsmitglieder nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen brsennotierten 
Gesellschaften oder in Aufsichtsgremien von Gesellschaften mit vergleichbaren Anforderungen 
wahr. Die Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen sind im Anhang des Konzernabschlusses 
auf Seite 242 dargestellt. 

Meldepflichtige Wertpapiergeschfte sowie Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat 

Nach  15a WpHG sind die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats oder ihnen nahestehende 
Personen gesetzlich verpflichtet, den Erwerb und die Veruerung von Aktien der ThyssenKrupp AG oder 
sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten offenzulegen, wenn der Wert der Geschfte, die sie 
innerhalb eines Kalenderjahres gettigt haben, die Summe von 5.000  erreicht oder bersteigt. Der 
ThyssenKrupp AG sind fr das Geschftsjahr 2009/2010 keine Geschfte gemeldet worden. Die in 
Vorjahren gettigten Geschfte sind auf unserer Website verffentlicht. 

Der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder an Aktien der ThyssenKrupp AG 
betrug zum 30. September 2010 weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. 

Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung 

Die Gesellschaft hat fr die Mitglieder des Vorstands unter Bercksichtigung der gesetzlichen Vorgaben 
eine Vermgensschaden-Haftpflichtversicherung (sogenannte D&O-Versicherung) mit einem angemessenen 
Selbstbehalt abgeschlossen. Auch fr die Mitglieder des Aufsichtsrats ist in bereinstimmung mit 
dem Deutschen Corporate Governance Kodex eine D&O-Versicherung mit einem angemessenen Selbstbehalt 
vereinbart worden. 

Aktionre und Hauptversammlung 

Die Aktionre der ThyssenKrupp AG nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung der Gesellschaft wahr, 
in der der Vorsitzende des Aufsichtsrats den Vorsitz fhrt. Die ordentliche Hauptversammlung findet 
einmal jhrlich statt. Jede Aktie gewhrt eine Stimme. 

Die Anteilseigner knnen ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung entweder selbst ausben oder 
durch einen Bevollmchtigten ihrer Wahl oder durch einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der 
Gesellschaft ausben lassen. Weisungen zur Stimmrechtsausbung an den Stimmrechtsvertreter der 
Gesellschaft knnen vor sowie whrend der Hauptversammlung bis zum Ende der Generaldebatte ber das 
Internet erteilt werden. Ferner wird den Aktionren erstmals zur Hauptversammlung 2011 angeboten, ihre 
Stimmen  ohne Bevollmchtigung eines Vertreters  schriftlich durch Briefwahl abzugeben. Aktionre, die 
an der Hauptversammlung vor Ort nicht persnlich teilnehmen knnen, haben ebenso wie die interessierte 
ffentlichkeit die Mglichkeit, die Veranstaltung in voller Lnge live im Internet zu verfolgen. 

Die Hauptversammlung wird bei ThyssenKrupp stets mit dem Ziel vorbereitet, den Aktionren alle 
relevanten Informationen frhzeitig zur Verfgung zu stellen. Insbesondere stellen wir den Geschftsbericht 
ber das abgelaufene Geschftsjahr zeitnah zur Aufsichtsratssitzung, in der der Jahresabschluss 
festgestellt wird, auf der Website ein. Die Einberufung der Hauptversammlung mit den anstehenden 
Tagesordnungspunkten und einer Erluterung der Teilnahmebedingungen sowie der Rechte der Aktionre 
wird in der Regel eineinhalb Monate vor dem Hauptversammlungstermin bekannt gemacht. 


Einzelheiten: Seiten 163166 

Alle Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung stehen auch auf unserer Website zur Verfgung. 
Auerdem besteht die Mglichkeit, per Infoline oder auf elektronischem Wege Fragen an die 
Mitarbeiter unserer Investor-Relations-Abteilung zu richten. Direkt im Anschluss an die Hauptversammlung 
verffentlichen wir die Prsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. 

Angemessenes Kontroll- und Risikomanagement 

Der Umgang mit Chancen und Risiken, die im Zusammenhang mit der Geschftsttigkeit des Unternehmens 
entstehen, ist fr Vorstand und Aufsichtsrat von grundstzlicher Bedeutung fr eine professionelle 
Unternehmensfhrung. Finanzwirtschaftlichen Risiken, wie dem Liquiditts- und Kreditausfallrisiko, gilt 
eine besondere Aufmerksamkeit. Das systematische Risikomanagement im Rahmen unserer wertorientierten 
Unternehmensfhrung sorgt dafr, dass Risiken frhzeitig erkannt und bewertet sowie Risikopositionen 
optimiert werden. ber bestehende Risiken und deren Entwicklung wird der Aufsichtsrat vom 
Vorstand regelmig unterrichtet. Mit der berwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit 
des internen Kontroll-, Risikomanagement-und Revisionssystems sowie der berwachung der 
Abschlussprfung befasst sich regelmig der Prfungsausschuss des Aufsichtsrats. Das interne Kontrollsystem, 
das Risikomanagement- und das interne Revisionssystem werden kontinuierlich weiterentwickelt 
und den sich ndernden Rahmenbedingungen angepasst. Mit der Eingliederung des zentralen 
Risikomanagements in das Corporate Center Controlling der ThyssenKrupp AG im Rahmen der Neuorganisation 
des Konzerns konnten Planungs- und Reportingprozesse weiter verbessert werden. Wesentliche 
Merkmale unseres Kontroll- und Risikomanagementsystems knnen Sie den Seiten 163166 entnehmen. 


Transparente Unternehmensfhrung durch umfangreiche Information 

Um grtmgliche Transparenz und gleiche Chancen fr alle zu gewhrleisten, folgt unser Dialog mit dem 
Kapitalmarkt dem Anspruch, alle Zielgruppen gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. ber aktuelle 
Entwicklungen im Konzern knnen sich Aktionre und potenzielle Anleger jederzeit im Internet informieren. 
Dort werden smtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der ThyssenKrupp AG in deutscher und englischer 
Sprache publiziert. Die Satzung der Gesellschaft sowie die Geschftsordnungen fr den Vorstand, den 
Aufsichtsrat und den Prfungsausschuss sind dort ebenso abrufbar wie die letzten Konzernabschlsse, 
Zwischenberichte und detaillierte Informationen zur Umsetzung der Empfehlungen und Anregungen des 
Deutschen Corporate Governance Kodex. Alle Aktionre und Interessenten knnen auf der Website einen 
elektronischen Newsletter abonnieren, der aktuell ber Neuigkeiten aus dem Konzern berichtet. 

Im Rahmen unserer Investor-Relations-Ttigkeit stehen wir in enger Verbindung mit unseren Aktionren 
und potenziellen Anlegern. Regelmig kommen wir beispielsweise mit Analysten und institutionellen 
Investoren zusammen. Die Orte und Termine von Roadshows und Anlegerkonferenzen sind im 
Internet jederzeit abrufbar. Ein intensiver Dialog erfolgt auerdem bei Analysten- und Investorenkonferenzen 
sowie im Rahmen von Telefonkonferenzen, die regelmig oder bei aktuellen Anlssen stattfinden. 
Smtliche Prsentationen zu diesen Veranstaltungen lassen sich auf der Website frei einsehen. 
Dort werden auch Video- bzw. Audioaufzeichnungen der wesentlichen Veranstaltungen angeboten. ber 
die wiederkehrenden Termine wie das Datum der Hauptversammlung oder die Verffentlichungstermine 
der Zwischenberichte unterrichten wir unsere Aktionre, Analysten, Aktionrsvereinigungen, Medien 
sowie die interessierte ffentlichkeit kontinuierlich in einem Finanzkalender. Dieser ist im Geschftsbericht, 
in den Zwischenberichten sowie auf der Website der Gesellschaft verffentlicht. 

Rechnungslegung und Abschlussprfung durch KPMG 

Der Konzernabschluss und die Zwischenberichte von ThyssenKrupp werden nach den International 
Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europischen Union anzuwenden 
sind. Der gesetzlich vorgeschriebene und fr die Dividendenzahlung magebliche Einzelabschluss der 
ThyssenKrupp AG wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) erstellt. Mit dem 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 67 


Einzelheiten: Seite 87 


Das Vergtungssystem fr den 
Vorstand erhielt in der Hauptversammlung 
hohe Zustimmung. 

Abschlussprfer, der KPMG AG Wirtschaftsprfungsgesellschaft, Berlin, haben wir auch fr das 
Berichtsjahr vereinbart, dass der Vorsitzende des Prfungsausschusses ber whrend der Prfung 
auftretende mgliche Ausschluss- oder Befangenheitsgrnde sofort unterrichtet wird, soweit diese nicht 
unverzglich beseitigt werden. Der Abschlussprfer soll unverzglich auch ber alle fr die Aufgaben 
des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse berichten, die sich bei der Durchfhrung 
der Abschlussprfung ergeben. Auerdem hat der Abschlussprfer den Aufsichtsrat zu informieren 
bzw. im Prfungsbericht zu vermerken, wenn er bei Durchfhrung der Abschlussprfung Tatsachen 
feststellt, die eine Unrichtigkeit der von Vorstand und Aufsichtsrat nach  161 AktG abgegebenen Entsprechenserklrung 
ergeben. 

Vergtungsbericht 

Der nachfolgende Vergtungsbericht ist Bestandteil des Lageberichts (siehe S. 87). Er beschreibt unter 
anderem das Vergtungssystem fr den Vorstand auch ber die Grundzge hinaus. 

Leistungsbezogene Vergtung fr den Vorstand 

Die transparente und verstndliche Darstellung der Vorstandsvergtung ist fr uns seit Jahren ein wesentliches 
Element guter Corporate Governance. Die Gesamtvergtung der Vorstandsmitglieder besteht 
aus folgenden Vergtungsbestandteilen: dem Fixum, der Tantieme, dem Mid Term Incentiveplan (MTI), 
der ab dem Geschftsjahr 2010/2011 in leicht genderter Form als Long Term Incentiveplan (LTI) fortgefhrt 
wird, sowie den Nebenleistungen (Sachbezge) und Pensionszusagen. Die Vergtung fr das 
Geschftsjahr 2009/2010 beinhaltet zustzlich einen Bonus, ber dessen Gewhrung im nchsten Geschftsjahr 
erneut entschieden werden muss. 

Fr die Festlegung der individuellen Vorstandsvergtung ist gem dem am 05. August 2009 in 
Kraft getretenen Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergtung (VorstAG) sowie einer entsprechenden 
Regelung in der Geschftsordnung fr den Aufsichtsrat das Plenum nach Vorbereitung durch 
den Personalausschuss zustndig. Der Aufsichtsrat hatte bereits 2008 auf Vorschlag seines Personalausschusses 
das Vergtungssystem fr den Vorstand einschlielich der wesentlichen Vertragselemente 
beschlossen und zugleich festgelegt, es regelmig zu berprfen. In seiner Sitzung am 04. September 
2009 hatte der Aufsichtsrat festgestellt, dass das Vergtungssystem den durch das VorstAG eingefhrten 
Parametern weitgehend entspricht. Das Vergtungssystem fr den Vorstand wurde von der 
Hauptversammlung am 21. Januar 2010 mit einer Mehrheit von 99,55 % des vertretenen Kapitals 
gebilligt. 

Um eine vollstndige bereinstimmung mit den neuen gesetzlichen Grundlagen sicherzustellen, hat 
der Aufsichtsrat das Vergtungssystem in seinen Einzelheiten nochmals geprft und in seiner Sitzung 
am 12. Mai 2010 angepasst. Das angepasste und nachstehend nher dargelegte Vergtungssystem 
wird der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 zur Billigung vorgelegt. 

Vergtungssystem fr den Vorstand 

Kriterien fr die Angemessenheit der Vorstandsvergtung sind sowohl die Aufgaben des einzelnen 
Vorstandsmitglieds, seine persnliche Leistung, die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten 
des Unternehmens als auch die blichkeit der Vergtung unter Bercksichtigung des Vergleichsumfelds 
und die Vergtungsstruktur, die in der Gesellschaft gilt. Die erfolgsbezogenen Komponenten, 
bestehend aus Tantieme, MTI (bzw. knftig LTI) und  im Geschftsjahr 2009/2010  Bonus, 
enthalten Bestandteile mit mehrjhriger Bemessungsgrundlage. Sie setzen damit langfristige Verhaltensanreize 
und richten die Vergtungsstruktur auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung aus. 


Die Vorstandsvergtung besteht aus 
erfolgsbezogenen und erfolgsunabhngigen 
Komponenten. 

Vorstandsvertrge, die ab dem Beginn des Geschftsjahres 2008/2009 abgeschlossen wurden, 
sehen fr den Fall, dass die Vorstandsttigkeit ohne wichtigen Grund vorzeitig endet, eine Ausgleichszahlung 
vor. Sie ist auf maximal zwei Jahresvergtungen einschlielich Nebenleistungen begrenzt 
(Abfindungs-Cap) und vergtet nicht mehr als die Restlaufzeit des Anstellungsvertrags. Eine Zusage fr 
Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandsttigkeit infolge eines Kontrollwechsels 
("change of control-Regelung) besteht nicht. 

Zu den verschiedenen Vergtungsbestandteilen: Die Vergtung fr die Vorstandsmitglieder setzt 
sich aus erfolgsunabhngigen und erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Die erfolgsunabhngigen 
Teile bestehen aus Fixum und Nebenleistungen sowie Pensionszusagen, whrend die erfolgsbezogenen 
Komponenten in Tantieme und MTI/LTI als Komponente mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt 
sind. Fr das abgelaufene Geschftsjahr erhalten die Vorstandsmitglieder einen Bonus, der eine cash-
flow-nahe Incentivierung des Vorstands beinhaltet. 

Fixum 

Das Fixum betrgt seit der letzten berprfung zum 01. Oktober 2008 fr ein ordentliches Vorstandsmitglied 
585.000  pro Jahr und wird als erfolgsunabhngige Grundvergtung monatlich anteilig als 
Gehalt gezahlt. Die Vorstandsmitglieder erhalten zustzlich Nebenleistungen in Form von Sachbezgen; 
diese bestehen bisher im Wesentlichen aus dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert von 
Immobilien und deren Nebenkosten (bisher pauschaliert mit 55.000  p.a.), Versicherungsprmien 
sowie der privaten Dienstwagennutzung. Als Vergtungsbestandteil sind diese Nebenleistungen vom 
einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern. Sie stehen allen Vorstandsmitgliedern prinzipiell in gleicher 
Weise zu; die Hhe variiert je nach der persnlichen Situation. 

Eine berprfung des Fixum findet grundstzlich nach Ablauf von zwei Jahren statt. Bei der berprfung 
zum 01. Oktober 2010 wurde zunchst die Sachbezugspauschale von 55.000  dem Fixum zugeordnet, 
so dass sich entsprechend die Hhe der Sachbezge vermindern wird. Darber hinaus wurde 
das Fixum um 30.000  erhht, so dass es ab 01. Oktober 2010 insgesamt 670.000  betrgt. 

Tantieme 

Erstes Element der erfolgsbezogenen Vergtung ist die Tantieme. Entsprechend der vom Aufsichtsrat 
beschlossenen Tantiemeregelung ist ihre Hhe grundstzlich von der Entwicklung der beiden Kennzahlen 
EBT (Ergebnis vor Steuern) und ROCE (Gesamtkapitalrentabilitt) des Konzerns abhngig, die je zur Hlfte 
als Kriterien herangezogen werden. Damit besteht ein Gleichklang zwischen der Tantieme als Leistungsanreiz 
und den im Konzern verwendeten Steuerungskennzahlen. So betrgt die Tantieme z.B. bei einem 
EBT von 2 Mrd  und einem ROCE von 14,5 % 1 Mio . Die individuelle Leistung kann bis zu 20 % bercksichtigt 
werden. Auerordentliche Ereignisse bleiben bei der Tantiemefestsetzung auer Ansatz. Die 
Tantieme wird zwei Wochen nach der Festlegung durch den Aufsichtsrat, in der Regel Mitte November, an 
die einzelnen Vorstandsmitglieder ausgezahlt. Im Hinblick auf das VorstAG hat der Aufsichtsrat beschlossen, 
ab dem Geschftsjahr 2009/2010 ein Viertel der Tantieme verpflichtend in Wertsteigerungsrechte der 
ThyssenKrupp Aktie umzuwandeln und nach einer dreijhrigen Sperrfrist zu vergten. 

MTI und LTI 

Weiterer Vergtungsbestandteil ist ab dem Geschftsjahr 2010/2011 der LTI als variable Vergtungskomponente 
mit langfristiger Anreizwirkung. Dafr wurde der fr das Geschftsjahr 2009/2010 noch 
geltende MTI gem Beschluss des Aufsichtsrats in seinen Eckdaten modifiziert und wird unter der 
Bezeichnung Long Term Incentiveplan  LTI  fortgefhrt. Bei dem bisherigen MTI werden dem ordentlichen 
Vorstandsmitglied fr einen Ausgangswert von 150.000  fiktiv Aktien gewhrt (sogenannte 
Wertrechte, keine Aktienoptionen). Nach Ablauf eines dreijhrigen Performance-Zeitraums wird der 
durchschnittliche ThyssenKrupp Value Added (TKVA) dieses Performance-Zeitraums mit dem durchschnittlichen 
TKVA der vorangegangenen drei Geschftsjahre verglichen. Eine Vernderung des TKVA 
um 50 Mio  fhrt zu einer Vernderung der Wertrechte um 10 %. Die sich daraus ergebende Zahl der 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 69 


Einzelheiten: Seiten 9395 


ber die Gewhrung eines Bonus 
an den Vorstand wird jhrlich neu 
entschieden. 

Wertrechte wird mit dem Durchschnittskurs der ThyssenKrupp Aktie in den ersten drei Monaten nach 
Ende des Performance-Zeitraums multipliziert und ergibt den an das Vorstandsmitglied auszuzahlenden 
Betrag. Die Modifizierungen bei dem knftigen LTI betreffen die Erhhung des MTI-Ausgangswertes von 

150.000  fr ein ordentliches Vorstandsmitglied auf 500.000  beim LTI; andererseits werden Vernderungen 
des TKVA erst bercksichtigt, wenn sie 200 Mio  erreichen (statt 50 Mio  beim MTI). Im Einzelnen 
stellt sich das LTI-System wie folgt dar: 
Fr einen bestimmten Ausgangswert, der bei einem ordentlichen Vorstandsmitglied 500.000  betrgt, 
werden fiktiv Aktien gewhrt, sogenannte Wertrechte, die keine Aktienoptionen sind. Die Anzahl 
der an ein Vorstandsmitglied ausgegebenen Wertrechte ergibt sich aus dem durchschnittlichen Aktienkurs 
des 1. Quartals des Performance-Zeitraums. Diese Wertrechte werden mit ihrem nach internationalen 
Bilanzierungsvorgaben errechneten Wert zum Zeitpunkt der Gewhrung als Teil der Vergtung angesetzt. 
Die Zahl der ausgegebenen Wertrechte aus dem LTI wird dann am Ende des jeweiligen dreijhrigen 
Performance-Zeitraums angepasst. Basis dafr ist ein Vergleich des durchschnittlichen TKVA des 
dreijhrigen Performance-Zeitraums  beginnend mit dem 01. Oktober des Geschftsjahres, in dem die 
Wertrechte gewhrt wurden  mit dem durchschnittlichen TKVA der vorangegangenen drei Geschftsjahre. 
Diese Vergtungskomponente deckt also insgesamt einen Zeitraum von sechs Jahren ab. Ein 
Anstieg des TKVA um 200 Mio  fhrt zu einer Erhhung der Wertrechte um 5 %; verringert sich der 
durchschnittliche TKVA um 200 Mio , sinkt die Anzahl der Wertrechte um 10 %. Mehr ber den TKVA 
erfahren Sie auf den Seiten 9395. Am Ende des Performance-Zeitraums erfolgt eine Vergtung der 
gewhrten Wertrechte auf Basis des Durchschnittskurses der ThyssenKrupp Aktie, der sich aus dem 
Kursverlauf in den ersten drei Monaten nach Ende des Performance-Zeitraums ergibt. Die Auszahlung 
aus dem LTI ist wie beim MTI auf 1,5 Mio  fr ein ordentliches Vorstandsmitglied begrenzt. 

Bonus 

Dieses System von Tantieme und MTI/LTI ist sinnvoll, aber unter bestimmten Konstellationen ergnzungsbedrftig. 
So wird fr das Berichtsjahr  wie bereits fr das Jahr davor  auf Grund des hohen 
negativen TKVA im Geschftsjahr 2008/2009 trotz erheblicher Steigerungen im Geschftsjahr 2009/2010 
wegen der langfristigen Betrachtungsweise keine Zahlung aus dem bisherigen MTI erfolgen. In schwierigen 
wirtschaftlichen Jahren, die gerade einen besonderen Einsatz des Vorstands erfordern, sollten die 
Leistungen des Vorstands jedoch nicht nur mit dem Fixum honoriert werden, wie dies 2008/2009 der Fall 
war. Angesichts der dabei an den Vorstand gestellten Aufgaben und seiner besonderen Verantwortung 
wrde dies die Wettbewerbsfhigkeit bei der Vorstandsvergtung beeintrchtigen. Ferner ist zu bercksichtigen, 
dass in kritischen Zeiten eine hohe finanzielle Disziplin unbedingt notwendig ist. Deswegen wird 
fr einen gewissen Zeitraum eine erfolgsabhngige Vergtung auf Basis einer cash-flow-orientierten 
Kennzahl festgelegt. Hierbei werden im operativen Geschft generierte Mittel in das Verhltnis zur Gesamtverschuldung 
des Konzerns gesetzt. Dies wird durch die Kennzahl "Funds From Operations/Total 
Debt" (FFO/TD) verkrpert, die es erlaubt, Schwankungen bei EBT und Net Working Capital sowie Investitionen 
untereinander auszugleichen. Bei Erreichen der vorgegebenen Ziele soll diese Leistung des Vorstands 
durch einen Bonus honoriert werden. Er betrgt bei einem FFO/TD von 10 % 450.000  und 
erhht sich grundstzlich bei einem Anstieg des FFO/TD von 0,3 % um 50.000 . Um die vom VorstAG 
geforderte Nachhaltigkeit und mehrjhrige Bemessungsgrundlage gerade auch im Verhltnis zwischen 
kurz- und langfristiger Vergtung sicherzustellen, werden 55 % des Bonus in Wertsteigerungsrechte der 
ThyssenKrupp Aktie umgewandelt und nach einer dreijhrigen Sperrfrist (wie bei der Tantieme) vergtet. 
Ob und in welcher Hhe ein solcher Bonus erneut zu gewhren ist, wird jhrlich neu entschieden. 

Pensionen 

Pensionen werden an frhere Vorstandsmitglieder gezahlt, die entweder die Pensionsgrenze erreicht 
haben, dauerhaft arbeitsunfhig sind oder deren Anstellungsvertrag unter Anrechnung anderweitiger 
Einknfte vorzeitig beendet oder nicht verlngert wurde. Eine Pension wird bei vorzeitiger Beendigung 
oder Nicht-Verlngerung des Anstellungsvertrags nach der jetzt verwendeten Neufassung der Vertrge 


nur gewhrt, wenn sich das Vorstandsmitglied mindestens in der zweiten fnfjhrigen Bestellperiode 
befindet und lter als 55 Jahre ist. Die Pension eines Vorstandsmitglieds bestimmt sich nach einem prozentualen 
Anteil am letzten Festgehalt, das das Mitglied vor Beendigung seines Anstellungsvertrags 
erhielt. Dieser Anteil steigt mit der Bestelldauer als Vorstandsmitglied. Er betrgt grundstzlich 30 % mit 
Beginn der ersten, 50 % mit Beginn der zweiten und 60 % mit Beginn der dritten fnfjhrigen Bestellperiode; 
die Pension von Herrn Dr. Schulz liegt bei 65 %. Laufende Renten werden jhrlich gem dem 
Verbraucherpreisindex angepasst. 

Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 60 % des Ruhegeldes fr die Witwe (frher 
75 %) und von 20 % fr jedes unterhaltsberechtigte Kind (in der Regel bis zum 18. Lebensjahr, max. bis 
zum 25. Lebensjahr, in besonders begrndeten Ausnahmefllen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres) 
vor; die Hinterbliebenenversorgung betrgt maximal 100 % des Ruhegeldes. 

2009/2010 gewhrte Gesamtvergtung des Vorstands 

Einzelheiten der Vergtung des Vorstands im Geschftsjahr 2009/2010 in individualisierter Form und 
die auf die einzelnen Mitglieder des Vorstands entfallenden Pensionen ergeben sich aus der nachfolgenden 
Tabelle. Die Vorjahreszahlen sind jeweils in Klammern angegeben: 

VERGTUNG DES VORSTANDS 2009/2010 in Tsd  

Jahreseinkommen 
Im Geschfts- 
jahr gewhrte 
Wertsteigerungs- 
rechte 
aus 25 % Tantieme 
Im Geschfts- 
jahr gewhrte 
Wertsteigerungs- 
rechte 
aus 55 % Bonus 
Im Geschfts- 
jahr gewhrte 
MTI-Rechte Pensionen 
Fixum 
Neben-
leistungen 
Tantieme 
(75 %) 
Bonus 
(45 %) 
Anzahl 
(Stk.) Wert 3) 
Anzahl 
(Stk.) Wert 3) 
Anzahl 
(Stk.) Wert 3) 
Ins-
gesamt 
Aufwand (+)/ 
Ertrag (-) 
aus aktienbasierter 
Vergtung 
im Geschftsjahr 
Jahres-
bezug 
bei 
Eintritt 
des 
Pensions-
falls 
Zufhrung 
zur 
Pensions-
rckstellung 
im 
Geschfts- 
jahr 

Dr.-Ing. 
Ekkehard 

D. Schulz 1) 966 130 611 532 8.964 210 28.626 671 10.172 229 3.349 1.019 628 906 
Vorsitzender (966) (120) () () () () () () (15.645) (207) (1.293) ( 641) (628) (602) 
Dr. Ulrich 
Middelmann 2) 
stellv. 
Vorsitzender 226 46 142 124 2.081 49 6.646 155 2.408 54 796 237 439 638 
(bis 21.01.2010) (732) (173) () () () () () () (11.852) (157) (1.062) ( 485) (439) (640) 
585 94 370 322 5.433 127 17.349 407 6.165 139 2.044 617 293 664 
Dr. Olaf Berlien (585) (95) () () () () () () (9.482) (125) (805) ( 388) (293) (289) 
585 79 370 322 5.433 127 17.349 407 6.165 139 2.029 617 293 879 
Edwin Eichler (585) (82) () () () () () () (9.482) (125) (792) ( 388) (293) (405) 
585 99 370 322 5.433 127 17.349 407 6.165 139 2.049 617 176 368 
Dr. Alan Hippe (293) (63) () () () () () () (4.741) (63) (419) () (176) (113) 
585 92 370 322 5.433 127 17.349 407 6.165 139 2.042 617 293 1.177 
Ralph Labonte (585) (93) () () () () () () (9.482) (125) (803) ( 388) (293) (501) 

3.532 540 2.233 1.944 32.777 767 104.668 2.454 37.240 839 12.309 3.724 2.122 4.632 
Insgesamt (3.746) (626) () () () () () () (60.684) (802) (5.174) ( 2.290) (2.122) (2.550) 
1) Zuschlag 65 % 
2) Zuschlag 25 % 
3) zum Gewhrungszeitpunkt 


Die entsprechenden Vorjahreswerte (jeweils in Tsd ) fr die im Geschftsjahr 2008/2009 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Jrgen H. Fechter (Ende des Anstellungsvertrags: 31.03.2009), 
Dr.-Ing. Karl-Ulrich Khler (Ende des Anstellungsvertrags: 31.03.2009) und Dr.-Ing. Wolfram Mrsdorf (Ende des Anstellungsvertrags: 14.04.2009) betragen: Fixum: Fechter 293, Dr.-Ing. Khler 293, 
Dr.-Ing. Mrsdorf 341; Nebenleistungen: Fechter 46, Dr.-Ing. Khler 41, Dr.-Ing. Mrsdorf 37; Tantieme: Fechter 0, Dr.-Ing. Khler 0, Dr.-Ing. Mrsdorf 0; Insgesamt: Fechter 464, Dr.-Ing. Khler 459, 
Dr.-Ing. Mrsdorf 446; Ertrag (-) aus aktienbasierter Vergtung: Fechter -388, Dr.-Ing. Khler -388, Dr.-Ing. Mrsdorf -388; Jahresbezug bei Eintritt des Pensionsfalls: Fechter 293, Dr.-Ing. Khler 293, 
Dr.-Ing. Mrsdorf 293; Zufhrung zur Pensionsrckstellung: Fechter 164, Dr.-Ing. Khler 251, Dr.-Ing. Mrsdorf 315. 


Seit dem 01. Oktober 2010 gehrt Dr. Heinrich Hiesinger dem Vorstand an, und zwar ab 01. Oktober 2010 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und mit Ablauf der Hauptversammlung am 


21. Januar 2011 als Vorstandsvorsitzender. Dr. Hiesinger wurde im Berichtsjahr fr die ihm auf Grund seines Wechsels zur ThyssenKrupp AG entstehenden Nachteile durch den Wegfall von 
Aktienzusagen seitens der Siemens AG ein Ausgleich in Hhe von rund 4,3 Mio  gewhrt. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 


Rabattierter Aktienkauf 
fr Fhrungskrfte ist 
eine aktienkursorientierte 
Vergtungskomponente. 

an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 71 

Insgesamt betrug die Vergtung der aktiven Mitglieder des Vorstands fr die Ttigkeit im Geschftsjahr 
2009/2010 12,3 Mio  (Vorjahr: 5,2 Mio ). 

Im Berichtsjahr betrugen die Zufhrungen zu den Pensionsrckstellungen fr die aktiven Vorstandsmitglieder 
4.632 Tsd  (Vorjahr: 2.550 Tsd  zuzglich 730 Tsd  fr die im Geschftsjahr 
2008/2009 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Fechter, Dr. Khler und Dr. Mrsdorf). Der Betrag fr 
2009/2010 setzt sich aus den Dienstzeitaufwendungen (service cost) in Hhe von 1.187 Tsd  (Vorjahr: 
714 Tsd  zuzglich 165 Tsd  fr die im Geschftsjahr 2008/2009 ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder 
Fechter, Dr. Khler und Dr. Mrsdorf), den Zinsaufwendungen (interest cost) in Hhe von 

1.906 Tsd  (Vorjahr: 1.836 Tsd  zuzglich 565 Tsd  fr die im Geschftsjahr 2008/2009 ausgeschiedenen 
Vorstandsmitglieder Fechter, Dr. Khler und Dr. Mrsdorf) sowie den nachzuverrechnenden 
Dienstzeitaufwendungen (past service cost) in Hhe von 1.539 Tsd  zusammen. Die Herren Dr. Schulz 
und Dr. Middelmann erhalten auf Basis einer vertraglichen Zusage, die fr danach bestellte Vorstandsmitglieder 
nicht mehr gilt, wegen ihrer mehr als zehnjhrigen Bestelldauer als Vorstandsmitglied fr die 
Dauer von fnf Jahren nach der Pensionierung weiterhin einen PKW mit Fahrer und bestimmte Versicherungsleistungen; 
Herrn Dr. Schulz steht ferner auf Grund seiner Leistungen fr das Unternehmen ein 
Bro mit Sekretrin fr fnf Jahre zu. Fr die knftigen Pensionsansprche hat die Gesellschaft auf 
Basis von IFRS Pensionsrckstellungen gebildet. 
Weitere Leistungen fr den Fall der Beendigung der Ttigkeit wurden keinem Vorstandsmitglied zugesagt. 
Auch hat kein Mitglied des Vorstands im Berichtsjahr Leistungen oder entsprechende Zusagen 
von einem Dritten im Hinblick auf seine Ttigkeit als Vorstandsmitglied erhalten. Wie in den Vorjahren 
wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite noch Vorschsse gewhrt noch wurden zu 
ihren Gunsten Haftungsverhltnisse eingegangen. 

Die 5. Tranche des MTI, die im abgelaufenen Geschftsjahr fllig wurde, fhrte wegen des stark gesunkenen 
TKVA 2008/2009 zu keiner Zahlung. Im Vorjahr haben die Vorstandsmitglieder aus der 

4. Tranche folgende Zahlungen erhalten: Herr Dr. Schulz 880.000 , Herr Dr. Middelmann 667.000 , 
die Herren Dr. Berlien, Eichler, Fechter, Labonte, Dr. Khler und Dr. Mrsdorf je 533.000 . Im Februar 
2010 wurden den Vorstandsmitgliedern neue Wertrechte aus der 8. Tranche gewhrt. Aus der 6. bis 
8. Tranche des MTI verfgen die Vorstandsmitglieder ber insgesamt 119.429 gewhrte, aber noch 
nicht auszahlungsreife Wertrechte. 
Die Gesamtbezge der frheren Mitglieder des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich 
auf 14,5 Mio  (Vorjahr: 24,4 Mio ). Fr Pensionsverpflichtungen gegenber frheren Mitgliedern des 
Vorstands und ihren Hinterbliebenen wurden nach IFRS 190,6 Mio  (Vorjahr: 173,5 Mio ) zurckgestellt. 


Aktienkursorientierte Vergtung fr weitere Fhrungskrfte 

Neben dem Vorstand erhalten weitere ausgewhlte Fhrungskrfte des Konzerns einen Teil ihrer Bezge 
in Form einer aktienkursorientierten Vergtung. Dabei handelt es sich zum einen um den MTI und zum 
anderen um ein Programm zum rabattierten Bezug von ThyssenKrupp Aktien. 

Mit dem MTI soll bei Fhrungskrften wertorientiertes, an den Zielen des Konzerns ausgerichtetes 
Verhalten gefrdert und honoriert werden. Darber hinaus soll der Plan dazu beitragen, die Bindung an 
den Konzern zu strken. Beginnend mit der 2. Tranche des MTI, deren Ausgabe 2004 erfolgte, wurde der 
Kreis der Bezugsberechtigten auf die Vorstandsmitglieder der damaligen Segmentfhrungsgesellschaften 
und einige andere ausgewhlte Fhrungskrfte zu modifizierten Bedingungen ausgedehnt. 
Heute gehren neben den Vorstnden der Business Areas Geschftsfhrer und ausgewhlte Fhrungskrfte 
groer Konzernunternehmen zum Teilnehmerkreis. Aus dem MTI fr diesen Personenkreis resultierte 
im Berichtsjahr ein Aufwand von 4,0 Mio  (Vorjahr: Ertrag 15,6 Mio ). ber Neuauflage und Teilnehmerkreis 
des MTI entscheidet der Vorstand der ThyssenKrupp AG. 


Daneben existiert fr ausgewhlte Fhrungskrfte des Konzerns in Deutschland, die nicht durch 
den MTI begnstigt sind, das Programm Rabattierter Aktienkauf fr Fhrungskrfte. Das im Geschftsjahr 
2005/2006 implementierte Modell erweitert die jeweils am Unternehmenserfolg ausgerichtete 
variable Vergtung um ein konzernbezogenes Element, das die zentrale Steuerungsgre TKVA in 
das Anreizsystem integriert. Dieser aktienkurs- und wertorientierte Vergtungsbestandteil soll die Konzentration 
auf die Konzernziele und die Identifikation der Fhrungskrfte mit dem Unternehmen strken. 

Die Begnstigten erhalten dabei nach Ablauf des Performance-Zeitraums das Angebot, 
ThyssenKrupp Aktien zu einem festgelegten Euro-Betrag mit einem Rabatt zu erwerben, der vom 
Arbeitgeber getragen wird. Den verbleibenden Betrag leisten die Teilnehmer als Eigenanteil. Die Rabatthhe 
ist vom (Konzern-)TKVA des Performance-Zeitraums abhngig und kann bis zu 80 % betragen. Die 
im Rahmen des Programms erworbenen Aktien sind mit einer Sperrfrist von drei Jahren belegt. 

Im Berichtsjahr wurde das fr 2007/2008 beschlossene Programm umgesetzt; daraus resultierte 
ein Aufwand von 0,9 Mio  (Vorjahr: 3,0 Mio ). Fr das Geschftsjahr 2008/2009 wurde das Programm 
ausgesetzt. Die Neuauflage des Programms fr das Berichtsjahr, dessen Umsetzung 2010/2011 erfolgen 
soll, wurde durch den Vorstand der ThyssenKrupp AG im September 2010 beschlossen. Auch ber 
knftige Neuauflagen entscheidet dieser jhrlich neu. 

Angemessene Aufsichtsratsvergtung 

Die Vergtung des Aufsichtsrats ist in  14 der Satzung der ThyssenKrupp AG geregelt. Sie trgt der 
Verantwortung und dem Ttigkeitsumfang der Aufsichtsratsmitglieder sowie der wirtschaftlichen Lage 
und dem Erfolg des Konzerns Rechnung. 

Neben der Erstattung ihrer Auslagen und einem Sitzungsgeld von 500  erhalten die Mitglieder des 
Aufsichtsrats eine Vergtung, die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: einem Festbetrag von 

50.000  und zwei erfolgsorientierten Bausteinen. Dies ist zum einen eine Tantieme von 300  je 0,01  
Dividende, die ber 0,10  je Stckaktie hinaus fr das jeweils abgelaufene Geschftsjahr an die Aktionre 
ausgeschttet wird. Hinzu kommt eine auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene jhrliche 
Vergtung in Hhe von 2.000  je 100 Mio  Ergebnis vor Steuern (EBT) im Konzernabschluss, das 
im Durchschnitt der letzten drei Geschftsjahre ein EBT von 1 Mrd  bersteigt. 
Die feste Vergtung, die Tantieme und die auf den langfristigen Unternehmenserfolg bezogene 
Komponente betragen fr den Vorsitzenden jeweils das Dreifache und fr seinen Stellvertreter das 
Doppelte der Betrge. Vorsitz und Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschssen werden entsprechend 
dem Deutschen Corporate Governance Kodex gesondert vergtet. Aufsichtsratsmitglieder, die nur einen 
Teil des Geschftsjahres dem Aufsichtsrat angehren, erhalten eine im Verhltnis geringere Vergtung. 
Nimmt ein Aufsichtsratsmitglied an einer Sitzung des Plenums oder einer Ausschuss-Sitzung nicht teil, 
reduziert sich die Vergtung fr die Aufsichtsrats- bzw. Ausschussttigkeit anteilig. 

Auf Basis der vorgeschlagenen Dividende erhalten die Aufsichtsratsmitglieder einschlielich des 
Sitzungsgeldes fr das Berichtsjahr eine Vergtung von insgesamt 1,8 Mio  (Vorjahr: 1,9 Mio ). Auf 
die einzelnen Mitglieder entfallen die in der nachfolgenden Tabelle aufgelisteten Betrge. Da das durchschnittliche 
EBT im Konzernabschluss der letzten drei Geschftsjahre unter der Schwelle von 1 Mrd  
liegt, erfolgt fr das Geschftsjahr 2009/2010 keine Auszahlung aus der langfristigen Vergtungskomponente. 



Die Vergtung des Aufsichtsrats 
besteht aus drei Komponenten. 


an unsere aktionre Corporate-Governance-Bericht 73 

VERGTUNG DES AUFSICHTSRATS in  

2008/2009 2009/2010 

feste langfristige Gesamt-feste langfristige Gesamt-
Vergtung Tantieme Komponente vergtung2) Vergtung Tantieme Komponente vergtung2) 
Dr. Gerhard Cromme,Vorsitzender1) 200.000 24.000 29.172 263.672 200.000 42.000  251.500 
Bertin Eichler, stellv. Vorsitzender1) 146.095 17.531 21.310 194.436 150.000 31.500  190.000 
Markus Bistram (bis 15.09.2009) 59.439 7.132 8.917 79.988     
Theo Frielinghaus (bis 31.03.2010)1) 62.500 7.500 8.326 82.826 28.040 5.888  35.928 
Markus Grolms (seit 14.10.2009)1)     52.909 11.111  66.520 
Heinrich Hentschel (bis 23.01.2009) 15.753 1.890 5.629 24.272     
Susanne Herberger1) 34.384 4.126 1.670 42.180 60.582 12.722  76.304 
Prof. Jrgen Hubbert (bis 21.01.2010) 50.000 6.000 7.293 66.293 15.479 3.251  19.730 
Klaus Ix (bis 23.01.2009) 16.994 2.039 6.072 26.605     
Bernd Kalwa1) 40.295 4.835 1.958 50.088 62.500 13.125  79.125 
Hseyin Kavvesoglu (bis 23.01.2009) 16.994 2.039 6.072 26.605     
Prof. Dr. Hans-Peter Keitel (seit 21.01.2010)     34.658 7.278  43.436 
Ernst-August Kiel (seit 12.04.2010)     21.991 4.618  27.109 
Dr. Martin Kohlhaussen (bis 21.01.2010)1) 75.000 9.000 10.940 100.440 17.875 3.754  23.629 
Dr. Heinz Kriwet (bis 21.01.2010)1) 62.500 7.500 9.116 83.616 16.678 3.502  21.680 
Prof. Dr. Ulrich Lehner1) 60.548 7.266 5.012 76.826 62.500 13.125  80.625 
Dr.-Ing. Klaus T. Mller (bis 23.01.2009) 15.753 1.890 5.629 24.272     
Prof. Dr. Bernhard Pellens1) 62.500 7.500 9.116 84.116 71.164 14.945  91.609 
Dr. Heinrich v. Pierer (bis 15.11.2008) 6.500 780 5.332 12.612     
Peter Remmler 34.384 4.126 1.670 42.180 50.000 10.500  63.000 
Dr. Kersten v. Schenck1) 62.500 7.500 9.116 83.616 57.084 11.987  71.571 
Peter Scherrer 44.444 5.333 6.483 58.260 50.000 10.500  63.000 
Thomas Schlenz1) 87.500 10.500 12.762 119.262 87.500 18.375  113.375 
Dr. Henning Schulte-Noelle1) 72.222 8.667 10.534 97.923 71.667 15.050  92.217 
Wilhelm Segerath1) 62.534 7.504 9.121 84.159 62.500 13.125  80.625 
Peer Steinbrck (seit 21.01.2010)1)     38.353 8.054  47.907 
Christian Streiff 44.444 5.333 6.483 58.260 50.000 10.500  63.000 

Jrgen R. Thumann1) 43.699 5.244 2.123 54.066 55.331 11.620  69.451 
Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro 
(seit 21.01.2010)     32.347 6.793  40.140 

Klaus Wiercimok 34.384 4.126 1.670 42.180 50.000 10.500  63.000 

Insgesamt 1.411.366 169.361 201.526 1.878.753 1.399.158 293.823  1.774.481 

1) Dr. Gerhard Cromme als Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Prsidiums, Vermittlungsausschusses, Personalausschusses und Strategie-, Finanz- und Investitionsausschusses sowie als Mitglied des 
Prfungsausschusses, Bertin Eichler als stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied des Prsidiums, Vermittlungsausschusses, Personalausschusses, Prfungsausschusses und Strategie-, Finanz- 
und Investitionsausschusses, Dr. Martin Kohlhaussen als Vorsitzender des Prfungsausschusses (anteilig fr die Zeit seiner Ttigkeit), Prof. Dr. Bernhard Pellens als Vorsitzender und Mitglied des 
Prfungsausschusses (jeweils anteilig fr die Zeit seiner Ttigkeit), Dr. Henning Schulte-Noelle als Mitglied des Prsidiums, Vermittlungsausschusses und Personalausschusses, Thomas Schlenz als 
Mitglied des Prsidiums, Vermittlungsausschusses, Personalausschusses und Prfungsausschusses, Prof. Dr. Ulrich Lehner als Mitglied des Prfungsausschusses und Strategie-, Finanz- und 
Investitionsausschusses (jeweils anteilig fr die Zeit seiner Ttigkeit), Wilhelm Segerath als Mitglied des Prfungsausschusses sowie Theo Frielinghaus, Markus Grolms, Susanne Herberger, 
Dr. Heinz Kriwet, Peer Steinbrck und Jrgen R. Thumann (jeweils anteilig fr die Zeit ihrer Ttigkeit) sowie Bernd Kalwa und Dr. Kersten v. Schenck jeweils als Mitglied des Strategie-, Finanz- 
und Investitionsausschusses erhalten eine hhere feste und variable Vergtung. 

2) In der Gesamtvergtung sind zustzlich die an die Aufsichtsratsmitglieder gezahlten Sitzungsgelder enthalten. Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten fr jede Sitzung des Aufsichtsrats und seiner 
Ausschsse, an der sie teilgenommen haben, ein Sitzungsgeld in Hhe von 500 . Dr. Gerhard Cromme erhielt Sitzungsgeld in Hhe von 9.500  (Vorjahr: 10.500 ), Bertin Eichler in Hhe von 8.500  
(Vorjahr: 9.500 ), Theo Frielinghaus in Hhe von 2.000  (Vorjahr: 4.500 ), Markus Grolms in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 0 ), Susanne Herberger in Hhe von 3.000  (Vorjahr: 2.000 ), 
Prof. Jrgen Hubbert in Hhe von 1.000  (Vorjahr: 3.000 ), Bernd Kalwa in Hhe von 3.500  (Vorjahr: 3.000 ), Prof. Dr. Hans-Peter Keitel in Hhe von 1.500  (Vorjahr: 0 ), Ernst-August Kiel in Hhe 
von 500  (Vorjahr: 0 ), Dr. Martin Kohlhaussen in Hhe von 2.000  (Vorjahr: 5.500 ), Dr. Heinz Kriwet in Hhe von 1.500  (Vorjahr: 4.500 ), Prof. Dr. Ulrich Lehner in Hhe von 5.000  (Vorjahr: 4.000 ), 
Prof. Dr. Bernhard Pellens in Hhe von 5.500  (Vorjahr: 5.000 ), Peter Remmler in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 2.000 ), Dr. Kersten v. Schenck in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 4.500 ), Peter Scherrer in Hhe 
von 2.500  (Vorjahr: 2.000 ), Thomas Schlenz in Hhe von 7.500  (Vorjahr: 8.500 ), Dr. Henning Schulte-Noelle in Hhe von 5.500  (Vorjahr: 6.500 ), Wilhelm Segerath in Hhe von 5.000  
(Vorjahr: 5.000 ), Peer Steinbrck in Hhe von 1.500  (Vorjahr: 0 ), Christian Streiff in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 2.000 ), Jrgen R. Thumann in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 3.000 ), 
Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro in Hhe von 1.000  (Vorjahr: 0 ) und Klaus Wiercimok in Hhe von 2.500  (Vorjahr: 2.000 ). Sitzungsgeld im Vorjahr erhielten zudem Markus Bistram in Hhe von 4.500 , 
Heinrich Hentschel in Hhe von 1.000 , Klaus Ix in Hhe von 1.500 , Hseyin Kavvesoglu in Hhe von 1.500  und Dr.-Ing. Klaus T. Mller in Hhe von 1.000 . Insgesamt wurden Sitzungsgelder in Hhe 
von 81.500  (Vorjahr: 96.500 ) ausgezahlt. 


Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 


Mitgliedern des Aufsichtsrats der ThyssenKrupp AG werden fr Aufsichtsratsmandate bei Konzerngesellschaften 
fr das Geschftsjahr 2009/2010 ergnzend Vergtungen in Hhe von 79.543  (Vorjahr: 

124.206 ) gewhrt. Auf die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats entfallen die in der nachfolgenden 
Tabelle aufgefhrten Betrge: 
VERGTUNG AUS KONZERNINTERNEN AUFSICHTSRATSMANDATEN in  

Markus Bistram (bis 15.09.2009) 
Theo Frielinghaus (bis 31.03.2010) 
Susanne Herberger (seit 23.01.2009) 
Klaus Ix (bis 23.01.2009) 
Bernd Kalwa (seit 23.01.2009) 
Hseyin Kavvesoglu (bis 23.01.2009) 
Ernst-August Kiel (seit 12.04.2010) 
Thomas Schlenz 
Wilhelm Segerath 
Klaus Wiercimok (seit 23.01.2009) 
Insgesamt 
2008/2009 
40.109 
23.559 
16.003 
7.524 
12.315 
6.586 
 
17.000 
 
1.110 
124.206 
2009/2010 
 
3.819 
16.500 
 
15.750 
 
9.382 
19.732 
14.360 
 
79.543 

Aufsichtsratsmitglieder haben darber hinaus im Berichtsjahr mit einer Ausnahme wie auch im Vorjahr 
keine weiteren Vergtungen bzw. Vorteile fr persnlich erbrachte Leistungen, insbesondere Beratungs- 
und Vermittlungsleistungen, erhalten. Die Rechtsanwaltssoziett Clifford Chance, fr die das Aufsichtsratsmitglied 
Herr Dr. Kersten v. Schenck als Of Counsel ttig ist, hat fr ihre Beratungsleistungen von 
ThyssenKrupp Unternehmen insgesamt 70.702  (Vorjahr: 79.737 ) erhalten. Wie in den Vorjahren 
wurden Aufsichtsratsmitgliedern im Berichtsjahr weder Kredite noch Vorschsse gewhrt noch wurden 
zu ihren Gunsten Haftungsverhltnisse eingegangen. 

Frhere Aufsichtsratsmitglieder, die vor dem 01. Oktober 2009 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden 
sind, erhalten fr die Zeit ihrer Zugehrigkeit zum Aufsichtsrat keine Vergtung aus der langfristigen 
Vergtungskomponente, da das durchschnittliche EBT im Konzernabschluss der letzten drei Geschftsjahre 
unter der Schwelle von 1 Mrd  liegt. Im Vorjahr lag der Betrag bei 3.773  (Gerold Vogel 612 , 
Prof. Dr. Gang Wan 3.161 ). 


Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 


an un sere ak tionre Corporate-Governance-Ber icht / Th yssenKrupp Akt ie 75 
ThyssenKrupp Aktie 
Der Kurs der ThyssenKrupp Aktie war im Geschftsjahr 2009/2010 durch die Aufwrtsentwicklung 
des Gesamtmarktes positiv beeinflusst. Auerdem profitierte er von den 
strategischen und operativen Manahmen zur Verbesserung unserer Ertragssituation. 
Belastend wirkten sich dagegen die erheblichen Preissteigerungen bei Rohstoffen 
wie z.B. Eisenerz aus. Zum Ende des Geschftsjahres am 30. September 2010 betrug 
der Aktienkurs 23,92 . 
KONZERNLAGEBERAINC HUTN SGEeRscEh AftKsfTeIldOeNr unRdE O rTghanysissaetniKonrussptpr uAkkttuier 75 
KENNZAHLEN ZUR THYSSENKRUPP AKTIE 
2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Grundkapital Mio  1.317 1.317 1.317 1.317 1.317 
Anzahl Aktien (insgesamt) Mio Stck 514,5 514,5 514,5 514,5 514,5 
Brsenwert Ende September Mio  13.670 22.977 10.819 12.106 12.306 
Kurs Ende September  26,57 44,66 21,03 23,53 23,92 
Hchstkurs  29,09 46,14 46,63 25,05 28,07 
Tiefstkurs  16,62 26,19 20,78 12,11 19,82 
Dividende  1,00 1,30 1,30 0,30 0,45 1) 
Dividendensumme Mio  489 635 603 139 209 1) 
Dividendenrendite % 3,8 2,9 6,2 1,3 1,9 1) 
EPS  3,24 4,30 4,59  4,01 1,77 
Anzahl Aktien (im Umlauf 2) ) Mio Stck 507,7 488,8 477,8 463,5 464,0 
Aktienumsatz Inland 
(durchschnittlicher Tagesumsatz) Mio Stck 4,5 3,8 4,3 4,8 3,4 
1) Vorschlag an die Hauptversammlung 2) gewichteter Durchschnitt 
Konjunktur und Rohstoffpreise beeinflussen die Kursentwicklung erheblich 
Im 1. Quartal 2009/2010 konnte die ThyssenKrupp Aktie ihre positive Kursentwicklung, die zum Ende 
des vorangegangenen Geschftsjahres begonnen hatte, weiter fortsetzen. Einflussfaktoren waren 
die allgemeine konjunkturelle Erholung sowie die strategischen und operativen Manahmen bei 
ThyssenKrupp. Die Aktie hat sich in dieser Zeit deutlich besser entwickelt als die Vergleichsindizes DAX 
und DJ STOXX und notierte am 08. Januar 2010 mit 28,07  auf dem Hchststand im Geschftsjahr. Im 
2. Quartal verlor die Kursentwicklung der ThyssenKrupp Aktie nach einer Schwchephase Ende Januar 
an Dynamik und orientierte sich sehr stark an der Performance der Indizes. Diese Phase hielt bis zur 
Mitte des 3. Quartals an. Im Anschluss und bis zum Beginn des 4. Quartals war die Kursentwicklung 
durch Sorgen belastet, die konjunkturelle Erholung knne sich erneut abschwchen. Hinzu kamen stark 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

gestiegene Preise fr Rohstoffe, die insbesondere die Aktien von Stahlherstellern wie z.B. ArcelorMittal, 
Salzgitter und VoestAlpine unter Druck setzten. Dem konnte sich auch die ThyssenKrupp Aktie nicht entziehen, 
zeigte aber relative Strke gegenber den Vergleichsunternehmen. Im 4. Quartal setzte eine 
sprbare Erholung ein. Am 30. September 2010 notierte die ThyssenKrupp Aktie bei 23,92  mit einem 
Plus von 1,7 % gegenber dem Vorjahres-Stichtag. Die Indizes DAX und DJ STOXX schlossen im selben 
Zeitraum mit einem Plus von 9,8 % bzw. 10,1 % ab. Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Kursentwicklung 
im Detail. 

Entwicklung dEr thyssEnkrupp aktiE im vErglEich indexiert, vom 30.09.2009 bis 30.09.2010 in % 
130 
120 
110 
100 
90 
80 
70 
O N D J 2010 F M A M J J A S 
 ThyssenKrupp  DAX  DJ STOXX 
hchst- und tiEfstkursE dEr thyssEnkrupp aktiE in  

30 
28 
26 
24 
22 
20 
18 
O N D J 2010 F M A M J J A S 
Hchst/
Tiefstkurse (Schlusskurse)  Monatsdurchschnitt 
25,70 
21,74 
26,82 
28,07 
24,09 
26,04 
26,71 
24,76 
22,60 
23,62 
24,09 
23,92 
21,90 
24,99 
24,28 
22,04 
23,54 
24,52 
20,37 20,35 
19,82 
21,60 
22,21 
22,76 

an un sere ak tionre ThyssenKrupp Akt ie 77 
AN UNSERE AKTIONRE ThyssenKrupp Aktie 77 
Die Marktkapitalisierung hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhht. Zum Geschftsjahresende am 
30. September 2010 betrug sie rund 12,3 Mrd . 
Brsennotiz in Frankfurt und Dsseldorf 
Die ThyssenKrupp Aktie ist seit dem 25. Mrz 1999 an den folgenden Brsenpltzen notiert: 
STAMMDATEN DER THYSSENKRUPP AKTIE 
Wertpapier- 
Kenn-Nummer 
Brsenpltze 
Frankfurt (Prime Standard), Dsseldorf DE 000 750 0001 
Krzel 
Brsen Frankfurt, Dsseldorf TKA 
Reuters Brse Frankfurt TKAG.F 
Xetra-Handel TKAG.DE 
Bloomberg Xetra-Handel TKA GY 
Im Xetra- und Parketthandel an den deutschen Brsen wurden im Geschftsjahr 2009/2010 rund 
900 Mio Stck ThyssenKrupp Aktien gehandelt. Der Rckgang um rund 25 % gegenber dem Vorjahr ist 
auf die Normalisierung der Aktienmrkte nach den starken Einbrchen im Zuge der Finanzkrise zurckzufhren. 
Im Berichtsjahr lag der durchschnittliche Tagesumsatz bei rund 3,4 Mio Stck Aktien; im 
vorherigen Geschftsjahr hatte er noch bei rund 4,8 Mio Stck gelegen. Die Gesamtumstze der 
ThyssenKrupp Aktie machten etwa 2,3 % vom Gesamtumsatz der 30 DAX-Werte aus (Vorjahr: 2,2 %). 
Damit waren die Handelsumstze in der ThyssenKrupp Aktie weniger rcklufig als die des Gesamtmarktes. 
Mit dem DAX 30, dem DJ STOXX, dem DJ Germany Titans, dem DJ Industrial Goods & Services 
Titans 30, dem FT EuroTop 300 und den verschiedenen MSCI-Indizes ist die ThyssenKrupp Aktie in einer 
Reihe wesentlicher, auch internationaler Indizes enthalten. Grundstzlich wird durch die Zugehrigkeit zu 
einem Index die Aufmerksamkeit fr das jeweilige Unternehmen gesteigert; das frdert die Gewinnung 
insbesondere internationaler Investoren. Auch die zunehmende Popularitt von Indexfonds bei Privatanlegern 
und die damit verbundenen Kapitalzuflsse wirken sich gnstig auf die Liquiditt von in 
Indizes enthaltenen Aktien aus. 
Seit dem 20. September 2010 ist die ThyssenKrupp Aktie im Dow Jones Sustainability Index 
Europe gelistet. Mit der Aufnahme in diesen Index haben sich die Voraussetzungen verbessert, auch 
Investoren zu gewinnen, die auf Nachhaltigkeitsthemen fokussiert sind. 
Die ThyssenKrupp Aktie gehrt 
mehreren internationalen Brsenindizes 
an. 
25.03.1999 Notizaufnahme 
12.03.2003 Allzeit-Tief 
29.09.2006 
28.09.2007 
19.05.2008 Allzeit-Hoch 
30.09.2008 
30.09.2009 
30.09.2010 
Marktkapitalisierung der ThyssenKrupp AG in Mio  
3.607 
13.670 
22.977 
9.338 
12.106 
12.306 
23.991 
10.819

Die Aktionrsbasis von ThyssenKrupp 
ist im Berichtsjahr internationaler 
geworden. 

Ergebnis je Aktie von 1,77  

Das Ergebnis je Aktie  Earnings per Share (EPS)  wird errechnet, indem man den Jahresberschuss, 
der den Aktionren der ThyssenKrupp AG zugerechnet wird, durch den gewichteten Durchschnitt der 
whrend des Geschftsjahres im Umlauf befindlichen Aktien dividiert. Im Berichtsjahr waren durchschnittlich 
464,0 Mio Stckaktien im Umlauf. 

Dividendenvorschlag von 0,45  je Aktie 

Der Hauptversammlung am 21. Januar 2011 wird vorgeschlagen, fr das Geschftsjahr 2009/2010 
eine Dividende in Hhe von 0,45  je Stckaktie auszuschtten. Bezogen auf den Aktienkurs von 
23,92  am 30. September 2010 ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 1,9 %. Die Ausschttungsquote 
betrgt 26,1 % vom Jahresberschuss der ThyssenKrupp AG bzw. 25,4 % vom den 
Aktionren der ThyssenKrupp AG zurechenbaren Konzern-Jahresberschuss. 

0,45 * 
dividEndEnzahlung dEr thyssEnkrupp ag in  
2005/2006 
2006/2007 
2007/2008 
2008/2009 
2009/2010 
1,00 
1,30 
1,30 
0,30 
* Vorschlag an die Hauptversammlung 
Grundkapital in unvernderter Hhe 

Das Grundkapital betrgt unverndert 1.317.091.952,64 . Es ist in 514.489.044 auf den Inhaber 
lautende Stckaktien eingeteilt. Diese Aktien sind in Sammelurkunden verbrieft. Ein Anspruch des 
Aktionrs auf Verbriefung seiner Aktien ist durch die Satzung ausgeschlossen. Nach  19 der Satzung 
der ThyssenKrupp AG gewhrt jede Aktie eine Stimme. 

Weitere Internationalisierung der Aktionrsstruktur 

Eine wesentliche Aufgabe von Investor Relations bei ThyssenKrupp ist die gezielte Investorenansprache, 
um bestehende Aktionrskontakte zu pflegen und neue potenzielle Anleger zu gewinnen. Als Planungsgrundlage 
fr Roadshows und die Teilnahme an Investorenkonferenzen dient die zweimal im Jahr im 
Mrz und September durchgefhrte detaillierte Analyse der Aktionrsstruktur. Die jngste Analyse per 
Ende September 2010 hat ergeben, dass die Anzahl der identifizierten institutionellen Investoren mit 
ThyssenKrupp Aktien im Portfolio auf 434 gestiegen ist  gegenber 433 in der Analyse vom Mrz 2010. 

Dabei hat sich der seit einiger Zeit zu beobachtende Trend der weiteren Internationalisierung der 
Aktionrsbasis besttigt. Gegenber der Analyse im Mrz 2010 erhhten Anleger in Grobritannien, 
Irland und in Kontinentaleuropa (ohne Deutschland) ihren Anteil an der Gesellschaft weiter. Institutionelle 
Anleger in Grobritannien und Irland halten nun 10,3 % am Grundkapital (+0,9 Prozentpunkte). In 
Kontinentaleuropa werden 10,0 % am Grundkapital gehalten (+1,3 Prozentpunkte). Die bedeutendste 
Region dort ist nun Norwegen, nachdem der norwegische Staatsfonds den Anteil an ThyssenKrupp 
deutlich ausgebaut hat, gefolgt von Frankreich und der Schweiz. Der Anteil von nordamerikanischen 
Investoren am Grundkapital ist weitestgehend konstant geblieben und betrgt aktuell 9,7 % 
(0,3 Prozentpunkte). In Deutschland ansssige institutionelle Investoren halten 8,5 % vom Grundkapital 
(1,4 Prozentpunkte). 

Grter Aktionr ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen (AKBH-Stiftung). Die 
Stiftung ist mit einem Anteil von 25,33 % am Grundkapital der ThyssenKrupp AG beteiligt. 


ThyssenKrupp Investor Relations 
betont strker die Industrials-
Geschfte des Konzerns. 

an unsere aktionre ThyssenKrupp Aktie 79 

Nach Aktienrckkufen in den Geschftsjahren 2005/2006 und 2007/2008 hlt die 
ThyssenKrupp AG 50.094.707 eigene Aktien. Dies entspricht 9,74 % des Grundkapitals. Die eigenen 
Aktien sind weder stimm- noch dividendenberechtigt. Die Anzahl der ausstehenden Aktien betrug zum 
Ende des Berichtsjahres 464.394.337 Stck. Die Zunahme um 920.845 Stck gegenber Vorjahr ergab 
sich aus der Verwendung eigener Aktien fr Mitarbeiterprogramme im Geschftsjahr 2009/2010. 

Unter Bercksichtigung des Anteils der AKBH-Stiftung und der eigenen Aktien betrgt der 
Free Float oder Streubesitz, der in der Regel zur Gewichtung der ThyssenKrupp Aktie in Aktienindizes 
herangezogen wird, 64,93 % des Grundkapitals. 

In den vergangenen Jahren wurde die Aktionrsbasis deutlich verbreitert und vor allem weiter internationalisiert. 
Mittlerweile kommen 70 % der 20 grten institutionellen Investoren aus dem Ausland. 
Unsere Investor-Relations-Anstrengungen zur Erhhung des Bekanntheitsgrades von ThyssenKrupp auf 
den internationalen Kapitalmrkten greifen. 

Das Interesse an der ThyssenKrupp Aktie steigt 

In den letzten beiden Jahren ist die Anzahl der Analysten, die ThyssenKrupp beobachten und konkrete 
Anlageempfehlungen aussprechen, um 25 % auf 35 Analysten gestiegen. Zum Ende des Geschftsjahres 
2009/2010 haben gut 80 % dieser Analysten die ThyssenKrupp Aktie zum Kauf empfohlen. 
Erhebliches Wertpotenzial wird in den eingeleiteten strukturellen Verbesserungen sowie den neuen 
Stahlwerken in Brasilien und den USA gesehen. 

Allgemein ist das Interesse des Kapitalmarktes an der ThyssenKrupp Aktie nicht zuletzt auf Grund 
der eingeleiteten strukturellen und operativen Verbesserungen in den Handlungsfeldern Effizienz, 
Projekte und Portfolio weiter gestiegen. 

Auch die grere Transparenz im Zuge der neuen Konzernstruktur erfuhr vom Kapitalmarkt positive 
Resonanz. Analysten haben damit begonnen, bei ihren Anlageempfehlungen die Ertragsperspektiven 
unserer Industriegter-Aktivitten, der sogenannten Industrials, strker zu bercksichtigen. 

Die Aufteilung des ehemaligen Segments Steel in die Business Areas Steel Europe und Steel 
Americas sowie des ehemaligen Segments Technologies in die Business Areas Plant Technology, 
Components Technology sowie Marine Systems und die damit verbundene externe Offenlegung von 
bewertungsrelevanten Finanzkennzahlen ermglichen eine przisere Modellierung der einzelnen 
Geschftsfelder. Damit frdert die grere Transparenz auch eine angemessene Bewertung der 
ThyssenKrupp Aktie. Weitere Vorteile sind, dass nun der Hochlauf der neuen Stahlwerke anhand der zur 
Verfgung gestellten Finanzkennzahlen klar verfolgt und die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen 
Geschftsfelder von ThyssenKrupp noch besser mit denen der Wettbewerber verglichen werden knnen. 

Einhergehend mit der greren Transparenz ist die strkere Akzentuierung der Industrials-Geschfte 
ein Schwerpunkt der Marketing-Anstrengungen von Investor Relations am Kapitalmarkt. Schlielich 
haben diese Geschfte, wie beispielsweise Elevator Technology oder Plant Technology, in der jngsten 
Krise wesentliche Beitrge zur Sttzung des Konzernergebnisses geleistet bzw. verzeichnen, wie beispielsweise 
Components Technology, erhebliche Ergebnissteigerungen auf Grund der eingeleiteten 
strukturellen Verbesserungen. Hierzu wurden deren Equity Stories noch prgnanter aufbereitet; gezielt 
wurde auch der Kontakt mit entsprechenden Analysten und Fondsmanagern gesucht. Investor Relations 
ist dafr in Verbindung zu Brokern mit ausgewiesener Expertise insbesondere in Skandinavien getreten 
und nahm hufiger als frher an Konferenzen mit Industrials-Schwerpunkt teil. Insgesamt wurde die 
Teilnahme an Investorenkonferenzen um 50 % gegenber 2009 erhht; die ThyssenKrupp Aktie konnte 
einer Vielzahl neuer Investoren prsentiert werden. Die Kontakte mit Investoren insgesamt haben wir um 
mehr als 6 % auf ber 900 gesteigert. 


Unser Kapitalmarkt-Marketing 
fokussiert sich in erster Linie auf 
Europa und die usa. 

Einzelheiten: Seite 294 

Einen wichtigen Beitrag zur Ausweitung der Kontakte haben auch die sogenannten Field Trips 
geleistet, bei denen Gruppen von Fondsmanagern Gelegenheit haben, bei Werksfhrungen, kombiniert 
mit Gesprchen mit dem Management, Einblicke in das operative Geschft zur erhalten. Auch hier hat 
Investor Relations die Aktivitten unserer Division Technologies mehr in den Vordergrund gerckt. Die 
Anzahl der Materials und Industrials Field Trips hat sich gegenber Vorjahr auf insgesamt acht mehr als 
verdoppelt. 

Beim Shareholder Targeting  der strukturierten Pflege bestehender und gezielten Gewinnung neuer 
Investorenkontakte  hat Investor Relations die Fokussierung auf Finanzpltze mit hoher Finanzkraft 
fortgesetzt. Neben den europischen Destinationen in Deutschland, Grobritannien, der Schweiz, Frankreich, 
Italien, Spanien, sterreich sowie den skandinavischen Lndern werden wir knftig mit Nachdruck 
unser Kapitalmarkt-Marketing in den USA ausbauen. Die Ost- und Westkste sowie der mittlere Westen 
sind unsere Ziele. Die Ausweitung unseres operativen Geschfts in Nord-und Sdamerika mit den 
neuen Werken in Brasilien und den USA gibt uns gute Ansatzpunkte, die Aktionrsstruktur auch in diesen 
Regionen auszubauen. In So Paulo wurden deshalb bereits erste Investorengesprche gefhrt. 
Daneben behalten wir Kanada weiter im Blick. Mit Investoren in Asien stehen wir entweder ber Videokonferenzen 
oder ber in Europa ansssige Entscheidungstrger in Kontakt. 

Ein weiterer Schwerpunkt von Investor Relations ist der intensive persnliche Kontakt mit unseren 
Privatanlegern. Im Mittelpunkt des Dialogs stehen die jhrliche Hauptversammlung, aber auch eine 
Reihe von Unternehmensprsentationen vor privaten Anlegern in unterschiedlichen Regionen Deutschlands. 
Hierbei arbeiten wir in der Regel mit Aktionrsvereinigungen oder ortsansssigen Kreditinstituten 
zusammen. 

Wenn Sie Kontakt zum Corporate Center Investor Relations aufnehmen mchten oder sich ber die 
geplanten Termine des Finanzkalenders 2010/2011 informieren wollen, so finden Sie alle notwendigen 
Informationen auf Seite 294 dieses Geschftsberichts oder im Internet unter www.thyssenkrupp.com 
unter der berschrift Investor Relations. 


Konzernlagebericht
82 



S. 81 182 

85 Geschftsfelder und Organisationsstruktur 144 Gesellschaftliches Engagement 

Leistungsprofil, 85 UntersttzungvongemeinntzigenProjekten, 
144 
FhrungsverantwortungimKonzern, 
86 NetzwerkeundWissensaustausch, 
145 
ErklrungzurUnternehmensfhrung, 
87 
Vergtungsbericht, 87 146 Innovationen 
bernahmerechtlicheAngaben, 
87 Innovationsaufwendungen, 146 
ThyssenKruppHouseofInnovation, 
147 
91 Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie InnovationeninallenBusinessAreas, 
148 
StrategischePerspektiven, 
91 
Unternehmenssteuerung durch 152 Umwelt- und Klimaschutz 
wertorientiertesManagement, 
93 Umweltschutzaufwendungenweitererhht, 
152 
ThyssenKruppPLuS, 
97 Umwelt- und Klimaschutz-ManagementThyssenKruppbest, 
97 system, 153 

Querschnitt erfolgreicher Umwelt


100 berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern schutzprojekte, 153 
GesamtwirtschaftlicheRahmenbedingungen, 
100 UmweltundklimafreundlicheProdukte, 
155 
Branchenwirtschaftliche Rahmen-KlimaschutzmithohemStellenwert, 
156 
bedingungen, 101 
ThyssenKrupp  157 Mitarbeiter 
positive Geschftsentwicklung, 
104 Belegschaftsentwicklung, 157 
AbsatzmrkteundMarketing, 
109 Ausbildung, 158 
InvestitionenundNettoFinanzschulden, 
110 Altersteilzeit und betriebliche 
DerGeschftsverlaufimBerichtsjahr,
dieaktuelleLagedesKonzernsBeschaffung:
BedeutungdesEinkaufssteigt, 
111 Altersversorgung, 159 
Energie:GnstigeErdgasbezge, 
114 HochschulenundakademischerNachwuchs, 
159

sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der knftigen Entwicklung 

Zusammenfassende Bewertung des Vorstands ArbeitsschutzundGesundheitsvorsorge, 
160 
bildendieSchwerpunktedesKonzernlageberichts.
VonderNeuorganisazur 
wirtschaftlichen Entwicklung und Fhrungskrfteentwicklung, 161 
Zielerfllung, 116 VielfaltalspersonalpolitischesZiel, 
162

tiondesKonzernszum01.
Oktober2009undseinerstrategischenAus


richtung ber die Geschftsentwicklung in den acht Business Areas, die 117 
Geschftsverlauf in den Business Areas 163 Risikobericht 
SteelEurope, 
117 Risikomanagementeffizientorganisiert, 
163

technologische Kompetenz, die Mitarbeiterentwicklung und den Umwelt


SteelAmericas, 
120 ZentraleRisikofelderimFokus, 
166 
schutz bis zum Ausblick auf die kommenden zwei Geschftsjahre  daraus StainlessGlobal, 
122 Risiken der knftigen gesamtwirtschaftlichen 
MaterialsServices, 
124 Entwicklung, 171

ergibt sich ein aussagekrftiges Bild ber Ihr Unternehmen. 

Elevator Technology, 126 SpezifischeRisikenunsererAktivitten, 
171 
PlantTechnology, 
128 BestanddesKonzernsgesichert, 
174 
ComponentsTechnology, 
130 
MarineSystems, 
133 175 Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 
Bereich Corporate der ThyssenKrupp Ag, 
134 BesondereEreignissenachBilanzstichtag, 
175 
Konjunkturausblick, 175 
135 Finanz- und Vermgenslage Chancenbericht, 178 
Zentrale Finanzierung und Liquiditts-ErwarteteErtragslage, 
180 
sicherung, 135 ErwarteteFinanzundLiquidittslage, 
182 
AnalysederKapitalflussrechnung, 
136 
AnalysederBilanzstruktur, 
137 

Nicht bilanziertes Vermgen und auerbilanzielle 

Finanzierungsinstrumente, 140 

142 Nachhaltigkeit 

Nachhaltigkeitsmanagement, 142 
Nachhaltigkeitsaktivitten, 143 


Konzernlagebericht
SchondasoffenundtransparentgestalteteThyssenKruppQuartier


verrt,dasssichdasUnternehmenamStandortEssenbewusstals


CorporateCitizen,
alsTeilderGemeinschaftsieht.
Dieffentlichkeit


ist eingeladen, das Gelnde zu entdecken; gleichzeitig engagiert sich 

dasUnternehmeninderGesellschaft.
DieFrderungvonBildung


und Ausbildung sowie das Engagement fr eine saubere Umwelt und 
eine lebenswerte Region sind nur zwei Beispiele dafr. 

Entwicklung von Technologien zurEinsparung von Ressourcen und Energie 


Der Energieverbrauch im ThyssenKrupp Quartier liegt 
20 bis 30%unter den gesetzlichen Anforderungen 
3.000 
hoch qualifizierte Arbeitspltze kommen 
nach Essen, ein Vielfaches an indirekten Arbeits-
pltzen entsteht darber hinaus in der Region 
Stdtebaulicher Gewinn durch 
neue Freiflchen und Grnzonen 
Das Quartier wurde durch die Deutsche 
Gesellschaft fr Nachhaltiges Bauen (DGNB)
mit dem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet 
Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur durch zustzliche Verkehrsflchen und Haltestellen 
-20 bis -30 % 
Mitarbeiter und Brger gleichermaen 
Schaffung grozgiger Grn- undErholungsflchen auf dem Gelnde fr

Wirtschaftliche Strkung desWirtschaftsstandorts Ruhr und 
Bekenntnis zur Region 

Frderung von Bildung undAusbildung, Schulen, Universitten 


Aufwertung der Infrastrukturund Verkehrswege 


MehrberdasThyssenKruppQuartiererfahrenSieimMagazinabSeite 
04. 


KonzernLagebericht 
Geschftsfelder und Organisationsstruktur 

Geschftsfelder und Organisationsstruktur 


Mit innovativer Leistungspalette, effizienter Organisation und klarer Fhrungsstruktur 
stellt sich ThyssenKrupp den Herausforderungen der Mrkte und den Ansprchen der 
internationalen Kunden. Unsere stndig verbesserten Produkte, die gleichermaen Wirtschaftlichkeit 
und technische Qualitt verbinden, markieren intelligente Fortschritte rund 
um Werkstoffe und Technologiegter, die beiden groen Aktivittsfelder des Konzerns. 

Leistungsprofil 

Kundenoptimierte Stahlqualitten aller Art, aber auch Kunststoffe oder Aluminium gehren zum Werkstoffangebot 
von ThyssenKrupp fr Geschftspartner in rund 80 Lndern der Welt. Hinzu kommen Technologiegter 
wie Aufzge und Fahrtreppen, komplette Industriekomplexe, Komponenten beispielsweise 
fr Fahrzeugbau und Windturbinen sowie moderne Marinetechnik. Mehr als 177.000 Mitarbeiter auf 
allen fnf Kontinenten setzen sich in Produktion und Dienstleistungen tglich fr die Bedrfnisse unserer 
zumeist industriellen Kunden ein. 

ThyssenKrupp Konzern 

Corporate Headquarter 

ThyssenKrupp AG 

Business Areas 

Division Materials Division Technologies 
Steel 
Europe 
Steel 
Americas 
Stainless 
Global 
Materials 
Services 
Elevator 
Technology 
Plant 
Technology 
Components 
Technology 
Marine 
Systems 
ThyssenKrupp Business Services 
ThyssenKrupp IT Services 
Business Services 


Einzelheiten: Seiten 256278 


Einzelheiten: Seiten 9199 

Organisationsstruktur 

ThyssenKrupp hat zum 01. Oktober 2009 eine neue Konzernorganisation eingefhrt. Die frher in fnf 
Segmenten zusammengefassten Aktivitten bndeln sich nun in acht Business Areas mit jeweils mehreren 
Operating Units. Als inhaltliche Klammern beschreiben zwei Divisions  Materials und Technologies  
die strategische Ausrichtung des Konzerns. Die Business Areas und ihre Konzernunternehmen operieren 
selbststndig am Markt, whrend die ThyssenKrupp AG als Corporate Headquarter den Konzern strategisch 
steuert. 

Zustzlich erbringen zwei Business-Services-Gesellschaften standardisierte konzernweite Dienstleistungen 
fr alle Konzernunternehmen; es sind beispielsweise Teile des Rechnungswesens und der IT 
oder die Entgeltabrechnung. Neben den strategischen Aufgaben ist das Corporate Headquarter Schnittstelle 
des Konzerns zu weiten Bereichen des Unternehmensumfeldes, insbesondere dem Kapitalmarkt 
und den Aktionren, der Politik und der interessierten ffentlichkeit. 

Die neue Organisation hat sich erfolgreich bewhrt und bereits im ersten Jahr die Wirtschaftlichkeit 
und die strategische Schlagkraft des Konzerns verbessert; sie hat die Geschftsttigkeit des Konzerns 
strker fokussiert und schlankere, effizientere Strukturen geschaffen. Damit knnen wir operative sowie 
strategische Manahmen unmittelbarer umsetzen und schneller auf den Markt und die Wnsche der 
Kunden reagieren. 

Seit Grndung 1999 ist die ThyssenKrupp AG eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit 
einem Doppelsitz in Duisburg und Essen. Nach Essen, in das neue ThyssenKrupp Quartier, konnte im 
Sommer 2010 auch die Verwaltung umziehen, die sich vorher zum grten Teil in Dsseldorf befand. 
Nach dreijhriger Bauzeit war in Essen der architektonisch anspruchsvolle Campus fertiggestellt worden. 
Er gehrt zu den grten urbanen Broprojekten, die in den letzten Jahren in Deutschland realisiert 
wurden. Mit dem Umzug wurde die im Oktober 2009 gestartete Reorganisation der Holding auch rumlich 
weitgehend abgeschlossen. Die Konzentration der Verwaltung an einem Standort ermglicht neben 
betrchtlichen Kostenvorteilen auch eine bessere Kommunikation der Mitarbeiter und krzere Entscheidungswege. 


In Berlin und Brssel sowie an weiteren 30 Standorten in der Welt hat ThyssenKrupp eigene Konzernreprsentanten. 
Sie sind als profunde Kenner des regionalen Marktes wichtige Ansprechpartner fr 
unsere Kunden und Konzernunternehmen. 

Der ThyssenKrupp AG gehren direkt oder indirekt etwa 830 Unternehmen und Beteiligungen in 
rund 80 Lndern. Einzelheiten zu unserem Anteilsbesitz finden Sie auf den Seiten 256278. ber zwei 
Drittel der weltweit 2.300 Produktionssttten, Bros und Servicesttzpunkte des Konzerns liegen auerhalb 
Deutschlands. Der grte unserer mehr als 1.200 Standorte ist Duisburg mit ber 17.000 Mitarbeitern. 
Auf dem zweiten Platz folgt So Paulo, Brasilien, mit mehr als 10.000 und auf dem dritten Dover, 
USA, mit 6.500 Beschftigten. 

Fhrungsverantwortung im Konzern 

Der Vorstand der ThyssenKrupp AG legt die Strategie fr die Konzernentwicklung fest und steuert die 
konzernweiten Zentralfunktionen sowie die Business Areas. Unter seiner Verantwortung arbeiten auch 
die Initiativen zum Wertmanagement, mit denen die nachhaltige Entwicklung des Unternehmenswertes 
optimiert wird. Nheres zu unserer Strategie, zu ThyssenKrupp PLuS und ThyssenKrupp best finden Sie 
auf den Seiten 9199. Neben der Ressortverantwortung sind die Vorstandsmitglieder fr einzelne Weltregionen 
zustndig, was die internationale Prsenz des Konzerns frdert. Persnliche Marktkenntnisse 
sowie spezielles Wissen um Kunden und Kulturen bestimmen diese regionalen Schwerpunkte. 


Einzelheiten: Seiten 161162 


Einzelheiten: Seiten 5863 


Einzelheiten: Seiten 6774 

KonzernLagebericht Geschftsfelder und Organisationsstruktur 87 

Eine wichtige Aufgabe des gesamten Vorstands ist es, herausragende Nachwuchskrfte fr die 
Top-Fhrungspositionen zu frdern und ihnen zunehmend mehr Verantwortung zu bertragen. Die 
Nachwuchskrfte sollen neue Erfahrungen in unterschiedlichen Aufgaben und Lndern sammeln, um 
ihre fachliche wie auch interkulturelle Kompetenz zu strken. Zur Managemententwicklung und der 
Aufgabe des Vorstands dabei berichten wir ausfhrlich auf den Seiten 161162. 

Erklrung zur Unternehmensfhrung 

Die nach  289a HGB abzugebende Erklrung zur Unternehmensfhrung ist im Corporate-Governance-
Bericht auf den Seiten 58-63 enthalten. Sie steht auch im Internet unter www.thyssenkrupp.com/de/ 
investor/kodex-bericht.html zur Verfgung. 

Vergtungsbericht 

Der Vergtungsbericht ist im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 6774 enthalten und Bestandteil 
des Konzernlageberichts. 

bernahmerechtliche Angaben 

Im Folgenden sind die nach  315 Abs. 4 HGB geforderten bernahmerechtlichen Angaben zum 30. September 
2010 dargestellt. 

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals 

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der ThyssenKrupp AG betrgt unverndert 1.317.091.952,64  
und ist in 514.489.044 auf den Inhaber lautende Stckaktien eingeteilt. Jede Aktie gewhrt gleiche 
Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. 

10 % der Stimmrechte berschreitende Kapitalbeteiligungen 

Es besteht eine direkte Beteiligung am Kapital der Gesellschaft, die 10 % der Stimmrechte berschreitet: 
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen, hat die ThyssenKrupp AG informiert, 
dass sie zum 30. September 2010 rund 25,33 % der Stimmrechtsanteile an der ThyssenKrupp AG hlt. 

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder, Satzungsnderungen 

Die Ernennung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstands der ThyssenKrupp AG ergeben sich 
aus den  84, 85 AktG und  31 MitbestG in Verbindung mit  6 der Satzung. Die nderung der Satzung 
wird von der Hauptversammlung mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschlussfassung 
vertretenen Grundkapitals beschlossen; die  179 ff. AktG sind anwendbar. Nach  11 Abs. 9 
der Satzung ist der Aufsichtsrat ermchtigt, Satzungsnderungen, die nur die Fassung betreffen, zu beschlieen. 
Der Aufsichtsrat ist ferner ermchtigt, die Fassung des  5 der Satzung (Grundkapital und 
Aktien) entsprechend der jeweiligen Ausnutzung des genehmigten Kapitals anzupassen; falls das genehmigte 
Kapital bis zum 18. Januar 2012 nicht oder nicht vollstndig ausgenutzt sein sollte, kann er 
die Fassung des  5 ebenfalls anpassen. 


Die von der Hauptversammlung 2010 

erteilte Ermchtigung zum Erwerb 

eigener Aktien gilt bis zum 20. Januar 
2015. 

Befugnisse des Vorstands zur Aktienausgabe 

Gem  5 Abs. 5 der Satzung ist der Vorstand ermchtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 

18. Januar 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats um bis zu 500 Mio  durch Ausgabe von bis zu 
195.312.500 neuen, auf den Inhaber lautenden Stckaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal 
oder mehrmals zu erhhen (genehmigtes Kapital). 
Er kann das Bezugsrecht der Aktionre mit Zustimmung des Aufsichtsrats in folgenden Fllen ausschlieen: 


. 
fr Spitzenbetrge, die sich auf Grund des Bezugsverhltnisses ergeben; 

. 
um Inhabern von im Zeitpunkt der Ausbung des genehmigten Kapitals umlaufenden Wandel- 
und/oder Optionsrechten bzw. einer Wandlungspflicht aus von der Gesellschaft oder ihren Konzernunternehmen 
bereits begebenen oder knftig zu begebenden Wandel-und/oder Optionsschuldverschreibungen 
ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzurumen, wie es ihnen nach Ausbung 
der Wandel- und/oder Optionsrechte bzw. nach Erfllung einer Wandlungspflicht als Aktionren 
zustehen wrde; 

. 
wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien den Brsenpreis der bereits brsennotierten Aktien zum 
Zeitpunkt der endgltigen Festlegung des Ausgabepreises nicht wesentlich unterschreitet und die 
ausgegebenen Aktien insgesamt 10 % des Grundkapitals weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens 
noch im Zeitpunkt der Ausbung dieser Ermchtigung berschreiten; 

. 
bei Kapitalerhhungen gegen Sacheinlagen. 

Auf die Kapitalgrenze von 10 % ist die Veruerung eigener Aktien anzurechnen, sofern sie whrend der 
Laufzeit dieser Ermchtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gem  186 Abs. 3 Satz 4 AktG 
erfolgt. Aktien, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- und/oder Optionsrechten 
bzw. einer Wandlungspflicht ausgegeben werden bzw. auszugeben sind, sind ebenfalls auf die Kapitalgrenze 
von 10 % anzurechnen, sofern die Schuldverschreibungen whrend der Laufzeit dieser Ermchtigung 
unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des  186 Abs. 3 Satz 4 AktG 
ausgegeben werden. Der Vorstand ist ermchtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats den weiteren Inhalt 
und die Bedingungen der Aktienausgabe festzulegen. 

Befugnisse des Vorstands zum Aktienrckkauf 

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Januar 2010 wurde die Gesellschaft bis zum 20. Januar 
2015 ermchtigt, eigene Aktien bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden 
Grundkapitals in Hhe von 1.317.091.952,64  zu erwerben. Die Ermchtigung kann ganz oder in Teilbetrgen, 
einmal oder mehrmals, zu einem oder zu mehreren Zwecken durch die Gesellschaft oder 
durch Dritte fr Rechnung der Gesellschaft ausgebt werden. Der Erwerb erfolgt nach Wahl des Vorstands 
ber die Brse oder mittels eines ffentlichen Kaufangebots bzw. mittels einer ffentlichen Aufforderung 
zur Abgabe eines solchen Angebots oder unter Einsatz von Eigenkapitalderivaten (Put- oder 
Call-Optionen oder einer Kombination aus beiden). Der fr den Erwerb der Aktien gezahlte Gegenwert je 
Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) darf den am Brsenhandelstag durch die Erffnungsauktion ermittelten 
Kurs im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) um nicht mehr als 5 % 
ber- oder unterschreiten. 


Die erworbenen eigenen Aktien 
knnen zu allen gesetzlich 
zugelassenen Zwecken verwendet 

werden. 


KonzernLagebericht 
Geschftsfelder und Organisationsstruktur 89 

Bei einem Erwerb ber ein ffentliches Kaufangebot bzw. einer ffentlichen Aufforderung zur 
Abgabe eines Kaufangebots drfen der gebotene Kaufpreis oder die Grenzwerte der Kaufpreisspanne je 
Aktie (ohne Erwerbsnebenkosten) den Durchschnitt der Schlusskurse im Xetra-Handelssystem (oder 
einem vergleichbaren Nachfolgesystem) an den drei Brsenhandelstagen vor dem Tag der Verffentlichung 
des Angebots bzw. der ffentlichen Aufforderung zur Angebotsabgabe um nicht mehr als 10 % 
ber- oder unterschreiten. 

Ergeben sich nach der Verffentlichung eines Kaufangebots bzw. der ffentlichen Aufforderung zur 
Angebotsabgabe erhebliche Abweichungen des mageblichen Kurses, kann das Angebot bzw. die Aufforderung 
zur Angebotsabgabe angepasst werden. In diesem Fall wird auf den Durchschnittskurs der 
drei Brsenhandelstage vor der Verffentlichung einer etwaigen Anpassung abgestellt. Das Kaufangebot 
bzw. die Aufforderung zur Angebotsabgabe kann weitere Bedingungen vorsehen. Wenn das Kaufangebot 
berzeichnet ist oder wenn im Fall einer Aufforderung zur Angebotsabgabe von mehreren gleichwertigen 
Angeboten nicht smtliche angenommen werden, muss die Annahme nach Quoten erfolgen. 
Eine bevorrechtigte Annahme geringer Stckzahlen bis zu 100 Stck zum Erwerb angebotener Aktien je 
Aktionr kann vorgesehen werden. 

Bei Erwerb eigener Aktien mittels Eigenkapitalderivaten drfen Optionen nur mit Aktien bedient 
werden, die unter Wahrung der Gleichbehandlungsgrundstze erworben wurden. Die Laufzeit der Optionen 
muss sptestens am 20. Januar 2015 enden. Jeder Erwerb eigener Aktien unter Verwendung von 
Eigenkapitalderivaten ist dabei auf Aktien im Umfang von hchstens 5 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung 
der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft beschrnkt. Das 
Recht der Aktionre, Optionsgeschfte mit der Gesellschaft abzuschlieen, ist in entsprechender Anwendung 
von  186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgeschlossen. 

Der Vorstand ist ermchtigt, die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen 
Zwecken zu verwenden; insbesondere kann er die Aktien einziehen, in anderer Weise als ber die Brse 
oder durch ein Angebot an die Aktionre sowie gegen Sachleistung veruern, zur Erfllung von 
Umtauschrechten aus von der Gesellschaft oder von Konzernunternehmen begebenen Wandelschuldverschreibungen 
verwenden und an Mitarbeiter der Gesellschaft und mit ihr verbundener Unternehmen 
sowie an Mitglieder der Geschftsfhrung verbundener Unternehmen ausgeben und zur Bedienung von 
Rechten auf Erwerb oder Pflichten zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft, die dem vorgenannten 
Personenkreis eingerumt wurden, verwenden. Der Aufsichtsrat ist ermchtigt, die erworbenen eigenen 
Aktien zur Bedienung von Rechten auf Erwerb oder Pflichten zum Erwerb von Aktien der Gesellschaft zu 
verwenden, die Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft eingerumt wurden. In den fnf letztgenannten 
Fllen ist das Bezugsrecht der Aktionre ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat kann bestimmen, 
dass Manahmen des Vorstands auf Grund dieser Ermchtigung zum Erwerb und zur Verwendung 
eigener Aktien nur mit seiner Zustimmung vorgenommen werden drfen. 

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 23. Januar 2009 wurde der Vorstand bis zum 22. Januar 
2014 ermchtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats folgende Manahmen zu ergreifen: 

. 
auf den Inhaber lautende Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 2 Mrd  zu begeben 
und den Inhabern von Schuldverschreibungen Umtauschrechte auf bis zu 50 Mio eigene, auf den 
Inhaber lautende Stckaktien der ThyssenKrupp AG mit einem anteiligen rechnerischen Betrag am 
Grundkapital von bis zu 128 Mio  zu gewhren (Wandelschuldverschreibungen); 

. 
das Bezugsrecht der Aktionre auf die Wandelschuldverschreibungen auszuschlieen, und zwar (1) 
fr Spitzenbetrge, die sich auf Grund des Bezugsverhltnisses ergeben, (2) sofern die Wandelschuldverschreibungen 
gegen Barzahlung ausgegeben werden und auch der Ausgabepreis fr die 
Wandelschuldverschreibungen den nach anerkannten finanzmathematischen Methoden ermittelten 
theoretischen Marktwert nicht wesentlich unterschreitet oder (3) zur Gewhrung eines Bezugsrechts 


an Inhaber von Wandlungsrechten aus begebenen Schuldverschreibungen in dem Umfang, wie es 
ihnen nach Ausbung des Wandlungsrechts zustehen wrde. Der Wandlungspreis fr eigene Aktien 
darf 80 % des Durchschnitts nicht unterschreiten, der sich errechnet aus den Schlusskursen im Xetra-
Handelssystem an den drei Brsenhandelstagen vor dem Tag der ffentlichen Ankndigung eines 
Angebots zur Zeichnung von Wandelschuldverschreibungen bzw. vor Abgabe der Annahmeerklrung 
durch die Gesellschaft nach einer ffentlichen Aufforderung zur Abgabe von Zeichnungsangeboten. 
Der Vorstand legt die Bedingungen fr das Wandlungsrecht fest. 

Wesentliche konditionierte Vereinbarungen der Gesellschaft 

Die ThyssenKrupp AG ist Vertragspartei folgender Vereinbarungen, die bestimmte Bedingungen fr den 
Fall eines Kontrollwechsels infolge eines bernahmeangebots beinhalten: 

. 
Die Gesellschaft hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag ber eine fest zugesagte Kreditlinie 
in Hhe von 2,5 Mrd  abgeschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekndigt und alle 
ausstehenden Kreditziehungen knnen fllig gestellt werden, wenn die Gesellschaft eine Tochtergesellschaft 
einer anderen juristischen oder natrlichen Person wird und dies von einer Bankengruppe, 
die mehr als 50 % der Kreditlinie reprsentiert, verlangt wird. In Anspruch genommene Kreditbetrge 
mssten dann sofort getilgt werden; fr neue Inanspruchnahmen stnde die Kreditlinie nicht mehr zur 
Verfgung. 

. 
Die Gesellschaft hat mit der European Investment Bank, Luxemburg, einen Vertrag ber ein Frderdarlehen 
in Hhe von 210 Mio  abgeschlossen. Dieser Vertrag kann mit sofortiger Wirkung gekndigt 
werden, wenn eine oder mehrere Personen (auer der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-
Stiftung) in Abstimmung untereinander mittelbar oder unmittelbar die Kontrolle ber die Gesellschaft 
erlangen (Kontrollwechsel). Dabei ist unter Kontrolle das Recht zu verstehen, durch Eigentmerschaft 
am stimmberechtigten Kapital, auf Grund Vertrag oder auf andere Weise die Unternehmensfhrung 
und -politik der Gesellschaft bestimmen zu knnen. Im Falle einer Kndigung auf Grund eines Kontrollwechsels 
ist das Darlehen zu einem von der European Investment Bank festgelegten Termin, 
jedoch nicht frher als 30 Tage nach der Kndigung, zurckzuzahlen. 

. 
Die Gesellschaft hat im Geschftsjahr 2008/2009 eine Anleihe im Volumen von 1 Mrd  begeben 
sowie eine Privatplatzierung ber 100 Mio  durchgefhrt. Sie ist des Weiteren Garantin der 2008/2009 
begebenen weiteren Anleihen ihrer Tochtergesellschaft ThyssenKrupp Finance Nederland B.V. im 
Volumen von insgesamt 2 Mrd . Ein Kontrollwechsel, das heit Erwerb von mehr als 50 % des 
Grundkapitals bzw. mehr als 50 % der stimmberechtigten Aktien der ThyssenKrupp AG durch einen 
Dritten, kann unter bestimmten Voraussetzungen zur vorzeitigen Tilgung der Rckzahlungsbetrge 
einschlielich Zinsen fhren. 

. 
Die Gesellschaft ist Partei einer Gesellschaftervereinbarung bezglich der Atlas Elektronik GmbH 
(Joint Venture), die eine Call-Option zugunsten des Mitgesellschafters EADS Deutschland GmbH auf 
bestimmte Vermgenswerte und Verbindlichkeiten des Joint Ventures zum Marktpreis fr den Fall 
vorsieht, dass ein Wettbewerber des Joint Ventures oder des Mitgesellschafters direkt oder indirekt 
ein controlling interest an der Gesellschaft erwirbt. Wird die Call-Option ausgebt, besteht ein Recht 
auf bernahme aller Anteile des Mitgesellschafters am Joint Venture durch die ThyssenKrupp Technologies 
AG (heute firmierend als ThyssenKrupp Technologies Beteiligungen GmbH) zum Marktpreis 
plus 5 % Aufschlag. Wird die Call-Option nicht ausgebt, hat der Mitgesellschafter seinerseits eine 
Put-Option auf die Anteile des Joint Ventures zu den genannten Kaufpreiskonditionen. 


KonzernLagebericht Geschftsfelder und Organisationsstruktur / Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 91 

Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 


Neue Mrkte und neue Technologien bilden zentrale Schlssel unserer Vorwrtsstrategie. 
Mit stndig optimiertem Portfolio und immer hherer Effizienz wollen wir uns und unseren 
Kunden hierbei neue Perspektiven erschlieen. Schon heute hat sich die Neuorganisation 
des Konzerns bewhrt und zustzliche Durchsetzungskraft gebracht. Wir haben die Wirt- 
schafts- und Finanzkrise als Chance genutzt. 


Die neue Konzernorganisation 

hat sich bewhrt. 

Strategische Perspektiven 

ThyssenKrupp ist ein integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern. Seine beiden Divisions Materials 
und Technologies bilden die inhaltliche Klammer um die acht Business Areas, in denen sich die Kompetenzfelder 
des ThyssenKrupp Konzerns widerspiegeln. 

Krise als Chance genutzt 

Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise haben die Entwicklung von 
ThyssenKrupp stark beeintrchtigt. Allerdings haben wir uns schnell auf die vernderten Rahmenbedingungen 
eingestellt und ein konsequentes Manahmenprogramm realisiert. Deshalb geht 
ThyssenKrupp gestrkt aus der Krise hervor. 

. 
Unsere zahlreichen Effizienzsteigerungs- und Restrukturierungsmanahmen hatten bereits 
2008/2009 nachhaltige Kosteneinsparungen in Hhe von rund 0,8 Mrd  erzielt. Im Berichtsjahr 
konnten wir diesen Wert weiter auf rund 1,5 Mrd  steigern. 

. 
Die mit Beginn des Berichtsjahres neu eingefhrte Konzernorganisation hat die Weichen fr eine 
straffere Fhrung und hhere Schlagkraft gestellt und orientiert sich an der Leitlinie, strategisch zentraler 
und operativ dezentraler zu fhren. Schon jetzt zeigt sich, dass die schlankeren und effizienteren 
Strukturen uns ermglichen, marktnher zu agieren und strategische wie operative Manahmen 
unmittelbarer umzusetzen. 

Wir haben die Umsetzung der strategischen Projekte in Brasilien und den USA flexibel angepasst. 


KonzernLagebericht Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 93 


Wir wollen den Unternehmenswert 
systematisch und kontinuierlich 

steigern. 

Unternehmenssteuerung durch wertorientiertes Management 

Zur Fhrung und Steuerung des Konzerns setzen wir ein wertorientiertes Managementsystem ein. Unser 
Ziel ist dabei, den Unternehmenswert systematisch und kontinuierlich zu steigern  durch wertsteigerndes 
Wachstum und Konzentration auf Geschftsfelder, die hinsichtlich ihrer Wettbewerbsposition und 
Leistungsfhigkeit die besten Entwicklungschancen bieten. Zu den wichtigen Elementen dieses Managementsystems 
zhlen ein integriertes Controllingkonzept, wertorientierte Kennzahlen zur Steuerung 
sowie umfassende Manahmen mit den Hebeln wertsteigerndes Wachstum, Effizienzsteigerung und 
optimierte Kapitalbindung. 

Integriertes Controllingkonzept gewhrleistet konzernweite Transparenz 

Mit unserem integrierten Controllingkonzept steuern und koordinieren wir die Aktivitten aller Konzernbereiche. 
Es untersttzt die dezentrale operative Verantwortung, gewhrleistet eine konzernweite Transparenz 
und zielt darauf ab, den Unternehmenswert durch die berbrckung operativer und strategischer 
Lcken zwischen dem Ist-Zustand und einem wettbewerbsorientierten Zielanspruch zu steigern. Qualitativ 
hochwertige Berichterstattungssysteme fr Ist-und Planungsrechnungen verknpfen zeitnah strategische 
und operative Elemente; eine regelmige, manahmenorientierte Kommunikation ergnzt diese 
Berichte. Alle Managementprozesse orientieren sich an den Steuerungskennzahlen des wertorientierten 
Managements, die als Messgren fr den wirtschaftlichen Erfolg auch Bestandteile der variablen Vergtungskomponenten 
fr die verantwortlichen Fhrungskrfte sind. 

ThyssenKrupp Value Added: Wertorientierte Konzernsteuerungsgre 

Die zentrale Steuerungskennzahl fr unser wertorientiertes Management ist der ThyssenKrupp Value 
Added (TKVA), der den in einer Periode geschaffenen Wert auf allen Ebenen des Konzerns misst. Er 
errechnet sich aus dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) abzglich der Kapitalkosten. Die Kapitalkosten 
reprsentieren die Renditeerwartungen fr das Eigen- und das Fremdkapital. Sie entsprechen 
dem Produkt aus dem gewichteten durchschnittlichen Kapitalkostensatz (Weighted Average Cost of 
Capital, WACC) und dem durchschnittlich gebundenen Kapital (Capital Employed, CE). Das Capital 
Employed ist definiert als investiertes Anlagevermgen zuzglich des Net Working Capital und stellt das 
im operativen Geschft gebundene Kapital dar. 

Berechnung des ThyssenKrupp value added (TKva) 

Umsatz 

EBIT 


 

Kosten 

TKVA 

 

Anlagevermgen 

+

 

Kapitalkostensatz Capital Employed 

Net Working Capital 


Einzelheiten: Seiten 9799 

WACC als der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz ist der Mindestverzinsungsanspruch 
unserer Kapitalgeber. Er wird auf Vorsteuerbasis ermittelt und setzt sich aus dem gewichteten Eigen-
und Fremdkapitalkostensatz sowie dem Zinssatz fr Pensionsrckstellungen zusammen: 

. 
Der Eigenkapitalkostensatz unseres Konzerns orientiert sich am Ertrag aus einer risikolosen Alternativanlage 
zuzglich einer Marktrisikoprmie, wobei das spezifische Risiko von ThyssenKrupp in Relation 
zum Gesamtmarkt bercksichtigt wird. Der auf dieser Basis berechnete Eigenkapitalkostensatz 
entspricht einem Kostensatz nach Steuern. Da die Kapitalkosten bei ThyssenKrupp auf Vorsteuerbasis 
ermittelt werden, wird eine Steuerkorrektur vorgenommen. 

. 
Der Fremdkapitalkostensatz (Kosten fr Finanzschulden) ergibt sich aus der Verzinsung einer als 
risikolos definierten Alternativanlage zuzglich eines unternehmensspezifischen Risikozuschlags. 

. 
Als Zinssatz fr Pensionsrckstellungen wird der gewichtete Fnf-Jahres-Durchschnitt der Diskontierungsstze 
fr rckstellungsfinanzierte Pensionsplne und Gesundheitsfrsorgeverpflichtungen zu 
Grunde gelegt. 

Auf Basis dieser Einflussfaktoren lag der gewichtete durchschnittliche Kapitalkostensatz fr den 
Konzern im Geschftsjahr 2009/2010 bei 8,5 %. Fr die Business Areas wurden spezifische Kapitalkostenstze 
unterstellt, die die geschftsspezifischen Risikostrukturen widerspiegelten. Die Kapitalkostenstze 
fr die Business Areas betrugen im Berichtsjahr: 

KapiTalKosTensTze der Business areas in % 
Steel Europe 9,0 
Steel Americas 9,0 
Stainless Global 9,0 
Materials Services 8,5 
Elevator Technology 8,0 
Plant Technology 9,0 
Components Technology 9,0 
Marine Systems 9,0 

Da sich das wirtschaftliche Umfeld stndig ndert, berprfen wir die Kapitalkostenstze regelmig 
auf ihre Aktualitt, um sie bei Bedarf anzupassen. 

Hebel des Wertmanagements: Wachstum, Effizienz, Kapitalbindung 

Eine Steigerung des TKVA ist ber drei Hebel mglich: wertsteigerndes Wachstum, Erhhung der operativen 
Effizienz und Optimierung der Kapitalbindung. Einen wesentlichen Beitrag zum wertsteigernden 
Wachstum und damit zur Steigerung des Unternehmenswertes leisten Investitionsprojekte, die Renditen 
oberhalb ihrer Kapitalkosten erwirtschaften. Zur Erhhung der operativen Effizienz hat in den letzten 
beiden Geschftsjahren das Manahmenprogramm ThyssenKrupp PLuS erheblich beigetragen  insbesondere 
mit nachhaltigen Manahmen zur Kostensenkung. Auch das Wertsteigerungsprogramm 
ThyssenKrupp best stellte einen sehr wichtigen Baustein dar. Beide Programme sind auf den Seiten 
9799 nher beschrieben. Die Kapitalbindung als dritter Hebel zur Steigerung des TKVA lsst sich 
dadurch verbessern, dass wir uns aus Geschftsfeldern zurckziehen, in denen sich z.B. die Kapitalkosten 
nicht erwirtschaften lassen. Ein anderer Weg sind gezielte Programme zur Mittelfreisetzung, z.B. zur 
Optimierung des Net Working Capital, also zur Reduzierung des im Unternehmen eingesetzten Capital 
Employed bei nahezu unverndertem EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen). Die nachfolgenden Tabellen 
zeigen die Entwicklung des TKVA und seiner Komponenten in den letzten beiden Geschftsjahren: 


Ko nz e r n L ag e b e r i c h t U n te r n eh m e n s s te u e r u n g  Z i e l e u n d S t ra te g i e 95 
KONZERNLAGEBERICHT Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 95 
KOMPONENTEN DES THYSSENKRUPP VALUE ADDED (TKVA) 
2008/2009 
EBIT 
(Mio ) 
Capital 
Employed 
(Mio ) 
ROCE 
(%) 
Kapitalkosten 
(%) 
Spread 
(%-Punkte) 
TKVA 
(Mio ) 
Konzern  1.663 20.662  8,1 8,5  16,6  3.419 
Davon: 
Steel Europe  134 5.864  2,3 9,0  11,3  662 
Steel Americas  77 3.475  2,2 9,0  11,2  389 
Stainless Global  864 3.240  26,7 9,0  35,7  1.156 
Materials Services  211 3.943  5,4 8,5  13,9  546 
Elevator Technology 571 1.555 36,7 8,0 28,7 446 
Plant Technology 163 1.294 28,8 9,0 19,8 256 
Components 
Technology  396 3.011  13,2 9,0  22,2  667 
Marine Systems  543 409  9,0   577 
2009/2010 
EBIT 
(Mio ) 
Capital 
Employed 
(Mio ) 
ROCE 
(%) 
Kapitalkosten 
(%) 
Spread 
(%-Punkte) 
TKVA 
(Mio ) 
Vernderung 
TKVA 
(Mio ) 
Konzern 1.787 20.590 8,7 8,5 0,2 37 3.456 
Davon: 
Steel Europe 709 5.236 13,5 9,0 4,5 238 900 
Steel Americas  145 6.256  2,3 9,0  11,3  708  319 
Stainless Global  51 2.975  1,7 9,0  10,7  318 838 
Materials Services 462 3.051 15,1 8,5 6,6 202 748 
Elevator Technology 578 1.356 42,6 8,0 34,6 469 23 
Plant Technology 249 1.252 38,4 9,0 29,4 368 112 
Components 
Technology 252 2.639 9,6 9,0 0,6 15 682 
Marine Systems 48 378 17,3 9,0 8,3 31 608 
Positiver Wertbeitrag erzielt 
Im abgelaufenen Geschftsjahr hat ThyssenKrupp einen positiven Wertbeitrag erwirtschaftet. Der TKVA 
 ThyssenKrupp Value Added  betrug 37 Mio . Im Vorjahr war er mit -3.419 Mio  stark negativ. Fr 
den Turnaround waren zwei Faktoren magebend: Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) des 
ThyssenKrupp Konzerns stieg 2009/2010 nach dem Vorjahresverlust von -1.663 Mio  auf 1.787 Mio , 
whrend gleichzeitig das durchschnittlich gebundene Capital Employed nahezu unverndert blieb. Der 
ROCE erhhte sich demzufolge auf 8,7 % und lag damit ber den fr den Konzern relevanten Kapitalkosten 
von 8,5 %. 
Zu dem TKVA des Konzerns haben die einzelnen Business Areas unterschiedlich beigetragen. Bis 
auf Steel Americas und Stainless Global leisteten 2009/2010 alle Business Areas positive Wertbeitrge. 
Zum Anstieg der Wertbeitrge hat zum einen die bessere Geschftslage beigetragen, in deren Folge sich 
in den Business Areas das EBIT und entsprechend der ROCE erhhten. Zum anderen wurden die eingeleiteten 
Restrukturierungsmanahmen konsequent umgesetzt. Den hchsten TKVA verzeichnete Elevator 
Technology mit 469 Mio . Trotz steigender Umstze ist es fast berall gelungen, das Capital 
Employed zu senken. Allein Steel Americas bildete wegen der groen Investitionen in die neuen Werke 
in Brasilien und den USA eine Ausnahme. Dort stieg das Capital Employed um 2.781 Mio  auf 
6.256 Mio . Da die Werke erst zum Ende des Geschftsjahres anliefen, stand den Kapitalkosten ein 
negatives EBIT gegenber. Als Folge erhhte sich in dieser Business Area der negative TKVA von 
-389 Mio  auf -708 Mio . 
Einzelheiten knnen Sie den Tabellen oben entnehmen. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

Die Unternehmenssteuerung basiert 
knftig auf der Ertragskennzahl ebit. 


Portfoliomanagement nutzt Steuerungsgren 

An das Ergebnis der Analyse der Steuerungsgren knpft unmittelbar unser Portfoliomanagement an. 
Es handelt sich um strukturelle Manahmen mit vorwiegend strategischem Charakter. Die Konzernfhrung 
entscheidet, welche Geschftsfelder ausgebaut werden sollen, um die angestrebten TKVA-Ziele zu 
realisieren, und aus welchen Aktivitten wir uns rechtzeitig und wertschonend zurckziehen. Darber 
hinaus erschlieen wir neue Geschftsfelder, indem wir effizient in zukunftstrchtige Mrkte einsteigen. 
Alle diese Manahmen schaffen eine Grundvoraussetzung fr Dividendenfhigkeit sowie fr nachhaltiges, 
wertsteigerndes Wachstum in unseren Kerngeschftsfeldern. 

Weiterentwicklung des wertorientierten Managements 

ThyssenKrupp stellt die Unternehmenssteuerung ab dem Geschftsjahr 2010/2011 auf die Ertragskennzahl 
EBIT um, whrend bisher das EBT die magebliche Ertragskennzahl war. Durch die Umstellung 
richten wir die Steuerung des Konzerns noch konsequenter an den durch das operative Management 
beeinflussbaren Erfolgsfaktoren aus. Faktoren, die sich nur im Konzernverbund optimieren und beurteilen 
lassen  insbesondere sind dies das Finanzergebnis und die Steuern  bleiben bei der Beurteilung 
der operativen Einheiten auer Betracht. Ein weiterer Vorteil einer auf EBIT basierenden Steuerung liegt 
darin, dass das EBIT die fr die TKVA-Ermittlung relevante Erfolgsgre darstellt. Auf diese Weise sind 
die operative Steuerung und das Wertmanagement optimal verzahnt. 

Im Zusammenhang mit der Einfhrung der EBIT-Steuerung hat ThyssenKrupp die Definitionen des 
EBIT und des Capital Employed, ebenfalls beginnend ab dem Geschftsjahr 2010/2011, angepasst: 

Das EBIT enthlt knftig nicht mehr diejenigen Bestandteile des brigen Finanzergebnisses, die 
keinen operativen Charakter haben. Hierzu gehrt u.a. auch der Ergebniseffekt aus der Aktivierung von 
Bauzeitzinsen. Folglich werden knftig auch die Abschreibungen auf aktivierte Bauzeitzinsen nicht mehr 
Bestandteil des EBIT sein. 

Das Capital Employed wird ebenfalls um nicht operative, zins- und steuertragende Bestandteile 
korrigiert. 

Die Anpassung des EBIT und des Capital Employed findet sich auch in der Berichterstattung auf 
Ebene der Business Areas wieder. Dabei bercksichtigen wir, dass der Erhalt von Anzahlungen insbesondere 
in den Business Areas mit langfristigen Fertigungsauftrgen ein integraler Bestandteil des 
Risikomanagements (zur Vermeidung von Ausfallrisiken auf Kundenseite) und damit des operativen 
Geschfts ist. Um diese Anzahlungen bzw. die damit erzielbaren Zins- und Finanzierungseffekte adquat 
im Wertmanagement zu bercksichtigen, wird das EBIT der entsprechenden Business Areas um einen 
kalkulatorischen Ergebnisbeitrag erhht, der sich aus der Verzinsung des durchschnittlichen Nettoanzahlungsberschusses 
 d.h. im Wesentlichen die Differenz aus von Kunden erhaltenen und an Zulieferer 
gewhrten Anzahlungen  mit dem WACC der Business Areas ergibt. Analog dazu wird bei den Business 
Areas das in den TKVA eingehende Capital Employed ebenfalls um die Nettoanzahlungsberschsse 
erweitert. Da die Nettoanzahlungsberschsse zwischen den Business Areas verwendet werden, 
sind die positiven kalkulatorischen Ergebnisbeitrge im EBIT sowie Erhhungen des Capital 
Employed auf Ebene des ThyssenKrupp Konzerns in der Konsolidierung wieder zu eliminieren; sie treten 
damit in den Kennzahlen fr den Konzern nicht mehr auf. 


Ko nz e r n L ag e b e r i c h t U n te r n eh m e n s s te u e r u n g  Z i e l e u n d S t ra te g i e 97 
KONZERNLAGEBERICHT Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 97 
ERTRAGSKENNZAHLEN IM VERGLEICH 2009/2010 in Mio  
EBT 
EBIT 
(neue Definition) 
Steel Europe 639 726 
Steel Americas  320  599 
Stainless Global  121  58 
Materials Services 411 462 
Elevator Technology 602 645 
Plant Technology 308 400 
Components Technology 220 251 
Marine Systems 38 141 
Corporate/Konsolidierung  642  632 
ThyssenKrupp Konzern 1.135 1.336 
ThyssenKrupp PLuS 
Ergebnis- und Liquidittsziele erreicht 
Zu den Aufgaben des konzernweiten Manahmenprogramms ThyssenKrupp PLuS gehrt es, positive 
Ergebniseffekte auf der Kosten- und Absatzseite zu realisieren sowie die Liquiditt zu stabilisieren bzw. 
nach Mglichkeit zu verbessern, um den Finanzierungsbedarf mglichst gering zu halten. Diese Ziele 
haben wir auch im abgelaufenen Geschftsjahr erreicht. Unsere Manahmen haben nachhaltig die Aufwendungen 
gesenkt und den Konzern rentabler gemacht. 
Der Erfolg unserer Ergebnismanahmen spiegelt sich neben anderen Einflussfaktoren im deutlich 
verbesserten Konzernergebnis wider. So haben wir z.B. die Verwaltungs- sowie die Vertriebskosten des 
Konzerns weiter reduziert und die Aufwendungen fr externe Dienstleister verringert, indem wir vorher 
extern vergebene Aufgaben wieder zurck in den Konzern holten. Dies erhhte die eigene Unternehmensleistung 
und trug zum Ergebnisanstieg bei. 
Die Mittelbindung im Netto-Umlaufvermgen  Net Working Capital  ist gegenber dem vergangenen 
Geschftsjahr nur soweit gestiegen, wie es fr das wieder besser laufende Geschft notwendig war. 
Dazu haben begleitende Manahmen beigetragen, mit denen wir die Vorratshaltung effizienter gestalteten 
und das Forderungsmanagement verbesserten. 
Bei den Investitionen bewegten wir uns im abgelaufenen Geschftsjahr durch eine zurckhaltende 
Vergabe der Mittel in allen Business Areas ebenfalls im Rahmen unserer Auszahlungsziele und konnten 
unseren langfristigen strategischen Zielen Rechnung tragen. 
ThyssenKrupp best 
Den Unternehmenswert fr die Aktionre zu steigern, die Leistungen fr die Kunden zu verbessern und 
Schwachstellen in den betrieblichen Strukturen zu beseitigen  diese Ziele hat ThyssenKrupp best auch 
2009/2010 erreicht. Das konzernweite Wertsteigerungsprogramm untersttzt seit neun Jahren den kontinuierlichen 
Verbesserungsprozess und bietet die dazu ntigen Anleitungen und Werkzeuge. 
Das bereits von Beginn an verfolgte Konzept zahlt sich aus: Das Konzernprogramm, das auf Nachhaltigkeit 
abzielt, in der Organisation fest verankert ist, auf die eigenen Mitarbeiter als Themenexperten, 
Projektleiter und -mitarbeiter baut, einen breiten methodischen Ansatz verfolgt und den Wissensaustausch 
zwischen den Projektleitern fordert und frdert, hat sich erneut bewhrt. Alle Mitarbeiter knnen 
sich an Projekten beteiligen und ihr neu gewonnenes Wissen weitergeben. Allein im abgelaufenen 
Geschftsjahr wurden ber 1.500 neue Projekte gestartet. 
ThyssenKrupp PLuS hat geholfen, 
den Konzern nachhaltig rentabler 
zu machen. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

98 
KONZERNLAGEBERICHT Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 98 
Weltweite Erfolgsbilanz 
Seit Beginn des Programms im Jahr 2001 hat ThyssenKrupp best den Wert des Konzerns entscheidend 
gesteigert. Die finanziellen Ergebnisse des Programms im Berichtsjahr lagen auf Rekordniveau: Sie 
bertrafen alle Werte der bisher neunjhrigen Historie von ThyssenKrupp best. Mehrere tausend Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter sowie rund 70 Themenexperten haben sich dafr engagiert. 
Zum 30. September 2010 umfasste das Programm insgesamt 9.943 Projekte. Hinzu kommen insgesamt 
1.801 Projekte aus nicht fortgefhrten Aktivitten. Damit wurde im Berichtsjahr auch das 
11.000ste Projekt im Rahmen von ThyssenKrupp best gestartet und in die konzernweit verfgbare 
Datenbank best plaza zum Wissenstransfer eingestellt. 
2009/2010 wurden erneut mehr als 50 % aller Projekte von Konzernunternehmen auerhalb 
Deutschlands durchgefhrt. Unternehmen an mehr als 400 Standorten in inzwischen 54 Lndern haben 
sich mit eigenen Projekten in das Programm eingebracht. Mit rund 70 % entfielen die meisten Projekte 
auf Europa, vornehmlich Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Auf dem amerikanischen Kontinent 
wurden rund 20 % der weltweiten Projekte realisiert  in den USA, in Kanada, Mexiko, Brasilien und 
weiteren sdamerikanischen Lndern haben sich inzwischen viele erfolgreiche Projektteams gebildet. 
Auch in China, Sdkorea und anderen Lndern des Raums Asien/Pazifik sowie in Afrika starteten erneut 
Wertsteigerungsvorhaben; sie machen 7 % der best-Projekte aus. 
Der Wissenstransfer von einem Konzernunternehmen zum anderen bildet einen wesentlichen 
Erfolgsfaktor von ThyssenKrupp best. Dabei werden erfolgreiche Projektanstze bereichsbergreifend 
kommuniziert, berarbeitet und auf andere Unternehmen bertragen. Neben der zentralen internetgesttzten 
Programmplattform best plaza frdern zahlreiche Veranstaltungen auch den direkten Informationsaustausch 
zwischen den Konzernunternehmen. So haben wir 2009/2010 regionale Treffen von 
Vertriebsmitarbeitern mehrerer Business Areas organisiert, um den Austausch in den Vertriebsbereichen 
zu frdern. 
Initiativen und Schwerpunktthemen 
In den Initiativen von ThyssenKrupp best bndeln wir die Ergebnisse und Erfahrungen aus Projekten 
und stellen die Werkzeuge fr die Projektarbeit zur Verfgung. Mehrere Schulungsmodule vermitteln und 
vertiefen das notwendige Wissen. Rund 70 Themenexperten treiben zustzlich als Multiplikatoren die 
Initiativen in den Business Areas systematisch voran. Sie untersttzen die Konzernunternehmen, 
Verbesserungspotenziale zu identifizieren und zu nutzen, und frdern den Wissenstransfer innerhalb 
des Konzerns. 
ThysenKrupp best-Projekte laufen 
inzwischen in 54 Lndern der W elt. 
ThyssenKrupp BesT-projeKTe* welTweiT am 30.09. 
9.000 
7.500 
6.000 
4.500 
3.000 
1.500 
0 
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 
Projekte in Bearbeitung abgeschlossene Projekte * ohne Projekte in nicht fortgefhrten Aktivitten

KonzernLagebericht Unternehmenssteuerung  Ziele und Strategie 99 

ThyssenKrupp best umfasst 
zurzeit drei konzernweite 

Initiativen. 

Derzeit umfasst ThyssenKrupp best drei Initiativen: die 2008 gestartete Net Working Capital Initiative, 
die Sales & Service Initiative aus 2007 sowie die bereits 2005 begonnene Einkaufsinitiative. Alle 
Initiativen tragen in erheblichem Umfang zum Erfolg von ThyssenKrupp best bei. 

Whrend die Sales & Service Initiative auf Produkte, Kunden, Serviceleistungen sowie die internen 
Prozesse und Organisationsstrukturen fokussiert ist, strkt die Einkaufsinitiative die Einkaufsfunktion im 
gesamten Konzern nachhaltig. Die Net Working Capital Initiative schlielich optimiert die Kapitalbindung 
in den Forderungen, Verbindlichkeiten sowie Vorrten und frdert das Net Working Capital Management. 
Damit werden neben der Wertsteigerung auch liquide Mittel freigesetzt. 

Six Sigma strker verankert 

Six Sigma ist eine bewhrte Projektmethodik, um in standardisiertem Vorgehen Verbesserungsprojekte 
durchzufhren. Wir haben deshalb die strkere Verankerung von Six Sigma im Konzern weiter vorangetrieben. 
Neben der Ausbildung weiterer Mitarbeiter zu Verbesserungsspezialisten, die nun BusinessArea-
bergreifend auch durch eigene Trainer erfolgt, haben wir das Programm auch strker in die Organisation 
der Konzernunternehmen eingebunden. 

ThyssenKrupp best Award 2010 

Im Berichtsjahr erhielten drei Projektteams aus den Business Areas Materials Services, Plant Technology 
und Steel Europe den traditionellen ThyssenKrupp best Award. Ausschlaggebend fr die Auswahl 
durch die Jury waren die Methodik und Umsetzung der Projekte, ihr Umfang, die bertragbarkeit auf 
andere Konzernunternehmen sowie das Projektpotenzial. Der erste Preis ging an ein Team aus der 
Business Area Materials Services. Seine Mitglieder hatten vier Vertriebsmarken im Bereich Kunststoffe 
mit 50 Standorten innerhalb Deutschlands zusammengefhrt und die flchendeckende Prsenz beibehalten. 
Die Dienstleistungsaktivitten durch den Aufbau eines nachhaltigen Service-Konzepts in der 
Minerals-Industrie erfolgreich auszuweiten, war das Ziel eines Projekts der Business Area Plant Technology; 
das Team belegte den zweiten Platz. Den dritten Platz errang ein Projektteam aus der Business 
Area Steel Europe. Es entwickelte ein neuartiges dynamisches Rechenmodell, das die betriebsnotwendigen 
Richtbestnde in der Produktion analytisch herleitet, wodurch die erforderlichen Umlaufbestnde 
nachhaltig sinken. 


berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 


ThyssenKrupp hat 2009/2010 erfolgreich gearbeitet. Dank der konjunkturellen Erholung 
hat sich die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen sprbar verbessert. 
Auftragseingang und Umsatz zeigten wieder eine klare Aufwrtstendenz. Die im Zuge der 
globalen Wirtschafts- und Finanzkrise frhzeitig eingeleiteten operativen und strukturellen 
Manahmen haben gegriffen. Damit gelang es, wieder positive wirtschaftliche Ergebnisse 
zu erzielen: Der Konzerngewinn vor Steuern betrug 1.135 Mio . 

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen 

Die Weltwirtschaft hat sich 2010 nach der vorangegangenen tiefen Rezession schneller erholt als noch 
vor einem Jahr erwartet. Insbesondere im 1. Halbjahr 2010 ist das Welt-Bruttoinlandsprodukt krftig 
gewachsen. Impulse kamen dabei von der zum Teil sehr expansiven Geld- und Fiskalpolitik einiger Lnder 
sowie vom krftig anziehenden Welthandel, von dem insbesondere die deutsche Wirtschaft stark 
profitieren konnte. Im weiteren Jahresverlauf hat sich der konjunkturelle Aufschwung in vielen Lndern 
allerdings verlangsamt. Insgesamt drfte die Weltwirtschaft 2010  nach einem Rckgang um 1 % im 
Jahr zuvor  um gut 4 % gewachsen sein. 

Konjunktureller Aufschwung 

Die grte Wachstumsdynamik ging 2010 von den Schwellenlndern aus. In den meisten Industrielndern 
verlief der wirtschaftliche Aufschwung sprbar moderater. Nach einem guten Jahresbeginn ist die 
US-Wirtschaft nur verhalten expandiert. Die Exporte und die Anlageinvestitionen entwickelten sich nach 
dem Rckgang im Vorjahr wieder positiv. Vom privaten Verbrauch, der Hauptsttze der US-Konjunktur, 
gingen wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit, geringer Einkommenszuwchse und niedriger Immobilienpreise 
nur moderate Wachstumsimpulse aus. Die japanische Wirtschaft verdankte ihr Wachstum 
vor allem den stark ausgeweiteten Exporten. Allerdings hat die Yen-Aufwertung die wirtschaftliche 
Dynamik im Jahresverlauf merklich abgeschwcht. 

Im Euroraum blieb die wirtschaftliche Erholung berwiegend zurckhaltend. Positiv trugen der private 
und staatliche Konsum sowie hhere Exporte zum Wachstum bei, leicht negative Effekte gingen 
dagegen von den Anlageinvestitionen aus. Insgesamt war die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum 
gespalten. Lnder, die unter einer geplatzten Immobilienpreisblase und sehr hohen Staatsdefiziten litten, 
wiesen nur niedrige oder sogar negative Wachstumsraten aus. berdurchschnittlich positiv entwickelte 
sich dagegen die deutsche Wirtschaft. Im 2. Quartal wurde insbesondere dank hherer Exporte 
und gestiegener Investitionen das hchste Quartalswachstum seit der Wiedervereinigung erzielt. Wegen 
dieser hohen Wachstumsdynamik zur Jahresmitte drfte die deutsche Wirtschaft 2010 trotz einer Abschwchung 
in der 2. Jahreshlfte insgesamt um mehr als 3 % zugelegt haben. 


Das Wachstum der deutschen 

Wirtschaft wird 2010 auf ber 
3 % geschtzt. 


Die globale Rohstahlproduktion 
stieg 2010 um rund 13 % auf 
1,4 Mrd t. 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 101 

Die aufstrebenden Schwellenlnder sind zumeist stark gewachsen. Die chinesische Wirtschaft ist 
vor allem in der 1. Jahreshlfte wegen hoher staatlicher Investitionen und eines steigenden privaten 
Verbrauchs krftig expandiert. Im weiteren Jahresverlauf drfte die Wachstumsdynamik auf Grund der 
von der Regierung angestrebten gesamtwirtschaftlichen Abkhlung aber nachgelassen haben. Auch die 
brigen groen Schwellenlnder  insbesondere Indien und Brasilien  verzeichneten 2010 einen hohen 
Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Leistung. 

BruTToinlandsproduKT 2010* reale vernderung zum vorjahr in % 

Deutschland 3,2 
Frankreich 1,5 
Italien 
0,9 
Spanien  0,4 
Grobritannien 1,5 
Russland 4,0 
briges Mittel-/Osteuropa 1,8 
USA 2,7 
Brasilien 6,8 
briges Lateinamerika 2,8 
Japan 2,5 
China 10,0 
Indien 8,5 
Mittlerer Osten 4,1 
briges Asien 6,1 
welt 
4,1 
* Schtzung 

Branchenwirtschaftliche Rahmenbedingungen 

Das verbesserte gesamtwirtschaftliche Umfeld hat sich in nahezu allen unseren Mrkten positiv ausgewirkt. 
Die Nachfrage nach Qualitts- und Edelstahl zog weltweit an. In der Automobilindustrie liefen 
mehr Fahrzeuge vom Band, zum Teil dank staatlicher Frderprogramme in vielen Lndern. Auch in der 
Maschinenbauindustrie hat sich die Auftragslage berwiegend gebessert. In der Bauwirtschaft war 
dagegen das Bild regional sehr differenziert. Trotz der anziehenden Konjunktur in zahlreichen Branchen 
wurde in den Industrielndern das Produktionsniveau der Vorkrisenzeit allerdings noch nicht wieder 
erreicht. 

Qualittsflachstahlmarkt wieder expansiv 

In dem verbesserten gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat sich die Stahlnachfrage weltweit stark erhht. 
Vor allem in der 1. Kalenderjahreshlfte 2010 lag der weltweite Rohstahlaussto erheblich ber dem 
niedrigen Vorjahresniveau und erreichte auf monatlicher Basis historische Rekordhhen. Ab Jahresmitte 
verminderten sich allerdings die monatlichen Zuwachsraten. Im Gesamtjahr 2010 stieg die globale 
Produktion um 13 % auf annhernd 1,4 Mrd t  damit wurde der bisherige Rekordaussto des Jahres 
2007 bertroffen. China und Indien, die ihre Produktion um 10 % bzw. 6 % erhhten, konnten an den 
letztjhrigen Wachstumstrend anknpfen. In den brigen Regionen waren die zum Teil noch deutlicheren 
Zuwchse die Gegenbewegung zu den drastischen Einbrchen des Vorjahres. Die EU verzeichnete ein 
Plus von 19 %, in der Nafta-Region wurden 29 % mehr Rohstahl erzeugt und in Japan 23 %  dennoch 
wurden die Vorkrisenniveaus noch nicht wieder erreicht. Die deutschen Stahlwerke waren ab Frhjahr 


102 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 102 
wieder deutlich besser ausgelastet und steigerten ihre Produktion im Gesamtjahr 2010 um 30 % auf 
43 Mio t. Sie profitierten in besonderem Mae von der ausgeprgten Exportorientierung ihrer Kunden, 
insbesondere der Automobilindustrie, und konnten zudem die Stahlexporte betrchtlich ausweiten. 
Im Zuge der wieder hheren Stahlnachfrage haben die Stahlspotpreise nach dem vorangegangenen 
dramatischen Verfall weltweit sprbar angezogen. Die durch die Rohstoffpreisentwicklung drastisch 
erhhten Kosten der Stahlerzeugung haben diesen Anstieg wesentlich mit verursacht. 
Etwa zur Jahresmitte gab die zuvor sehr hohe globale Stahlnachfrage leicht nach. Dies zeigte sich 
zunchst in Asien, wo sich insbesondere in China das exzessive Stahlverbrauchswachstum auch auf 
Grund einer restriktiveren Geldpolitik verlangsamte und die Preise zurckgingen. Aber auch in Nordamerika 
und zuletzt in Europa gerieten die Stahlmrkte in ruhigeres Fahrwasser, nachdem die positiven Impulse 
aus dem Lagerzyklus ausgelaufen waren und der reale Stahlverbrauch nur moderat zunahm. 
Auch der europische Qualittsflachstahlmarkt stand berwiegend im Zeichen einer krftigen Erholung. 
Die Ordereingnge der Stahlanbieter zeigten seit dem 4. Quartal 2009 einen deutlichen Aufwrtstrend, 
schwchten sich dann im Laufe des 2. Quartals 2010 jedoch wieder ab. Der Versand der europischen 
Stahlproduzenten in die EU lag im 1. Halbjahr 2010 signifikant ber der allerdings sehr niedrigen 
Vorjahresmenge. Die expansive Nachfrage war zunchst durch den Lagerzyklus bedingt. Im Zuge der 
konjunkturellen Erholung mussten der Handel und die Endverbraucher ihre whrend der Rezession stark 
abgebauten Stahl-Lagerbestnde wieder auffllen. Dies galt gleichermaen fr die Bestnde in der 
weiteren Wertschpfungskette der Industrie. Bis Jahresmitte hatten sich die Bestandsniveaus normalisiert. 
Aber auch der Realverbrauch erhhte sich ab dem Frhjahr zunehmend; positive Impulse aus der 
Automobilindustrie und vielen Bereichen der Metallverarbeitung wurden teilweise durch die weiterhin 
rezessive Entwicklung des europischen Baugewerbes konterkariert. Von der insgesamt aber wieder 
recht lebhaften positiven Mengenkonjunktur profitierten besonders die europischen Anbieter; die 
Stahlimporte aus Drittlndern blieben in den ersten acht Monaten auf relativ moderatem Niveau. Dazu 
drfte auch der temporr schwcher bewertete Euro beigetragen haben. 
In der Tendenz hnlich war die Entwicklung in Nordamerika. Seit Herbst 2009 belebte sich die 
Stahlnachfrage wieder, zunchst berwiegend getrieben von notwendigen Lagerergnzungen bei Endverbrauchern 
und Service-Centern. Im weiteren Verlauf kamen strkere Impulse vor allem aus der wieder 
wachsenden Automobilindustrie und dem Energiesektor. Ab dem Frhsommer geriet die Erholung 
mit abgeschlossener Lagerbereinigung ins Stocken, und das zuvor sehr hohe Nachfragewachstum 
verringerte sich in der 2. Jahreshlfte. 
Edelstahlmarkt erholt 
Nach dem vorangegangenen Einbruch in vielen Weltregionen hat sich 2010 die Nachfrage nach rost-, 
sure- und hitzebestndigen (RSH) Edelstahlflachprodukten weltweit erholt. Nach vorlufigen Schtzungen 
drfte die globale Nachfrage um 16 % auf knapp 16 Mio t gestiegen sein. Fr den westeuropischen 
und nordamerikanischen Markt wird fr 2010 eine Zunahme von 22 % bzw. 18 % geschtzt. In 
China lag das Wachstum voraussichtlich bei 8 %, whrend die brigen asiatischen Lnder ein Plus von 
20 % verzeichnen drften. 
Der europische Qualittsflachstahlmarkt 
erholte sich 2010 krftig. 
ThyssenKrupp umsaTz nach Kundengruppen 2009/2010 in % 
Handel 14 
Automobilindustrie 
23 
Energie und Versorgung 3 
Verkehrstechnik 2 Bauwirtschaft 11 
ffentliche Hand 2 
brige Kundengruppen 13 
Verpackungsindustrie 3 
Maschinenund 
Anlagenbau 13 
Stahl und stahlnahe 
Verarbeitung 16

Weltweit wurden 2010 fast 
68 Mio Personen- und leichte 
Nutzfahrzeuge produziert. 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 103 

Der Auftragseingang der Rostfrei-Produzenten in Europa, Nordamerika und China hat sich zu Beginn 
des Jahres 2010 deutlich erholt, wozu neben Nachdispositionen des Handels auch ein steigender 
Bedarf verschiedener Endverbrauchersegmente beitrug. Im weiteren Verlauf gab der Auftragseingang in 
allen Regionen jedoch nach, was vor allem auf die Entwicklung des Nickelpreises zurckzufhren war. 
Gegen Ende des Geschftsjahres stiegen die Bestellungen wieder leicht an. 

Die Edelstahlpreise entwickelten sich im Jahresverlauf uneinheitlich. Nachdem die Basispreise und 
die Legierungszuschlge in Deutschland, Europa und Nordamerika seit Jahresbeginn zunchst zunahmen, 
gaben sie im weiteren Verlauf wieder nach. Die Preisentwicklung in China verlief hnlich, wobei der 
Preisrckgang hier allerdings frher einsetzte. Gegen Ende des 3. Quartals konnte in Europa und China 
wieder ein leichter Anstieg der Preise beobachtet werden. Der Nickelpreis zeigte seit Jahresbeginn 
zunchst eine Aufwrtstendenz und lag im April auf dem hchsten Stand seit Mai 2008. Nach einem 
deutlichen Einbruch stabilisierte er sich zum Ende des Geschftsjahres bei durchschnittlich ca. 

22.000 US-Dollar je Tonne. 
Die Nachfrage nach Nickellegierungen hat sich seit Beginn des Jahres verbessert, wobei die Erholung 
auf Grund der Volatilitt der Metallpreise nur zgernd verlief und abhngig von Branche und Region 
sehr unterschiedlich war. In der fr ThyssenKrupp besonders wichtigen Chemiebranche war der Aufschwung 
zwar noch verhalten, insgesamt zog die Orderttigkeit zwischenzeitlich aber wieder an. 

Der Titanmarkt scheint die Talsohle durchschritten zu haben. Vor allem aus dem Luftfahrtsektor 
kamen wieder deutlich positive Impulse. Die Luftfahrtshows in Berlin und Farnborough fhrten zu hohen 
Auftragseingngen bei den groen Herstellern Boeing und Airbus. 

Automobilmarkt wieder im Vorwrtsgang 

Der internationale Automobilmarkt konnte sich 2010 nach dem starken Einbruch im Jahr zuvor wieder 
erholen. Weltweit stieg die Produktion nach vorlufigen Schtzungen um 14 % auf knapp 68 Mio Personen- 
und leichte Nutzfahrzeuge. Mit einem Plus von 23 % auf ber 15 Mio Fahrzeuge gehrte China 
2010 zu den am krftigsten wachsenden Mrkten. Weltweit nahezu jedes vierte Kraftfahrzeug luft 
inzwischen vom Band eines chinesischen Automobilwerks. Zum Teil hohe Zuwchse gab es auch in den 
brigen BRIC-Staaten Brasilien, Russland und Indien. 

Der nordamerikanische Automobilmarkt hat sich 2010 sprbar belebt. Die Produktion und die Neuwagenverkufe 
sind auch nach dem Auslaufen der Verschrottungsprmien gestiegen. In den USA drfte 
2010 die Produktion auf 7,4 Mio Personenkraftwagen und Light Trucks zugenommen haben. Trotz dieses 
Zuwachses um ber 30 % wurde das Vorkrisenniveau nicht erreicht. Die Verlagerung der Automobilproduktion 
nach Mexiko hat sich auch 2010 fortgesetzt; dort stieg die Produktion um 45 % auf 
2,2 Mio Personenkraftwagen und Light Trucks. 

Weniger stark nahm die Fahrzeugproduktion in Westeuropa zu. Insgesamt drfte 2010 die Produktion 
um 8 % auf 14,2 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge gewachsen sein; belastet hat hier vor 
allem das Auslaufen der Zulassungsprmien in vielen Lndern. Der grte Teil des Zuwachses in Westeuropa 
ging auf das Konto der Automobilhersteller in Deutschland, die mit einer Stckzahl von 5,7 Mio 
das Produktionsniveau des Vorjahres um fast 12 % bertroffen haben. Die krftig gestiegenen Exporte 
konnten die rcklufigen Neuzulassungen im Inland mehr als ausgleichen. Positiv entwickelte sich auch 
wieder der Markt fr schwere Nutzfahrzeuge. 

Maschinenbau auf Erholungskurs 

Der Maschinenbau war 2010 in vielen Lndern von einer noch geringen Kapazittsauslastung und einer 
verhaltenen Investitionsneigung geprgt. Eine wesentliche Ausnahme bildete der chinesische Maschinenbau, 
der von den staatlichen Konjunkturpaketen profitierte. Japan hat den Einbruch im Vorjahr teilweise 
aufholen knnen. Das Wachstum in den USA blieb moderat. 


104 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 104 
In Deutschland verbesserte sich die Auftragslage im Jahresverlauf sprbar. Die Bestellungen vor 
allem aus dem Ausland, aber auch aus dem Inland zogen krftig an, so dass die Kapazittsauslastung 
seit Jahresmitte 2010 wieder deutlich ber 80 % lag. Mit der anziehenden Konjunktur in vielen Schwellenlndern 
hat sich auch die Lage fr den deutschen Groanlagenbau verbessert. Relativ verhalten 
waren dagegen die Auftragseingnge fr Aufzge und Fahrtreppen. Insgesamt sollte der deutsche 
Maschinenbau 2010 einen Produktionsanstieg von 6 % erzielt haben. 
Baukonjunktur in den Industrielndern berwiegend schwach 
Die Baukonjunktur blieb 2010 in den meisten Industrielndern sehr schwach. In den USA war die Bauttigkeit 
weiter rcklufig. Trotz der zeitweiligen steuerlichen Erleichterungen beim Hauskauf sank die 
Nachfrage nach Wohnimmobilien. Auch in Europa gab die Bauproduktion nach. In Deutschland wirkte 
sich die kalte Witterung zu Jahresbeginn negativ aus. Positiv entwickelte sich dank der Konjunkturpakete 
der ffentliche Bau, wenngleich die staatliche Baunachfrage an Kraft verlor, da vor allem viele 
Stdte und Gemeinden ihre Investitionsplne vor dem Hintergrund der angespannten kommunalen 
Finanzsituation zurckgenommen haben drften. Der Wirtschaftsbau konnte trotz anziehender Auftrge 
noch nicht einspringen. Daher drfte die Bauproduktion 2010 insgesamt leicht niedriger ausgefallen 
sein. 
In den Schwellenlndern war die Baukonjunktur dagegen aufwrts gerichtet. Die chinesische Bauwirtschaft 
profitierte dabei stark von staatlichen Konjunkturprogrammen. Krftig blieb die Baukonjunktur 
auch in Indien. 
ThyssenKrupp  positive Geschftsentwicklung 
THYSSENKRUPP IN ZAHLEN 
2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  35.970 41.250 
Umsatz Mio  40.563 42.621 
EBITDA Mio  192 3.224 
EBIT Mio   1.663 1.787 
Bereinigtes EBIT Mio   375 1.682 
EBT Mio   2.364 1.135 
Bereinigtes EBT Mio   1.076 1.030 
Investitionen Mio  4.079 3.513 
Mitarbeiter (30.09.) 187.495 177.346 
Die Geschftsentwicklung von ThyssenKrupp war im Geschftsjahr 2009/2010 sprbar aufwrts gerichtet. 
Dank der konjunkturellen Erholung verzeichneten wir eine anziehende Nachfrage nach unseren 
Produkten und Dienstleistungen. Auftragseingang und Umsatz legten deutlich zu. Nach dem Verlust im 
Vorjahr wurde ein hherer Gewinn vor Steuern erzielt als noch vor Jahresfrist erwartet. Dazu haben auch 
erhebliche Effekte aus unseren Kostensenkungsprogrammen beigetragen. Angesichts der erfreulichen 
Gewinnentwicklung werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung im Januar 2011 vorschlagen, 
je Aktie eine auf 0,45  erhhte Dividende auszuzahlen. 
Der deutsche Maschinenbau rechnet 
2010 mit einem Produktionsanstieg 
von 6 %. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

Ko nz e r n L ag e b e r i c h t berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 105 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 105 
Auftragseingang und Umsatz gestiegen 
Der Umsatz und insbesondere der Auftragseingang nahmen sprbar zu. Der Auftragseingang stieg im 
Vergleich zum Vorjahr um 15 % auf fast 41,3 Mrd . Mit Ausnahme von Marine Systems haben alle 
Business Areas zu diesem Wachstum beigetragen. Besonders stark war die Nachfrage nach Qualittsflachstahl 
und Edelstahl sowie nach industriellen Komponenten. 
AUFTRAGSEINGANG NACH BUSINESS AREAS in Mio  
2008/2009 2009/2010 
Steel Europe 7.892 10.986 
Steel Americas 0 69 
Stainless Global 4.147 5.121 
Materials Services 12.085 12.805 
Elevator Technology 5.038 5.099 
Plant Technology 3.538 3.859 
Components Technology 4.177 5.653 
Marine Systems 870 531 
Corporate 127 132 
Auftragseingang der Business Areas 37.874 44.255 
Auftrge zwischen den Business Areas  1.904  3.005 
Auftragseingang Konzern 35.970 41.250 
Der Konzernumsatz verbesserte sich um 5 % auf 42,6 Mrd . Bei den Werften und abrechnungsbedingt 
im Anlagenbau war der Umsatz rcklufig; auch bei Werkstoffdienstleistungen sowie Aufzgen und 
Fahrtreppen wurde das Vorjahresniveau nicht ganz erreicht. Zum Teil krftige Zuwchse verzeichnete dagegen 
das Geschft mit Qualittsflachstahl, Edelstahl und Komponenten fr die Automobilindustrie. 
UMSATZ NACH BUSINESS AREAS in Mio  
2008/2009 2009/2010 
Steel Europe 9.570 10.770 
Steel Americas 0 68 
Stainless Global 4.486 5.901 
Materials Services 12.815 12.763 
Elevator Technology 5.308 5.188 
Plant Technology 4.450 3.931 
Components Technology 4.603 5.724 
Marine Systems 1.594 1.211 
Corporate 127 131 
Umsatz der Business Areas 42.953 45.687 
Umsatz zwischen den Business Areas  2.390  3.066 
Umsatz Konzern 40.563 42.621 
Ergebnis vor Steuern auf 1.135 Mio  erhht 
ThyssenKrupp erzielte 2009/2010 einen Gewinn vor Steuern in Hhe von 1.135 Mio . Damit lag das 
Ergebnis ber den vor Jahresfrist geuerten Erwartungen. Gegenber dem Vorjahr hat sich das EBT 
um 3.499 Mio  verbessert. 
In den Ergebniszahlen des Berichtsjahres sind Sondereffekte in Hhe von 105 Mio  enthalten; 
Ertrgen aus der Veruerung der Industrial-Services-Bereiche der Business Area Materials Services 
sowie aus dem Verkauf von Hellenic Shipyards bei der Business Area Marine Systems standen Restrukturierungsaufwendungen 
bei der Business Area Components Technology und nicht operative Aufwendungen 
bei Marine Systems gegenber. Bereinigt lag das EBT des Konzerns bei 1.030 Mio  und damit 
2.106 Mio  ber dem Vorjahreswert von -1.076 Mio . 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

106 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 106 
Zum hheren Konzern-EBT haben mit Ausnahme von Steel Americas alle Business Areas beigetragen. 
Bei Steel Americas fielen bedingt durch den Anlauf der neuen Werke in Brasilien und den USA 
hhere Verluste an. Auch Stainless Global verzeichnete noch einen Verlust, konnte aber ebenso wie die 
Business Areas Steel Europe sowie Materials Services das Ergebnis signifikant verbessern. Dies war vor 
allem auf die hhere mengenmige Werkstoffnachfrage zurckzufhren. Whrend die Preise fr Edelstahl 
stiegen, lagen sie bei Qualittsflachstahl im Jahresdurchschnitt noch unter dem Vorjahresniveau, 
was durch den hohen Anteil von Langfristvertrgen bedingt ist. Darber hinaus wurde das EBT im Vorjahr 
durch erhebliche Bestandsabwertungen belastet, die in diesem Umfang im Berichtsjahr nicht mehr 
angefallen sind. 
Elevator Technology konnte dank der erfreulichen Entwicklung in Asien und des wachsenden Service-
Anteils den Gewinn weiter steigern. Auch Plant Technology baute wegen des insgesamt stabilen 
Geschftsverlaufs im Anlagenbau den Vorjahresgewinn weiter aus. Components Technology erzielte 
nach dem Vorjahresverlust wieder einen Gewinn, wozu insbesondere die anziehenden Zulieferungen an 
die Automobilindustrie beitrugen. Marine Systems hat die Vorjahresverluste erheblich abgebaut und 
wies nach Bercksichtigung der Sondereffekte ein leicht negatives EBT aus. 
In allen Business Areas haben die umgesetzten Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramme 
die Ergebnisse positiv beeinflusst. 
EBT NACH BUSINESS AREAS in Mio  
2008/2009 2009/2010 
Steel Europe  197 639 
Steel Americas  216  320 
Stainless Global  926  121 
Materials Services  295 411 
Elevator Technology 570 602 
Plant Technology 236 308 
Components Technology  458 220 
Marine Systems  554 38 
Corporate  534  609 
Konsolidierung 10  33 
EBT Konzern  2.364 1.135 
BEREINIGTES EBT in Mio  
2008/2009 2009/2010 
EBT  2.364 1.135 
+/- Veruerungsverluste/-gewinne  1  212 
+ Restrukturierungsaufwendungen 781 46 
+ Wertminderungsaufwendungen (Impairment-Abschreibungen) 478 3 
+ Weitere nicht operative Aufwendungen 30 58 
- Weitere nicht operative Ertrge 0 0 
Bereinigtes EBT  1.076 1.030 
Bei dem Bereinigten EBT handelt es sich um ein Ergebnis vor Steuern, das um einmalig bzw. selten 
auftretende positive oder negative Sondereinflsse, die in ihrer Art und Hhe ungewhnlich sowie von 
wesentlicher Bedeutung sind und damit das Ergebnis der Geschftsttigkeit berlagern, korrigiert wurde. 
Zu bereinigende Sondereinflsse sind Veruerungsergebnisse, Restrukturierungsaufwendungen, 
Wertminderungsaufwendungen, weitere nicht operative Aufwendungen sowie weitere nicht operative 
Ertrge. 
Zum hheren ebt haben 2009/2010 bis 
auf Steel Americas alle Business Areas 
beigetragen. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/

Das Finanzergebnis stieg 2009/2010 
um insgesamt 379 Mio . 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 107 

Komponenten der Ergebnisentwicklung im Konzern 

Die Umsatzerlse lagen im Geschftsjahr 2009/2010 mit 42.621 Mio  um 2.058 Mio  oder 5 % ber 
dem Vorjahreswert. Trotz der Umsatzerhhung verringerten sich die Umsatzkosten um 646 Mio  oder 
2 %. Hierzu trugen insbesondere stark verminderte Restrukturierungsaufwendungen sowie erheblich 
gesunkene Vorratsabwertungen und Wertminderungsaufwendungen bei; gegenlufig wirkten hhere 
Materialaufwendungen als Folge der eingetretenen Umsatz- und Rohstoffpreissteigerungen. Das Bruttoergebnis 
vom Umsatz verbesserte sich erheblich um 74 % auf 6.362 Mio , verbunden mit einer entsprechenden 
deutlichen Zunahme der Brutto-Umsatzmarge von 9 % auf 15 %. 

Die Abnahme der Vertriebskosten um 151 Mio  resultierte insbesondere aus deutlich verminderten 
Restrukturierungsaufwendungen. Die allgemeinen Verwaltungskosten lagen als Folge der umgesetzten 
Kostensenkungsmanahmen um 194 Mio  unter dem entsprechenden Vorjahreswert. 

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Ertrge um 34 Mio  betraf gestiegene Ertrge aus Whrungsumrechnungen 
fr Vermgenswerte im Zusammenhang mit dem Stahlwerk in Brasilien. Diese 
Vermgenswerte waren durch entsprechende Bankverbindlichkeiten gesichert; die gegenlufigen 
Ergebniseffekte aus der Umrechnung dieser Verbindlichkeiten spiegelten sich im sonstigen Finanzergebnis 
wieder. Gegenlufig wirkten die im Vorjahresbetrag enthaltenen Annullierungen von Whrungssicherungen 
fr geplante Rohstoffeinkufe im Vorjahreszeitraum als Folge der Finanzkrise, die so im 
Geschftsjahr 2009/2010 nicht mehr angefallen sind. 

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 191 Mio  beruhte insbesondere auf 
nicht aktivierungsfhigen Aufwendungen fr noch nicht in Betrieb genommene Aggregate im Zusammenhang 
mit den Groprojekten in Brasilien und den USA. Zustzlich wirkten sich Aufwendungen aus 
Whrungsumrechungen fr Investitionsauszahlungen im Zusammenhang mit dem Stahlwerk in Brasilien 
aus; auch hier ergaben sich auf Grund der konomischen Sicherung durch entsprechende Liquidittsbestnde 
gegenlufige Ergebniseffekte im sonstigen Finanzergebnis. 

Der Anstieg des Ergebnisses aus dem Verkauf konsolidierter Unternehmen um 228 Mio  betraf 
hauptschlich die Veruerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der 
Business Area Materials Services sowie den Verkauf von Hellenic Shipyards in der Business Area Marine 
Systems. 

Die Verbesserung des Finanzergebnisses um insgesamt 379 Mio  betraf zum einen die Zunahme 
des Ergebnisses aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen um 85 Mio  als Folge der im 
Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserten Ertragslage bei den betreffenden Gesellschaften. Fr die 
darber hinaus eingetretene Erhhung des sonstigen Finanzergebnisses um 245 Mio  waren hauptschlich 
ein um 49 Mio  verbessertes Kursergebnis aus Finanztransaktionen sowie eine im Vergleich 
zum Vorjahr um 129 Mio  erhhte Aktivierung von Bauzeitzinsen, die die Errichtung der Stahlwerke in 
Brasilien und den USA betraf, verantwortlich. 

Die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betrugen im Berichtsjahr 
208 Mio ; dies entspricht einer Steuerquote von 18 %. Im Vorjahr wurde hier insbesondere auf Grund 
der negativen Ergebnissituation insgesamt ein Ertrag in Hhe von 491 Mio  ausgewiesen. 

Nach Bercksichtigung der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergab sich gegenber dem 
Vorjahr, das einen Jahresfehlbetrag von 1.873 Mio  aufwies, ein um 2.800 Mio  auf 927 Mio  verbesserter 
Jahresberschuss. 

Unter Einbezug der Jahresergebnisse, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen, verbesserte 
sich das Ergebnis je Aktie fr das Geschftsjahr 2009/2010 nach einem negativen Wert von -4,01  im 
Vorjahr erheblich auf einen Gewinn von 1,77 . 

Bilanzgewinn der ThyssenKrupp AG und Dividende 

Die rechtliche Basis fr die Ausschttung bildet der nach HGB ermittelte Bilanzgewinn der 
ThyssenKrupp AG in Hhe von 415 Mio ; im Vorjahr waren es 154 Mio . Er setzt sich zusammen 


Unser Dividendenvorschlag fr 

2009/2010 betrgt 0,45  je Stckaktie. 

aus dem nach HGB ermittelten Jahresberschuss der ThyssenKrupp AG in Hhe von 800 Mio  

(i. Vj. Jahresfehlbetrag 882 Mio ) abzglich der Einstellung in die anderen Gewinnrcklagen in Hhe 
von 400 Mio  (i. Vj. Entnahme aus den anderen Gewinnrcklagen 438 Mio  und aus der Rcklage fr 
eigene Anteile in Hhe von 532 Mio ) sowie zuzglich des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr in Hhe 
von 15 Mio . 
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende in Hhe 
von 0,45  (i. Vj. 0,30 ) je Stckaktie, eine Einstellung in die Gewinnrcklage von 184 Mio  und den 
Vortrag des darber hinausgehenden Betrags von 22 Mio  auf neue Rechnung vor. Soweit sich die 
Anzahl der dividendenberechtigten Aktien bis zum Tag der Hauptversammlung ndern sollte, wird der 
Gewinnverwendungsvorschlag entsprechend angepasst. Damit ist aus dem Bilanzgewinn von 415 Mio  
ein Teilbetrag von insgesamt 209 Mio  zur Ausschttung auf die zum 30. September 2010 dividendenberechtigten 
464.394.337 Aktien vorgesehen. 

Umbau des Portfolios fortgesetzt 

Im Berichtsjahr haben wir das Portfolio weiter optimiert, strukturell verbessert und unser Kerngeschft 
mit mehreren Transaktionen gestrkt. 

In der Business Area Steel Europe stockten wir unseren Anteil an der DOC Dortmunder Oberflchencentrum 
GmbH um 24,9 % auf 100 % auf. Das DOC ist eine wichtige Ideenschmiede fr Innovationen, 
um Stahlbleche entsprechend den Kundenanforderungen zu beschichten. In Italien konnten wir 
unsere Marktposition bei lasergeschweiten Autoblechen durch die bernahme des Geschfts der 
Euroweld S.r.l. beachtlich strken. 

Die Business Area Materials Services hat im 1. Quartal 2009/2010 mit zwei greren Desinvestitionen 
die Fokussierung auf das Roh- und Werkstoffgeschft mit verbundenen technischen Dienstleistungen 
umgesetzt. Nach dem Verkauf der ThyssenKrupp Industrieservice GmbH im November 2009 an 
die WISAG, eine fhrende deutsche Dienstleistungsgruppe im Facility Management, veruerten wir im 
Dezember 2009 den nordamerikanischen Gerstbauexperten ThyssenKrupp Safway an die amerikanische 
Private-Equity-Gesellschaft Odyssey Investment Partners. Durch den Abschluss der bernahme 
der Thyssen Rhm Kunststoffe GmbH konnte das Kunststoffgeschft gestrkt und in Deutschland neu 
strukturiert werden. Die mittel- und sdosteuropischen Werkstoffdienstleistungen haben wir durch den 
Erwerb der Techno-Stahl Stahlgrohandel und Brennschneidbetrieb GmbH in sterreich, einem Spezialbetrieb 
fr thermisches Trennen von Blechen und Brammen, ausgebaut. 

Die Business Area Elevator Technology fhrte ihre Wachstumsstrategie mit weiteren Akquisitionen 
in Europa und im Mittleren Osten fort. Dazu zhlte der Erwerb der Atena S.A., einer Tochtergesellschaft 
der franzsischen CNIM-Gruppe, was die Aufzugsaktivitten der Operating Unit Central/Eastern/ 
Northern Europe speziell im Groraum Paris erheblich verstrkte. 

In der Business Area Plant Technology sicherte sich Polysius im September 2010 durch die bernahme 
der kanadischen UMATAC Industrial Processes Division das technische Know-how fr die 
ATP-Technologie. Diese Technologie wird eingesetzt, um Anlagen zur lgewinnung aus lschiefer zu 
planen und zu bauen. UMATAC gehrte bisher zur amerikanischen AECOM Technology-Gruppe. 

Bei der Business Area Components Technology haben wir das Portfolio weiter gestrafft. Der Ventilhersteller 
Definox wird an die schwedische Alfa Laval Corporate AB verkauft, die zu den grten Produzenten 
von Ventilen fr die Konsumgterindustrie zhlt. Ein Kaufvertrag wurde im Juli 2010 unterschrieben 
und die Transaktion im Oktober 2010 abgeschlossen. 

Die Business Area Marine Systems hat den Umbau des Werftengeschfts weiter vorangebracht und 
ihre Aktivitten konsequent auf den Marineschiffbau ausgerichtet. So wurde die bernahme der Fertigungseinrichtungen 
der ThyssenKrupp Blohm + Voss Nordseewerke am Standort Emden durch die SIAG 
Schaaf Industrie AG im Berichtsjahr abgeschlossen. 

Im Rahmen der Grndung einer engen strategischen Partnerschaft mit Abu Dhabi MAR, einer internationalen 
Schiffbaugruppe mit Sitz in Abu Dhabi, wurde die Veruerung von 100 % an Blohm + Voss 
Shipyards in Hamburg und jeweils 80 % an Blohm + Voss Repair sowie an Blohm + Voss Industries 


Im Jahresverlauf 2009/2010 ging die 
Belegschaftszahl um 5 % zurck. 


Einzelheiten: Seite 158 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 109 

vertraglich vereinbart. Weiterhin soll Abu Dhabi MAR die Fertigungseinrichtungen fr den zivilen Schiffbau 
der ehemaligen HDW Gaarden inklusive der Mitarbeiter in Kiel bernehmen. Im Bereich berwasser-
Marineschiffbau schlieen wir zusammen mit unserem Partner ein Joint Venture fr Design und 
Projekt-Management. Die Vertrge zur strategischen Partnerschaft wurden im April 2010 unterzeichnet. 
Der Abschluss der Transaktion ist in der 1. Hlfte 2010/2011 geplant. 

Bereits realisiert ist der Verkauf von 75,1 % von Hellenic Shipyards an einen der Anteilseigner der 
Abu Dhabi MAR-Gruppe. Die griechische Werft ist somit im September 2010 aus dem Konsolidierungskreis 
des Konzerns ausgeschieden. Dieser Verkauf ist Teil einer Gesamtlsung mit der griechischen 
Regierung und der Abu Dhabi MAR-Gruppe. Sie sieht zudem im Rahmen neuer Vereinbarungen 
die Abnahme bzw. Fertigstellung der bislang gebauten U-Boote und die Bestellung zwei weiterer 
U-Boote der Klasse 214 vor. Die entsprechenden Vertrge traten Ende Oktober 2010 in Kraft. 

Zur Konzentration und zum weiteren Ausbau der maritimen Sicherheitssysteme ist geplant, die 
Atlas Maritime Security GmbH und die EADS-Tochter Sofrelog S.A.S. in einem Gemeinschaftsunternehmen 
zu bndeln. Ein entsprechender Joint-Venture-Vertrag wurde im Juni 2010 unterzeichnet. 

Seit der Fusion von Thyssen und Krupp haben wir bis zum Ende des Berichtsjahres Unternehmen 
mit einem Umsatz von 11,0 Mrd  veruert und solche mit einem Umsatz von 8,8 Mrd  erworben. 

Mitarbeiterzahl zuletzt wieder leicht gestiegen 

Am 30. September 2010 beschftigte ThyssenKrupp weltweit 177.346 Mitarbeiter. Damit ist die Zahl im 

2. Halbjahr 2009/2010 leicht gestiegen. Gegenber Ende September 2009 nahm sie allerdings um 
10.149 bzw. 5 % ab. Insbesondere in der Business Area Material Services, die grere Unternehmensteile 
veruerte, war die Belegschaftsstrke sprbar rcklufig. Stellenzuwchse gab es dagegen bei 
Steel Americas sowie bei Elevator Technology und Components Technology. 
Besonders stark fiel der Rckgang in Deutschland aus. Hier sank die Mitarbeiterzahl um fast 13 % 
auf 71.072. Dies lag vor allem an den Desinvestitionen bei Materials Services und Marine Systems. 
Auerhalb Deutschlands befand sich die Belegschaftszahl auf Vorjahresniveau. Wie sich die Belegschaften 
auf die einzelnen Regionen in der Welt verteilen, knnen Sie im Kapitel Mitarbeiter auf Seite 158 
nachlesen. 

Im Jahresverlauf konnten wir die Kurzarbeit nahezu vollstndig zurckfahren. Ende September 
2010 waren im Konzern weltweit nur noch 2.411 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen. Der Hchststand 
lag im April 2009 bei 38.020. In der Business Area Steel Europe, die im April 2009 noch 14.004 Kurzarbeiter 
zhlte, konnte sie nahezu komplett abgebaut werden. 

Absatzmrkte und Marketing 

Mit einem Anteil von 62 % am Umsatz war die EU-Region 2009/2010 wieder der wichtigste Absatzmarkt 
fr ThyssenKrupp; davon entfielen 33 Prozentpunkte auf Deutschland. Kunden in Amerika standen fr 
19 % des Umsatzes, wobei in Nordamerika die USA und in Sdamerika Brasilien die wichtigsten Absatzlnder 
waren. Die Bedeutung des asiatisch/pazifischen Raums ist weiter gewachsen, obwohl der Anteil 
mit 11 % noch relativ gering blieb. Gegenber den Vorjahren hat sich die regionale Verteilung des Umsatzes 
kaum verndert. 

UMSATZ NACH ABSATZGEBIETEN in Mio  

2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Deutschland 15.837 18.545 19.161 13.031 13.933 
brige EU 13.293 16.198 16.677 12.142 12.485 
Amerika 11.609 10.218 9.706 7.858 8.266 
Asien/Pazifik 4.123 4.146 4.852 4.341 5.013 
brige Lnder 2.263 2.616 3.030 3.191 2.924 
Insgesamt 47.125 51.723 53.426 40.563 42.621 


110 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 110 
Viele unserer Produkte besitzen auf ihren Mrkten eine weltweit fhrende Position, die dem technischen 
Vorsprung, der Wirtschaftlichkeit und dem guten Service ber die gesamte Lebensdauer der Produkte 
zu verdanken ist. Darber hinaus strken die langjhrigen Kunden-/Lieferanten-Beziehungen unsere 
Marktstellung: Durch gemeinsame Entwicklungsprojekte mit unseren Partnern kennen unsere Ingenieure 
und Techniker die Anforderungen der Kunden sehr genau und knnen entsprechend spezifische 
Problemlsungen anbieten. Dies gilt beispielsweise bei Automobil-Prototypen, fr die unsere Werkstoffspezialisten 
Leichtbaukomponenten entwickeln, wie bei anspruchsvollen Gebudeprojekten, in denen 
innovative Aufzge und Fahrtreppen den Ansprchen moderner Architektur folgen. 
Kundennahes Marketing 
Zu den Kunden unserer Werkstoffe und Technologiegter zhlen in erster Linie Industrieunternehmen; 
nur wenige unserer Produkte und Dienstleistungen richten sich an Privatkunden. Diese industriellen 
Abnehmer erwarten anspruchsvolle Kommunikation, umfassende Information zu Produkt- und Dienstleistungslsungen 
sowie eine individuelle Beratung, die auf ihre speziellen Anforderungen zugeschnitten 
ist. Wir nutzen dazu die gesamte Palette der Kommunikationsmglichkeiten; auch unsere Imagewerbung 
hat einen hohen Produktbezug. Fr Erst- und Folgekontakte nimmt unsere Internetprsenz eine groe 
Bedeutung ein. Prsentationen und internationale Messebeteiligungen machen auf unsere Leistungspalette 
aufmerksam und bringen Kunden mit unseren Experten ins Gesprch. Produktbezogene Dokumentationen 
vermitteln entscheidungsrelevante Daten. Technische Kundenmagazine berichten ber 
neueste Innovationstrends im Konzern. Auerdem entwickeln wir die Produktgestaltung lnder- und 
kundenbezogen weiter und streben auf unseren Mrkten mglichst eine Qualittsfhrung an. 
Die Marke ThyssenKrupp steht fr hohe Ansprche an die Qualitt der Produkte und Dienstleistungen. 
Unsere operativen Konzernunternehmen treten in einem konzernweit einheitlichen Corporate 
Design auf. Am Markt aber operieren sie im Rahmen der strategischen Vorgaben selbststndig, so dass 
sie auf nderungen der Marktbedingungen und Kundenwnsche flexibel reagieren knnen. Diese Nhe 
zum Kunden und die Dienstleistungsorientierung machen wesentliche Merkmale unseres Marketing aus. 
Investitionen und Netto-Finanzschulden 
Im Geschftsjahr 2009/2010 investierte ThyssenKrupp insgesamt 3.513 Mio , 566 Mio  weniger als 
im Vorjahr. Hiervon wurden 3.408 Mio  fr Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte 
ausgegeben; auf den Erwerb von Unternehmen und Beteiligungen sowie auf andere finanzielle 
Vermgenswerte entfielen die brigen 105 Mio . Die Investitionen berschritten die Abschreibungen in 
Hhe von 1.361 Mio  um 2.152 Mio . 
Die niedrigeren Investitionen beruhten auf der in der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffenen 
Entscheidung, die Mittel vordringlich fr die strategischen Wachstumsprojekte in Brasilien und den 
USA sowie fr die Sicherung der Betriebsbereitschaft zu verwenden. Ohne die Groprojekte betrugen 
die Investitionen 1.459 Mio  gegenber 1.921 Mio  im Vorjahr. 
Die Investitionen des Konzerns beliefen 
sich 2009/2010 auf 3,5 Mrd . 
umsaTz nach aBsaTzgeBieTen 2009/2010 in % 
Asien/Pazifik 11 
Amerika 19 
brige Lnder 8 
brige EU 29 
Deutschland 33

Ko nz e r n L ag e b e r i c h t berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 111 
KONZERNLAGEBERICHT berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 111 
INVESTITIONEN NACH BUSINESS AREAS in Mio  
2008/2009 2009/2010 
Steel Europe 436 286 
Steel Americas 2.135 2.054 
Stainless Global 343 344 
Materials Services 279 188 
Elevator Technology 135 81 
Plant Technology 61 32 
Components Technology 542 288 
Marine Systems* 37 8 
Corporate 126 268 
Konsolidierung  15  36 
ThyssenKrupp Konzern* 4.079 3.513 
*Der Vorjahresbetrag wurde auf Grund der Erstanwendung des berarbeiteten IAS 7 angepasst. 
Die Investitionen in Brasilien und den USA prgten mageblich auch die Entwicklung der Netto-Finanzschulden. 
Zum Geschftsjahresende lagen die Netto-Finanzschulden mit 3.780 Mio  um 1.721 Mio  
ber dem Stand vom 30. September 2009. Mehr erfahren Sie in den Erluterungen zur Kapitalflussrechnung 
im Kapitel Finanz- und Vermgenslage auf den Seiten 136137. 
Beschaffung: Bedeutung des Einkaufs steigt 
Wegen der gestiegenen Nachfrage im abgelaufenen Geschftsjahr hat sich auch der Materialaufwand 
gegenber dem Vorjahr um 1 % auf 27,1 Mrd  erhht. Der Anteil am Umsatz ging von 66 % im Vorjahr 
auf knapp 64 % zurck, obwohl nach Senkungen zu Beginn 2009/2010 die Preise fr Rohstoffe und 
andere Materialgruppen wieder stiegen. Durch unseren weltweiten Einkauf haben wir in Zusammenarbeit 
mit den Konzernunternehmen gnstige Marktbedingungen genutzt und nachhaltige Einsparungen 
erzielt. Die Materialversorgung unserer Werke war stets sichergestellt; trotz der gestiegenen Nachfrage 
gab es keine Lieferengpsse. Hierzu tragen auch unsere langfristigen Lieferbeziehungen zu Lieferanten 
bei. Mit fast einem Drittel unserer Lieferanten arbeiten wir seit mehr als vier Jahren zusammen. 
MATERIALAUFWAND NACH BUSINESS AREAS in Mio  
2008/2009 2009/2010 
Steel Europe 6.344 6.811 
Steel Americas 5 116 
Stainless Global 4.256 4.894 
Materials Services 10.106 10.101 
Elevator Technology 1.768 1.687 
Plant Technology 2.857 2.396 
Components Technology 2.827 3.437 
Marine Systems 1.031 602 
Corporate 38 56 
Materialaufwand der Business Areas 29.232 30.100 
Konsolidierung  2.385  2.987 
Konzern 26.847 27.113 
Umstellung der Eisenerzpreise auf Quartalsbasis 
Die Nachfrage nach bersee-Eisenerzen ist weiter gestiegen. Dies lag vor allem an der weltweiten 
Erholung der Stahlproduktion und den zunehmenden Eisenerzimporten der chinesischen Stahlindustrie. 
Untersttzt durch den starken Nachfrageanstieg zu Beginn des Jahres 2010 ist es den groen Erzlieferanten 
gelungen, weltweit ein neues Preissystem mit spotmarktbasierten Quartalspreisen durchzusetzen. 
Als Folge der stark steigenden Preise auf dem Spotmarkt sind die vereinbarten durchschnittlichen 
Einkaufspreise in den ersten beiden Vertragsquartalen fr das Lieferjahr 2010/2011 deutlich gestiegen. 
Einzelheiten: Seiten 136137

Auch fr die Kokskohle gelten 

inzwischen verstrkt Quartalspreise. 

Die Eisenerzbezge der ThyssenKrupp Steel Europe AG lagen im Berichtsjahr mit 17,6 Mio t um 
rund zwei Drittel oberhalb des sehr stark durch die Krise reduzierten Vorjahresvolumens. Von der Gesamtmenge 
entfiel mit 11,5 Mio t der grte Teil auf Brasilien, gefolgt von Kanada mit 3,6 Mio t und 
Afrika mit 1,7 Mio t. Die restlichen Mengen verteilten sich auf Lieferungen aus Australien und Schweden. 

Auch ein groer Teil der Kokskohle wird mittlerweile auf Basis von Quartalspreisen abgerechnet. Im 
Zuge der zu Jahresbeginn einsetzenden Nachfragebelebung mussten fr Kokskohle nach der deutlichen 
Reduzierung im Vorjahr in den beiden ersten Vertragsquartalen fr das Lieferjahr 2010/2011 wieder 
Preiserhhungen akzeptiert werden. Fr Einblaskohle waren ebenfalls hhere Preise hinzunehmen. 

Die Nachfrage nach international gehandeltem Hochofenkoks hat sich ebenfalls erholt. Infolgedessen 
waren die Preise im 1. Halbjahr 2010 auf teilweise 500 US-Dollar je Tonne (fob China) gestiegen; in 
den Sommermonaten haben sie aber wieder etwas nachgegeben. Das Preisniveau fr chinesischen 
Koks wird nach wie vor stark durch die Exportsteuer von 40 % beeinflusst. 

Relativ stabil zeigte sich der Seefrachtenmarkt fr die Verschiffung von Eisenerz und Kohle. Selbst 
fr hohe Massengut-Frachtmengen gab es dank der jetzt auf den Markt gekommenen Schiffsneubauten 
ausreichende Transportkapazitt. 

Starke Preisschwankungen bei Legierungsmetallen 

Die wirtschaftliche Erholung im Berichtsjahr fhrte bei Legierungsmetallen zu erhhter Nachfrage. Die 
Preise entwickelten sich auch erneut volatil mit steigender Tendenz, ohne jedoch die Schwankungen 
und Preishhen des Vorjahres zu verzeichnen. Dies galt beispielsweise fr Nickel, Chrom und Molybdn, 
die als Legierungsmetalle fr die Business Area Stainless Global besonders wichtig waren. 

Die Schwankungen des Nickelpreises waren teilweise auf Spekulationen zurckzufhren. Die Cash-
Notierung an der London Metal Exchange (LME) schwankte zwischen 17.527 US-Dollar im Durchschnitt 
des 1. Quartals 2009/2010 und 22.476 US-Dollar im 3. Quartal. Im 4. Quartal sank die Notierung dann 
bis auf 21.188 US-Dollar Noch strker bewegten sich die Tagespreise,. Die Bandbreite zwischen dem 
Hchstwert von 27.600 US-Dollar und dem Tiefstwert von 15.810 US-Dollar zeigt die hohe Volatilitt, 
die zunehmend durch spekulierende Marktteilnehmer verursacht wird. So ist beispielsweise der Preis an 
der LME innerhalb nur eines Monats um 5.840 US-Dollar gestiegen, obwohl im selben Zeitraum der 
Nickelbestand einen historischen Hchststand erreichte. 

Der Referenzpreis fr Ferrochrom aus Sdafrika blieb in den beiden ersten Quartalen mit 
1,03 US-Dollar und 1,01 US-Dollar pro Pound  etwa 0,45 kg  recht stabil, um im 4. Quartal nach zeitweilig 
noch hheren Preisen 1,30 US-Dollar zu erreichen. Diese Vernderungen erklrten sich aus der 
Nachfrage und den steigenden Kosten fr Energie und Transport im Hauptlieferland Sdafrika. 

Bei Ferromolybdn stiegen die Quartalsdurchschnittspreise im Laufe des Geschftsjahres von 
28,65 US-Dollar auf 42,05 US-Dollar je Kilogramm. Im letzten Quartal reduzierte sich der Preis auf 
39,43 US-Dollar. Die relative Spannweite des Preises ber das Jahr war hoch, die kurzfristige Volatilitt 
aber deutlich geringer als bei Nickel. Molybdn wird seit einigen Monaten an der LME notiert. Wegen der 
fehlenden Akzeptanz der Marktteilnehmer ist diese Notierung aber derzeit fr die Marktpreisbildung 
unbedeutend. 

Das an der LME notierte Metall Zink, das bei der Business Area Steel Europe fr die Oberflchenveredelung 
der Stahlbleche eingesetzt wird, zeigte sich hnlich volatil wie in den Vorjahren. In der 

1. Hlfte des Geschftsjahres wurde es durch die hhere Nachfrage immer teurer, so dass der Durchschnittspreis 
bei 2.250 US-Dollar je Tonne lag. Nachdem zeitweise stillgelegte Produktionskapazitten 
wieder in Betrieb gingen, besserte sich die Angebotssituation im Laufe des 2. Halbjahres. Der Aufwrtstrend 
wurde dadurch vorerst gebrochen. 
Der Kupferpreis lag zu Beginn der Berichtszeit bei 6.017 US-Dollar, stieg bis Mitte Februar 2010 
zunchst auf 7.556 US-Dollar je Tonne, um dann wieder auf 6.295 US-Dollar zurckzufallen und anschlieend 
bis Mitte April wieder auf 7.980 US-Dollar zu steigen. Es schloss sich eine Talfahrt auf 

6.133 US-Dollar an, gefolgt von einem Anstieg auf 8.033 US-Dollar je Tonne. 

In der Energiebeschaffung wurden 

2009/2010 ber 30 Mio  eingespart. 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 113 

Nach dem Einbruch im Vorjahr hat die anziehende Stahlkonjunktur die Nachfrage nach unlegiertem 
Stahlschrott weltweit wieder steigen lassen. Als Folge erhhte sich der Preis fr die Richtsorte 2  
Neuschrott  in Deutschland von Oktober 2009 bis Mai 2010 von 186  auf 319  pro Tonne. Saisonal 
ging er dann leicht zurck, um sich zum Ende des Geschftsjahres wieder auf 312  zu erhhen. Im 
Durchschnitt des Berichtsjahres lag der Marktpreis mit 256  je Tonne um 26 % ber dem Vorjahreswert. 


Hhere Produktpreise durch teurere Rohstoffe 

Die im Verlauf des Geschftsjahres steigenden Rohstoffpreise haben bei den daraus hergestellten 
Produkten zu hheren Produktpreisen gefhrt. Stark rohstoff- und stahlpreisabhngige Materialien 
waren gegenber dem Vorjahr nur noch zu nennenswert hheren Preisen zu beziehen. 

Bei industriellen Dienstleistungen nherte sich das Preisniveau erst im 3. Quartal in ersten kleinen 
Schritten wieder dem Niveau vor der Krise, in der es zu erheblichen Preisabschlgen gekommen war. 
Nicht ganz so stark waren Bauleistungen sowie der Maschinen- und Anlagenbau betroffen. 

Da die im Laufe des Jahres sehr stark gestiegene Nachfrage teilweise auf geringe Lagerbestnde 
der Vorlieferanten traf, verlngerten sich mitunter die Lieferzeiten. In Teilbereichen fhrte dies zu stark 
schwankenden Lieferpreisen. Die Versorgungssicherheit war aber auch bei weiterverarbeiteten Produkten 
gegeben. 

Auf den Beschaffungsmrkten fr den Anlagenbau schwankten Preise und Liefersituation im Jahresverlauf 
ebenfalls deutlich. Zu Beginn des Geschftsjahres waren die Kapazitten der europischen 
Zulieferindustrie vielfach sehr niedrig ausgelastet, zumal in den Vorjahren die Produktionskapazitten 
ausgebaut worden waren. Diese Kapazitten blieben auch bei zurckgehendem Geschft im Markt. 

Neue Einkaufsorganisation 

Mit der Neuorganisation des Konzerns hat sich auch die Einkaufsorganisation verndert; es wurde ein 
deutlich zentralerer Ansatz umgesetzt. Schwerpunkt der zentralen Steuerung ist das Warengruppenmanagement 
fr alle Nichtproduktionsmaterialien und -leistungen im Konzern durch das Corporate 
Center Materials Management, wobei eng mit allen Konzernunternehmen und den internationalen Landesholdings 
zusammengearbeitet wird. In Regionen, in denen ThyssenKrupp ber viele Konzernunternehmen 
verfgt  zum Beispiel im Raum Nafta, Europa oder China  untersttzen regionale Gremien 
diese neue Vorgehensweise. So konnten wir im Geschftsjahr 2009/2010 schon ber 500 Mio  Einkaufsvolumen 
gebndelt in den Markt vergeben. 

Als weitere wesentliche nderung hat ThyssenKrupp zentral einen IT- und einen Investitionseinkauf 
aufgebaut. In enger Kooperation mit den Konzernunternehmen konnten wir hierdurch Einsparpotenziale 
im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich realisieren. Auch der Energieeinkauf ist jetzt in das Corporate 
Center Materials Management eingegliedert. International hat der Energieeinkauf in Zusammenarbeit 
mit den Konzernunternehmen bereits Erdgas- und Stromvertrge fr Unternehmen in Italien, Frankreich, 
und den USA abgeschlossen. Im abgelaufenen Geschftsjahr konnten wir in der Energiebeschaffung 
mehr als 30 Mio  einsparen. 

Intelligente Einkaufssysteme senken Kosten 

Erfolgreich arbeiteten ebenfalls unsere Einkaufssysteme. Mit der etablierten ThyssenKrupp Ausschreibungsplattform 
haben wir im abgelaufenen Geschftsjahr beispielsweise mehr als 11.300 
Ausschreibungen im Markt platziert und durch verstrkten Wettbewerb bessere Konditionen erzielt. 
Weitere Einsparungen konnten wir dank des verstrkten Einsatzes des Moduls e.auction realisieren. 

Die Prozesskosten lieen sich durch den weiteren Ausbau des Katalogbestellsystems reduzieren. 
Weltweit knnen heute fast 7.100 Nutzer 5,1 Mio Artikel ber das System beziehen. 


Einzelheiten: Seiten 9799 

Das ThyssenKrupp Lieferantenmanagementsystem wurde um einen Auswahlprozess fr neue, 
wichtige Lieferanten erweitert. Insgesamt wurden weltweit knapp 1.300 Lieferantenprojekte mit Untersttzung 
der Plattform durchgefhrt. 

Mehr Transparenz durch Key Performance Indicators 

Fr das 2008/2009 aufgebaute Einkaufsreporting- und -controlling-System haben wir konzernweit neun 
Key Performance Indicators (KPI) definiert. Alle deutschen Unternehmen sind an das System ange- 
bunden. Im neuen Geschftsjahr werden auch die brigen europischen und die nordamerikanischen 
Konzernunternehmen einbezogen. Mit Hilfe der KPI wollen wir die Wirtschaftlichkeit von Prozessen und 
erzielte Einsparungen im Einkauf transparent machen. 

Um den Einkauf kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Kompetenz der Mitarbeiter zu erhhen, 
fanden weltweit Schulungen in Methoden und Werkzeugen fr den Einkauf statt. Insgesamt nahmen 

1.200 Mitarbeiter in 23 Lndern daran teil. 
Als zentrale und dezentrale Aktivitten sind im letzten Geschftsjahr ber die ThyssenKrupp best 
Einkaufsinitiative 323 Projekte neu initiiert worden, die zu Einsparungen in dreistelliger Millionen-Euro-
Hhe gefhrt haben. Ein Beispiel ist das Supply Management Efficiency Program von Elevator Technology, 
bei dem ein konsequentes globales Warengruppenmanagement nachhaltige Einsparpotenziale 
identifiziert und umsetzt. Zu unserem konzernweiten Effizienzsteigerungsprogramm ThyssenKrupp best 
sind Einzelheiten auf den Seiten 9799 zu finden. 

Steigende Transportkosten 

Whrend zu Beginn des Berichtsjahres bei fast allen Verkehrstrgern die Kapazitten nur gering ausgelastet 
waren, nderte sich dies mit Beginn 2010. Die Nachfragebelebung fhrte sogar zeitweilig zu 
Versorgungsengpssen. Viele Transportanbieter hatten nmlich Kapazitten stillgelegt bzw. veruert 
und Neuinvestitionen weitgehend eingestellt. Nachdem die geringe Kapazittsauslastung die Transportpreise 
zuvor auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert hatte, kam es im LKW-Bereich jetzt zu Preissteigerungen, 
die jedoch teilweise ber Rahmenvereinbarungen oder Langfristvertrge abgewendet 
wurden. Auch bei der Bahn gab es Engpsse, obwohl sie geringer ausfielen als im LKW-Bereich; mige 
Preissteigerungen mussten jedoch akzeptiert werden. Die Preise fr LKW- und Container-Spotfrachten 
sind wegen der Kapazittsverknappung gestiegen und haben teilweise das Vorkrisenniveau erreicht. 

Bei der konventionellen Schifffahrt einschlielich der Binnenschifffahrt war der Frachtraum zu 
keiner Zeit knapp. Dagegen zeigte der Containerschiffmarkt ein anderes Bild: Schiffsraum wurde knstlich 
verknappt, indem Abfahrtzeiten verschoben, Destinationen aus dem Verkehr genommen und Fahrzeiten 
verlngert wurden. Dies fhrte letztlich zu hheren Preisen. 

In der Luftfracht hat die Stilllegung von Flugzeugen ebenfalls die Kapazitten knstlich niedrig 
gehalten, um Preiserhhungen durchzusetzen. Dem haben wir durch Konzernrahmenvertrge entgegengewirkt. 


Im Berichtsjahr hat ThyssenKrupp verstrkt das Supply Chain Management entwickelt. Optimierung, 
Planung und Steuerung von Prozessen wurden entlang der Wertschpfungskette von den Lieferanten 
ber die Produktion bis hin zu den Kunden neu gestaltet. 

Energie: Gnstige Erdgasbezge 

Trotz der international hheren Energienachfrage  bedingt durch das Anziehen der Weltkonjunktur  
konnten wir fr den Konzern attraktive knftige Bezugspreise fr Erdgas und fr Teilmengen auch beim 
Strom erreichen. 


Der fr 2010/2011 erwartete 

Strombedarf ist zum hohen Teil 

abgesichert. 

KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern 115 

Erdgaspreise in Deutschland im europischen Vergleich zu hoch 

Im Berichtsjahr hat sich der Preis fr ein Barrel Rohl der Brent-Qualitt  der international blichen 
Vergleichsqualitt fr Rohl  in einer Spanne von 67,20 US-Dollar bis 87,59 US-Dollar bewegt. 

Zeitweise war das Preisniveau auf dem Erdgasterminmarkt so gnstig, dass wir fr unsere deutschen 
Werke langfristige Liefervertrge mit attraktiven Preisen schlieen konnten: Gegenber den Gaspreisen 
im Berichtsjahr zahlen wir fr die Geschftsjahre 2011/2012 und 2012/2013 in Deutschland 
rund 12 % weniger. Trotzdem sind die Gaspreise im internationalen Vergleich wegen der unbefriedigenden 
Wettbewerbssituation weiterhin zu hoch; industriellen Groverbrauchern wie ThyssenKrupp fehlen 
immer noch Anbieter fr kostengnstige Bezugsalternativen. Hinzu kommen Belastungen durch die 
drastisch gestiegenen Regelenergiekosten. Regelenergie stellt eine notwendige Systemdienstleistung 
der Netzbetreiber zum kontinuierlichen Ausgleich von Gaseinspeisungen und -verbrauch dar. Die Preise 
dafr haben sich 2009/2010 in Deutschland mehr als verdoppelt. 

Im Ausland konnten wir ebenfalls von teilweise gnstigen Preisen auf den Energiemrkten profitieren 
und uns attraktive Konditionen fr die kommenden Jahre sichern. So hat ThyssenKrupp Acciai 
Speciali Terni um ca. ein Drittel gnstigere Erdgaspreise vereinbart, als sie noch 2009/2010 zu zahlen 
waren. Das Gas wird 2011/2012 und 2012/2013 geliefert. In Frankreich erzielte ThyssenKrupp Sofedit 
einen Preisrckgang von 26 % fr Lieferungen 2010/2011. Auch ThyssenKrupp Steel USA konnte 
schon fr die Hlfte des knftigen Erdgasbedarfs einen Bezugspreis von rund 25 % unter den ursprnglichen 
Planungen vertraglich absichern. 

Trotz gesunkener Preise: Deutsche Stromkosten im europischen Vergleich weit oben 

Die Strompreise in Deutschland lagen 2009/2010 sowohl im aktuellen Spot- als auch im lngerfristigen 
Terminmarkt auf einem niedrigen Niveau. Im europischen Vergleich aber rangieren die inlndischen 
Stromkosten trotz des Preiseinbruchs weiter am oberen Ende, weil politisch bedingte Lasten wie die 
Stromsteuer und die Frderung der Kraft-Wrme-Kopplung den Strom verteuern. Hinzu kommen die 
Aufschlge fr die Frderung der erneuerbaren Energien, die im Berichtsjahr massiv stiegen und hohe 
zustzliche Kosten verursachten. 

Wegen des Produktionsrckgangs durch die weltweite Rezession wurden im 1. Quartal 2009/2010 
geringe Mengen Strom verkauft, die schon vorab auf dem Terminmarkt erworben worden waren und 
dann nicht mehr bentigt wurden. Teilweise musste dieser Strom unterhalb der Einstandskosten abgegeben 
werden. Fr das restliche Geschftsjahr lag der tatschliche Bedarf ber den bereits beschafften 
Mengen; die Lcke deckten wir durch gnstige Zukufe im kurzfristigen Terminmarkt. 

Auf Basis eines voraussichtlich geringeren Strombedarfs fhren die bereits beschafften Strommengen 
zu einem relativ hohen Absicherungsgrad fr den erwarteten zuknftigen Strombedarf 
im neuen Geschftsjahr. Auch fr 2011/2012 und 2012/2013 wurden schon Teilstrommengen zu 
gnstigen Preisen beschafft. 

Mit der Inbetriebnahme des Werkes von ThyssenKrupp Steel USA in Alabama ist auch der dortige 
Langfristvertrag fr Strombezge in Kraft getreten. Schon bei den noch geringen Abnahmen in der 
Hochlaufphase liegen die sehr gnstigen Konditionen beachtlich unter dem europischen Preisniveau. 
In Frankreich profitierten wir noch von dem bis 2010 verlngerten staatlich regulierten Stromtarif. 

Erlse aus Emissionshandel 

ThyssenKrupp hat im Kalenderjahr 2009 auf Grund von gesetzlichen Vorschriften Emissionsberechtigungen 
ber 21.263.403 t CO2 erhalten. Angesichts der damals niedrigen Produktion im Stahlbereich 
lagen die tatschlichen Emissionen jedoch nur bei 15.280.906 t CO2. Dadurch werden die zugeteilten 
CO2-Emissionsrechte fr die zweite Handelsperiode des EU-Emissionshandels (2008  2012) ausreichen. 
Wir konnten sogar im Berichtsjahr einzelne Emissionsrechte veruern und tragen andere vor, 
um sie spter fr die dritte Handelsperiode (2013  2020) zu verwenden, in der wir eine deutliche 
Unterdeckung erwarten. 


Interne Manahmen und 
konjunkturelle Erholung 

haben ThyssenKrupp 

2009/2010 gestrkt. 

Alle Erlse aus dem Emissionshandel werden durch die hheren Kosten aufgezehrt, die aus der 
vollstndigen berwlzung von CO2-Kosten in den Strompreis entstehen. Die Kosten fr CO2-Emissionsrechte 
werden nmlich von den Stromerzeugern vollstndig in den Strompreis eingerechnet. Deshalb 
liegen die Stromkosten in Deutschland und Europa  selbst bei konjunkturbedingt fallenden Strompreisen 
 wesentlich hher als beispielsweise in Lndern ohne Emissionshandel. 

Zusammenfassende Bewertung des Vorstands zur wirtschaftlichen 
Entwicklung und Zielerfllung 

ThyssenKrupp ist gestrkt aus der Wirtschafts- und Finanzkrise hervorgegangen. Auftragseingang, 
Umsatz und EBT zeigen, dass unser Konzern die Trendwende vollzogen hat. Dies lag zum einen an der 
konjunkturellen Erholung, von der wir weltweit profitierten; zum anderen haben zahlreiche interne Manahmen 
das Unternehmen effizienter und schlagkrftiger gemacht. Wir haben unsere Strukturen verbessert, 
die Effizienz gesteigert und unser Portfolio optimiert. All dies strkt jetzt unsere Position auf den 
Mrkten und bildet eine gute Ausgangsbasis fr weiteres Wachstum. 

Die Neuorganisation des Konzerns hat sich bewhrt. Kurze Entscheidungswege und bessere Kommunikation 
erlauben uns, schneller auf Marktnderungen und Kundenwnsche zu reagieren. Alle acht 
Business Areas haben im letzten Jahr gut gearbeitet und ihre Wettbewerbsposition und Geschftslage 
verbessert  selbst wenn sich das nicht berall schon in entsprechenden Ergebniszahlen niederschlgt. 

Mit den neuen Werken in Brasilien und den USA haben wir in die Zukunft des Unternehmens 
investiert. Dank der attraktiven Absatzchancen auf dem nordamerikanischen Markt werden sie knftig 
nachhaltig zur Steigerung des Unternehmenswertes beitragen. 


KonzernLagebericht berblick ber den Geschftsverlauf im Konzern / Geschftsverlauf in den Business Areas 117 

Geschftsverlauf in den Business Areas 


Die Aktivitten und das Know-how des Konzerns in den strategischen Kompetenzfeldern 
Materials und Technologies sind in unseren acht Business Areas gebndelt: Steel Europe, 
Steel Americas, Stainless Global, Materials Services, Elevator Technology, Plant Technology, 
Components Technology sowie Marine Systems. Mehr ber die einzelnen Bereiche und deren 
Entwicklung im Berichtsjahr erfahren Sie im nachfolgenden Kapitel. 

Steel Europe 

STEEL EUROPE IN ZAHLEN 

Auftragseingang 
Umsatz 
ThyssenKrupp Steel Europe 
Processing 
Other Companies 
Konsolidierung 
EBT 
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
2008/2009 
7.892 
9.570 
6.103 
5.097 
1.449 
 3.079 
 197 
2009/2010 
10.986 
10.770 
6.983 
5.611 
490 
 2.314 
639 

Bereinigtes EBT Mio  21 639 

Investitionen Mio  436 286 

Mitarbeiter (30.09.) 36.416 34.711 


Steel Europe steigerte den 

Auftragseingang 2009/2010 
um 39 %. 

Die Business Area Steel Europe bndelt die Qualittsflachstahlaktivitten des Konzerns vor allem im 
europischen Markt. Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe als grter Umsatztrger beliefert 
den Markt direkt mit hochwertigen Qualittsflachstahlerzeugnissen und versorgt darber hinaus die 
berwiegend in nachgeschalteten Produktionsbereichen ttige Operating Unit Processing mit Vormaterial 
beispielsweise fr Weiblech, Elektroband und Tailored Blanks. 

Hhere Bestell- und Versandmengen 

Mit der wieder festeren Stahlkonjunktur und einer ber weite Strecken des Berichtsjahres hohen Stahlnachfrage 
hat sich die Auftrags- und Beschftigungslage der Business Area Steel Europe positiv entwickelt. 
Die guten Geschftszahlen aus den Jahren vor der Wirtschafts- und Finanzkrise wurden indes 
noch nicht ganz erreicht. Der wertmige Auftragseingang belief sich 2009/2010 auf 11,0 Mrd , das 
waren 39 % mehr als im Vorjahr. Mageblich hierfr waren in erster Linie die um 62 % gestiegenen 
Auftragsmengen. In den Sommermonaten hat sich die Nachfrage lagerzyklisch und saisonal bedingt 
wieder etwas abgeschwcht; unsere Buchungsmglichkeiten waren streckenweise jedoch auch eingeschrnkt, 
da wir insbesondere auf der Rohstahlstufe an der Kapazittsgrenze produzierten. 


Die Kurzarbeit bei Steel Europe 

konnte zum Ende des Berichtsjahres 
ganz abgebaut werden. 

Der Umsatz der Business Area nahm um 13 % auf 10,8 Mrd  zu. Dies war auf den hheren Versand 
zurckzufhren, der um 29 % gestiegen ist. Die Stahlerlse lagen im Durchschnitt des Geschftsjahres 
noch deutlich unter dem Vorjahresniveau. Ab dem 3. und verstrkt im 4. Geschftsjahresquartal 
konnten jedoch Preisvereinbarungen mit Kunden an die hheren Rohstoffkosten angepasst werden. 

Im Zuge der Nachfragebelebung hat sich die Beschftigungslage zunehmend verbessert. Bereits im 
November 2009 war der Hochofen 9 wieder angeblasen worden. Der Hochofen A bei der Beteiligungsgesellschaft 
Httenwerke Krupp Mannesmann folgte im Januar 2010. Dadurch war die Metallurgiestufe 
ab Geschftsjahresmitte wieder voll ausgelastet. Bei knapper Rohstahlkapazitt mussten insbesondere 
im letzten Geschftsjahresquartal Brammen am Markt zugekauft werden. In den nachgeschalteten 
Verarbeitungslinien erholte sich die Kapazittsauslastung ebenfalls deutlich. 

Die Rohstahlerzeugung von Steel Europe einschlielich des Anteils der Beteiligungsgesellschaft 
Httenwerke Krupp Mannesmann lag im Berichtsjahr mit 13,3 Mio t um 44 % ber dem niedrigen Vorjahresvolumen. 
Die Walzstahlproduktion fr Kunden, einschlielich Lohnwalzungen, erhhte sich um 
35 % auf 13,6 Mio t. 

Steel Europe erzielte 2009/2010 einen Gewinn vor Steuern von 639 Mio  nach einem Verlust im 
Vorjahr in Hhe von 197 Mio . Urschlich dafr waren die wieder hhere Nachfrage unserer Kunden, 
die eine bessere Auslastung der Produktionskapazitten ermglichte, sowie eine im Durchschnitt des 
Berichtsjahres verbesserte Kostensituation. Gnstig hat sich die konsequente Umsetzung von Restrukturierungs-
und Kostensenkungsprogrammen ausgewirkt. Die Stahlerlse waren hingegen durchschnittlich 
niedriger als im vorangegangenen Geschftsjahr, wiesen aber im Jahresverlauf eine positive 
Entwicklung auf. 

Die Unternehmen der Business Area beschftigten am 30. September 2010 insgesamt 34.711 Mitarbeiter, 
knapp 5 % weniger als zum Ende des Vorjahres. Der Belegschaftsabbau erfolgte hauptschlich 
im Inland; wesentliche Ursachen waren Austritte im Rahmen des Kostensenkungsprogramms 20/10 und 
Verlagerung von Arbeitspltzen auf andere Konzernteile im Zusammenhang mit der Neuorganisation des 
Konzerns. Die durch den dramatischen Auftragseinbruch 2008/2009 bedingte Kurzarbeit konnte nach 
der im Sptsommer 2009 einsetzenden Belebung der Nachfrage im abgeschlossenen Geschftsjahr 
sukzessive auf Null zurckgenommen werden. 

Entwicklung der Operating Units 

Die Operating Unit ThyssenKrupp Steel Europe erzielte in der Berichtsperiode einen deutlich hheren 
Umsatz. Erheblich gestiegene Versandmengen konnten den Rckgang der Stahlerlse mehr als ausgleichen. 
Die Mengenausweitung im Vertriebsbereich Industrie betraf insbesondere das Fremdkundengeschft, 
das im Vorjahr starke Einbuen verzeichnet hatte und nun vor allem von Lagerergnzungen, 
aber auch dem wieder gestiegenen realen Bedarf vieler Endkunden profitierte. Die strksten Impulse 
gingen zunchst von Abnehmern aus dem Handel und den Stahl-Service-Centern aus. Kaltwalzer, 
Profilhersteller und andere Bereiche der Metallverarbeitung zogen rasch nach, wenn auch von einem 
sehr niedrigen Niveau kommend. Dagegen blieb die Nachfrage aus der Rohrindustrie gedmpft. 

Der Versand an Kunden aus der Automobilindustrie und der Zulieferbranche hat sich ebenfalls 
sprbar erholt, konnte jedoch noch nicht ganz an das hohe Niveau der Jahre 2007 und 2008 anknpfen. 
Mit Automobilkunden wurden die zum 01. Juli 2010 flligen Vertragsverhandlungen abgeschlossen 
und Erlsverbesserungen erzielt; die Anpassung der Preise orientierte sich an der vorangegangenen 
und erwarteten Entwicklung der Rohstoffkosten. 

Der Gewinn vor Steuern von ThyssenKrupp Steel Europe lag betrchtlich ber dem Vorjahreswert. 
Urschlich waren vor allem die verbesserte Mengenkonjunktur und der Entfall der im Vorjahr zu verkraftenden 
Restrukturierungsaufwendungen. Positiv wirkten sich auch die laufenden ThyssenKrupp best-
Projekte und neu initiierte Kostensenkungsmanahmen aus. 

Die Weiterverarbeitungsaktivitten der Operating Unit Processing entwickelten sich unterschiedlich. 
Insgesamt konnte der Umsatz ausgeweitet und der Gewinn vor Steuern verbessert werden. 


KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 119 


Das Elektrobandgeschft 

wurde zum 01. Oktober 2009 
neu geordnet. 

Das Geschft mit Weiblech profitierte von einer unverndert sehr lebhaften Nachfrage, insbesondere 
im Marktsegment Getrnke- und Lebensmitteldosen. Der Umsatz nahm leicht zu. Die erheblichen 
Kostenerhhungen beim Vormaterial konnten wegen der blichen Kalenderjahresvertrge noch nicht 
voll an die Endverbraucher weitergegeben werden. Die krftige mengenbedingte Umsatzerhhung bei 
Mittelband war auf die deutlich verbesserte Beschftigung in der Automobilzuliefer- und Kaltwalzindustrie 
zurckzufhren; letztere erlebte nach dem tiefen Einbruch eine auergewhnlich hohe Nachfrage. 

Der Umsatz mit Elektroband lag konsolidierungsbedingt ber dem Vorjahr. Dem Bereich Electrical 
Steel wurde mit Wirkung vom 01. Oktober 2009 die bisher bei ThyssenKrupp Steel Europe angesiedelte 
Fertigung von nicht kornorientiertem Elektroband zugeordnet. Die Nachfrage nach kornorientiertem 
Elektroband erholte sich nach der Krise zgerlich. Die in den letzten Jahren massiv hochgefahrenen 
neuen Produktionskapazitten der Wettbewerber fhrten jedoch zu einem Angebotsberhang, und die 
Erlse gerieten erheblich unter Druck. Diese negativen Effekte wurden durch die Konzentration auf 
anspruchsvolle Qualitten abgemildert. Positiver entwickelte sich der Bereich nicht kornorientiertes 
Elektroband; der Umsatz nahm bei sprbar hherem Versand zu. 

Grobblech verzeichnete einen Umsatzrckgang. Der Absatz konnte vor dem Hintergrund einer verbesserten 
Nachfrage gesteigert werden; die Erlse, die sich innerjhrlich erholten, lagen im Durchschnitt 
aber unter dem Vorjahreswert. Tailored Blanks weitete das Geschft signifikant aus. Dabei 
konnte ein stagnierender Versand in Europa durch krftige Zunahmen in China und im Nafta-Raum 
berkompensiert werden. 

Metal Forming profitierte in besonderem Mae von der sich erholenden europischen Automobilindustrie 
und dem krftigen Wachstum im chinesischen Markt, aber auch in der Nafta-Region. Nach 
erfolgreicher Restrukturierung wird nun eine Best-Owner-Lsung fr den Bereich gesucht. Color/ 
Construction verzeichnete ein niedrigeres Geschftsvolumen als im Vorjahr. Eine positive Absatzentwicklung 
bei den Flachprodukten beispielsweise fr den Fahrzeugbau und die Garagentorindustrie stand 
einem rcklufigen Trend im Bauelementebereich gegenber. Es konnten einige prestigetrchtige 
Projekte abgewickelt werden  dazu gehrten die anspruchsvollen Wandverkleidungen im neuen 
ThyssenKrupp Quartier in Essen sowie Sandwich-und Trapezprofile fr das neue Werk in Alabama. 

Wesentliche Ereignisse 

Im Berichtsjahr wurde das Elektrobandgeschft neu geordnet. Seit 01. Oktober 2009 sind die 
Geschftsbereiche kornorientiertes und nicht kornorientiertes Elektroband unter operativer Fhrung der 
ThyssenKrupp Electrical Steel GmbH. Damit entstand ein Komplettanbieter, der seine Marktposition 
durch die zunehmende Bedeutung von Energieeffizienz weiter ausbauen wird. 

Bei Tailored Blanks wurde auf Grund des verschrften Wettbewerbs im deutschen Markt die Produktion 
in Wolfsburg zum 30. April 2010 eingestellt und in das Hauptwerk in Duisburg-Httenheim 
integriert. Im Zuge der Werksschlieung wurden auch Schweianlagen nach China verlagert, um dem 
dortigen Marktwachstum besser gerecht zu werden. 

Unsere Marktposition in Italien konnten wir durch die bernahme des Geschfts der Euroweld S.r.l. 
beachtlich strken. 

Investitionen 

Die Investitionen der Business Area Steel Europe in Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte 
erreichten im Berichtsjahr 286 Mio  bei Abschreibungen von 579 Mio . Die im Vergleich zu den 
Abschreibungen niedrigen Investitionsausgaben resultierten aus der angesichts der Wirtschaftskrise 
getroffenen Entscheidung, die Investitionen deutlich zu reduzieren und sich auf Erhaltungs-und 
Umweltschutzmanahmen zu konzentrieren. Ab dem 3. Quartal des Berichtsjahres konnten im Zuge der 
wirtschaftlichen Erholung und der verbesserten Ertragslage wieder vermehrt Investitionsprojekte freigegeben 
werden. Ein Schwerpunkt lag auf der technologischen Weiterentwicklung der Fertigungsstrae 
des Warmbandwerks 3 in Bochum. 


Steel Europe investierte 2009/2010 
in bedeutende Umweltschutz- und 
Modernisierungsmanahmen. 

Im Fokus der Investitionsausgaben standen bedeutende Umweltschutzmanahmen wie der Neubau 
einer stromerzeugenden Gichtgasentspannungsturbine im Hochofenwerk Duisburg-Hamborn, die 
Modernisierung der Ofenanlage zur Verringerung von Emissionen an der Contiglhe Dortmund und der 
Einbau von Entstaubungsanlagen in die Sinteranlage Duisburg-Schwelgern zur Reduzierung der Feinstaubbelastung. 
Daneben flossen wesentliche Investitionsmittel in die Modernisierung der veralteten 
Automatisierungstechnik an der Fertigungsstrae im Warmbandwerk 2 in Duisburg-Beeckerwerth. Mit 
dieser Manahme wird das Produkt- und Abmessungsspektrum bei Rohrbandgten und hochlegierten 
Sthlen profitabel erweitert. 

An den Elektroband-Standorten Gelsenkirchen und Isbergues, Frankreich, wurde der Kapazittsausbau 
fr hherwertige und zukunftstrchtige Gten weiter vorangetrieben und teilweise abgeschlossen. 
Das Projekt zur Kapazittsausweitung bei Mittelband am Standort Hagen befindet sich weiterhin in 
Umsetzung. Darber hinaus hat die Binnenreederei Veerhaven einen neuen Schubverband zur Sicherstellung 
der Rohstoffversorgung ber den Rhein in Betrieb genommen. 

Steel Americas 

STEEL AMERICAS IN ZAHLEN 

Auftragseingang 
Umsatz 
ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico 
ThyssenKrupp Steel USA 
Other Companies/Konsolidierung 
EBT 
2008/2009 
Mio  0 
Mio  0 
Mio  0 
Mio  0 
Mio  0 
Mio   216 
2009/2010 
69 
68 
67 
1 
0 
 320 

Bereinigtes EBT Mio   216  320 

Investitionen Mio  2.135 2.054 

Mitarbeiter (30.09.) 1.659 3.319 

Mit der Business Area Steel Americas erschlieen wir den nordamerikanischen Markt fr hochwertige 
Flachstahlprodukte. Sie umfasst die Stahl- und Weiterverarbeitungswerke in Brasilien sowie den USA 
und organisiert die Brammenlogistik zwischen Brasilien, Deutschland und den USA. 

Stahlwerk in Brasilien hat die Produktion aufgenommen 

Am 18. Juni 2010 ist das neue integrierte Httenwerk von ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico 
bei Santa Cruz im Westen von Rio de Janeiro in Anwesenheit von Brasiliens Staatschef Luiz Incio Lula 
da Silva feierlich erffnet worden. Mit einem Investitionsbudget von 5,2 Mrd  ist es fr ThyssenKrupp 
das grte Auslandsengagement der Konzerngeschichte. Es ist ebenfalls die grte industrielle Investition 
der letzten zehn Jahre in Brasilien und zugleich das erste groe Stahlwerk, das in diesem Land seit 
Mitte der 1980er Jahre gebaut wurde. 

Die Produktionskapazitt des Werkes wird am Ende der Hochlaufphase rund 5 Mio t Rohstahl jhrlich 
betragen. Die Bauarbeiten an den wesentlichen Aggregaten sind abgeschlossen bzw. befinden sich 
auf der Zielgeraden. Hafenanlage und Rohstofflager sind errichtet. Die Batterie A der Kokerei und die 
Sinteranlage sind im abgelaufenen Geschftsjahr fertiggestellt worden. Der erste Hochofen, das Stahlwerk 
und das Kraftwerk sind ebenfalls in Betrieb. Der zweite Hochofen wird Ende 2010 angefahren. 
Auch die Arbeiten fr die Nebenanlagen, die beispielsweise Strom verteilen oder Wasser aufbereiten, 
sowie fr die sonstigen Infrastruktureinrichtungen sind nahezu beendet. Lediglich die Arbeiten an der 
Kokerei werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Aus heutiger Sicht erfolgt die Inbetriebnahme der 
Batterie B im Frhjahr 2011 und die der Batterie C im Geschftsjahr 2011/2012. 

Die ersten Brammen aus der Produktion von ThyssenKrupp CSA erreichten Steel Europe im Oktober 
2010. Insgesamt wurden in Brasilien bis Ende des Berichtsjahres 36.170 t Brammen produziert. 


KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 121 


ThyssenKrupp Steel USa lieferte im 
September 2010 das erste Coil an 
Kunden aus. 

Der brasilianische Eisenerzproduzent Vale hat im 1. Quartal 2009/2010 seinen Anteil an 
ThyssenKrupp CSA von rund 10 % auf knapp 27 % erhht; der Kaufpreis betrug 965 Mio . Dieser 
Schritt besttigt den Wert unserer Investition und unseres industriellen Konzeptes. Zugleich wurde die 
Basis fr eine langfristige Partnerschaft zwischen ThyssenKrupp und dem strategisch wichtigen 
Rohstofflieferanten Vale weiter gestrkt. 

Weiterverarbeitungswerk in den USA in Betrieb gegangen 

Die Bauarbeiten fr unser Weiterverarbeitungswerk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama sind in 
wesentlichen Teilen abgeschlossen. Das Investitionsbudget betrgt 3,6 Mrd US-Dollar. Ende Juli 2010 
erfolgte die Inbetriebnahme der Warmbreitbandstrae. Das Kaltwalzwerk und die Adjustagen haben im 
September 2010 den Betrieb aufgenommen. Die Beize wird zu Beginn des Geschftsjahres 2010/2011 
in Betrieb gehen. Auf Grund der konjunkturellen Situation verlagert sich die Fertigstellung der Veredelungsanlagen 
in das Geschftsjahr 2010/2011. Die Arbeiten fr die Nebenanlagen sowie fr die 
sonstigen Infrastruktureinrichtungen werden voraussichtlich bis Ende 2010 abgeschlossen sein. 

Das Weiterverarbeitungswerk in den USA wird Brammen aus der brasilianischen Produktion zu 
hochqualitativen Flachprodukten weiterverarbeiten. Brammengten, die in der Hochlaufphase zunchst 
nicht im brasilianischen Werk produziert werden knnen, werden aus Deutschland bezogen. In der 
Warmwalzkapazitt von insgesamt etwa 5 Mio t jhrlich ist auch die erforderliche Walzkapazitt fr das 
Rostfrei-Werk von Stainless Global in Alabama enthalten. 

Ergebnissituation und Belegschaft 

Die Ergebnissituation war hauptschlich durch die mit der Fertigstellung der Projekte verbundenen 
Anlaufkosten sowie den Hochlauf der Produktion geprgt. Im Geschftsjahr 2009/2010 verzeichnete die 
Business Area ein negatives Ergebnis vor Steuern von 320 Mio  und hat damit einen geringeren Verlust 
ausgewiesen als ursprnglich geplant. Wesentliche Einflussfaktoren waren neben den mit dem Projekt 
verbundenen Anlaufkosten positive Whrungseffekte, die sich aus der Entwicklung des brasilianischen 
Real gegenber dem Euro ergaben, und die Aktivierung von Bauzeitzinsen. 

Am 30. September 2010 waren in Brasilien 18.500 Personen und in den USA 1.500 Personen auf 
den Baustellen ttig. Mit zunehmendem Baufortschritt wurden immer weniger Fremdfirmen beschftigt. 
Steel Americas zhlte zum gleichen Zeitpunkt 3.319 eigene Mitarbeiter, davon etwa zwei Drittel bei 
ThyssenKrupp CSA und ein Drittel bei ThyssenKrupp Steel USA. Gegenber dem Vorjahr hat sich damit 
die Mitarbeiterzahl der Business Area verdoppelt. 

Eintritt in den Nafta-Markt 

Parallel zu den Bauarbeiten an den beiden Groprojekten wurden die Marktanalysen ber die Preis- und 
Mengenentwicklung sowie Kundenanforderungen im Nafta-Raum systematisch weitergefhrt. Die Vertriebsplanung 
fr die Hochlaufphase wurde entsprechend den Kundenwnschen und den verfgbaren 
Produktspezifikationen ausgearbeitet. Dazu setzten unsere Vertriebsfachleute ihre Besuche bei 
Schlsselkunden in den Zielgruppen Automobil-und Elektroindustrie sowie Stahl-Service-Center und 
Rohrindustrie intensiv fort. Insgesamt wurden bisher ber 1.300 Besuche bei Kunden, hauptschlich 
in den USA, aber auch in den fr unser Werk relevanten Exportmrkten, durchgefhrt. 

Im September 2010 konnte das erste Coil an einen Kunden ausgeliefert werden. Bis Ende des 
Geschftsjahres 2009/2010 wurden rund 2.000 t an Fertigmaterial im nordamerikanischen Markt abgesetzt. 
Das verkaufte Material war mehrheitlich Warmbreitband und ging hauptschlich an Stahlhndler 
und Stahl-Service-Center. Mit zunehmendem Hochlauf und der schrittweisen Inbetriebnahme der weiteren 
Produktionsanlagen werden sich das Produktportfolio und der Kundenkreis kontinuierlich erweitern. 

Dem weiteren Markteintritt sehen wir zuversichtlich entgegen. Sowohl der Produktionsbeginn als 
auch unsere Produkte stoen auf eine starke Resonanz bei den nordamerikanischen Kunden fr Flachstahl. 
Die Abnehmer sind einerseits an einer Diversifikation auf der Angebotsseite durch einen neuen 
Anbieter interessiert, andererseits an den qualitativ hherwertigen Stahlgten und Abmessungen, die 
ThyssenKrupp Steel USA anbieten wird. 


Stainless Global verzeichnete 

2009/2010 ein Umsatzplus von 32 %. 

Stainless Global 

STAINLESS GLOBAL IN ZAHLEN 

Auftragseingang 
Umsatz 
ThyssenKrupp Nirosta 
ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni 
ThyssenKrupp Mexinox 
ThyssenKrupp Stainless USA 
Shanghai Krupp Stainless 
ThyssenKrupp Stainless International 
ThyssenKrupp VDM 
Sonstige Beteiligungen/Konsolidierung 
EBT 
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
Mio  
2008/2009 
4.147 
4.486 
1.807 
1.679 
322 
0 
122 
649 
743 
 836 
 926 
2009/2010 
5.121 
5.901 
2.454 
2.408 
450 
0 
220 
985 
796 
 1.412 
 121 

Bereinigtes EBT Mio   775  121 

Investitionen Mio  343 344 

Mitarbeiter (30.09.) 11.755 11.235 

Als einer der weltweit fhrenden Edelstahlproduzenten steht die Business Area Stainless Global 
fr hchste Ansprche bei Edelstahl-Rostfrei-Flachprodukten sowie Hochleistungswerkstoffen wie 
Nickellegierungen und Titan. Teil der Business Area ist auch das Edelstahlwerk in Alabama, das in 
Kooperation mit Steel Americas errichtet wird. 

Auftragslage und Umsatz verbessert, Verlust erheblich reduziert 

Die Auftragslage der Business Area hat sich 2009/2010 sprbar verbessert. Der mengenmige Auftragseingang 
erhhte sich um 7 %; im Bereich Edelstahl Rostfrei stieg die Nachfrage nach Kaltband um 
11 %. Auch bei den Nickellegierungen und Titan erhhten sich die Auftragsmengen. Der wertmige 
Auftragseingang der Business Area nahm vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahr hheren Legierungszuschlge 
um 23 % auf 5,1 Mrd  zu. 

Die Gesamtlieferungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 18 % auf 2,2 Mio t. Whrend der Versand 
von Kalt- und Warmband im Bereich Edelstahl Rostfrei zulegte, war er in den Bereichen Titan und 
Nickellegierungen rcklufig. Insgesamt erhhte sich der Umsatz um 32 % auf 5,9 Mrd . 

Stainless Global hat 2009/2010 das Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 805 Mio  
verbessert, blieb allerdings mit -121 Mio  in der Verlustzone. Mit Ausnahme des neuen Werkes 
ThyssenKrupp Stainless USA, das sich noch im Hochlauf befindet, konnten alle Operating Units des 
Edelstahl Rostfrei-Bereichs ihre Verluste betrchtlich verringern bzw. eine Rckkehr in die Gewinnzone 
erreichen. Ausschlaggebend dafr waren die im Vorjahresvergleich signifikant geringeren Bestandsabwertungen 
und Wertminderungsaufwendungen, gezielte Kostensenkungen sowie eine konjunkturell 
insgesamt verbesserte Marktlage, die entsprechend hhere Basispreise sowie eine bessere Auslastung 
der Produktionskapazitten ermglichte. Die Ende 2008/2009 beschlossenen Restrukturierungsmanahmen 
wurden an allen Standorten weiter umgesetzt. Mit dem Performance-Steigerungsprogramm 
SPRINT konnten wir die Ertragslage und die Wettbewerbsposition nachhaltig verbessern und die 
Kostenbasis weiter flexibilisieren. 

Die Gesellschaften der Business Area Stainless Global beschftigten am 30. September 2010 
weltweit insgesamt 11.235 Mitarbeiter und damit ber 4 % weniger als ein Jahr zuvor. 

Entwicklung der Operating Units 

Fr die Operating Units ThyssenKrupp Nirosta sowie ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni hat sich die 
Lage auf dem deutschen und europischen Edelstahlmarkt sowohl preis- als auch mengenmig verbessert. 
Auftragseingang und Umsatz legten krftig zu. Entsprechend hat sich das Nirosta-Ergebnis 
nach dem hohen Verlust im letzten Geschftsjahr stark verbessert. Auch fr ThyssenKrupp Acciai 


KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 123 


Investitionsschwerpunkt von 

Stainless Global war 2009/2010 
das Edelstahlwerk in Alabama. 

Speciali Terni hat sich die Ergebnissituation positiv entwickelt. In beiden Operating Units trugen hhere 
Basispreise, gestiegene Kaltbandmengen sowie eine Realisierung der Restrukturierungsmanahmen zur 
Ergebnisverbesserung bei. Die unverndert stabile Entwicklung im Schmiedebereich sttzte die Entwicklung 
von ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni zustzlich. 

ThyssenKrupp Mexinox und Shanghai Krupp Stainless verzeichneten ebenfalls einen hheren mengen- 
und wertmigen Auftragseingang sowie gestiegene Versandmengen und Umstze. In Mexiko 
nahm neben der einsetzenden Wiederbeschaffung auf der Handelsseite auch die Nachfrage der Automobil- 
und Hausgerteindustrie deutlich zu. Zudem stabilisierte sich der US-Markt. Bei Shanghai Krupp 
Stainless sorgten vor allem Lohnwalzauftrge chinesischer Edelstahlproduzenten fr eine verbesserte 
Auslastung. Die Ergebnisse vor Steuern der Operating Units waren bei ThyssenKrupp Mexinox leicht 
positiv, bei Shanghai Krupp Stainless leicht negativ. 

Die global anziehende Nachfrage hat sich in der Operating Unit ThyssenKrupp Stainless International 
sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz positiv ausgewirkt. Zusammen mit den 
realisierten Kosteneinsparungsmanahmen fhrte die weltweit einsetzende Stabilisierung der Edelstahlmrkte 
zu einem sprbar verbesserten Ergebnis. 

ThyssenKrupp VDM erreichte einen hheren Auftragseingang und Umsatz, konnte allerdings an der 
im Vergleich zum Edelstahl sptzyklisch einsetzenden Markterholung nicht in vollem Umfang teilhaben. 
Das Geschftsfeld Nickellegierungen hat sich seit Jahresbeginn belebt, das Erlsniveau blieb weitestgehend 
stabil. Auch der Markt fr Titanlegierungen hat sich wieder leicht erholt; vor allem Kunden aus dem 
Bereich Aerospace zeigten eine hhere Nachfrage. Auf Grund eingeleiteter Restrukturierungsmanahmen 
und grtenteils entfallener Bestandsabwertungen konnte ein leicht positives Ergebnis erzielt werden. 

Edelstahlwerk in den USA 

In Zusammenarbeit mit Steel Americas entsteht im US-Bundesstaat Alabama ein modernes integriertes 
Rostfrei-Werk; das Investitionsvolumen betrgt rund 1,4 Mrd US-Dollar. Der Baufortschritt verluft im 
Rahmen des verabschiedeten Zeitplans. 

Die Inbetriebnahme des ersten Walzgerstes startete Ende September 2010, gefolgt von der Kalt-
band-Glh- und Beizlinie und dem Dressiergerst; bereits im Juni 2010 waren in der Adjustage die 
Querzerteilanlage und die Coil-Polier-Anlage in Betrieb gegangen. Im November 2010 ist die erste 
Spaltanlage angefahren worden. 

Die Bauarbeiten an den Fundamenten der Warmband-Glh- und -Beizlinie und des zweiten Walzgerstes 
sind plangem im Januar 2010 gestartet worden. Im September 2010 wurde mit dem Aufbau 
der Anlagen begonnen, die Inbetriebnahme ist fr Oktober 2011 vorgesehen. 

Der Aufbau des dritten Walzgerstes und zustzlicher Finishing-Anlagen wird weiterhin flexibel 
gehandhabt und ist um bis zu weitere 24 Monate verschiebbar. 

Der Umfang des Gesamtprojekts wird unverndert beibehalten, da wir nach wie vor von einem 
Bedarf fr einen optimierten Edelstahl-Produktionsstandort auf dem nordamerikanischen Markt 
ausgehen. Um den Produktionsstart des Stahlwerks flexibel handhaben zu knnen, wird an dessen 
detailliertem Engineering weiterhin intensiv gearbeitet. Die Belieferung des Standorts mit Warmband 
wird zunchst aus den europischen Werken sichergestellt. 

Investitionen 

Stainless Global investierte im Berichtsjahr 344 Mio  in Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte 
bei Abschreibungen von 160 Mio . Schwerpunkt der Investitionen war der Aufbau des voll 
integrierten Edelstahlwerks ThyssenKrupp Stainless USA in Alabama. 

ThyssenKrupp Nirosta investierte grere Betrge in die Instandhaltung und Modernisierung der 
Produktionsanlagen. Mit einem wesentlichen Anteil der Investitionen haben wir zudem das Brandschutzkonzept 
ausgebaut. 

ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni investierte vor allem in den Glh- und Beizbereich. Darunter war 
auch die Fertigstellung des Einbaus von Walzgersten im Einlaufbereich der neuen Warmbandlinie; sie 


Materials Services erwirtschaftete 
2009/2010 ein ebt von 411 Mio . 

erweitert die Kaltbandkapazitt. Inzwischen kann dadurch Semi-Kaltband produziert werden, das das 
klassische Kaltband fr bestimmte Anwendungen zum Vorteil von Kunden ersetzen kann. Darber 
hinaus wurde die Entstaubungsanlage im Stahlwerk Terni modernisiert und erweitert. 

ThyssenKrupp Mexinox setzte verschiedene Einzelmanahmen zur Erhaltung und zum Ausbau der 
Anlagen um. Auf Grund der angespannten Sicherheitslage in Mexiko und auch am Standort San Luis 
Potosi investierten wir zudem in Schutzmanahmen fr unsere Mitarbeiter und das Werk. 

Im Kaltwalzwerk von Shanghai Krupp Stainless fanden 2009/2010 im Wesentlichen Ersatzinvestitionen 
statt; auerdem wurde die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes vorangetrieben. 

ThyssenKrupp Stainless International hat das Distributions- und Service-Center-Netzwerk weiter 
ausgebaut. Investitionen in das Service-Center im Groraum Istanbul tragen der wachsenden Bedeutung 
des trkischen Marktes Rechnung. 

ThyssenKrupp VDM schloss das im Jahr 2006 begonnene Investitionsprogramm ab, mit dem das 
Geschft insbesondere in den Marktsegmenten Luftfahrt sowie l und Gas gestrkt und ausgebaut 
wurde. Darber hinaus wurden Investitionen vor allem in den Bereichen Verbesserung des Brandschutzes, 
Erhaltung der Betriebsbereitschaft, Erfllung behrdlicher Auflagen sowie Prozessoptimierung 
gettigt. 

Materials Services 

MATERIALS SERVICES IN ZAHLEN 

2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  12.085 12.805 
Umsatz Mio  12.815 12.763 

Metals Services Mio  8.139 8.201 

 Special Services Mio  3.192 3.748 

 Industrial Services Mio  1.544 880 

 Konsolidierung Mio   60  66 

EBT Mio   295 411 

Bereinigtes EBT Mio   223 330 

Investitionen Mio  279 188 

Mitarbeiter (30.09.) 44.316 33.856 

Die Business Area Materials Services ist an 500 Standorten in ber 40 Lndern auf Distribution von 
Roh- und Werkstoffen einschlielich technischer Dienstleistungen spezialisiert. ber die Produkte 
hinaus reicht der Service von Anarbeitung und Logistik ber Lager- und Bestandsmanagement bis hin 
zu Supply-Chain- sowie Projektmanagement. 

Nachfrage und Preise moderat erholt  deutliche Ergebnisverbesserung 

Im abgelaufenen Geschftsjahr erreichte Materials Services mit 12,8 Mrd  nahezu wieder den Vorjahresumsatz, 
obwohl die im 1. Quartal veruerten Bereiche ThyssenKrupp Industrieservice und 
ThyssenKrupp Safway nur fr zwei bzw. drei Monate in den Zahlen enthalten sind. Insgesamt haben sich 
die Mengen und Erlse nach einem schwachen Start im Verlauf von 2009/2010 schrittweise verbessert; 
dies galt jedoch nicht im gleichen Mae fr alle Produktbereiche und Regionen. Zudem zeigten sich 
gegen Ende des Geschftsjahres leichte Abschwchungstendenzen. 

Materials Services verbesserte gegenber dem Vorjahr das Ergebnis vor Steuern um 706 Mio  auf 
411 Mio . Darin enthalten sind auch die Ertrge aus der Veruerung der oben genannten Gesellschaften; 
bereinigt um diese Sondereffekte belief sich das EBT auf 330 Mio . Neben der wirtschaftlichen 
Erholung war der Ergebnisanstieg vor allem auf die nachhaltig gesenkten Kosten zurckzufhren. Angesichts 
des stabilisierten Preisniveaus mussten zudem  anders als im Vorjahr  keine nennenswerten 
Bestandsabwertungen verkraftet werden. 


Metals Services lieferte den 
hchsten ebt-Beitrag der 
Business Area. 

KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 125 

Die Gesellschaften der Business Area beschftigten am Ende des Geschftsjahres 33.856 Mitarbeiter, 
24 % weniger als ein Jahr zuvor. Auf Grund der Desinvestitionen ist die Mitarbeiterzahl um ber 

12.000 zurckgegangen; zustzlich fielen auf allen Ebenen im Rahmen der Kostensenkungsprogramme 
annhernd 3.000 Arbeitspltze weg. In der gleichen Zeit haben aber die Geschftszunahme in einigen 
Regionen sowie ein strkeres Dienstleistungs-Projektgeschft zu einem Zuwachs von 4.700 Mitarbeitern 
gefhrt. 
Entwicklung der Operating Units 

Die Operating Unit Metals Services fasst die weltweiten Werkstoffaktivitten im Lager-, Service- und 
Streckengeschft zusammen  insbesondere mit Walzstahl, Edelstahl, Rohren und NE-Metallen in allen 
Qualitten und Ausfhrungen. Zwar sind die Bestellmengen aus dem verarbeitenden Gewerbe, dem 
Maschinen- und Anlagenbau und eingeschrnkt auch aus der Bauwirtschaft sprbar gestiegen, sie 
lagen jedoch noch weit unter den Rekordwerten von 2007/2008. Der Umsatz der Operating Unit bertraf 
trotz hherer Mengen das Niveau des Vorjahres nur leicht, weil das durchschnittliche Preisniveau immer 
noch niedriger war. Dies galt  mit Ausnahme der Service-Center-Aktivitten, die sich sehr gut entwickelten 
 fr Deutschland, aber auch fr einige andere westeuropische Lnder. Der osteuropische 
Markt hat sich dagegen deutlich schneller erholt. 

In Nordamerika entwickelte sich insbesondere der NE-Metallbereich exzellent. Das internationale 
Streckengeschft mit Walzstahl und Rohren litt dagegen unter zurckhaltender Nachfrage und einem 
sehr harten Wettbewerb bei den wenigen ausgeschriebenen Groprojekten: Die Kunden disponierten 
generell vorsichtig und vergaben Auftrge strker rein projektbezogen und sehr kurzfristig. Zustzlich 
zur konjunkturellen Erholung haben erhebliche strukturelle Manahmen die wirtschaftliche Situation der 
Operating Unit verbessert; dazu gehrten Unternehmensverschmelzungen, Geschftsbndelungen, 
Standortzusammenfhrungen sowie optimierte Prozesse in Einkauf, Logistik und Vertrieb. Nach dem 
deutlichen Verlust im Vorjahr konnte Metals Services 2009/2010 den Gewinn vor Steuern deutlich 
ausbauen und verzeichnete das beste Ergebnis in der Business Area. 

In der Operating Unit Special Services haben wir die Werkstoff- und Supply-Chain-Aktivitten fr 
die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Lager-und Servicegeschft mit Kunststoffen gebndelt. 
Hinzu kommt die Distribution von Rohstoffen wie Metalle, Legierungen, Koks/Kohle und Mineralien. 
Beratungs- und serviceintensive Produkte fr die Bau- und Gleistechnik zusammen mit Technik-, Projektmanagement- 
und Stahlwerksdienstleistungen runden das Portfolio ab. Special Services konnte den 
Umsatz gegenber dem Vorjahr nennenswert ausweiten. Sehr erfreulich entwickelte sich dabei der 
weltweite Bereich Aerospace. Mit den fhrenden Flugzeugherstellern in Europa und Nordamerika vereinbarten 
wir neue Projekte und schlossen langfristige Vertrge ab; in China wird das Geschft derzeit 
aufgebaut. In der Kunststoffdistribution, in der wir zu den weltweit fhrenden Anbietern gehren, zog 
das Geschft nach der langen witterungsbedingten Winterpause in der Bauindustrie sprbar an. Dennoch 
herrschte ein hoher Margen- und Wettbewerbsdruck. In Deutschland haben wir die Organisation 
erheblich gestrafft und gleichzeitig eine weitreichende Vertriebsinitiative gestartet. 

Im Zuge der merklich verbesserten Beschftigung in der Stahlindustrie wurde das Rohstoffgeschft 
insbesondere mit Legierungen und Koks/Kohle beachtlich ausgeweitet. Fr unsere stahlwerksnahen 
Dienstleistungen hat sich die Beschftigungslage in Brasilien auf einem erfreulich hohen Niveau 
stabilisiert; zum Ende des Berichtsjahres wurden erste grere Projekte fr das konzerneigene Stahlwerk 
CSA in Brasilien abgerechnet. Auch in Deutschland war die Auslastung wesentlich hher als im 
Vorjahr. Witterungsbedingte Verschiebungen, Verzgerungen in der Umsetzung von Konjunkturprogrammen, 
Finanzierungsschwierigkeiten bei Groprojekten, aber auch erhhter Wettbewerbsdruck beeintrchtigten 
hingegen den Umsatz in der Bau- und Gleistechnik. Insgesamt konnte die Operating Unit 
Special Services aber das auch im Krisenjahr 2008/2009 gute EBT weiter verbessern. Dazu haben vor 
allem der Ausbau des Aerospace- und Rohstoffgeschfts sowie die Strukturmanahmen im Kunststoffbereich 
beigetragen. 


2009/2010 wurde das Kunststoff


geschft in Deutschland neu 

geordnet. 

Die Operating Unit Industrial Services war im Wesentlichen durch die Verkufe von ThyssenKrupp 
Industrieservice und ThyssenKrupp Safway geprgt. Umsatz und der um Sondereffekte bereinigte 
Gewinn vor Steuern erreichten 2009/2010 nicht ganz das Niveau des Vorjahres. 

Wesentliche Ereignisse 

Neben dem Verkauf der beiden Gesellschaften im Bereich Industriedienstleistungen lag 2009/2010 eine 
der wesentlichen Strukturaufgaben darin, das Kunststoffgeschft in Deutschland neu zu ordnen. Als 
Voraussetzung dafr haben wir die bernahme der Thyssen Rhm Kunststoffe GmbH von der Evonik 
Industries AG abgeschlossen. 

Darber hinaus wurden vielfach Unternehmen verschmolzen und Aktivitten zusammengefasst. 
Durch den im April 2010 erfolgten Erwerb der Techno-Stahl Stahlgrohandel und Brennschneidbetrieb 
GmbH in sterreich, einem Spezialisten fr thermisches Trennen von Blechen und Brammen, hat 
Materials Services auerdem die Anarbeitungskapazitten weiter ausgebaut und insbesondere die 
mittel- und sdosteuropischen Werkstoffdienstleistungen verstrkt. 

Investitionen 

Bei Abschreibungen von 142 Mio  beliefen sich die Investitionen von Materials Services fr Sachanlagen 
und immaterielle Vermgenswerte auf 125 Mio . Den Schwerpunkt bildete der Neubau des 
Service-Centers der ThyssenKrupp Stahl-Service-Center GmbH in Krefeld. Diese hochmoderne und 
weiter erweiterungsfhige Betriebssttte ersetzt die bisherige Hauptverwaltung in Langenfeld sowie die 
Niederlassungen in Bochum und Leverkusen. Die weiteren Sachinvestitionen dienten im Wesentlichen 
kleineren Modernisierungen und der Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft. 

Elevator Technology 

ELEVATOR TECHNOLOGY IN ZAHLEN 

2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  5.038 5.099 
Umsatz Mio  5.308 5.188 

 Central/Eastern/Northern Europe Mio  1.521 1.449 
Southern Europe/Africa/Middle East Mio  819 824 
Americas Mio  2.122 1.984 

 Asia/Pacific Mio  634 737 
Escalators/Passenger Boarding Bridges Mio  329 331 
Accessibility Mio  227 218 
Corporate/Konsolidierung Mio   344  355 
EBT Mio  570 602 

Bereinigtes EBT Mio  598 602 

Investitionen Mio  135 81 

Mitarbeiter (30.09.) 42.698 44.024 

Das Produktprogramm der Business Area Elevator Technology umfasst Personen- und Lastenaufzge, 
Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrcken, Treppen- und Plattformlifte sowie den Service fr die 
gesamte Produktpalette. 44.024 Mitarbeiter an mehr als 900 Standorten sorgen fr ein dichtes Service- 
und Dienstleistungsnetz und somit fr eine optimale Nhe zum Kunden. 

Ergebnis weiter gesteigert 

Die Business Area hat sich 2009/2010 in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld gut entwickelt. 
Der Auftragseingang blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 5,1 Mrd  stabil. Der wachsende Servicebereich 
konnte einen Rckgang im Modernisierungsgeschft ausgleichen. Wechselkurseffekte wirkten sich mit 
129 Mio  insgesamt positiv auf den Auftragseingang aus. Die Operating Unit Escalators/Passenger 


Mit einem ebt von 602 Mio  

bertraf Elevator Technology den 

Rekordwert des Vorjahres. 

KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 127 

Boarding Bridges konnte eine leichte, die Operating Unit Asia/Pacific eine deutliche Steigerung erzielen. 
Whrend die Operating Units Central/Eastern/Northern Europe, Americas und Accessibility stabile Auftragseingnge 
verzeichneten, erreichte Southern Europe/Africa/Middle East das Vorjahresniveau nicht 
ganz. 

Der Umsatz verminderte sich leicht um 2 % auf 5,2 Mrd , was wesentlich auf einen Rckgang im 
Neuinstallations- und Modernisierungsgeschft zurckzufhren war. Der Serviceumsatz sowie die Anzahl 
der unter Vertrag stehenden Wartungseinheiten konnten hingegen weiter gesteigert werden. Wechselkurseffekte 
wirkten analog zum Auftragseingang positiv mit 125 Mio . Whrend die Operating Unit 
Asia/Pacific ein deutliches Wachstum erzielte, konnte die Operating Unit Americas den guten Vorjahreswert 
nicht besttigen. Alle anderen Operating Units behaupteten entweder das Vorjahresniveau oder 
mussten leichte Rckgnge hinnehmen. 

Elevator Technology erwirtschaftete ein Ergebnis vor Steuern von 602 Mio  und konnte damit den 
Rekordwert des Vorjahres nochmals um 6 % bertreffen. Wechselkurseffekte wirkten auch hier positiv. 
Alle Operating Units lieferten positive Ergebnisbeitrge. 

Die Zahl der Mitarbeiter lag am 30. September 2010 bei 44.024 und hat sich damit gegenber 
dem Vorjahr um 3 % erhht. Grere Zuwchse gab es vor allem in China, im Mittleren Osten sowie in 
Brasilien. 

Entwicklung der Operating Units 

Die Operating Unit Central/Eastern/Northern Europe verzeichnete 2009/2010 einen stabilen Auftragseingang. 
Whrend das Geschft in Grobritannien, Frankreich und Osteuropa nachgab, konnten in allen 
anderen Regionen die Vorjahreswerte erreicht oder bertroffen werden. Der Umsatz blieb hinter dem 
Vorjahreswert zurck. Ursache hierfr war die deutlich rcklufige Entwicklung in Grobritannien, Frankreich 
und Osteuropa. Das Geschft auf dem deutschen Markt konnte hingegen ausgeweitet werden. Die 
brigen Regionen verzeichneten stabile Umstze. Das Ergebnis vor Steuern der Operating Unit lag unter 
dem Niveau des Vorjahres. Steigerungen in Osteuropa, sterreich sowie den Benelux-Lndern standen 
sprbare Rckgnge in Grobritannien und Frankreich gegenber. 

Der Auftragseingang der Operating Unit Southern Europe/Africa/Middle East fiel etwas niedriger 
aus als im Vorjahr; dies lag insbesondere am zurckgegangenen Modernisierungsgeschft. Whrend die 
Golfstaaten und die Trkei dank des Neuinstallationsgeschfts sprbar hhere Auftragseingnge erzielten, 
verlief das Geschft in gypten sowie auf der iberischen Halbinsel schwcher. Auf Grund starker 
Umsatzzuwchse vor allem in den Golfstaaten, aber auch in gypten, der Trkei sowie in Italien erreichte 
die Operating Unit insgesamt das Vorjahresniveau. Auf der iberischen Halbinsel konnte das stabile 
Servicegeschft das nachlassende Neuanlagen- und Modernisierungsgeschft jedoch nicht kompensieren. 
Der Gewinn vor Steuern lag etwa auf Vorjahresniveau. Vor allem in den Golfstaaten und Spanien 
erhhte sich das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr. Rckgnge gab es hingegen in Italien und der 
Trkei. 

Die Operating Unit Americas beendete das Berichtsjahr mit einem Auftragseingang auf Vorjahresniveau. 
Positiv wirkten sich dabei Wechselkurseffekte beim kanadischen Dollar sowie beim brasilianischen 
Real aus. Wechselkursbereinigt musste die Operating Unit aber einen leichten Rckgang hinnehmen, 
vor allem wegen des nachlassenden Neuanlagengeschfts in Nordamerika. Brasilien verzeichnete 
hingegen auch wechselkursbereinigt einen hheren Auftragseingang. Der Umsatz der Operating Unit 
nahm trotz positiver Wechselkurseinflsse ab und konnte damit das gute Vorjahresniveau nicht erreichen: 
Rckgnge im Neuanlagengeschft sowie bei Modernisierungen lieen sich nicht durch den 
wachsenden Servicebereich auffangen. Erfreulich entwickelte sich der Umsatz in Sdamerika und 
insbesondere in Brasilien. Auf Grund des erheblichen Gewinnanstiegs in Brasilien und positiver 
Wechselkurseffekte erreichte die Operating Unit beim EBT wieder den sehr guten Vorjahreswert. 
Hhere Ergebnisse im Servicebereich glichen die Rckgnge des Neuinstallations- und Modernisierungsgeschfts 
aus. 


Ein starkes Neuinstallations- und 

Servicegeschft in Asien sorgte fr 

einen hohen Auftragseingang. 

Starke Zuwchse im Neuinstallations- und Servicegeschft fhrten in der Operating Unit Asia/ 
Pacific zu einem deutlich hheren Auftragseingang; ausschlaggebend war die anhaltend gute Entwicklung 
in China. Wechselkurseffekte wirkten zudem leicht positiv. Die Geschftsaktivitten in Sdostasien 
erreichten hingegen nicht ganz die Auftragseingangswerte des Vorjahres. Der Umsatz konnte wegen der 
starken Bauttigkeit in China erheblich zulegen. Fhlbare Rckgnge gab es in Australien, whrend das 
Geschft in Korea stabil war. Wechselkurseffekte wirkten sich insgesamt positiv auf den Umsatz aus. 
Die deutliche Steigerung des EBT war zum einen auf das Wachstum in China zurckzufhren, zum 
anderen konnte das Ergebnis in Korea im Vorjahresvergleich erheblich verbessert werden. 

Whrend die Operating Unit Escalators/Passenger Boarding Bridges den Auftragseingang im Vergleich 
zum Vorjahr ausbaute, blieb der Umsatz stabil. Rcklufige Entwicklungen bei Fluggastbrcken 
konnten sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz durch eine erfreuliche Entwicklung im 
Fahrtreppenbereich berkompensiert werden. Das Ergebnis vor Steuern wurde merklich gesteigert, 
was aber im Vergleich zum Vorjahr zum groen Teil auf den Wegfall von Restrukturierungskosten beim 
deutschen Fahrtreppenwerk zurckzufhren war. 

Trotz Zuwchsen in Europa und Asien konnte die Operating Unit Accessibility den Auftragseingang 
und Umsatz nur auf Vorjahresniveau halten. Ursache hierfr waren die deutlichen Rckgnge bei den 
nordamerikanischen Geschftsaktivitten auf Grund der Finanz- und Immobilienkrise. Das EBT des 
Vorjahres konnte besttigt werden. 

Wesentliche Ereignisse 

Elevator Technology hat auch 2009/2010 ihre Service- und Vertriebsaktivitten kontinuierlich ausgebaut. 
Neben dem Erwerb kleinerer Aufzugsfirmen in Deutschland stand die Akquisition des 
franzsischen Unternehmens Atena S.A., Paris, im Fokus der Expansionsstrategie. Mit der bernahme 
der Restanteile an der ThyssenKrupp Asansr Sanayi ve Tic. A.S., Istanbul, verfgt die Business Area 
nun ber 100 % der Anteile an der trkischen Gesellschaft. 

Investitionen 

Die Investitionen der Business Area fr Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte beliefen sich im 
Geschftsjahr 2009/2010 auf 70 Mio  bei Abschreibungen von 72 Mio . 

Neben Ersatzinvestitionen wurden vor allem die Produktionserweiterung und -optimierung in China 
und Indien vorangetrieben. Zudem startete der Bau eines neuen Aufzugswerks in Spanien. In zahlreichen 
Lndern wurden die IT-Systeme an die vernderten Prozessablufe angepasst. 

Plant Technology 

PLANT TECHNOLOGY IN ZAHLEN 

2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  3.538 3.859 
Umsatz Mio  4.450 3.931 

Uhde Mio  2.025 1.450 

 Polysius Mio  1.061 1.077 

 Frdertechnik Mio  670 821 

 System Engineering Mio  701 561 
Transrapid Mio  35 48 
Sonstige Beteiligungen/Konsolidierung Mio   42  26 
EBT Mio  236 308 

Bereinigtes EBT Mio  281 308 

Investitionen Mio  61 32 

Mitarbeiter (30.09.) 13.043 12.972 


KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 129 


Der Auftragsbestand von Plant 
Technology von 6,2 Mrd  sichert 
mehr als einen Jahresumsatz. 


ThyssenKrupp Frdertechnik 

steigerte 2009/2010 Auftragseingang, 
Umsatz wie auch das ebt. 

Die Business Area Plant Technology ist ein international fhrender Anbieter im Spezial- und Groanlagenbau. 
Das Produktportfolio reicht von Chemie-, Raffinerie- und Industrieanlagen ber Anlagen fr die 
Zementindustrie und innovative Lsungen zum Abbau und zur Gewinnung von Rohstoffen und Mineralien 
bis hin zu Produktionssystemen und Montageanlagen fr die Automobilindustrie. Die Anlagen und 
Verfahren der Business Area erffnen neue Mglichkeiten fr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. 

Stabiler Geschftsverlauf in schwierigem Marktumfeld 

Plant Technology sprte im abgelaufenen Geschftsjahr besonders in den Bereichen Petrochemie und 
Zementindustrie einen signifikant verschrften Wettbewerb. In einem insgesamt schwierigen Marktumfeld 
war die Entwicklung dennoch stabil. Plant Technology erzielte 2009/2010 einen Auftragseingang 
von 3,9 Mrd  und konnte damit den Wert des Vorjahres um 9 % steigern. Zu dieser positiven Entwicklung 
trugen insbesondere die Operating Units Uhde, Frdertechnik und System Engineering bei. Der 
Groteil der Auftrge konnte von internationalen Kunden gewonnen werden. Als wichtigste Regionen 
erwiesen sich Asien mit 39 %, Amerika mit 21 % und Afrika mit 14 %. 

Der Umsatz lag 2009/2010 abrechnungsbedingt mit 3,9 Mrd  um 12 % unter dem Vorjahresniveau. 
Der Auftragsbestand von rund 6,2 Mrd  zum 30. September 2010, der hauptschlich aus dem 
lngerfristigen Projektgeschft stammt, sichert nach wie vor mehr als einen Jahresumsatz. 

Mit 308 Mio  erzielte Plant Technology ein Ergebnis vor Steuern auf Rekordniveau. Hierzu haben 
im Wesentlichen Uhde, Polysius und Frdertechnik beigetragen. 

Die Mitarbeiterzahl hat sich zum 30. September 2010 gegenber dem Vorjahr mit einem Rckgang 
um 0,5 % auf 12.972 kaum verndert. Neben dem Verkauf des Geschftsbereichs Sonderfahrzeugbau 
von System Engineering fhrten Restrukturierungsmanahmen bei System Engineering und Transrapid 
zu einem Arbeitsplatzrckgang. Wegen der guten Auftragslage stieg dagegen die Zahl der Mitarbeiter 
insbesondere bei Frdertechnik. 

Entwicklung der Operating Units 

Die Operating Unit Uhde erzielte im Berichtsjahr einen deutlich hheren Auftragseingang. Verantwortlich 
hierfr waren verschiedene Groauftrge. So hat Uhde Auftrge zur Errichtung jeweils einer Dngemittelanlage 
in Abu Dhabi und gypten erhalten. Im indischen Bundesstaat Orissa wird eine moderne 
Wasserstoffanlage errichtet, und in den USA konnte der Auftrag fr den Neubau einer Kokereianlage 
gewonnen werden. Der Umsatz von Uhde gab im Vergleich zum Vorjahr, in dem einige Groauftrge abgeschlossen 
wurden, sprbar nach. Der Gewinn vor Steuern lag dennoch abrechnungsbedingt deutlich 
ber dem hohen Vorjahresniveau. 

In der Operating Unit Polysius, die Anlagen fr die Zement- und Minerals-Industrie errichtet, 
war der Auftragseingang 2009/2010 schwcher als im Vorjahr. Dies lag vor allem an mehreren Groauftrgen, 
die den Vorjahreswert positiv beeinflusst hatten. Im Berichtszeitraum haben sich dagegen mehrere 
Projekte verzgert, dennoch konnten in Mexiko und Vietnam grere Auftrge akquiriert werden. 
Auf Grund des hohen Auftragsbestands konnte der Umsatz erneut gegenber dem Vorjahr gesteigert 
werden. Das Ergebnis vor Steuern erreichte auch dank einer strkeren operativen Performance erneut 
das gute Vorjahresniveau. 

Erfreulich entwickelte sich Frdertechnik. Der Auftragseingang fr frdertechnische Anlagen stieg 
2009/2010 auf ein Rekordniveau. Hierzu trugen insbesondere die Auftrge fr Tagebauausrstungen 
einschlielich zweier vollmobiler Brechanlagen in Brasilien, fr eine komplette Kraftwerksbekohlungsanlage 
in Sdafrika sowie fr mehrere dezentrale Kraftwerke in Indien bei. Der grte Einzelauftrag in 
der Geschichte von Frdertechnik konnte von einem kanadischen Kunden gewonnen werden: eine 
komplette lsandaufbereitungsanlage, in der neue technische Entwicklungen zum Einsatz kommen 
werden. Der Auftragsbestand zum Geschftsjahresende erreichte mit nahezu zwei Jahresumstzen den 
bisher hchsten Wert. Auch der Umsatz und das Ergebnis vor Steuern verbesserten sich gegenber 
dem hohen Vorjahresniveau weiter. 


Plant Technology investierte 

im Berichtsjahr 32 Mio . 

Die Operating Unit System Engineering  Spezialist bei Produktionssystemen und Montageanlagen fr 
die Automobilindustrie  erzielte merklich hhere Auftragseingnge. Gestiegene Bestellungen im Wesentlichen 
im Bereich Rohkarosserien konnten geringere Abrufe in der Teilefertigung auf Grund der geringeren 
Produktionsstckzahlen und temporren Werksschlieungen einzelner Kunden mehr als ausgleichen. 
Demgegenber lag der Umsatz abrechnungsbedingt niedriger als im Vorjahr. Niedrigere Abrufe in der 
Teilefertigung, die Unterauslastung im Bereich Montageanlagen, Zusatzaufwendungen bei einer Auslandsgesellschaft 
sowie Restrukturierungsaufwendungen fhrten zu einem negativen Ergebnis vor Steuern. 

Transrapid erzielte im Wesentlichen dank der Abrechnungen aus dem chinesischen Lizenzvertrag 
einen hheren Umsatz und Gewinn vor Steuern. 

Wesentliche Ereignisse 

Zur weiteren Erschlieung des asiatischen Marktes hat Polysius die Fertigung in China weiter ausgebaut 
und eine zustzliche Gesellschaft in Vietnam gegrndet. Mit dem Erwerb der Assets einer kanadischen 
Gesellschaft wurde die technologische Basis fr das lschiefergeschft erweitert. 

Mit dem sdafrikanischen Engineeringunternehmen PDNA hat ThyssenKrupp Engineering Sdafrika 
ein Gemeinschaftsunternehmen gegrndet, das alle Anforderungen der Black Economic 
Empowerment Qualification erfllt. So sind Uhde und Frdertechnik sowohl bei ffentlichen Auftraggebern 
als auch bei groen Public Companies fr anstehende Projektvergaben bestens positioniert. 

Zur weiteren Kapazittsoptimierung bei System Engineering wurde der polnische Standort in Gdansk 
geschlossen. Das Geschftsfeld Sonderfahrzeugbau von ThyssenKrupp Drauz Nothelfer wurde verkauft. 

Investitionen 

Die Investitionen der Business Area in Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte erreichten im 
Berichtsjahr 32 Mio . Die Abschreibungen betrugen 35 Mio . Schwerpunkte waren die Erweiterung 
vorhandener Fertigungskapazitten und die Entwicklung neuer Technologien. Alle Operating Units von 
Plant Technology haben zudem erheblich in die Erweiterung der Technologiebasis und Strkung des 
internationalen Engineering- und Produktionsnetzwerks investiert. 

Uhde erweiterte sein Engineering-Bro in Mumbai, um der steigenden Nachfrage indischer Kunden 
nachzukommen. Im Rahmen der strategischen Biotechnologie-Entwicklung wurde eine PLA(Polylactide)Anlage 
in Brandenburg errichtet, die Polyester auf Basis nachwachsender Rohstoffe herstellt. 

Im Rahmen der Low-Cost-Sourcing-Strategie investierte Polysius in eine Montage- und Fertigungswerkstatt 
in Shanghai. 

Components Technology 

COMPONENTS TECHNOLOGY IN ZAHLEN 

2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  4.177 5.653 
Umsatz Mio  4.603 5.724 

 Presta Camshafts Mio  209 299 

 Forging Group Mio  587 788 
Waupaca Mio  612 860 
Rothe Erde Mio  1.096 992 

 Berco Mio  259 347 

 Presta Steering Mio  706 918 
Bilstein-Gruppe Mio  1.147 1.543 
Sonstige Beteiligungen/Konsolidierung Mio   13  23 
EBT Mio   458 220 

Bereinigtes EBT Mio   148 269 

Investitionen Mio  542 288 

Mitarbeiter (30.09.) 27.973 29.144 


Der Auftragseingang von Compo


nents Technology verzeichnete 

2009/2010 ein Plus von 35 %. 

KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 131 

Die Business Area Components Technology umfasst das Liefer- und Leistungsspektrum von Hightech-
Komponenten fr Windkraftanlagen und die Automobil- und Baumaschinenindustrie sowie fr Anwendungen 
im allgemeinen Maschinenbau. Schwerpunkte unserer Aktivitten fr die Automobilindustrie 
liegen in den Geschftsfeldern Kurbel- und Nockenwellen, Lenksysteme, Dmpfer, Federn und Montage 
von Achsmodulen. 

Positive Geschftsentwicklung 

Components Technology verzeichnete im abgelaufenen Geschftsjahr eine erfreulich positive Geschftsentwicklung. 
Gegenber dem schwachen und durch die Wirtschafts- und Finanzkrise geprgten Vorjahr 
stieg der Umsatz um 24 % auf 5,7 Mrd ; der Auftragseingang legte sogar um 35 % auf ebenfalls 
5,7 Mrd  zu. 

Wesentliche Ursache fr die gute Geschftsentwicklung war die Nachfragebelebung in der Automobilindustrie, 
zu der auch die zeitlich begrenzten staatlichen Frderprogramme in nahezu allen europischen 
Lndern, in den USA, Brasilien und China beigetragen haben. Positive Effekte resultierten auch 
aus verringerten Lagerbestnden unserer Kunden. 

Nach dem hohen Verlust im Vorjahr wurde im abgelaufenen Berichtsjahr ein Gewinn vor Steuern 
von 220 Mio  erzielt. Zu dieser positiven Entwicklung trugen neben der konjunkturellen Nachfragebelebung 
auch die im Vorjahr eingeleiteten und im Berichtsjahr weiter umgesetzten Restrukturierungs- und 
Kostensenkungsprogramme bei. Diese Manahmen beinhalten neben temporren Personalanpassungen 
hauptschlich strukturelle Kapazittsanpassungen, wie z.B. die Schlieung von Werken in Europa 
und den USA. Das Bereinigte EBT betrug 269 Mio . 

Ende September 2010 beschftigte Components Technology 29.144 Mitarbeiter, 4 % mehr als ein 
Jahr zuvor. Dank der positiven konjunkturellen Entwicklung wurden insbesondere in Brasilien, China und 
der Nafta-Region zustzliche Mitarbeiter eingestellt; gegenlufig wirkte ein strukturbedingter Rckgang 
der Belegschaft in Deutschland und im sonstigen Europa. 

Entwicklung der Operating Units 

Die Geschftsentwicklung der Operating Units von Components Technology verlief 2009/2010 insgesamt 
positiv. 

Das Automobilzuliefergeschft zeigte eine erfreuliche Entwicklung. Der Umsatz bertraf deutlich 
den krisenbedingt schwachen Wert des Vorjahres. Im Geschft von Presta Camshafts, Presta Steering 
und der Bilstein-Gruppe mit gebauten Nockenwellen, Lenksystemen, Dmpfern, Federn und der 
Montage von Achsmodulen wurden auf Grund der erhhten Abrufe aus der Automobilindustrie hhere 
Umstze realisiert. Presta Camshafts und Presta Steering konnten ihr Ergebnis verbessern und erzielten 
einen Gewinn vor Steuern. Das EBT der Bilstein-Gruppe war dagegen durch Restrukturierungs- und 
Wertminderungsaufwendungen belastet. 

Die Forging Group erreichte u.a. mit geschmiedeten Kurbelwellen fr PKW und Nutzfahrzeuge einen 
deutlich hheren Umsatz und kehrte in die Gewinnzone zurck. Insbesondere auf dem brasilianischen 
und US-Markt war eine hhere Nachfrage zu verzeichnen. Auch in Europa setzte eine Marktbelebung ein, 
die zu steigenden Umstzen fhrte. 

Die amerikanischen Gieereien von Waupaca, die Komponenten fr PKW, Nutzfahrzeuge und brige 
Anwendungsfelder produzieren, profitierten von der hheren Marktnachfrage, weiteren Einsparungen im 
Health-Care-Programm und strukturellen Kapazittsanpassungen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein 
erheblicher Umsatzzuwachs und ein Gewinn vor Steuern erzielt. 

Im Baumaschinengeschft von Berco belebte sich die Nachfrage ab Mitte des Berichtsjahres. Ausgehend 
von einem niedrigen Basisniveau im Vorjahr wurde der Umsatz im 2. Halbjahr nahezu verdoppelt, 
u.a. weil Kunden ihre zuvor verringerten Lagerbestnde wegen der hheren Nachfrage wieder 
aufbauten. Auch im Geschftsjahresvergleich konnte das Geschftsvolumen ausgeweitet werden. Zur 


Bilstein errichtet in den USa ein neues 
Werk zur Achsenmontage. 

weiteren Verbesserung der Wettbewerbsfhigkeit wurde ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm 
mit strukturellen Kapazittsanpassungen eingeleitet. Wegen des schwachen 1. Halbjahres, Restrukturierungs- 
und Wertminderungsaufwendungen sowie gestiegener Materialkosten blieb eine Rckkehr in die 
Gewinnzone aus. 

Die noch schwache Nachfrage im allgemeinen Maschinenbau sowie ein am kurzfristigen Bedarf 
orientiertes Abrufverhalten der Kunden aus der Windenergiebranche fhrten im 1. Halbjahr in den 
Bereichen Growlzlager und Ringe von Rothe Erde zu einem rcklufigen Auftragseingang. Im 2. Halbjahr 
belebte sich die Orderttigkeit gegenber dem schwachen Vorjahreszeitraum, so dass im 
Geschftsjahresvergleich ein hherer Auftragseingang erzielt wurde. Der Umsatz erreichte nicht das 
Vorjahresniveau, das 2. Halbjahr zeigte jedoch ansteigende Tendenzen. Rothe Erde erwirtschaftete ein 
erfreuliches Ergebnis vor Steuern, konnte jedoch umsatzbedingt nicht an den Gewinn vor Steuern des 
Vorjahres anschlieen. 

Wesentliche Ereignisse 

Vor dem Hintergrund der Marktentwicklung wurde es notwendig, die Kapazitten der vernderten Nachfrage 
anzupassen. Werksschlieungen betrafen die Forging Group in Deutschland, Frankreich und den 
USA sowie Presta Steering in den USA. Bei der Bilstein-Gruppe sind ebenfalls strukturelle Kapazittsanpassungen 
mit Werksschlieungen in Deutschland und Spanien in Umsetzung. Auf Grund des Nachfrageeinbruchs 
in den USA wurde bei der US-amerikanischen Gieereigruppe Waupaca das Werk 
in Etowah, Tennessee, stillgesetzt. Trotzdem konnte Waupaca die fhrende Marktposition als grte 
unabhngige Eisengieerei in den USA behaupten. 

Diese Manahmen haben die Produktivitt und Rentabilitt der Operating Units im Geschftsjahresverlauf 
2009/2010 nachhaltig gesteigert. 

Investitionen 

Components Technology investierte im Berichtsjahr 272 Mio  in Sachanlagen und immaterielle 
Vermgenswerte bei Abschreibungen von 277 Mio . Die Schwerpunkte lagen auf der Erhaltung der 
Betriebsbereitschaft sowie der Fortfhrung bereits begonnener Investitionsvorhaben. Investiert wurde 
berwiegend in Deutschland, China, Nord-und Sdamerika sowie Indien. 

Die Bilstein-Gruppe errichtet in Chattanooga, USA, ein neues Werk zur Montage kompletter Vorder- 
und Hinterachsen fr einen bedeutenden deutschen Automobilhersteller. Darber hinaus wurde am 
Standort in Mexiko in die Fertigung von Stabilisatoren investiert. 

Presta Steering hat das neue elektromechanische Lenksystem ParPAS zur Serienreife entwickelt 
und die Markteinfhrung gestartet. Die Produktionsanlufe fr das EPAS-Lenksystem erstrecken sich 
ber den Zeitraum Mai 2010 bis September 2011. Insgesamt sollen jhrlich rund 800.000 Lenksysteme 
ausgeliefert werden. Die hierzu notwendigen Umstrukturierungen an den Produktionssttten 
sind erfolgt. 

Presta Camshafts erweiterte dank zahlreicher Neuauftrge seine Produktionskapazitten am 
Standort Ilsenburg sowie in China. Auf Basis der weiterhin positiven Entwicklungsprognosen im 
Windenergiesektor wurde bei Rothe Erde das vor zwei Jahren aufgelegte Sonderinvestitionsprogramm 
fortgefhrt. 

Die Forging Group hat mit dem Aufbau eines Bearbeitungsstandorts fr LKW-Kurbelwellen in Indien 
begonnen, um zuknftig indische Hersteller von LKW-Motoren vor Ort beliefern zu knnen. 


Das ebt von Marine Systems war 
2009/2010 mit 38 Mio  positiv. 

KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas 133 

Marine Systems 

MARINE SYSTEMS IN ZAHLEN 

2008/2009 2009/2010 
Auftragseingang Mio  870 531 
Umsatz Mio  1.594 1.211 

 Naval Mio  1.047 699 

 Shipyards and Services Mio  574 527 
Sonstige Beteiligungen/Konsolidierung Mio   27  15 
EBT Mio   554 38 

Bereinigtes EBT Mio   90  35 

Investitionen Mio  37 8 

Mitarbeiter (30.09.) 7.770 5.488 

Mit der Restrukturierung der Werften positioniert sich Marine Systems als einer der fhrenden, global 
agierenden europischen Systemanbieter speziell fr U-Boote und Marineschiffe. 

Auftragslage und Umsatz rcklufig  Ergebnis verbessert 

Das Marktumfeld fr Marine Systems war 2009/2010 berwiegend ungnstig. Der Auftragseingang in 
den Mrkten fr Handelsschiffe und Megayachten kam vorbergehend vollstndig zum Erliegen. 
Belastet hat auch die angespannte Lage der ffentlichen Haushalte. In den letzten Monaten haben sich 
allerdings die Frachtraten fr Handelsschifftonnagen deutlich erholt; dies hat auch den Markt fr 
Reparaturen, Erneuerungen und Umbauten sprbar belebt. 

Der Auftragseingang fiel um 39 % auf 531 Mio . Der Umsatz von Marine Systems lag mit 
1,2 Mrd  um 24 % unter dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend war der Wegfall aller Umstze aus den 
im September 2009 gekndigten U-Bootauftrgen fr Griechenland. 

Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich gegenber dem Vorjahr um 592 Mio  auf 38 Mio . Es 
wurde wesentlich durch den Entkonsolidierungseffekt von Hellenic Shipyards in Griechenland bestimmt. 
Bereinigt um diesen Sondereffekt wurde ein negatives EBT erzielt. 

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im letzten Geschftsjahr um 29 % verringert. Am 30. September 
2010 waren 5.488 Mitarbeiter an den Standorten Hamburg, Kiel, Malm und Karlskrona beschftigt. 
Nach Abschluss der nachfolgend dargestellten Restrukturierungsschritte wird sich die Belegschaft 
nochmals um rund 2.250 Mitarbeiter reduzieren. 

Entwicklung der Operating Units 

Die Operating Unit Naval erhielt nur wenige Neubestellungen. Zu den neu akquirierten Auftrgen 
gehrte der Designauftrag zur Entwicklung der neuen Generation schwedischer U-Boote (A26) aus dem 
Frhjahr 2010. Darber hinaus konnten im Wesentlichen kleinere Projekte gewonnen werden. Der 
bereits im Juli 2009 paraphierte Auftrag ber sechs Materialpakete zum Bau von U-Booten der Exportklasse 
214 fr die trkische Marine war auf Grund langwieriger Finanzierungsverhandlungen zwischen 
Endkunden und Bankenkonsortium auch zum Ende des Berichtsjahres noch nicht effektiv. 

Eine wesentliche Ablieferung betrifft das erste U-Boot der Klasse 214 fr Portugal. Der sich 
zwischenzeitlich wiederbelebende Welthandel mit steigenden Frachtraten machte es mglich, vier von 
Kunden stornierte Containerschiffe an Dritte zu veruern. 

In der Operating Unit Shipyards and Services war das Geschftsjahr durch die Fertigstellung dreier 
Megayachten gekennzeichnet. Im Juni 2010 wurde die grundberholte historische Yacht Nahlin und 
im September die Orca an die Kunden bergeben. Als dritte Yacht wurde die Eclipse ebenfalls im 
September fertig- und zur Abnahme bereitgestellt. 

Das Reparaturgeschft entwickelte sich zeitweise schwcher, whrend sich der Markt fr Komponenten 
wider Erwarten gut behauptete. 


ThyssenKrupp Marine Systems 

konzentriert sich knftig auf den 

militrischen Schiffbau. 

Restrukturierung der Werften 

Die Restrukturierung der Business Area Marine Systems wurde 2009/2010 weiter vorangetrieben: 
ThyssenKrupp Marine Systems hat auf die weltweite Schiffbaukrise an allen Standorten mit zum Teil 
erheblichen Kapazittsabbau- und Kostensenkungsmanahmen reagiert und wird die Aktivitten konsequent 
auf den Marineschiffbau ausrichten. 

Bereits im Oktober 2009 wurde ein Kaufvertrag mit SIAG Schaaf Industrie geschlossen und damit die 
Transformation des Standortes Emden der Blohm + Voss Nordseewerke zu einem zukunftsfhigen Hightech-
Standort fr Offshore-Technologie begonnen. Das Marineberwassergeschft von Blohm + Voss Nordseewerke 
umfasst als Generalunternehmer die Bereiche Design, Einkauf und Projektmanagement. 

Des Weiteren steht ThyssenKrupp Marine Systems vor der Umsetzung der am 13. April 2010 unterzeichneten 
Vereinbarungen mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe. Abu Dhabi MAR beabsichtigt die bernahme 
von 100 % der Anteile der Blohm + Voss Shipyards und damit des Megayachtbaus sowie von 
zunchst 80 % der Anteile der Schiffsreparatur und Komponentenfertigung. Zugleich wird das Marineberwassergeschft 
in ein 50/50-Joint-Venture mit der Abu Dhabi MAR-Gruppe eingebracht. Die 
entsprechenden kartell- und auenwirtschaftsrechtlichen Genehmigungsprozesse sind bereits abgeschlossen, 
das Closing ist in der ersten Hlfte 2010/2011 geplant. 

Bereits realisiert wurde der Verkauf von 75,1 % der Anteile an der griechischen Werft Hellenic 
Shipyards an einen der Anteilseigner der Abu Dhabi MAR-Gruppe. Hellenic Shipyards ist damit im 
September 2010 aus dem Konsolidierungskreis des Konzerns ausgeschieden. 

Der Verkauf ist Teil einer Gesamtlsung mit der griechischen Regierung und Abu Dhabi MAR, die 
zudem im Rahmen neuer Vereinbarungen die Abnahme bzw. Fertigstellung der bislang gebauten 
U-Boote sowie die Bestellung zwei weiterer U-Boote der Klasse 214 vorsieht. Die entsprechenden 
Vertrge traten Ende Oktober 2010 in Kraft. 

ThyssenKrupp Marine Systems konzentriert sich damit knftig auf den militrischen Schiffbau mit 
Schwerpunkt U-Boote und wird dabei auch von der neuen Partnerschaft mit ihren Vermarktungsperspektiven 
profitieren knnen. 

Investitionen 

Im Berichtsjahr beliefen sich die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermgenswerte von Marine 
Systems auf 8 Mio  bei Abschreibungen von 24 Mio . Sie dienten im Wesentlichen der Aufrechterhaltung 
der Betriebsbereitschaft. Hervorzuheben sind eine Hallenmodernisierung bei Howaldtswerke-Deutsche Werft 
infolge der knftig gemeinsamen Infrastrukturnutzung am Standort Kiel-Gaarden mit Abu Dhabi MAR sowie 
IT-Investitionen bei Kockums fr die Bearbeitung des Designauftrags A26 der schwedischen Marine. 

Bereich Corporate der ThyssenKrupp AG 

Der Bereich Corporate umfasst die Konzernverwaltung einschlielich der Fhrung der Business Areas. 
Ferner sind hier die Business-Services-Aktivitten in den Bereichen Finanzen, Kommunikation, IT und 
Personal erfasst. Hinzu kommen die nicht betriebsnotwendigen Immobilien sowie inaktive Gesellschaften. 
Der Umsatz, den Corporate-Gesellschaften mit marktgngigen Dienstleistungen fr Konzernunternehmen 
erbringen, erreichte in der Berichtszeit 131 Mio  nach 127 Mio  im Vorjahr. 

Das Ergebnis vor Steuern von Corporate betrgt -609 Mio  und hat sich gegenber dem Vorjahr 
um 75 Mio  verschlechtert. Dies resultiert aus Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit dem 
Umzug der Hauptverwaltungen nach Essen sowie aus einem geringeren Finanzergebnis. Darber 
hinaus fhrte die bernahme von zustzlichen Verwaltungsaufgaben durch die ThyssenKrupp AG und 
die Business Service Center zu einer Erhhung des Aufwands bei Corporate; dem stehen entsprechend 
geringere Aufwendungen bei den Business Areas gegenber. 

Die Position Konsolidierung enthlt im Wesentlichen die Ergebnisse aus der Eliminierung der 
Konzernzwischengewinne. 


KonzernLagebericht Geschftsverlauf in den Business Areas / Finanz- und Vermgenslage 135 

Finanz- und Vermgenslage 


Unsere solide Finanz- und Vermgensbasis hat sich im Berichtsjahr bewhrt und 
zukunftsweisende Investitionen mglich gemacht. Die Zahlen der Kapitalflussrechnung 
und die Bilanzstruktur spiegeln die Geschftsbelebung in allen Konzernbereichen wider. 
Zum Erfolg hat auch die zentrale Finanzierung beigetragen, die Kapitalbeschaffung 
und -anlage fr den Konzern optimierte. 


Einzelheiten: Seite 229 

Zentrale Finanzierung und Liquidittssicherung 

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt grundstzlich zentral durch die ThyssenKrupp AG; sie stellt die 
Liquiditt der Konzerngesellschaften im Wesentlichen ber die Mittelbereitstellung im Rahmen des 
Konzernfinanzverkehrs sowie ber die Vermittlung und Verbrgung von Krediten oder ber Finanzierungshilfen 
in Form von Patronatserklrungen sicher. Die Liquidittssicherung geschieht auf der Grundlage 
einer mehrjhrigen Finanzplanung sowie einer monatlich rollierenden Liquidittsplanung mit einem 
Planungszeitraum von bis zu einem Jahr. Alle konsolidierten Konzerngesellschaften sind in diese 
Planung einbezogen. 

Wichtigste Liquidittsquelle des Konzerns ist die operative Geschftsttigkeit unserer Konzerngesellschaften 
mit den daraus resultierenden Einzahlungen. Im Rahmen unserer Cash-Management-
Systeme werden die Liquidittsberschsse einzelner Konzerngesellschaften genutzt, um den Finanzbedarf 
anderer Konzerngesellschaften zu decken. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert 
das Volumen der bentigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Zustzlich reduzieren wir 
kostenpflichtige Bankumstze durch die Verrechnung von Lieferungen und Leistungen zwischen 
Konzerngesellschaften ber konzerninterne Finanzkonten. 

Um das bentigte Fremdfinanzierungsvolumen zu beschaffen, nehmen wir fest zugesagte Kreditlinien 
in Anspruch, und zwar in unterschiedlichen Whrungen und mit unterschiedlichen Laufzeiten. 
Darber hinaus werden Geld- und Kapitalmarktinstrumente sowie selektiv auerbilanzielle Finanzierungsinstrumente 
 z.B. Forderungsverkaufsprogramme oder Operating Leases  genutzt. Informationen 
zu den frei verfgbaren Kreditlinien sind unter Anhang-Nr. 17 auf Seite 229 zu finden. 

Durch die zentrale Finanzierung verbessert sich unsere Verhandlungsposition gegenber Banken 
und anderen Marktteilnehmern, so dass wir leichter Kapital zu bestmglichen Konditionen aufnehmen 
oder anlegen knnen. 


Der Free Cash-Flow war wie 
im Vorjahr negativ. 

Emittenten-Ratings fr ThyssenKrupp seit 2001 

Emittenten-Ratings erleichtern den Zugang zu den internationalen Kapitalmrkten. ThyssenKrupp verfgt 
deshalb seit 2001 ber Emittenten-Ratings der Rating-Agenturen Moodys und Standard & Poors 
(S&P) sowie seit 2003 von Fitch. Im 1. Quartal 2009/2010 hatte Standard & Poors unser Langfrist-
Rating auf BB+ heruntergestuft, womit der Konzern bei dieser Ratingagentur den Investment-Grade-
Status verlor. Bei Moodys und Fitch befindet sich unser Rating dagegen weiterhin im InvestmentGrade-
Bereich. Am 30. Juli 2010 stufte Fitch den Ausblick fr das Rating BBB- von negativ auf 
stabil herauf. 

Derzeit wird die Kreditwrdigkeit von ThyssenKrupp von den Rating-Agenturen wie folgt bewertet: 

Langfrist-Kurzfrist-
Rating Rating Ausblick 
Standard & Poors BB+ B stabil 
Moodys Baa3 Prime-3 negativ 
Fitch BBBF3 
stabil 

Hochstufungen der von den Rating-Agenturen vergebenen Ratings fhren erfahrungsgem zu 
geringeren Refinanzierungskosten, whrend sich Herabstufungen grundstzlich negativ auswirken. Den 
Investment-Grade-Status bei Standard & Poors wiederzuerlangen ist deshalb ein wichtiges Ziel. 

Analyse der Kapitalflussrechnung 

Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Zahlungsmittelfonds entspricht der Bilanzposition 
Zahlungsmittel und Zahlungsmittelquivalente. 

2009/2010 ergab sich ein Mittelzufluss aus der operativen Geschftsttigkeit von 868 Mio  nach 

3.699 Mio  im Vorjahr. Wesentliche Ursache fr den deutlichen Rckgang um 2.831 Mio  war die im 
Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 5.422 Mio  verschlechterte Mittelbindungssituation bei den 
Vorrten, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie bei den sonstigen 
Rckstellungen. Whrend im Vorjahr noch eine Mittelfreisetzung in Hhe von 4.292 Mio  erzielt wurde, 
ergab sich im Berichtsjahr eine Mittelbindung von 1.130 Mio , die insbesondere aus der eingetretenen 
Nachfragebelebung und aus Inanspruchnahmen von Rckstellungen fr Restrukturierungsmanahmen 
resultierte. Gegenlufig wirkte der um 3.260 Mio  auf 2.522 Mio  stark verbesserte Jahresberschuss 
vor Abschreibungen, Zuschreibungen und latenten Steuern. 
Der Mittelabfluss aus Investitionsttigkeit verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 920 Mio  
auf 2.958 Mio . Ursache hierfr waren die um 522 Mio  auf 3.299 Mio  verminderten Auszahlungen 
fr Investitionen in Sachanlagen (einschlielich geleisteter Anzahlungen und als Finanzinvestition gehaltener 
Immobilien) sowie die insbesondere durch die Veruerungen von ThyssenKrupp Industrieservice 
und ThyssenKrupp Safway insgesamt um 473 Mio  erhhten Einzahlungen aus dem Verkauf von 
bislang konsolidierten Gesellschaften. Gegenlufig wirkten um 50 Mio  verminderte Einzahlungen aus 
dem Verkauf von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien. 

Der Free Cash-Flow, d.h. die Summe aus Operating Cash-Flow und Cash-Flow aus Investitionsttigkeit, 
wies wie im Vorjahr einen negativen Wert auf. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich eine deutliche 
Erhhung des negativen Free Cash-Flows um 1.911 Mio  auf -2.090 Mio , die hauptschlich 
auf die im Vergleich zum Vorjahr eingetretene erhebliche Verringerung des Mittelzuflusses aus der 
operativen Geschftsttigkeit zurckzufhren war. 


KonzernLagebericht Finanz- und Vermgenslage 137 


Die Bilanzsumme erhhte sich zum 

30. September 2010 um 2,3 Mrd . 
Der Mittelzufluss aus Finanzierungsttigkeit belief sich im Berichtsjahr auf 255 Mio , nach einem 
Mittelzufluss von 2.824 Mio  im Vorjahr. Der sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ergebende Mittelabfluss 
von 2.569 Mio  resultierte hauptschlich aus den im Berichtsjahr erfolgten Rckzahlungen 
von Finanzschulden in Hhe von 153 Mio , denen im Vorjahr noch eine Aufnahme von Finanzschulden 
in Hhe von 3.222 Mio  gegenberstand. Gegenlufig wirkten im Vergleich zum Vorjahr verminderte 
Dividendenzahlungen (467 Mio ) sowie geringere Auszahlungen fr den Erwerb von Anteilen an bereits 
konsolidierten Unternehmen (146 Mio ). Darber hinaus ergaben sich 2009/2010 Einzahlungen in 
Hhe von 500 Mio  in das Eigenkapital als Folge der Erhhung des Anteils von Vale S.A. an der 
ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico Ltda. Im Vorjahr wurden in diesem Zusammenhang 
465 Mio  in das Eigenkapital eingezahlt. 

vernderung der zahlungsmiTTel und zahlungsmiTTelquivalenTe in mio 
Zahlungsmittel 
und Zahlungsmittelquivalente 
30.09.2009 
Operating 
Cash-Flow 
Cash-Flow aus 
Investitionsttigkeit 
Cash-Flow aus 
Finanzierungsttigkeit 
Wechselkursnderungen 
Zahlungsmittel 
und Zahlungsmittel-
quivalente 
30.09.2010 
5.375 
868 
133 
 2.958 
255 3.673 
technisch bedingt teilweise nicht mastabsgerecht 
Analyse der Bilanzstruktur 

Insgesamt erhhte sich die Bilanzsumme gegenber dem 30. September 2009 um 2.345 Mio  auf 

43.712 Mio . Dieser Anstieg war in Hhe von 1.025 Mio  durch Effekte aus der Whrungsumrechnung, 
insbesondere auf Grund der rcklufigen US-Dollarkursentwicklung im Berichtszeitraum, beeinflusst. 
Die langfristigen Vermgenswerte erhhten sich um insgesamt 2.306 Mio . Der Anstieg betraf mit 

2.529 Mio  hauptschlich eine Zunahme der Sachanlagen. Neben Wechselkurseffekten, die einen 
Anstieg um 265 Mio  bewirkten, trugen insbesondere die beiden Groprojekte in Brasilien und den USA 
zu der Erhhung bei; eine Umgliederung in zur Veruerung vorgesehene Vermgenswerte wirkte mit 
52 Mio  gegenlufig. Der Anstieg der immateriellen Vermgenswerte um 9 Mio  enthlt zwei wesentliche 
gegenlufige Effekte; einem wechselkursbedingten Anstieg von 162 Mio  stand ein Rckgang in 
Hhe von 131 Mio  aus Umgliederungen in zur Veruerung vorgesehene Vermgenswerte gegenber. 
Der Rckgang der sonstigen nicht finanziellen Vermgenswerte um 255 Mio  betraf hauptschlich 
geleistete Anzahlungen, die im Zusammenhang mit dem Stahlwerk in Brasilien in Sachanlagen 
umgegliedert wurden. 
Die kurzfristigen Vermgenswerte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 39 Mio  an. Deutlichen 
Zunahmen bei den Vorrten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie einem Anstieg der 
zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerte standen deutliche Verminderungen der Zahlungsmittel 
und Zahlungsmittelquivalente sowie der sonstigen finanziellen Vermgenswerte gegenber. 

Die Vorrte stiegen insgesamt um 1.527 Mio  an. Als Folge der im Geschftsjahr sprbar verbesserten 
Geschftslage ergaben sich preis- und mengenbedingte Erhhungen in den Business Areas 
Steel Europe (605 Mio ) und Materials Services (145 Mio ). Die Zunahme in der Business Area Steel 


Die Forderungen aus Lieferungen und 

Leistungen nahmen 2009/2010 um 
762 Mio  zU. 

Americas (386 Mio ) stand im Zusammenhang mit der erfolgten Produktionsaufnahme des brasilianischen 
Stahlwerks sowie der Inbetriebnahme des Weiterverarbeitungswerks in den USA. Der deutliche 
Anstieg der Vorrte in der Business Area Stainless Global (419 Mio ) resultierte aus Rohstoffpreis-und 
Mengensteigerungen. Wechselkurseffekte fhrten zu einer Erhhung der Vorrte um 145 Mio . Durch 
Umgliederung in zur Veruerung vorgesehene Vermgenswerte ergab sich eine Verminderung um 
59 Mio . 

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen um 762 Mio  zu. Als Folge der Nachfragebelebung 
im Berichtszeitraum ergaben sich Erhhungen in den Business Areas Steel Europe 
(202 Mio ), Materials Services (295 Mio ) sowie Components Technology (151 Mio ). Darber hinaus 
war ein wechselkursbedingter Anstieg in Hhe von 166 Mio  zu verzeichnen. Vermindernd wirkten 
Umgliederungen in zur Veruerung vorgesehene Vermgenswerte in Hhe von 75 Mio . 

Die innerhalb der kurzfristigen Vermgenswerte ausgewiesenen sonstigen finanziellen Vermgenswerte 
verminderten sich deutlich um 568 Mio . Der Rckgang resultierte insbesondere aus den im 
Geschftsjahr 2009/2010 erfolgten Eigenkapitaleinzahlungen bei der ThyssenKrupp CSA Siderrgica do 
Atlntico Ltda. durch den Mitgesellschafter Vale S.A. 

Die kurzfristigen sonstigen nicht finanziellen Vermgenswerte lagen zum 30. September 2010 mit 

1.646 Mio  um 78 Mio  unter dem Niveau des Vorjahres. Zunahmen resultierten aus Wechselkurseffekten 
(51 Mio ) sowie aus erhhten Steuererstattungsansprchen (150 Mio ). Gegenlufig wirkten 
verminderte geleistete Anzahlungen im Zusammenhang mit dem Einkauf von Vorrten (215 Mio ) 
sowie Umgliederungen in die zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerte in Hhe von 73 Mio . 
Der Rckgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmittelquivalente um 1.969 Mio  auf 3.380 Mio  
resultierte hauptschlich aus dem im Berichtszeitraum negativen Free Cash-Flow in Hhe von 
2.090 Mio  sowie mit 183 Mio  aus Dividendenzahlungen. Umgliederungen in die zur Veruerung 
vorgesehenen Vermgenswerte fhrten darber hinaus zu einem Rckgang von 293 Mio . Gegenlufig 
wirkten Wechselkurseffekte in Hhe von 131 Mio  sowie die im Berichtszeitraum erfolgte Eigenkapitaleinzahlung 
in Hhe von 500 Mio  bei der ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico Ltda. im Zusammenhang 
mit der Anteilserhhung des Mitgesellschafters Vale S.A. 

Die zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerte erhhten sich um 302 Mio . Zum 30. September 
2009 wurden hier Vermgenswerte in Hhe von 491 Mio  ausgewiesen, die mit den im Oktober 
2009 eingeleiteten Veruerungen von ThyssenKrupp Industrieservice und ThyssenKrupp Safway in der 
Business Area Materials Services im Zusammenhang standen; diese eingeleiteten Verkufe wurden bis 
Mitte Dezember 2009 abgeschlossen. Im Rahmen der weiteren Portfoliooptimierung wurde im April 
2010 der Verkauf von Teilen der Business Area Marine Systems eingeleitet. Weiterhin wurden zum Ende 
des Geschftsjahres 2009/2010 die Verkufe der zur Business Area Elevator Technology gehrenden 
iranischen Gesellschaft ThyssenKrupp Assanbar PJSC sowie der spanischen Gesellschaft 
ThyssenKrupp Xervon S.A. aus der Business Area Materials Services eingeleitet; der Verkauf von 
ThyssenKrupp Xervon S.A. wurde im Oktober 2010 abgeschlossen. Zum 30. September 2010 fhrten 
die eingeleiteten Verkufe zu einem Ausweis von zur Veruerung gehaltenen Vermgenswerten in 
Hhe von 726 Mio ; insgesamt wurden in diesem Zusammenhang langfristige Vermgenswerte von 
202 Mio  sowie kurzfristige Vermgenswerte von 524 Mio  umgegliedert. Darber hinaus waren in 
den zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten am 30. September 2010 Sachanlagen in Hhe 
von 67 Mio  aus der Business Area Steel Americas enthalten. 

Die Zunahme des Eigenkapitals um 692 Mio  auf 10.388 Mio  war hauptschlich auf den im 
Geschftsjahr erzielten Jahresberschuss in Hhe von 927 Mio  sowie auf die im Sonstigen Ergebnis 
insgesamt erfassten unrealisierten Gewinne aus der Whrungsumrechnung (483 Mio ) und aus derivativen 
Finanzinstrumenten (45 Mio  nach Steuern) zurckzufhren. Gegenlufig wirkten insbesondere 


Die Verbindlichkeiten aus 
Lieferungen und Leistungen 

stiegen 2009/2010 um 1,2 Mrd . 

KonzernLagebericht Finanz- und Vermgenslage 139 

Gewinnausschttungen (183 Mio ) sowie im Sonstigen Ergebnis insgesamt erfasste versicherungsmathematische 
Verluste aus Pensionen und hnlichen Verpflichtungen (647 Mio  nach Steuern). Der in 
der Zunahme des Eigenkapitals enthaltene Anstieg der nicht beherrschenden Anteile um 119 Mio  
betraf mit 103 Mio  den Jahresberschuss im Berichtszeitraum, der auf die nicht beherrschenden 
Anteile entfllt. Der weitere Anstieg resultierte insbesondere aus den auf die nicht beherrschenden 
Anteile entfallenden unrealisierten Gewinnen aus der Whrungsumrechung (27 Mio ) sowie aus derivativen 
Finanzinstrumenten (28 Mio  nach Steuern); gegenlufig wirkten Gewinnausschttungen 
(44 Mio ). 

Die langfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich insgesamt um 600 Mio . Hierin enthalten war 
ein Rckgang der Finanzschulden um 1.003 Mio , der mit 749 Mio  die Umgliederung einer Anleihe in 
die kurzfristigen Finanzschulden betraf; weitere 157 Mio  resultierten aus einer Verminderung der 
Verbindlichkeiten gegenber Kreditinstituten. Gegenlufig wirkte eine Zunahme der Rckstellungen fr 
Pensionen und hnliche Verpflichtungen um 561 Mio , die mit 122 Mio  Effekte aus der Whrungsumrechnung 
betraf. Darber hinaus ergab sich eine deutliche Zunahme in Hhe von 878 Mio  insbesondere 
auf Grund der im Rahmen der Neubewertung der Pensions- und Gesundheitsfrsorgeverpflichtungen 
zum 30. September 2010 bercksichtigten aktualisierten Zinsstze; mindernd wirkten Arbeitgeberbeitrge 
in das Planvermgen (171 Mio ), Unternehmensverkufe (60 Mio ), eine Abnahme der in den 
sonstigen pensionshnlichen Verpflichtungen enthaltenen Rckstellungen fr Verpflichtungen aus 
Altersteilzeitvereinbarungen (74 Mio ) sowie Umgliederungen in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur 
Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten (125 Mio ). Der hhere Rckgang der passiven latenten 
Steuern um 168 Mio  gegenber dem Rckgang der aktiven latenten Steuern um 48 Mio  steht im 
Wesentlichen im Zusammenhang mit der steuerlichen Aktivierung von Anlaufkosten bei ThyssenKrupp 
CSA Siderrgica do Atlntico Ltda. und steuerlichen Abweichungen im Rahmen der Pensionsbewertung. 

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen insgesamt um 2.253 Mio  an. Dieser Anstieg betraf mit 
973 Mio  die kurzfristigen Finanzschulden insbesondere als Folge der erwhnten Umgliederung einer 
Anleihe aus den langfristigen Finanzschulden sowie aus um 134 Mio  erhhten Verbindlichkeiten 
gegenber Kreditinstituten. 

Der Rckgang der sonstigen kurzfristigen Rckstellungen um 262 Mio  betraf hauptschlich die 
Inanspruchnahme von Rckstellungen als Folge der Umsetzung der im Konzern whrend des Geschftsjahres 
2008/2009 eingeleiteten Restrukturierungsmanahmen. Mindernd wirkten darber hinaus Umgliederungen 
in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten in 
Hhe von 53 Mio . 

Wesentliche Ursache fr den Rckgang der laufenden Ertragsteuerverbindlichkeiten um 262 Mio  
war ein berhang der Ertragsteuerzahlungen gegenber dem laufenden Ertragsteueraufwand. 

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhhten sich stark um 1.242 Mio . Zunahmen 
ergaben sich in der Business Area Stainless Global (242 Mio ), die hauptschlich aus signifikanten 
Zahlungszielverlngerungen durch Rohstofflieferanten und hheren Einkaufspreisen resultierten, 
sowie bei den Business Areas Steel Europe (304 Mio ), Materials Services (459 Mio ) und Components 
Technology (189 Mio ) als Folge der im Berichtszeitraum eingetretenen Nachfragebelebung. 
Darber hinaus fhrten Wechselkurseffekte zu einem Anstieg von 80 Mio . Gegenlufig wirkte die 
Umgliederung von 60 Mio  in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veruerung vorgesehenen 
Vermgenswerten. 

Der Anstieg der kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten um 250 Mio  enthlt insbesondere 
eine Erhhung der Verbindlichkeiten aus Fertigungsauftrgen in der Business Area Plant Technology 
um 286 Mio . Wechselkurseffekte bewirkten darber hinaus eine Zunahme um 149 Mio . Umgliederungen 
in Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten fhrten 
zu einem Rckgang von 232 Mio . 


Die Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten erhhten 
sich insgesamt um 256 Mio . Der im April 2010 eingeleitete Verkauf von Teilen der Business Area 
Marine Systems sowie die zum Ende des Geschftsjahres 2009/2010 eingeleiteten Verkufe von 
ThyssenKrupp Assanbar PJSC (Business Area Elevator Technology) sowie ThyssenKrupp Xervon S.A. 
(Business Area Materials Services) fhrten zum 30. September 2010 zu einer Erhhung der Verbindlichkeiten 
in Verbindung mit zur Veruerung vorgesehenen Vermgenswerten um 544 Mio . Insgesamt 
wurden in diesem Zusammenhang langfristige Verbindlichkeiten von 173 Mio  (davon Finanzschulden: 
7 Mio ) sowie kurzfristige Verbindlichkeiten von 371 Mio  (davon Finanzschulden: 19 Mio ) umgegliedert. 
Gegenlufig wirkten sich abgehende Verbindlichkeiten in Verbindung mit zur Veruerung 
vorgesehenen Vermgenswerten in Hhe von 288 Mio  durch Abwicklung der im Vorjahr eingeleiteten 
Transaktionen aus. 

neTTo-Finanzschulden in mio  
Netto- 
Finanz-
schulden 
30.09.2009 
Operating 
Cash-Flow Investitionen 
Desinvestitionen 
Dividende 
ThyssenKrupp AG 
Einzahlung 
Vale S.A. Sonstiges 
Netto-
Finanzschulden 
30.09.2010Free Cash-Flow:  2.090 
* inklusive bernommene Zahlungsmittel und Zahlungsmittelquivalente in Hhe von 3 Mio  
** inklusive abgegebene Zahlungsmittel und Zahlungsmittelquivalente in Hhe von 5 Mio  
technisch bedingt teilweise nicht mastabsgerecht 
868  3.510* 
Gearing 21,2 %
Gearing 36,4 % 
 139 
500 8 
3.780 
552** 
 2.059 
Einzelheiten: Seite 217 


Einzelheiten: Seite 232 

Nicht bilanziertes Vermgen und 
auerbilanzielle Finanzierungsinstrumente 

Im Rahmen auerbilanzieller Finanzierungsinstrumente nutzen wir vor allem Forderungsprogramme. 
Einzelheiten dazu stehen unter der Anhang-Nr. 10 auf Seite 217. 

In der Bilanz sind verschiedene Vermgenswerte des Konzerns nicht enthalten. Es handelt sich 
im Wesentlichen um bestimmte geleaste, gepachtete oder gemietete Gter (Operating Lease), ber die 
Sie nhere Angaben unter der Anhang-Nr. 21 auf Seite 232 nachlesen knnen. Hinzu kommen selbst 
geschaffene Gter. 

Zu diesen immateriellen Vermgensgegenstnden, die nicht in der Bilanz aktiviert sind, gehrt die 
Marke ThyssenKrupp. Wir haben sie auch im Berichtsjahr kontinuierlich weiterentwickelt und so das 
Auftreten unserer Konzerngesellschaften im Wettbewerb gestrkt. 

Unsere langjhrigen und eingespielten Lieferanten-und Kundenbeziehungen besitzen ebenfalls 
einen erheblichen Wert. Sie stabilisieren zum einen den Geschftsverlauf und machen den Konzern 
unabhngiger von kurzfristigen Marktschwankungen. Dies bedeutet fr uns einen konkreten Wettbewerbsvorsprung 
auf unseren Mrkten. Zum anderen ermglicht die vertrauensvolle Zusammenarbeit 
viele gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, in denen sich das Know-how und die Strken 
unseres Konzerns mit denen unserer Marktpartner bndeln. Dies zahlt sich in innovativen, zukunftsorientierten 
Produkten und Dienstleistungen aus, die unseren Kunden und uns neue Mglichkeiten fr 
Wirtschaftlichkeit und technischen Fortschritt erffnen. 


KonzernLagebericht Finanz- und Vermgenslage 141 

Unsere Zusammenarbeit mit der internationalen Fahrzeugindustrie ist ein Beispiel fr dieses 
bergreifende Kompetenznetzwerk. Neue oder verbesserte Werkstoffe, leistungsfhige Platinen und 
optimierte Bauteile unserer Business Areas erleichtern den Automobilkonstrukteuren ihre Arbeit. Im 
Anlagenbau haben wir uns mit vielen erfolgreichen Referenzanlagen weltweit einen Namen gemacht, 
wenn es um herausfordernde Projekte geht, die ebenso wirtschaftlich wie umweltfreundlich sind. Im 
Vordergrund steht auch hier der enge Kontakt mit unseren Kunden. 

Langjhrige Kundenbeziehungen sind ein wichtiges Plus auch in unserem Elevator-Geschft. Wirtschaftlichkeit, 
Termintreue und technische Kompetenz sind zusammen mit einem attraktiven Produktdesign 
die Schlsselbegriffe, auf die unsere internationalen Kunden achten. berall in der Welt haben 
wir inzwischen in architektonisch renommierten Hochhusern und Flughfen viele moderne Aufzge 
und Fahrtreppen eingebaut. Die damit verbundenen Kontakte und Referenzen bieten eine gute Basis fr 
Folgeauftrge. 

Zu den Strken von ThyssenKrupp gehren in allen Business Areas hochmotivierte und engagierte 
Fhrungskrfte und Mitarbeiter, die hervorragendes berufliches Wissen mit hoher Leistungsbereitschaft 
verbinden. Sie sind wichtige Know-how-Trger auf ihren Spezialgebieten und tragen zum Wert von 
ThyssenKrupp bei. 


Nachhaltigkeit 

Nachhaltiges Wirtschaften ist grundlegender Bestandteil der Unternehmensphilosophie 
von ThyssenKrupp. Wir stellen uns frhzeitig auf neue gesellschaftliche und wirtschaftliche 
Herausforderungen ein und sichern dadurch auch langfristig unsere Innovationsfhigkeit 
und ein nachhaltiges Wachstum. Ein kontinuierlicher und offener Dialog mit unseren 
Stakeholdern sorgt fr Transparenz und Akzeptanz. 

Als integrierter Werkstoff- und Technologiekonzern bietet ThyssenKrupp weltweit innovative Produktlsungen, 
die den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden sichern und einen positiven Beitrag zu einer 
nachhaltigen globalen Entwicklung leisten. Grundlage dafr ist eine verantwortungsvolle und auf langfristige 
Wertschpfung ausgerichtete Unternehmensfhrung. In einem sich stetig wandelnden Umfeld 
entwickeln wir unser Unternehmen kontinuierlich weiter, um den globalen Herausforderungen auch 
zuknftig mit innovativen Lsungen begegnen zu knnen. 

Nachhaltigkeitsmanagement 

Durch ein zentrales Nachhaltigkeitsmanagement wird nachhaltiges Handeln systematisch in die Grundstze 
und Geschftsprozesse des Konzerns integriert. 

ThemenFelder nachhalTigKeiT 

Corporate Governance Compliance Finanzen 
Umwelt & KlimaGesellschaftliches Engagement Innovationen 
Kunden & Lieferanten Soziale Standards Energie & Ressourcen 
Arbeitsschutz Attraktivitt als Arbeitgeber 


Einzelheiten: Seiten 146151 


Einzelheiten: Seiten 152156 


Einzelheiten: Seite 156 


Einzelheiten: Seite 160 


Einzelheiten: Seite 144 

KonzernLagebericht Nachhaltigkeit 143 

Dafr analysieren wir in zentralen Themenfeldern kontinuierlich die internen und externen Anforderungen, 
um entsprechende Ziele und Manahmen zu entwickeln. Durch eine umfangreiche Berichterstattung 
entwickeln wir die Transparenz ber unsere Leistungen und Positionen zur Nachhaltigkeit 
permanent weiter. Bei ThyssenKrupp verstehen wir Nachhaltigkeit als eine wesentliche Fhrungsaufgabe. 
Im Geschftsjahr 2010/2011 wird der Bedeutung von Nachhaltigkeit auch organisatorisch 
durch die Schaffung eines eigenstndigen Vorstandsressorts Corporate Sustainability Rechnung 
getragen. 

Austausch und Dialog 

Ein fortwhrender, intensiver Austausch mit unseren Stakeholdern ist fr uns von wesentlicher Bedeutung 
 sowohl mit Investoren, mit Mitarbeitern, mit unseren Kunden, mit der Politik als auch mit den 
Menschen in unserem direkten Umfeld. Der Dialog ber die Leistungen unseres Unternehmens in Bezug 
auf Nachhaltigkeit ist ein Grundpfeiler fr langfristige vertrauensvolle Zusammenarbeit und zeigt uns, 
welche Erwartungen an unser Unternehmen gestellt werden. 

ThyssenKrupp beteiligt sich zudem aktiv an der Diskussion ber eine nachhaltige Entwicklung und 
Unternehmensverantwortung. In Deutschland tun wir dies unter anderem durch unsere Mitwirkung bei 
econsense  Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V., einem Zusammenschluss 
von 28 global agierenden Unternehmen und Organisationen. Das vor zehn Jahren gegrndete Netzwerk 
versteht sich als Dialogplattform und Think Tank zu relevanten Fragen der Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung. 


Nachhaltigkeitsaktivitten 

Ausfhrliche Informationen ber unsere wesentlichen Nachhaltigkeitsaktivitten in den ausgewhlten 
Bereichen Innovationen, Umwelt- und Klimaschutz, Mitarbeiter und gesellschaftliches Engagement 
werden in den folgenden Kapiteln dargestellt, z.B.: 

. 
Im Berichtsjahr beliefen sich die gesamten Innovationsaufwendungen auf 677 Mio . Weltweit sorgen 

ca. 3.500 Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler fr eine hohe Innovationskraft des Unter


nehmens (mehr auf den Seiten 146-151). 

. 
Unser konzernweites Umwelt- und Klimaschutz-Management bildet den Rahmen fr den Schutz der 

Umwelt, vernetzt vorhandenes Wissen und koordiniert lnderbergreifende Schwerpunkte (mehr auf 

den Seiten 152-156). 

. 
Mit bereinigt rund 1,8 t CO2 je Tonne Rohstahl liegt unsere Business Area Steel Europe deutlich unter 
dem globalen Durchschnitt (mehr auf Seite 156). 

. 
Fr uns sind Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter ein gleichrangiges Unternehmensziel zu wirtschaftlichem 
Erfolg und hoher Qualitt der Erzeugnisse. Allein im Berichtsjahr ist die Zahl der Unflle 
um 11 % gesunken. In den letzten fnf Geschftsjahren betrug der Rckgang ber 30 % (mehr auf 
Seite 160). 

. 
Im Mai 2010 wurde bei ThyssenKrupp in Essen der Bundeswettbewerb der Stiftung Jugend forscht e.V. 
ausgerichtet (mehr auf Seite 144). 


Gesellschaftliches Engagement 


Der nachhaltige Erfolg von ThyssenKrupp wird beeinflusst von einer intakten und 
zukunftsfhigen Gesellschaft  sowohl unmittelbar an unseren Standorten als auch 
auf nationaler und internationaler Ebene. Daher engagiert sich ThyssenKrupp bei 
einer Vielzahl von Projekten und Initiativen, um Zukunftsperspektiven zu verbessern 
und Hilfebedrftige zu untersttzen. 

Langfristige und vertrauensvolle Partnerschaft ist ein wesentliches Element der erfolgreichen 
Zusammenarbeit von ThyssenKrupp mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Die Konzernunternehmen 
verstehen sich berall dort, wo wir Standorte haben, als ein aktives Mitglied der Gesellschaft 
und untersttzen eine Vielzahl von gemeinntzigen Projekten, Organisationen und Initiativen. 

Untersttzung von gemeinntzigen Projekten 


Ausrichter des Bundeswettbewerbs Jugend forscht 2010 


Fr den 2010 von ThyssenKrupp ausge-Bereits seit mehreren Jahrzehnten untersttzen wir Jugend forscht, den bundesweit grten und erfolgrichteten 
Wettbewerb Jugend forscht 

reichsten Nachwuchswettbewerb im Bereich der Technik- und Naturwissenschaften. Im Mai 2010 hat 

qualifizierten sich 179 Jugendliche. 

ThyssenKrupp zusammen mit der Stiftung Jugend forscht e.V. den Bundeswettbewerb in Essen ausgerichtet, 
fr den sich 179 Jugendliche mit insgesamt 107 Projekten qualifiziert hatten. ThyssenKrupp hat 
ein besonderes Interesse daran, junge Menschen an sogenannte MINT-Fcher (Mathematik, Informatik, 
Natur- und Technikwissenschaften) heranzufhren und ihre Begeisterung fr diese Bereiche frhzeitig 
zu frdern. Punktuelle Ereignisse  wie die Teilnahme am Wettbewerb Jugend forscht  knnen wichtige 
Schlsselerlebnisse sein und junge Menschen fr Technik und Naturwissenschaften einnehmen. 

Hilfe fr Bedrftige und Opfer von Naturkatastrophen 

Zur Verbesserung der Lebensqualitt von bedrftigen Menschen untersttzt ThyssenKrupp traditionell 
zahlreiche gemeinntzige Projekte im sozialen und humanitren Bereich. Dazu gehrt auch, dass wir 
Hilfe leisten, wenn Naturereignisse ganzen Stdten und Landstrichen die Lebensgrundlagen entziehen. 

Im Berichtsjahr hat der Konzernbetriebsrat unter der berschrift Hilfe fr Haiti weltweit die Belegschaften 
aufgerufen, fr die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Haiti zu spenden. Der Vorstand der 
ThyssenKrupp AG begrte diese Aktion und beschloss, sie auch finanziell zu untersttzen: Alle von den 
Mitarbeitern weltweit geleisteten Spenden wurden von der ThyssenKrupp AG verdoppelt. Unter dem 


KonzernLagebericht Gesellschaftliches Engagement 145 

Im Rahmen von 1+1=2 spendeten 
Mitarbeiter und Unternehmen 2010 


fr Opfer der Naturkatastrophen 

in Haiti und Pakistan. 

Motto 1+1=2 war jeder gespendete Euro der Mitarbeiter gleich doppelt so viel wert. Insgesamt spendeten 
allein die Mitarbeiter in Deutschland rund 270.000 . Hinzu kamen Spenden von Mitarbeitern in 
ber 27 Lndern weltweit sowie die Aufstockung und Verdopplung der ThyssenKrupp AG. Die Mittel 
gingen im Wesentlichen an drei Wiederaufbauprojekte der Kindernothilfe e.V. in Duisburg  eine Schule 
in Port au Prince, ein Dorfentwicklungsprogramm in der Region Carrefour und ein Notschulprogramm. 

Nachdem im Sommer 2010 sintflutartige Niederschlge in Pakistan zu den schlimmsten berschwemmungen 
seit 80 Jahren gefhrt hatten, hat der Konzernbetriebsrat unter der berschrift 
Flutkatastrophe Pakistan: 1+1=2! die Belegschaften weltweit zu Spenden fr die Flutopfer aufgerufen. 
Neben einer eigenen Spende verdoppelte die ThyssenKrupp AG auch hier jeden von den Mitarbeitern 
weltweit gespendeten Euro. Allein durch die Spenden der Mitarbeiter in Deutschland sind ber 

210.000  fr die Opfer der Katastrophe zusammengekommen. Die Gelder werden von der Kindernothilfe 
e.V. Duisburg sowohl fr Soforthilfemanahmen als auch fr den langfristigen Wiederaufbau 
verwendet. 
Engagement fr Kunst, Kultur und Sport 

Vielfltige Partnerschaften im Bereich Kunst und Kultur zhlen fr uns zu einer nachhaltigen Entwicklung. 
Der Konzern engagiert sich deshalb in zahlreichen Projekten und bietet sowohl finanzielle als auch 
ideelle Untersttzung an. Dies hilft, attraktive Angebote im Umfeld der groen ThyssenKrupp Standorte 
zu realisieren. So frdern wir beispielsweise neben dem Museum Folkwang in Essen auch das 
Lehmbruck Museum in Duisburg. Wir engagieren uns zudem beim Klavier-Festival Ruhr und fr die 
Duisburger Philharmoniker. 

Im Sport untersttzt der Konzern ausgewhlte Wettbewerbe ebenso wie standortnahe Sportvereine. 
Seit vielen Jahren frdern wir die Internationale Ruder-Regatta und den jhrlichen Rhein-Ruhr-Marathon 
in Duisburg. 

Netzwerke und Wissensaustausch 

Bei ThyssenKrupp sehen wir uns auch in der Verpflichtung, uns aktiv in den ffentlichen Meinungsbildungsprozess 
einzubringen und zu gesellschaftlichen Themen Stellung zu beziehen, insbesondere 
wenn sie einen besonderen Bezug zur wirtschaftlichen Entwicklung haben. Daher sind wir beispielsweise 
Grndungsmitglied der Wissensfabrik, die sich bundesweit durch ihre Mitgliedsfirmen in Bildungsprojekten 
sowie fr Existenzgrnder und Jungunternehmer engagiert. Als unabhngige Stimme der 
Technikwissenschaften wird auch acatech, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, von 
uns untersttzt. Die Akademie pflegt einen intensiven Dialog ber zukunftsweisende Technologien sowie 
deren Bedeutung fr nachhaltiges Wachstum und koordiniert den Innovationsdialog zwischen Bundesregierung, 
Wirtschaft und Wissenschaft. 

In den Regionen, mit denen der Konzern traditionell verbunden ist oder wo er Standorte unterhlt, 
frdern wir Initiativen und Projekte, die das Umfeld strken. So engagieren wir uns seit dessen 
Grndung im Initiativkreis Ruhr, der als Zusammenschluss von fhrenden Wirtschaftsunternehmen der 
Region wichtige Zukunftsprojekte vorantreibt und so den Industriestandort Ruhr weiterentwickelt. 


146 
Innovationen 
Innovationen sind Motor fr Wachstum und Wettbewerbsfhigkeit und damit 
strategisches Instrument fr den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Stndig 
weiterentwickelte Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sind wesentliche 
Voraussetzungen fr ein erfolgreiches Bestehen im Markt. Forschung und 
Entwicklung besitzen daher hohe Prioritt fr ThyssenKrupp. 
KONZERNLAGEBERICHT Geschftsfelder und KONZERNLAGEBE ORrIgCaHnTis a tIinonnosvsatrtuioknteunr 146 
Innovationsaufwendungen 
Im Berichtsjahr beliefen sich die Innovationsaufwendungen auf insgesamt 677 Mio . Dabei wurden 
249 Mio  fr freie Forschung und Entwicklung  einschlielich aktivierter Entwicklungsaufwendungen  
und 215 Mio  fr kundenbezogene Entwicklungen aufgewendet. Whrend Projekte der freien 
Forschung und Entwicklung im Rahmen der angestoenen Einsparmanahmen teilweise zeitlich 
gestreckt wurden, sind die Entwicklungsttigkeiten fr Kundenprojekte bereits wieder ber das 
Vorjahresniveau gestiegen. Zusammen entsprechen die Ausgaben fr freie Forschung und Entwicklung 
und fr kundenbezogene Entwicklungsarbeiten mit einem Minus von 3 % nahezu den Aufwendungen 
des Vorjahres. Signifikant niedriger liegen die Aufwendungen fr technische Qualittssicherung, die um 
17 % zurckgegangen sind. Dies beruht zum einen auf umgesetzten Restrukturierungsmanahmen, 
zum anderen auf der 2009/2010 teilweise noch reduzierten Auslastung. 
INNOVATIONSAUFWENDUNGEN in Mio  
2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Freie Forschung und Entwicklung 241 257 316 284 249 
Kundenbezogene Entwicklungen * 230 294 224 193 215 
Technische Qualittssicherung 272 264 301 258 213 
Insgesamt 743 815 841 735 677 
* einschlielich FuE-Fremdmittel und ffentlicher Frderung 
Innovationen 
Innovationen sind Motor fr Wachstum und Wettbewerbsfhigkeit und damit 
strategisches Instrument fr den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Stndig 
weiterentwickelte Produkte, Prozesse und Dienstleistungen sind wesentliche 
Voraussetzungen fr ein erfolgreiches Bestehen im Markt. Forschung und 
Entwicklung besitzen daher hohe Prioritt fr ThyssenKrupp. 
KONZERNLAGEBERICHT K GOesNcZhEfRtsNfeLldAeGr EuBndE ORrIgCaHnTis a tIinonnosvsatrtuioknteunr 146 
Innovationsaufwendungen 
Im Berichtsjahr beliefen sich die Innovationsaufwendungen auf insgesamt 677 Mio . Dabei wurden 
249 Mio  fr freie Forschung und Entwicklung  einschlielich aktivierter Entwicklungsaufwendungen  
und 215 Mio  fr kundenbezogene Entwicklungen aufgewendet. Whrend Projekte der freien 
Forschung und Entwicklung im Rahmen der angestoenen Einsparmanahmen teilweise zeitlich 
gestreckt wurden, sind die Entwicklungsttigkeiten fr Kundenprojekte bereits wieder ber das 
Vorjahresniveau gestiegen. Zusammen entsprechen die Ausgaben fr freie Forschung und Entwicklung 
und fr kundenbezogene Entwicklungsarbeiten mit einem Minus von 3 % nahezu den Aufwendungen 
des Vorjahres. Signifikant niedriger liegen die Aufwendungen fr technische Qualittssicherung, die um 
17 % zurckgegangen sind. Dies beruht zum einen auf umgesetzten Restrukturierungsmanahmen, 
zum anderen auf der 2009/2010 teilweise noch reduzierten Auslastung. 
INNOVATIONSAUFWENDUNGEN in Mio  
2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Freie Forschung und Entwicklung 241 257 316 284 249 
Kundenbezogene Entwicklungen * 230 294 224 193 215 
Technische Qualittssicherung 272 264 301 258 213 
Insgesamt 743 815 841 735 677 
* einschlielich FuE-Fremdmittel und ffentlicher Frderung 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 
innovaTionsauFwendungen 2009/2010 in % 
Technische 
Qualittssicherung 31 
Freie Forschung 
und Entwicklung 37 
Kundenbezogene 
Entwicklungen 32

Rund 3.500 Ingenieure, Techniker 

und Wissenschaftler arbeiten bei 
ThyssenKrupp in Forschung und 

Entwicklung. 

KonzernLagebericht Innovationen 147 

Zahlreiche unserer Entwicklungsttigkeiten und die daraus entstehenden Innovationen orientieren sich 
am nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Fr unsere Kunden wollen wir Produkte und Dienstleistungen 
mit hoher Energie- und Ressourceneffizienz entwickeln und optimieren dafr auch unsere eigenen 
Prozesse. Die Entwicklungen erstrecken sich ber das gesamte Technologieportfolio des Konzerns  von 
innovativen Werkstoffen und deren Anwendung ber Aufzugsanlagen und Fahrtreppen, den Anlagenbau 
fr die Chemie-, Zement- und Bergbauindustrie sowie Komponenten fr die Automobil-, Maschinenbau- 
und Bauindustrie bis hin zum Marineschiffbau. So gehen beispielsweise unsere Kompetenzen in neuen 
Stahl-und Verbundwerkstoffen sowie deren Verarbeitung und Anwendung in alle Bereiche der Mobilitt 
ein  von konventionellen Automobilen und Elektrofahrzeugen ber Flugzeuge bis hin zu Schiffen. 

Weltweit sorgen ca. 3.500 hervorragend qualifizierte und motivierte Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler 
fr eine hohe Innovationskraft des Unternehmens. Die technologische Differenzierung 
unserer Produkte, ausgerichtet an den Bedrfnissen unserer Kunden, stellt dabei die Basis fr einen 
nachhaltigen Unternehmenserfolg dar. Untersttzung finden unsere Forscher und Entwickler durch eine 
starke interne Vernetzung unterschiedlichster Unternehmensbereiche sowie durch enge Partnerschaften 
und Kooperationen mit Universitten, Hochschulen, Forschungsinstitutionen und anderen Unternehmen. 

ThyssenKrupp House of Innovation 

Die Struktur und die Rahmenbedingungen fr Innovationen und Technologie im Konzern sind im 
ThyssenKrupp House of Innovation zusammengefasst, dessen fnf virtuelle Bausteine fr Anstze und 
Aktivittenschwerpunkte unserer Entwicklungsarbeit stehen: 

. 
Der erste Baustein zielt darauf ab, unsere Technologiestrategie zu definieren und stndig weiterzuentwickeln. 
Wir haben dazu Technologie-Leittrends identifiziert, an denen wir unsere Entwicklungsschwerpunkte 
ausrichten und die sich wiederum an globalen Trends orientieren  von Werkstoffen, 
ber Energie, Umwelt und Ressourcen bis zur Mobilitt. 

. 
Der zweite Baustein sieht vor, unsere Kompetenzen zu bndeln und Experten miteinander ins 
Gesprch zu bringen und zu vernetzen. Hierfr ist der Austausch zwischen den Konzernunternehmen 
noch weiter zu intensivieren. Wir haben deshalb das Kompetenznetzwerk Innovationen und 
Technologie ins Leben gerufen, in dem Verantwortliche und Experten aus den Bereichen Forschung 
und Entwicklung, Innovation und Technologie bergreifende Themen diskutieren. 

. 
Die Suche nach besseren Strukturen, Prozessen und Methoden des Innovationsmanagements kennzeichnet 
den dritten Baustein; wir untersttzen hier die konzernweite Nutzung von Best Practices. 

. 
Der vierte Baustein steht fr den Ausbau von Kooperationen und Partnerschaften mit Universitten, 
Forschungsinstitutionen und anderen Unternehmen. 

. 
Als fnfter Baustein des House of Innovation ist das Thema Innovationskultur definiert: Das 
Top-Management frdert Innovationen und schafft kreative Freirume fr unsere Ingenieure und 
Entwickler. 


Einzelheiten: Seite 156 

Innovationen in allen Business Areas 

Automobiles Know-how in InCar-Initiative konzentriert 

ThyssenKrupp hat die Ergebnisse der konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsinitiative InCar bis 
Ende 2009/2010 bei 14 groen Automobilherstellern in Europa und Asien prsentiert. InCar fhrt das 
gesamte automobile Know-how des Konzerns zusammen. An dem Projekt waren Experten fr Werkstoffentwicklung, 
Konstruktion und Produktionstechnik, Bauteilfertigung sowie Anlagen-, Werkzeug- und 
Prototypenbau aus mehreren Business Areas beteiligt. Bei InCar kann der Kunde verschiedene neue 
Lsungen fr Bauteile oder -gruppen auswhlen und den Schwerpunkt jeweils auf Kostensenkung, 
Funktionsverbesserungen oder Emissionsverminderung legen. Insbesondere der Umweltaspekt stand 
bei diesem Projekt im Fokus; Nheres dazu knnen Sie im Kapitel Umwelt- und Klimaschutz auf Seite 
156 lesen. 

Forschungskooperation mit der Technischen Universitt Dresden 

Um die Entwicklung von Zukunftstechnologien zu beschleunigen, haben ThyssenKrupp Steel Europe 
und die Technische Universitt Dresden eine Kooperation auf dem Gebiet der Faserverbundwerkstoffe 
vereinbart. In einem Verbundprojekt werden zunchst die Grundlagen fr ein Elektrofahrzeug in Ultra-
Leichtbauweise erarbeitet. Ziel der Projektpartner ist es, durch konsequente Gewichtreduzierung akzeptable 
Reichweiten bei attraktiven Kosten zu erreichen. Den ersten Schwerpunkt der Projektarbeit bildet 
die Entwicklung einer Karosseriestruktur, in der die neuen Antriebs- und Energiespeicherkomponenten 
bercksichtigt sind. Bei der Werkstoffauswahl stehen kohlenstofffaserverstrkte Kunststoffe (CFK) im 
Mix mit Metallen im Vordergrund. Den zweiten Schwerpunkt bildet die Entwicklung von Fertigungstechnologien. 
Insbesondere fr CFK-Bauteile sollen wirtschaftliche Produktionsmglichkeiten entwickelt 
werden, die es ermglichen, den teuren Werkstoff auch in Serienfertigungen mit greren Stckzahlen 
zu verwenden. 

Die auf zwei Jahre angelegte Forschungs- und Entwicklungsinitiative ist herstellerneutral und 
will den Automobilproduzenten nach Projektabschluss realisierbare, durch Prototypen abgesicherte 
Lsungsvorschlge fr die Serienfertigung anbieten. 

Neue warmgewalzte Sthle mit Nano-Ausscheidungen 

Fr die Automobilindustrie sind auch unsere neuentwickelten, besonders leistungsfhigen Stahlwerkstoffe 
von groem Interesse. Steigende Sicherheitsanforderungen auf der einen und wachsende Forderungen 
nach CO2-Minimierung auf der anderen Seite sorgen fr zunehmende Nachfrage nach hher-
festen Leichtbau-Sthlen. Gleichzeitig erwarten die Automobilhersteller von diesen Werkstoffen gute 
Umformeigenschaften, um die Bauteile mglichst frei gestalten zu knnen. 

Gemeinsam mit dem japanischen Stahlhersteller JFE Corporation entwickelten wir deshalb warm-
gewalzte Sthle im Festigkeitsbereich von 780 Megapascal bis 900 Megapascal, die sich im Vergleich zu 
den bisherigen hherfesten Sthlen deutlich besser umformen und gleichzeitig gut verarbeiten lassen. 
Wir erreichen dies durch eine spezielle Gefgestruktur mit Nano-Ausscheidungen. Solche Werk- 
stoffe eignen sich vor allem fr sicherheitsrelevante Strukturbauteile in der Karosserie; erste Kundenerprobungen 
verliefen erfolgreich. Bereits seit 2002 arbeiten wir mit JFE in einer Kooperation eng 
zusammen. 

Forschungskooperation in Elektrochemie 

Eine Grundlagendisziplin mit groer Bedeutung fr zahlreiche Hochtechnologie-Anwendungen ist die 
Elektrochemie. Gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen frdern wir deshalb das Center for 
Electrochemical Sciences (CES) an der Ruhr-Universitt Bochum. Das Zentrum soll der zentrale, 


Architektonisch anspruchsvolle 
Gebude werden zunehmend mit 


Edelstahl verkleidet. 

KonzernLagebericht Innovationen 149 

international relevante Forschungsstandort fr Elektrochemie in Nordrhein-Westfalen werden. Zum 
Forschungsgebiet gehren beispielsweise Oberflchenveredelung, Mikrosystemtechnik, Diagnostik oder 
Umweltberwachung. Als Querschnittswissenschaft kann Elektrochemie auch dazu beitragen, Brennstoffzellen 
oder verbesserte Batterien fr Autos der Zukunft zu entwickeln. 

Weiterentwicklung der Warmumformtechnologie 

Innovative Fertigungsprozesse und neue Konzepte bei der Bauteilgestaltung knnen das Potenzial 
leistungsfhiger Werkstoffe weiter ausschpfen. Zu diesen Verfahren zhlt unser patentiertes Tailored-
Tempering-Verfahren; diese Weiterentwicklung der Warmumformtechnologie hat jetzt den industriellen 
Durchbruch geschafft. Ein deutscher Automobilhersteller erteilte den Auftrag, nach diesem Verfahren 
B-Sulen fr mehr als 100.000 Fahrzeuge im Jahr herzustellen. 

Die Warmumformtechnologie spart bei Automobilbauteilen bis zu 30 % Gewicht ein. Derzeit erleben 
so hergestellte Bauteile geradezu einen Boom im Automobilbau. Basis fr den Erfolg ist die hohe 
Festigkeit der warm umgeformten Bauteile, die mit 1.500 Megapascal wesentlich hher liegt als bei den 
derzeit leistungsfhigsten Sthlen fr die Kaltumformung. Dies ermglicht signifikante Gewichtseinsparungen 
ohne Abstriche bei der Sicherheit. 

Bei Tailored Tempering knnen Komponenten belastungsorientiert mit lokal unterschiedlichen 
Festigkeits- und Dehnungseigenschaften hergestellt werden. Mglich macht dies ein neu entwickeltes, 
flexibel beheizbares Umformwerkzeug, in dem zuvor aufgeheizte Bleche beim Umformen unterschiedlich 
schnell abkhlen. Die Technologie lohnt sich, weil die Automobilhersteller mit solchen Bauteilen mehrere 
Prozess-Schritte und Einzelteile einsparen knnen. 

Hybridfahrwerksteile aus Stahl und Kunststoff 

Um dem Kundenwunsch nach weiteren Kosten- und Gewichtseinsparungen bei Automobil-Fahrwerksteilen 
gerecht zu werden, haben wir Komponenten in Hybridbauweise entwickelt. Die Bauteile bestehen 
aus Stahlblechen und glasfaserverstrkten Kunststoffen und kombinieren die hohe Festigkeit der Glasfaser 
mit der Zhigkeit von Stahlblechen. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts werden verschiedene 
Fahrwerksbauteile konstruiert, als Prototypen gebaut und dynamisch auf Funktionalitt und Belastbarkeit 
geprft. Die ersten erprobten Bauteile sind bei gleicher Schwingfestigkeit rund 20 % bis 30 % 
leichter als heute bliche Fahrwerksteile. 

Edelstahl-Design in der Architektur 

Mit Fassadenblechen aus Edelstahl verkleiden immer mehr Architekten hochwertige Gebude. Dabei 
spielen neben der Langlebigkeit des Materials vor allem Design und sthetik eine entscheidende Rolle. 
ThyssenKrupp begegnet den gestiegenen Anforderungen von Top-Architekten mit der neuen Design-
Oberflche Laser. Es ist die erste Edelstahl-Oberflche mit unregelmiger Struktur, die keine Wiederholung 
von Figuren aufweist. Dadurch sind die Grenzen zwischen den Einzelflchen  sogenannte 
Rapport-Muster  nicht mehr sichtbar. Unter allen Betrachtungswinkeln und Lichtbedingungen zeigt 
sich eine absolut gleichmige Oberflche. Erstmalig wird diese neue Design-Oberflche beim Bau 
eines Vorzeigeprojekts in New York eingesetzt. 

Entwicklungsaktivitten im strategisch wichtigen Marktsegment Energietechnik 

Wir haben die Laborentwicklung des neuen Werkstoffs Pernifer 36 Mo abgeschlossen, der als Kernmaterial 
in Freileitungsseilen fr Hochspannungsleitungen eingesetzt werden soll. Bei konventionellen 
berlandleitungen aus Stahl/Aluminium-Verbund ist die Strombertragung begrenzt, da sich die 
Leitungsseile bei hohen bertragenen Leistungen wegen der Wrme zu stark dehnen und damit unzulssig 
durchhngen. Der neue Werkstoff dehnt sich trotz hoher mechanischer Festigkeit bei Wrme nur 
ein Viertel so stark aus wie bisher verfgbare Sthle; deshalb knnen die Mastenabstnde vergrert 
bzw. die bertragene Leistung erhht werden. 


Abfallrecycling in der Zementherstellung 
 das Projekt punktete 
im ThyssenKrupp Innovationswettbewerb 
2010. 

Spezialwerkzeuge fr die Zukunftsmrkte der regenerativen Energien 

Solarthermische Turmkraftwerke bentigen Tausende von Spiegeln zur Fokussierung der solaren 
Energie. Diese sogenannten Heliostaten werden im Allgemeinen auf Betonfundamenten verankert. Mit 
einem von uns entwickelten Spezialgert zur Grndung von Heliostaten lassen sich die Baukosten jetzt 
beachtlich senken. Das Gert rammt vibrierend in kurzer Zeit dnnwandige Rohre in den Boden, wobei 
der obere Teil des Rohrs als Trger fr den Heliostaten inklusive aller Anbauten dient. Drei Prototypen 
wurden bereits von einem Kunden mit Erfolg in der Mojave-Wste in Kalifornien getestet. Auch bei 
Geothermiebohrungen zur Erforschung und Nutzung von Erdwrme ist unsere Tiefbautechnik gefragt. 
Durch berlagernde Vibrationen auf dem Drehbohrkopf erhht sich der Bohrfortschritt erheblich. Der 
Prototyp eines solchen Bohrwerkzeugs wird zurzeit durch einen Kunden getestet. 

Hochflexible Aufzugstechnologie 

Zu den am Markt erfolgreichsten FuE-Projekten der vergangenen Jahre gehrt TWIN: Zwei Aufzugskabinen 
fahren bereinander und unabhngig voneinander im gleichen Schacht. Das beansprucht deutlich 
weniger Platz und sorgt fr einen groen Gewinn an Leistung und Komfort. Unser Elevator-Bereich 
bietet die TWIN-Technologie exklusiv an und konnte im Berichtsjahr die Verkaufszahlen erneut steigern. 
Der Erfolg von TWIN zeugt von der wachsenden Bedeutung des High-Rise-Segments: Hochhuser, die 
nach anspruchsvollen Transportlsungen verlangen. Insbesondere in sehr hohen Gebuden ergnzen 
sich schnelle Doppeldecker-Aufzge und hochflexible TWIN-Systeme optimal, um Passagiere innerhalb 
bestimmter Gebudezonen zu befrdern. Ein gutes Beispiel fr ein solches Mobilittskonzept ist der 
385 m hohe CMA Tower in Riad, Saudi-Arabien. Hier werden 17 TWINs mit elf Doppeldeckeraufzgen 
und zwlf weiteren Anlagen  unter anderem in besonders energieeffizienter maschinenraumloser 
Ausfhrung  eingebaut. Bei diesem Projekt kommen fast alle High-Rise-Komponenten aus unserem 
Produktportfolio zum Einsatz. Ohne die neuesten Maschinen-, Steuer-, Regel- und Sicherheitstechnologien, 
die in den letzten Jahren fr die Personenbefrderung entwickelt wurden, wren 
solche anspruchsvollen Bauvorhaben kaum zu realisieren. 

Ressourcenschonung in der Zementherstellung 

Um natrliche Ressourcen zu schonen, haben unsere Anlagenspezialisten eine Strategie zum thermischen 
und stofflichen Recycling von Abfllen bei der Zementherstellung entwickelt. Die umfangreichen 
Konzepte sehen vor, mglichst auf fossile Brennstoffe im Zementwerk zu verzichten. In Kombination mit 
einer intensiven Kundenberatung lassen sich auf diesem Weg Kosten und Emissionen enorm senken. 
Ein Beispiel fr die vielen Einzelmanahmen ist der weiterentwickelte Hauptbrenner, der im Drehrohrofen 
den Rohstoff zum Klinker brennt. Durch eine konstruktive Anpassung knnen die Primrluftdsen 
auch whrend des Brennbetriebs jederzeit von auen verstellt und dem eingesetzten Ersatzbrennstoff 
angepasst werden. Die erste Inbetriebnahme beim Kunden hat bereits sehr gute Ergebnisse gezeigt. Im 
ThyssenKrupp Innovationswettbewerb 2010 erhielt das Konzept den Sonderinnovationspreis Energie 
und Umwelt. 

Kompakte Brechanlage fr den Einsatz untertage 

Unsere Spezialisten fr Bergbauanlagen entwickeln derzeit in Kooperation mit einem der weltweit 
fhrenden Minenunternehmen einen neuen Brecher fr die Hartgesteinszerkleinerung untertage. 
Ermglicht wird der Untertageeinsatz durch die innovative kompakte Bauweise. Die Anlage kann stndlich 
mehr als 1.000 t Kupfer, Eisenerz oder Naturstein fr den Transport an die Oberflche zerkleinern. 
Nachdem die Computersimulationen und der Test eines mastblichen Modells erfolgreich abgeschlossen 
sind, folgen jetzt Konstruktion und Fertigung eines Prototyps. 


Lithium-Ionen-Batterien sollen in 

Verbindung mit Brennstoffzellen 
unsere U-Boote noch schneller 
machen. 

KonzernLagebericht Innovationen 151 

Elektrolysezellen mit weniger Energieverbrauch 

Auf elektrochemischem Weg Chlor  ein wichtiges Vorprodukt z.B. fr Kunststoffe  zu gewinnen, ist 
einer der energieaufwndigsten Prozesse der chemischen Industrie. Unsere Anlagenbauer entwickeln 
jetzt eine neuartige Elektrolysetechnologie, die dank eines optimierten Designs weniger Energie verbraucht. 
Zudem haben sie eine Elektrolysezelle mit sogenannter Sauerstoffverzehrkathode entwickelt. 
Durch die Einspeisung von Sauerstoff bildet sich kein Wasserstoff als Koppelprodukt; dies senkt den 
Stromverbrauch der Membranelektrolyse um bis zu 30 % und reduziert auch die CO2-Emissionen. 
Eine auf dieser Technologie basierende grotechnische Demonstrationsanlage mit einer Kapazitt von 

20.000 Jahrestonnen geht Mitte 2011 in Betrieb. 
Fertigungs- und Prftechnik fr Faserverbundwerkstoffe in der Luftfahrt 

Der Anteil von Faserverbundwerkstoffen in der Luftfahrtindustrie nimmt bei neuen Flugzeug- 
generationen stetig zu. Es bietet sich deshalb an, Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen gleich in einem 
herzustellen, anstatt sie aus mehreren Einzelteilen zusammenzufgen. Um das in der Luftfahrtindustrie 
geltende Niveau bei der Qualittsberwachung auch bei einer solchen Integralbauweise einzuhalten, 
haben unsere Ingenieure ein neues Prfkonzept fr Integralstrukturen aus Kohlefaserverbundwerkstoffen 
erarbeitet. Dazu entwickelten sie in einem gefrderten Forschungsprojekt eine Vorrichtung, eine 
Landeklappe mittels Ultraschall auf Fehlstellen zu prfen. Die Vorrichtung wurde vom Kunden verifiziert 
und wird jetzt durch uns vermarktet. Neben der Bauteilprfung haben wir auch das Herstellverfahren 
von Integralbauteilen weiterentwickelt. Hierzu wurde erstmals ein Werkzeug mit einem geringen 
thermischen Ausdehnungskoeffizienten konstruiert, gebaut und getestet. Darber hinaus entwickeln wir 
die notwendigen Montagewerkzeuge, die Beschdigungen insbesondere an Groteilen vermeiden. 

Markteinfhrung von elektrisch untersttzten Lenksystemen 

Einen wichtigen Beitrag fr umweltfreundliches und zugleich komfortables Fahren liefern unsere neuen 
elektrisch untersttzten Lenkungen. Nach gut dreijhriger Entwicklung konnte im Berichtsjahr die 
Montage der ersten eigenen Generation von elektrisch untersttzten Lenkgetrieben am Standort 
Mlheim an der Ruhr aufgenommen werden. Auf Grund des Ersatzes der hydraulischen durch die 
elektrische Untersttzung sinken der Energieverbrauch und damit die CO2-Emissionen. Auerdem bietet 
das Lenksystem ein sogenanntes Road Feedback, das fr den Fahrer den Straenzustand am Lenkrad 
wie gewohnt sprbar macht. Unsere Kunden knnen je nach ihren Anforderungen an Leistung, 
Funktion und Einbauraum das Lenksystem aus einem Baukastensystem zusammenstellen. 

Lithium-Ionen-Batterietechnologie fr den Unterwassereinsatz 

Der Brennstoffzellenantrieb ist mittlerweile Standard bei fast allen unserer neuen U-Boote und erlaubt 
sehr lange Unterwasserzeiten. In Kombination mit Lithium-Ionen-Batterien lieen sich die kurzfristigen 
Leistungsabrufe weiter wesentlich steigern, so dass hhere Fahrgeschwindigkeiten mglich werden. 
Damit ergnzt die Lithium-Ionen-Batterietechnologie ideal die Brennstoffzelle. Unsere Schiffbauingenieure 
arbeiten deshalb zurzeit daran, diese Batterietechnologie in unsere U-Boote zu integrieren. 
Ein Batterieprototyp mit einer Kapazitt von mehr als 1 Megawattstunde wurde bereits auf dem 
Solarzellenkatamaran Planetsolar getestet. Das zweirmpfige Versuchsboot, das ausschlielich mit 
Sonnenenergie angetrieben wird, wird 2011 eine Weltumrundung beginnen. 


152 
Umwelt- und Klimaschutz 
Verantwortungsvoller Umwelt- und Klimaschutz ist ein wichtiges Unternehmensziel fr 
uns. Wir gehen mit den verfgbaren Ressourcen verantwortungsbewusst um und setzen 
uns fr die Vielfalt der natrlichen Lebensgrundlagen ein. Die in der Produktion verwendeten 
Verfahren und unsere breite Palette umwelt- und klimafreundlicher Produkte sind wichtige 
Beitrge zur Zukunftsfhigkeit des Konzerns und zur Lsung globaler Herausforderungen. 
KONZERNLAGEBERICHT Geschftsfelder und KONZERNLAGEBERICHT Um Owreglta-n uisnadt iKolnimssatrsuchkututzr 152 
Umweltschutzaufwendungen weiter erhht 
Der hohe Stellenwert des Umwelt- und Klimaschutzes hat sich auch im abgelaufenen Geschftsjahr in 
unseren Aufwendungen und Investitionen in diesem Bereich gespiegelt. Fr den laufenden Betrieb der 
eigenen Umweltschutzeinrichtungen haben wir 532 Mio  aufgewendet, ein Plus von 17 %. Gleichzeitig 
stiegen die Investitionen fr neue Umweltschutzanlagen um 221 % auf 238 Mio . Der hohe Zuwachs 
lag vor allem an den Umweltschutzinvestitionen in den neuen Werken von Steel Americas in Brasilien 
und den USA, die entsprechend den Anforderungen der besten verfgbaren Technik hohe Umweltschutzstandards 
einhalten. Aber auch die anderen Business Areas haben sich fr Umwelt- und 
Klimaschutz engagiert und viele Manahmen ergriffen, um insbesondere Energie effizienter zu nutzen, 
Abfall zu vermeiden und Reststoffe besser zu verwerten. 
LAUFENDE UMWELTSCHUTZAUFWENDUNGEN in Mio  
2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Luftreinhaltung 141 183 182 162 191 
Gewsserschutz 168 204 201 195 226 
Lrm- und Landschaftsschutz 16 24 16 13 19 
Recycling und Verwertung von Reststoffen 87 109 112 84 96 
Insgesamt 412 520 511 454 532 
Umwelt- und Klimaschutz 
Verantwortungsvoller Umwelt- und Klimaschutz ist ein wichtiges Unternehmensziel fr 
uns. Wir gehen mit den verfgbaren Ressourcen verantwortungsbewusst um und setzen 
uns fr die Vielfalt der natrlichen Lebensgrundlagen ein. Die in der Produktion verwendeten 
Verfahren und unsere breite Palette umwelt- und klimafreundlicher Produkte sind wichtige 
Beitrge zur Zukunftsfhigkeit des Konzerns und zur Lsung globaler Herausforderungen. 
KONZERNLAGEKBOENRZIECRHNTL AGeGsEchBEftRsIfeClHdeTr u Unmd Owreglta-n uisnadt iKolnimssatrsuchkututzr 152 
Umweltschutzaufwendungen weiter erhht 
Der hohe Stellenwert des Umwelt- und Klimaschutzes hat sich auch im abgelaufenen Geschftsjahr in 
unseren Aufwendungen und Investitionen in diesem Bereich gespiegelt. Fr den laufenden Betrieb der 
eigenen Umweltschutzeinrichtungen haben wir 532 Mio  aufgewendet, ein Plus von 17 %. Gleichzeitig 
stiegen die Investitionen fr neue Umweltschutzanlagen um 221 % auf 238 Mio . Der hohe Zuwachs 
lag vor allem an den Umweltschutzinvestitionen in den neuen Werken von Steel Americas in Brasilien 
und den USA, die entsprechend den Anforderungen der besten verfgbaren Technik hohe Umweltschutzstandards 
einhalten. Aber auch die anderen Business Areas haben sich fr Umwelt- und 
Klimaschutz engagiert und viele Manahmen ergriffen, um insbesondere Energie effizienter zu nutzen, 
Abfall zu vermeiden und Reststoffe besser zu verwerten. 
LAUFENDE UMWELTSCHUTZAUFWENDUNGEN in Mio  
2005/2006 2006/2007 2007/2008 2008/2009 2009/2010 
Luftreinhaltung 141 183 182 162 191 
Gewsserschutz 168 204 201 195 226 
Lrm- und Landschaftsschutz 16 24 16 13 19 
Recycling und Verwertung von Reststoffen 87 109 112 84 96 
Insgesamt 412 520 511 454 532 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 
lauFende umwelTschuTzauFwendungen 2009/2010 in % 
Recycling und 
Verwertung von 
Reststoffen 18 
Luftreinhaltung 36 
Gewsserschutz 43 
Lrm- und Landschaftsschutz 
3

Senkung des Energieverbrauchs 

war 2009/2010 Ziel vieler Umweltschutzprojekte 
im Konzern. 

KonzernLagebericht Umwelt- und Klimaschutz 153 

Umwelt- und Klimaschutz-Managementsystem 

Der Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz fr ThyssenKrupp wurde mit der Benennung eines 
Konzernbeauftragten fr Umwelt und Klima als Teil der Neuorganisation 2009 Rechnung getragen. Vor 
dem Hintergrund unserer weltweiten Aktivitten galt es, den Rahmen fr eine konzernweite Umwelt- und 
Klimapolitik zu setzen, vorhandenes Wissen zu vernetzen und die lnderbergreifenden Schwerpunkte 
im Umwelt- und Klimaschutz zu koordinieren. Als ersten Schritt haben die Umweltschutz-Ansprechpartner 
aller Business Areas in einem internationalen Treffen die Eckpunkte eines konzernweiten 
Umwelt- und Klimaschutz-Managementsystems festgelegt. Das System definiert Anforderungen an 
den Umwelt- und Klimaschutz der Konzernunternehmen, verbessert die interne Berichterstattung 
und frdert den Austausch der Umweltschtzer des Konzerns. Im neuen Geschftsjahr steht die 
Systemumsetzung an. 

Querschnitt erfolgreicher Umweltschutzprojekte 

Ressourcenschonung und Energieeffizienz 

Ein schonender Umgang mit Ressourcen und Klima ist bei ThyssenKrupp ein zentraler Bestandteil der 
Strategie, aber auch des tglichen Geschfts. Zahlreiche Projekte fr hhere Energieeffizienz in unseren 
Konzernunternehmen haben sowohl zustzliche Kosten eingespart als auch die mit der Energienutzung 
verbundene Freisetzung von Treibhausgasen wie z.B. CO2 weiter verringert. Zustzlich wurde 2009/2010 
die deutschlandweite Kampagne Energie sparen ins Leben gerufen, bei der sich unsere Mitarbeiter fr 
den sparsamen und umweltfreundlichen Einsatz von Energie engagieren knnen. 

Dank einer weiter verbesserten Betriebsweise der Produktionsanlagen konnte die Business Area 
Steel Europe am Standort Duisburg den elektrischen Energieverbrauch senken. Dazu haben wir den 
Betrieb der Presswasserpumpen und die Regelungstechnik der Stofen optimiert. In einer Feuerbeschichtungsanlage 
spart eine emissionsmindernde Ofenfahrweise Energie ein. 

Eine genderte Anlagenfahrweise an zwei Glh- und Beizlinien senkte bei ThyssenKrupp Mexinox 
in der Business Area Stainless Global den Energieverbrauch. Durch Prozessverbesserungen erhhte 
ThyssenKrupp Nirosta in Bochum die Effizienz des Erdgaseinsatzes um 14 Kilowattstunden je Tonne 
Edelstahl. 

Elevator Technology hat das weltweite Programm "sustainable efficiency" gestartet. Mit einem 
ganzheitlichen Ansatz zur nachhaltigen Effizienzsteigerung werden systematisch die Umweltauswirkungen 
ber den gesamten Lebenszyklus eines Produktes betrachtet  angefangen von Rohstoffen 
und Materialtransport ber Produktion, Installation und Service bis hin zu Recycling und Reststoffentsorgung. 


Mit ihrem aktuellen Energiesparprogramm wird der Kurbelwellenspezialist ThyssenKrupp Crankshaft 
Company in den USA jhrlich rund 1,3 Mio Kilowattstunden Strom einsparen, was umgerechnet 
mehr als 1.000 t CO2 entspricht. Aber auch viele intelligente kleinere Manahmen knnen in Summe 
sprbar Energie sparen. Dies zeigt das Beispiel von ThyssenKrupp Presta Camshafts an Standorten in 
Deutschland und China. Spezielle Fensterfolien verringern die Wrmeein- und -abstrahlung in Werkshallen, 
neue Energiesparleuchten optimieren die Beleuchtung, und die Abwrme aus Fertigungsanlagen 
trgt zur Hallenbeheizung bei. 


In unserem Stahlwerk in Brasilien 
werden modernste Umwelttechnologien 

eingesetzt. 


Traditionell wird in Gieerei-Schmelzbetrieben die abzufhrende Wrme ber einen Luft/Luft- 
Wrmetauscher direkt an die Atmosphre abgegeben; die Energie geht ungenutzt verloren. Unsere 
Gieerei ThyssenKrupp Waupaca in den USA hat deshalb einen weiterentwickelten Luft/Flssigkeit-
Wrmetauscher installiert, um die Abwrme zur Gebudebeheizung und Warmwasseraufbereitung zu 
nutzen. In den Wintermonaten knnen die Gebude so zu 70 % beheizt und der Gasverbrauch zur Warmwasseraufbereitung 
kann sogar um 95 % reduziert werden. Diese Manahme wurde von der Regierung 
des US-Bundesstaates Wisconsin mit einem Umweltpreis ausgezeichnet. 

Reststoffverwertung und Recycling 

Im Zuge der kontinuierlichen Entwicklung von Verfahren zur Reststoffverwertung erhielt die Business 
Area Steel Europe die Produktanerkennung fr Eisen(II)-Chloridlsung. Diese Lsung ist ein Nebenerzeugnis, 
das in der Blechbeschichtung anfllt und jetzt fr die Herstellung von Eisenoxid und 
Reagenzien fr Biogasanlagen eingesetzt werden kann. Ob sie darber hinaus fr weitere Einsatzzwecke 
geeignet ist, wird derzeit geprft. 

Das Regenwasser von den Werksdchern wird ThyssenKrupp Electrical Steel in Gelsenkirchen in 
ihrer Kreislaufwasseranlage nutzen und entsprechend weniger Wasser aus dem ffentlichen Versorgungsnetz 
entnehmen. Bezogen auf eine Dachflche von rund 2.500 Quadratmetern lassen sich 
im Durchschnitt jhrlich etwa 2.000 Kubikmeter Wasser gewinnen. 

In ihrem Stahlwerk in Brasilien setzt Steel Americas modernste Umwelttechnologien ein. Nach Inbetriebnahme 
der ersten Produktionslinie nutzen die Anlagen zu 97 % Kreislaufwasser. Fast 27 % der 
anfallenden Reststoffe werden innerhalb der eigenen Produktionsprozesse recycelt und nur 6 % mssen 
einer regulren Entsorgung zugefhrt werden. Die brigen 67 % der Reststoffe gehen entweder als 
Nebenprodukte oder als wiederverwertbare Stoffe in den Markt. Beispielsweise entsteht aus der Hochofen-
Schlacke hochwertiger Zement. 

Auch die Business Area Elevator Technology setzt in ihrer Produktion auf recycelfhige Materialien. 
Langfristig sollen alle Reststoffe wiederverwertet oder rckstandslos entsorgt werden. Hinzu kommt: 
Leichte Werkstoffe und gewichtsparende Konstruktionen reduzieren den Materialeinsatz fr Aufzge, 
Fahrtreppen und -steige sowie Fluggastbrcken beachtlich und schonen die Ressourcen. 

ThyssenKrupp Bilstein aus der Business Area Components Technology hat im abgelaufenen 
Geschftsjahr an den Standorten in Brasilien und den USA Projekte zur Ressourceneinsparung durchgefhrt. 
In Brasilien startete das Conscious Consumption Project mit den Schwerpunkten Wasser, 
Energie, Papier und organische Abflle sowie einem Fokus auf Recycling oder Mehrwegverwendung. 
In den USA erhielt das Projekt Going Green(er) at Bilstein 2010 die Auszeichnung Reward 
from Cincinnati Regional Chamber fr die umgesetzten Manahmen zur Energieeinsparung und 
Abfallvermeidung. Auch in Deutschland verminderte die kontinuierliche Optimierung von Khlkreislufen 
am Standort Hagen-Hohenlimburg den bentigten Khlwassereinsatz von 1 Mio Kubikmetern 
1999 auf knapp 0,2 Mio Kubikmeter Ende 2009. 

Luftreinhaltung, Gewsser- und Bodenschutz 

Zur weiteren Verbesserung der Luftqualitt rstet Steel Europe am Standort Duisburg ein Sinterband im 
dortigen Httenwerk mit einem Gewebefilter nach. Die neue Anlage wird 2011 fertiggestellt und soll 
jhrlich etwa 450 t Feinstaub aus der Luft herausfiltern. Im Berichtsjahr ging weiterhin die neugebaute 
Sickerwasser-Behandlungsanlage auf der Deponie Dinslaken-Wehofen in Betrieb. Auf der Deponie fllt 
Sickerwasser an, das als Folge der abgelagerten Reststoffe mit Schadstoffen belastet ist und durch die 
Basisabdichtung aufgefangen wird. In der neuen Anlage neutralisiert ein spezielles Oxidationsmittel 
die Schadstoffe. 


KonzernLagebericht Umwelt- und Klimaschutz 155 


Intelligente Problemlsungen 
helfen den Kunden beim effektiven 

Umwelt- und Klimaschutz. 

Im neuen Walzwerk von Steel Americas in Alabama wurde modernste Umwelttechnik eingebaut. Die 
Warm- und Kaltwalzgerste verfgen ber moderne Nasselektrofilter zur Feinstaubabscheidung. Alle 
Kessel, Wiederaufheizsysteme und Glhfen sind darber hinaus mit Ultra-Low-NOx-Brennern ausgestattet, 
um die Entstehung von Stickstoffoxiden an der Quelle zu minimieren. Die in der Sureregeneration 
installierten Nasswaschanlagen bewirken eine deutlich ber den Grenzwert hinausgehende Reduktion 
der Chlorwasserstoff-Emissionen. In die Abluftkamine der Dressier- und Tandem-Walzgerste wurden 
Tropfenabscheider eingebaut. Das Abwasser wird in einem neuartigen Biofiltersystem aufbereitet. 

Bei ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni ging eine neue Entstaubungsanlage am Elektrolichtbogenofen 
in Betrieb. Der zustzliche Gewebefilter hat den Volumenstrom der Entstaubung verdoppelt, 
wodurch die Staubemissionen erheblich niedriger liegen. Auerdem ermglicht eine Anlage zur Nassaufbereitung, 
diesen Staub problemlos auf die werkseigene Deponie zu bringen. Eine neue Sprhbeizanlage 
bei ThyssenKrupp VDM im Werk Altena bertrifft die aktuellen Umweltstandards: Durch direkte 
Injektion von Wasserstoffperoxid in den Beiztunnel reduziert sie die Bildung von Stickoxiden auf das 
derzeit machbare Minimum. Dabei misst die Prozesstechnik kontinuierlich die relevanten Gase Fluorwasserstoff, 
Sauerstoff und Stickoxide, whrend 80 Sensoren die Surebehandlung berwachen. Die 
Anlage bentigt so im Vergleich zu vorher weniger Beizmedium. 

Umwelt- und klimafreundliche Produkte 

Mit vielen Werkstoffen, Komponenten und Systemlsungen ist ThyssenKrupp effektiver Problemlser 
und Partner seiner Kunden beim Umwelt- und Klimaschutz. Energieeffiziente Aufzge, EnviNOx-Anlagen 
zur Reduzierung von Stickoxidemissionen oder hocheffizientes Elektroband fr Elektromaschinen sind 
nur einige der vielen Innovationen. Unsere Werkstoffe und Technologien tragen dazu bei, aus ambitionierten 
Visionen realistische Klimaziele zu machen. 

Ein Beispiel ist das im September 2010 mit dem ko Globe ausgezeichnete automobile Baukastensystem 
InCar. Mit InCar lassen sich pro Automobil-Lebenszyklus 5.500 kg CO2 je Fahrzeug sparen. In 
dem Wert sind die Emissionen whrend der Produktionsphase und aus dem Fahrbetrieb zusammengefasst. 
Wird nur der Fahrbetrieb betrachtet, entlastet InCar das Klima um mehr als 17 g pro gefahrenen 
Kilometer. Die ganzheitliche ko-Bilanz fr InCar ist durch den TV Nord zertifiziert. 

ThyssenKrupp VDM aus der Business Area Stainless Global hat gemeinsam mit E.ON und Hitachi 
Power Europe einen neuen Werkstoff entwickelt, der nach erfolgreicher Testphase nun ein wesentlicher 
Baustein fr die Konstruktion einer neuen Kraftwerksgeneration sein wird. Die neue Technologie kann 
Kohlekraftwerke effizienter machen und gleichzeitig ihren Kohlendioxid-Aussto reduzieren. Der hhere 
Wirkungsgrad beruht auf einer Steigerung der Dampftemperatur in Kessel und Turbine von 600 C auf 
rund 700 C bei gleichzeitiger Druckerhhung von 250 bar auf 350 bar. Dies sind Betriebsbedingungen, 
denen die im heutigen Kraftwerksbau eingesetzten Materialien nicht dauerhaft standhalten wrden. 
Insoweit kommt unseren neuentwickelten Sondersthlen auf Nickelbasis eine Schlsselrolle bei der 
Konstruktion des Kraftwerks der Zukunft zu. 

Im Rahmen unserer GreenTec-Initiative zeigt das PRENFLO-Verfahren von Uhde neue Mglichkeiten 
auf, Biomasse zu nutzen. Es wurde deshalb als ein Technologiebaustein fr das BioTfueL-Projekt 
ausgewhlt, an dem neben Uhde fnf franzsische Partner beteiligt sind. Bei PRENFLO werden 
kohlenstoffhaltige Feststoffe vergast, um Kraftstoff aus Biomasse herzustellen. Die Forschungspartner 
entschieden sich fr das Verfahren wegen seiner Flexibilitt, denn es ist fr eine Vielzahl von Biomassen 
und anderen Rohstoffen geeignet. Darber hinaus ermglicht es eine hohe Energieeffizienz und 
produziert sehr sauberes Synthesegas. Das Gesamtbudget des BioTfueL-Projekts betrgt rund 
113 Mio ; es umfasst den Bau und Betrieb von zwei Pilotanlagen in Frankreich zur Herstellung von 
Biodiesel und Biokerosin, die bereits 2012 in Betrieb gehen werden. 


Der Einsatz von Reduktionsmitteln 
in unseren Hochfen liegt nah am 

chemisch-technischen Optimum. 

Im Feld der umweltrelevanten Produkte gehrt Rothe Erde aus der Business Area Components 
Technology nach wie vor zu den fhrenden Herstellern von Growlzlagern und nahtlos gewalzten 
Ringen, wie sie z.B. in Anlagen zur Gewinnung von Wind- und Solarenergie oder in Wasserkraftwerken 
eingesetzt werden. Die Komponenten sind hochbelastbar und wartungsarm; sie eignen sich daher 
besonders fr den Einsatz im Bereich erneuerbarer Energien. 

Klimaschutz mit hohem Stellenwert 

Der rcksichtsvolle Umgang mit Energie und den natrlichen Ressourcen gehrt ebenso zum Bild von 
ThyssenKrupp wie die Produktion umweltfreundlicher Werkstoffe und Technologiegter. Nachhaltiger 
Klimaschutz muss dabei im Einklang mit der globalen Wettbewerbsfhigkeit des Unternehmens und der 
langfristigen Sicherung von Arbeitspltzen stehen. 

Unsere unternehmerischen Aktivitten, die unter den europischen Emissionshandel fallen, zeichneten 
bisher fr rund 90 % der CO2-Emissionen des Konzerns verantwortlich. Dies machte 2009 
15,3 Mio t aus, wovon der mit 15,0 Mio t grte Teil auf deutsche Standorte entfiel  zumeist auf unsere 
Stahlaktivitten. Der merkliche Rckgang im Vergleich zu den Vorjahren ist wesentlich durch die Auswirkungen 
der Wirtschafts- und Finanzkrise bedingt. Eine detaillierte Handelsstrategie sichert das 
Unternehmen gegen Marktrisiken im Handel mit Emissionszertifikaten ab. Dies beinhaltet auch die 
Frderung von Clean-Development-Mechanism-und Joint-Implementation-Projekten, bei denen die 
CO2-Minderung in Lndern, die nach dem Kyoto-Protokoll nicht zur Emissionsreduktion verpflichtet sind, 
mit Emissionen anderenorts aufgerechnet werden kann. 

In der Stahlherstellung verwendet ThyssenKrupp bereits die modernsten Technologien und kann bei 
der Reduktion seiner CO2-Emissionen erhebliche Erfolge vorzeigen. Die Effizienz des Reduktionsmitteleinsatzes 
in unseren Hochfen ist seit Jahren schon nahe dem chemisch-technischen Optimum. Mit 
bereinigt rund 1,8 t CO2 je Tonne Rohstahl liegt Steel Europe deutlich unter dem globalen Durchschnitt. 

ThyssenKrupp engagiert sich bei Forschungsinitiativen ber zukunftsweisende Produktionsverfahren 
fr die nchsten Jahrzehnte. Hierzu zhlt neben eigenen Initiativen insbesondere die federfhrende 
Teilnahme am Projekt Ultra Low CO2 Steelmaking. An dieser Initiative sind 48 Partner aus 15 europischen 
Lndern beteiligt. Das Konsortium vereint fast alle groen europischen Stahlproduzenten, deren 
Zulieferer sowie zahlreiche Universitten und Forschungsinstitute. Wissenschaftler und Ingenieure des 
Konzerns beteiligen sich auerdem aktiv in nationalen und internationalen Gremien zu technischen, 
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen des Klimaschutzes. Hierzu zhlt fr ThyssenKrupp auch 
die Teilnahme am Carbon Disclosure Projekt (CDP), einer globalen Transparenzinitiative zum Klimaschutz. 
In diesem Jahr wurde ThyssenKrupp erstmalig vom CDP in den Carbon Disclosure Leadership 
Index Deutschland aufgenommen. 


Ko nz e r n L ag e b e r i c h t Umwel t- u n d K l i m a s c h u t z / M i t a r b e i t e r 157 
Mitarbeiter 
Ideen und Initiativen unserer Mitarbeiter und Fhrungskrfte prgen den Erfolg 
des Konzerns. Um dafr auch knftig die besten Kpfe zu haben, bilden wir intensiv 
Jugendliche aus, werben an Hochschulen um Nachwuchstalente und frdern die 
bei uns ttigen Menschen. Wer durch Leistung nach vorne kommen will, findet bei 
ThyssenKrupp anspruchsvolle Aufgaben und gute Berufschancen. 
KONZERNLAGEBERICHT Geschftsfelder und KONZERNLAGEB OErRgaICniHsaTt io Mnsitsatrrbuekittuerr 157 
Belegschaftsentwicklung 
ThyssenKrupp beschftigte am 30. September 2010 177.346 Mitarbeiter in aller Welt  10.149 oder 
5,4 % weniger als zum Ende des vergangenen Geschftsjahres. Dies ist im Wesentlichen auf Unternehmensverkufe 
zurckzufhren. In Deutschland verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 12,5 % auf 
71.072. Die Belegschaft in den brigen Lndern blieb mit 106.274 nahezu unverndert. 
MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS 
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 
Steel Europe 37.506 37.749 38.692 36.416 34.711 
Steel Americas 70 397 1.158 1.659 3.319 
Stainless Global 12.197 12.182 12.212 11.755 11.235 
Materials Services 41.269 44.251 47.703 44.316 33.856 
Elevator Technology 36.247 39.501 42.992 42.698 44.024 
Plant Technology 12.186 13.102 13.433 13.043 12.972 
Components Technology 33.417 32.805 32.312 27.973 29.144 
Marine Systems 8.895 8.778 8.288 7.770 5.488 
Corporate 5.799 2.585 2.584 1.865 2.597 
Konzern 187.586 191.350 199.374 187.495 177.346 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 
Mitarbeiter 
Ideen und Initiativen unserer Mitarbeiter und Fhrungskrfte prgen den Erfolg 
des Konzerns. Um dafr auch knftig die besten Kpfe zu haben, bilden wir intensiv 
Jugendliche aus, werben an Hochschulen um Nachwuchstalente und frdern die 
bei uns ttigen Menschen. Wer durch Leistung nach vorne kommen will, findet bei 
ThyssenKrupp anspruchsvolle Aufgaben und gute Berufschancen. 
KONZERNLAGEBERICHT GKesOchNZftEsRfeNldLeAr uGnEdB OErRgaICniHsaTt io Mnsitsatrrbuekittuerr 157 
Belegschaftsentwicklung 
ThyssenKrupp beschftigte am 30. September 2010 177.346 Mitarbeiter in aller Welt  10.149 oder 
5,4 % weniger als zum Ende des vergangenen Geschftsjahres. Dies ist im Wesentlichen auf Unternehmensverkufe 
zurckzufhren. In Deutschland verringerte sich die Mitarbeiterzahl um 12,5 % auf 
71.072. Die Belegschaft in den brigen Lndern blieb mit 106.274 nahezu unverndert. 
MITARBEITER NACH BUSINESS AREAS 
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 
Steel Europe 37.506 37.749 38.692 36.416 34.711 
Americas 70 397 1.158 1.659 3.319 
Stainless Global 12.197 12.182 12.212 11.755 11.235 
Materials Services 41.269 44.251 47.703 44.316 33.856 
Elevator Technology 36.247 39.501 42.992 42.698 44.024 
Plant Technology 12.186 13.102 13.433 13.043 12.972 
Components Technology 33.417 32.805 32.312 27.973 29.144 
Marine Systems 8.895 8.778 8.288 7.770 5.488 
Corporate 5.799 2.585 2.584 1.865 2.597 
Konzern 187.586 191.350 199.374 187.495 177.346 
miTarBeiTer nach Business areas am 30. september 2010 in % 
Elevator 
Technology 25 
Plant 
Technology 7 
Components 
Technology 16 
Marine Systems 3 
Materials 
Services 19 
Corporate 2 
Steel Americas 2 
Steel Europe 20 
Stainless Global 6

158 
KONZERNLAGEBERICHT Mitarbeiter 158 
MITARBEITER NACH REGIONEN 
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 
Deutschland 84.052 84.999 85.097 81.229 71.072 
brige EU 39.688 41.522 42.503 38.252 35.491 
Amerika 46.240 44.228 47.561 42.897 42.417 
Asien/Pazifik 11.956 14.890 17.881 18.481 21.544 
brige Lnder 5.650 5.711 6.332 6.636 6.822 
Weltweit 187.586 191.350 199.374 187.495 177.346 
Der Personalaufwand belief sich 2009/2010 auf 8,8 Mrd  und lag damit 9 % niedriger als ein Jahr 
zuvor. Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung seit 2005/2006: 
Starker Rckgang der Kurzarbeit 
Im Berichtsjahr ist die Kurzarbeit bei ThyssenKrupp erheblich zurckgegangen. Hatten im Oktober 2009 
noch 12.612 Mitarbeiter kurzgearbeitet, waren es im September 2010 nur 2.411 Mitarbeiter. Der 
Hchststand hatte im April 2009 bei 38.020 Mitarbeitern gelegen. Gerade in Deutschland konnten wir 
2009/2010 die Kurzarbeit stark zurckfahren. 
Viele Mitarbeiter haben sich in den Kurzarbeitszeiten weiter qualifiziert. Teilweise fand die Weiterbildung 
in eigenen Bildungszentren der Konzernunternehmen statt; in anderen Fllen gab es externe 
Kurse. Sehr gefragt waren auch die E-Learning-Angebote. 
Ausbildung 
Ausbildungsquote auf 6,2 % gesteigert 
ThyssenKrupp bildet seit Jahrzehnten ber den eigenen Bedarf hinaus aus. Wir bercksichtigen dabei 
neben dem prognostizierten Fachkrftebedarf der kommenden Jahre vor allem die gesellschaftspolitische 
Verantwortung, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. ber 170 hauptberufliche 
Ausbilder und zahlreiche Ausbildungsverantwortliche engagierten sich, damit im Berichtsjahr 
knapp 1.250 Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich in eine hochwertige und praxisnahe 
Ausbildung starten konnten. 
Download der Tabellen unter: 
http://www.thyssenkrupp.com/financial-reports/09_10/de/ 
KONZERNLAGEBERICHT Mitarbeiter 158 
MITARBEITER NACH REGIONEN 
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 
Deutschland 84.052 84.999 85.097 81.229 71.072 
brige EU 39.688 41.522 42.503 38.252 35.491 
Amerika 46.240 44.228 47.561 42.897 42.417 
Asien/Pazifik 11.956 14.890 17.881 18.481 21.544 
brige Lnder 5.650 5.711 6.332 6.636 6.822 
Weltweit 187.586 191.350 199.374 187.495 177.346 
Der Personalaufwand belief sich 2009/2010 auf 8,8 Mrd  und lag damit 9 % niedriger als ein Jahr 
zuvor. Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung seit 2005/2006: 
Starker Rckgang der Kurzarbeit 
Im Berichtsjahr ist die Kurzarbeit bei ThyssenKrupp erheblich zurckgegangen. Hatten im Oktober 2009 
noch 12.612 Mitarbeiter kurzgearbeitet, waren es im September 2010 nur 2.411 Mitarbeiter. Der 
Hchststand hatte im April 2009 bei 38.020 Mitarbeitern gelegen. Gerade in Deutschland konnten wir 
2009/2010 die Kurzarbeit stark zurckfahren. 
Viele Mitarbeiter haben sich in den Kurzarbeitszeiten weiter qualifiziert. Teilweise fand die Weiterbildung 
in eigenen Bildungszentren der Konzernunternehmen statt; in anderen Fllen gab es externe 
Kurse. Sehr gefragt waren auch die E-Learning-Angebote. 
Ausbildung 
Ausbildungsquote auf 6,2 % gesteigert 
ThyssenKrupp bildet seit Jahrzehnten ber den eigenen Bedarf hinaus aus. Wir bercksichtigen dabei 
neben dem prognostizierten Fachkrftebedarf der kommenden Jahre vor allem die gesellschaftspolitische 
Verantwortung, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. ber 170 hauptberufliche 
Ausbilder und zahlreiche Ausbildungsverantwortliche engagierten sich, damit im Berichtsjahr 
knapp 1.250 Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich in eine hochwertige und praxisnahe 
Ausbildung starten konnten. 
KONZERNLAGEBERICHT Mitarbeiter 158 
MITARBEITER NACH REGIONEN 
30.09.2006 30.09.2007 30.09.2008 30.09.2009 30.09.2010 
Deutschland 84.052 84.999 85.097 81.229 71.072 
brige EU 39.688 41.522 42.503 38.252 35.491 
Amerika 46.240 44.228 47.561 42.897 42.417 
Asien/Pazifik 11.956 14.890 17.881 18.481 21.544 
brige Lnder 5.650 5.711 6.332 6.636 6.822 
Weltweit 187.586 191.350 199.374 187.495 177.346 
Der Personalaufwand belief sich 2009/2010 auf 8,8 Mrd  und lag damit 9 % niedriger als ein Jahr 
zuvor. Die unten stehende Grafik zeigt die Entwicklung seit 2005/2006: 
Starker Rckgang der Kurzarbeit 
Im Berichtsjahr ist die Kurzarbeit bei ThyssenKrupp erheblich zurckgegangen. Hatten im Oktober 2009 
noch 12.612 Mitarbeiter kurzgearbeitet, waren es im September 2010 nur 2.411 Mitarbeiter. Der 
Hchststand hatte im April 2009 bei 38.020 Mitarbeitern gelegen. Gerade in Deutschland konnten wir 
2009/2010 die Kurzarbeit stark zurckfahren. 
Viele Mitarbeiter haben sich in den Kurzarbeitszeiten weiter qualifiziert. Teilweise fand die Weiterbildung 
in eigenen Bildungszentren der Konzernunternehmen statt; in anderen Fllen gab es externe 
Kurse. Sehr gefragt waren auch die E-Learning-Angebote. 
Ausbildung 
Ausbildungsquote auf 6,2 % gesteigert 
ThyssenKrupp bildet seit Jahrzehnten ber den eigenen Bedarf hinaus aus. Wir bercksichtigen dabei 
neben dem prognostizierten Fachkrftebedarf der kommenden Jahre vor allem die gesellschaftspolitische 
Verantwortung, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. ber 170 hauptberufliche 
Ausbilder und zahlreiche Ausbildungsverantwortliche engagierten sich, damit im Berichtsjahr 
knapp 1.250 Jugendliche und junge Erwachsene erfolgreich in eine hochwertige und praxisnahe 
Ausbildung starten konnten. 
miTarBeiTer nach regionen am 30. september 2010 in % 
Asien/Pazifik 12 
Deutschland 40 
brige Lnder 4 
Amerika 24 
brige EU 20 
2005/2006 
2006/2007 
2007/2008 
2008/2009 
2009/2010 
personalauFwand in mio  
9.306 
9.169
9.637 
8.772 
9.654

ThyssenKrupp bildet in 70 tech


nischen und kaufmnnischen 

Berufen aus. 

KonzernLagebericht Mitarbeiter 159 

Wir haben die Ausbildungsquote 2009/2010 von 6,0 % auf 6,2 % weiter gesteigert. Zum 30. September 
2010 absolvierten allein in Deutschland 4.400 junge Menschen eine Ausbildung in unseren 
Betrieben und Bros. 

Als internationaler Konzern mit gutem Ruf und anerkannter Kompetenz gilt ThyssenKrupp als 
attraktiver Arbeitgeber, so dass wir nach wie vor offene Ausbildungsstellen mit qualifizierten Bewerbern 
erfolgreich besetzen knnen. Die Anzahl an Bewerbungen je Ausbildungsplatz liegt seit Jahren auf 
hohem Niveau. Von den 70 Berufen, die bei ThyssenKrupp erlernt werden knnen, liegen die meisten 
im industriellen bzw. technischen Bereich. Spitzenreiter war 2009/2010 erneut die Ausbildung zum 
Industriemechaniker, dicht gefolgt vom Mechatroniker und Elektroniker. 

Ausbildungspakt  ein voller Erfolg 

Fr den zwischen Wirtschaft und Politik geschlossenen Nationalen Pakt fr Ausbildung kann 
ThyssenKrupp eine positive Bilanz ziehen. Whrend der Laufzeit des Paktes, der in diesem Jahr zur Verlngerung 
ansteht, haben wir von 2004 bis 2010 insgesamt ber 660 zustzliche Ausbildungspltze 
geschaffen und knapp 500 Pltze zur Einstiegsqualifizierung angeboten. Dieser Erfolg ist vor allem 
unseren Ausbildern zu verdanken, die alle Teilnehmer intensiv fachlich und sozialpdagogisch betreuten. 

Altersteilzeit und betriebliche Altersversorgung 

Altersteilzeit weiterhin ein wichtiges personalpolitisches Instrument 

Im Konzern befanden sich am 30. September 2010 insgesamt 4.068 Mitarbeiter in Altersteilzeit. Auch 
wenn Altersteilzeitvertrge, die nach dem 01. Januar 2010 begannen, nicht mehr von der Bundesagentur 
fr Arbeit gefrdert werden, ist die Altersteilzeit weiterhin ein wichtiges personalpolitisches 
Instrument bei ThyssenKrupp. 

Moderne betriebliche Altersversorgung 

Die Mitarbeiter werden sich immer mehr bewusst, wie wichtig die betriebliche Altersversorgung fr das 
Einkommen nach dem Berufsleben ist. Dazu hat eine Vielzahl gesetzlicher nderungen in den vergangenen 
Jahren beigetragen, sei es ein spteres Renteneintrittsalter oder die geringeren Leistungen aus 
dem gesetzlichen Rentensystem. Die betriebliche Altersversorgung bei ThyssenKrupp ist ein magebliches 
Element der Vergtungspolitik. Bereits vor Jahren haben wir sie deshalb neu ausgerichtet. Heute 
sind arbeitgeber-und arbeitnehmerfinanzierte Altersversorgung miteinander kombiniert, wobei die 
Mitarbeitervorsorge vom Arbeitgeber noch zustzlich honoriert wird. Die angebotene Auswahl zur mitarbeiterfinanzierten 
Altersvorsorge deckt das gesamte steuerlich gefrderte Spektrum ab. Besonders 
gefragt sind die konzernspezifischen, auf Bruttoentgeltumwandlung basierenden Vorsorgeprodukte. 

Hochschulen und akademischer Nachwuchs 

Unsere Mitarbeiter sind das Fundament fr starkes Wachstum und den Erfolg des ThyssenKrupp 
Konzerns. Dementsprechend investieren wir bereits vor dem Berufseinstieg mit einer Vielzahl von 
Programmen in Qualifizierung und Entwicklung. Hierbei beginnt in vielen Fllen unser Beitrag schon vor 
der Beschftigung im Konzern. Durch eine Reihe von neuen Manahmen untersttzen wir Studierende in 
ihrer Berufs- und Kompetenzentwicklung und halten enge Beziehungen zu immer mehr Universitten 
und Fachhochschulen. Neben klassischen Seminaren bieten wir den Studierenden auch direkt umsetzbare 
Workshops zu Themenbereichen wie beispielsweise effizientes Lesen, qualittsorientiertes 


Unsere Kooperationen mit technischen 

Hochschulen wurden 2009/2010 erfolgreich 
fortgefhrt. 

Projektmanagement oder berzeugungskraft und Durchsetzungsstrke. Zudem haben wir einen 
Botschafterpool ins Leben gerufen, der Studierenden die Chance bietet, in die Erfahrungswelt von 
ThyssenKrupp Mitarbeitern Einblick zu nehmen. In Veranstaltungen wie ThyssenKrupp meets 
University oder in unseren Frderkreisen berichten Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Unternehmensbereichen 
von ihrem beruflichen Werdegang und interessanten Projekten, so dass Studenten 
die Reprsentanten eines potentiellen Arbeitgebers kennenlernen und von deren Erfahrung profitieren. 

Karriereportal ausgezeichnet 

Eine Schlsselfunktion fr die Suche nach technischen und kaufmnnischen Nachwuchstalenten besitzt 
das ThyssenKrupp Karriereportal im Internet  eine Website fr alle, die sich ber die Karrierechancen 
bei uns informieren wollen. Mit attraktiven Multimedia-Elementen beschreiben konkrete Erfahrungsberichte 
und Videos die Vielfalt der Ttigkeiten im Konzern. Der Erfolg dieses Ansatzes spiegelt sich 
ebenso in der Platzierung der Karriereseite in einer Bewertung des weltweiten Marktforschungsunternehmens 
Potentialpark (Platz 3 unter 104 internationalen Unternehmen) wider, wie auch in der 
Begeisterung und Motivation junger Menschen, die sich fr Technik und technische Berufe interessieren. 

Erfolgreiche Hochschulkooperationen 

Den ersten persnlichen Kontakt zu ThyssenKrupp erhalten viele Studierende hufig durch unsere 
erfolgreichen Kooperationen mit technischen Hochschulen in Deutschland, z.B. Aachen, Berlin, Bochum, 
Dortmund, Dresden, Freiberg und Hamburg-Harburg, aber auch in China und Japan. In Private-Public-
Partnership werden innovative Formen der Ausbildungszusammenarbeit zwischen Hochschulen und 
Unternehmen entwickelt und erprobt. 

Zu hervorragenden Studierenden halten wir mit unseren Einstiegsprogrammen Next Generation 
fr Praktikanten und Your Innovation fr Doktoranden intensiven Kontakt. Bis zu 120 talentierte 
Ingenieure und Betriebswirte werden mit umfassenden Manahmen gefrdert und auf einen Einstieg 
in unseren Konzern vorbereitet. Durch solche langfristigen Kontakte haben die Studierenden eine 
sichere Entscheidungsbasis fr ihren Berufseinstieg. 

Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge 

Weniger Unflle 

Das verstrkte Engagement fr Arbeitsschutz und Gesundheitsvorsorge zahlt sich aus. Im vergangenen 
Geschftsjahr war die Unfallhufigkeit im Konzern erneut rcklufig: Die Anzahl der Unflle ist gegenber 
2008/2009 weltweit um 12 % gesunken. Nach der international blichen Definition verminderte 
sich die Unfallhufigkeit von 11,4 auf 10,2 Unflle pro 1 Mio Arbeitsstunden. Insgesamt sind die 
Arbeitsunflle in den letzten fnf Geschftsjahren um ber 30 % zurckgegangen. 

Fr ThyssenKrupp sind Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter neben der Qualitt der Erzeugnisse 
und dem wirtschaftlichen Erfolg ein gleichrangiges Unternehmensziel. Eine prventive Gesundheitspolitik, 
die Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz und der Arbeitsbedingungen sind 
daher magebliche Bestandteile der Fhrungsaufgaben. Im Rahmen unserer langjhrigen Initiative 
"Null Unflle" lagen die Schwerpunkte 2009/2010 bei Aktivitten, die das Sicherheitsbewusstsein 
insbesondere unserer Fhrungskrfte schrften. Schwerpunktlnder waren Italien, Frankreich, Deutschland 
und Grobritannien. Fr China und die USA bereiten wir derzeit entsprechende Manahmen vor. 

Die vielen erfolgreichen Aktivitten des Arbeitsschutzes stehen jedoch im Schatten mehrerer tragischer 
Unflle, durch die im Berichtsjahr 14 Mitarbeiter tdlich verletzt wurden. Dies ist ein bedauernswerter 
Anstieg gegenber acht solcher Unflle im Vorjahr. Vorstand und Aufsichtsrat der ThyssenKrupp 
AG und alle Belegschaften trauern um sie. Unser besonderes Mitgefhl gilt den Angehrigen. 


Der PerspActive-Prozess zur 
Managemententwicklung ist 


inzwischen konzernweit gut 

etabliert. 

KonzernLagebericht Mitarbeiter 161 

Fhrungskrfteentwicklung 

Die seit 2006/2007 eingefhrten und bewhrten Systeme der Fhrungskrfteentwicklung bei 
ThyssenKrupp haben wir weiter gefestigt und engagiert vorangetrieben. Mit dem nun etablierten 
ThyssenKrupp PerspActive-Prozess  der konzernweit einheitlichen Systematik zur Managemententwicklung 
 sowie den neu und klarer definierten Verantwortlichkeiten zwischen zentraler und dezentraler 
Fhrungskrfteentwicklung erfolgten wichtige Weichenstellungen. Ganz im Sinne der neuen Konzernstruktur 
steuert und untersttzt das Corporate Center Executives Management jetzt strker konzernbergreifend. 
Die Aufgaben sind zudem um die operative Betreuung der Fhrungskrfte-Ebene 
unterhalb des Bereichsvorstands erweitert. 

ThyssenKrupp PerspActive weiterentwickelt 

Im Berichtsjahr beschftigte sich der Konzernvorstand in einer mehrtgigen Klausur ausfhrlich mit der 
Besetzungs- und Potenzialstrke im Top-Management und diskutierte wichtige Nachfolgefragen, auch 
unter Bercksichtigung von personellen Rotationen ber die Grenzen der Business Areas hinweg. 
Grundlagen dieser Vorstandsklausur waren die im Rahmen der jhrlichen PerspActive-Prozesse vom 
jeweiligen Vorgesetzten durchgefhrten Fhrungskrfte-Bewertungen und die daraus resultierenden 
Diskussionen innerhalb der Business Areas. Seit Beginn des Berichtsjahres werden diese Diskussionen 
durch das Corporate Center Executives Management begleitet. Konzernweit wurden ber 2.500 Fhrungskrfte 
von ihren Vorgesetzten bewertet und die Ergebnisse in etwa 50 Management-Development-
Gesprchen diskutiert. Vorher hatten wir die Systeme und Prozesse von ThyssenKrupp PerspActive an 
die vernderte Konzernstruktur angepasst und das bestehende Grading-System der Top-Positionen im 
Konzern in Zusammenarbeit mit den Business Areas berarbeitet. 

Neues Talent Brokerage 

Hochqualifizierte und engagierte Fhrungskrfte sind eine entscheidende Ressource, und ihre Leistung 
ist mageblich fr den unternehmerischen Erfolg von ThyssenKrupp. Mit dem neu geschaffenen Talent 
Brokerage bietet der Konzern eine Dienstleistung, die den systematischen jhrlichen PerspActive-Prozess 
ergnzt: Sowohl nach geeigneten Kandidaten suchende Vorgesetzte und Personalabteilungen als 
auch Fhrungs- und Fhrungsnachwuchskrfte, die ber ihre Weiterentwicklung im Konzern nachdenken, 
knnen sich vertrauensvoll an die zentralen Ansprechpartner des Talent Brokerage wenden. So 
werden zu besetzende Positionen und Kandidaten im Konzern transparent, und vernderungsbereite 
Mitarbeiter knnen kompetent ber weitere Entwicklungsmglichkeiten beraten werden. 

Darber hinaus untersttzt der Bereich Talent Brokerage den Einstieg in die Top-2.000-Fhrungspositionen 
unseres Konzerns. Um dafr fhrungsstarke Nachwuchskrfte zu identifizieren, setzen wir 
neben den Bewertungen durch die Vorgesetzten auf die konzernweiten Development Center. Dort stellen 
die Kandidaten in mehreren bungen ihre Managementkompetenzen unter Beweis. 

Academy als leistungsstarke Plattform des Lernens etabliert 

Seit 2006 bietet die ThyssenKrupp Academy Programme fr die Top-Fhrungskrfte im Konzern an. Sie 
wurde in kurzer Zeit zu einem wesentlichen Ort der Wissensvermittlung, des Lernens sowie der internen 
Vernetzung. Ziel der Academy ist es, als strategische Konzerninitiative die Managementkompetenzen der 
ca. 2.000 Top-Fhrungskrfte des Konzerns zu strken und leistungsstarke Nachwuchskrfte auf die 
bernahme anspruchsvoller Aufgaben vorzubereiten. 

Immer geht es in den bedarfsgerecht entwickelten Programmen um die Aufnahme von State-ofthe-
Art-Wissen, aber auch um das Hinterfragen bisheriger Handlungsmuster, Lsungsanstze, etablierter 
Strukturen und Sichtweisen. Zum Kernauftrag der Academy gehren die Themen General Management, 
Leadership und Communication Training. Heute stehen die Innovationskraft, die motivierende 


Mehr als 1.000 Fhrungskrfte nahmen 
2009/2010 an den Programmen der 
ThyssenKrupp Academy teil. 

Fhrungsfhigkeit und die unternehmerisch denkende Eigenverantwortung bei jeder Fhrungskraft im 
Vordergrund. Aber auch die effektive, kommunikative Vermittlung der notwendigen Vernderungs- 
prozesse ist wichtig, da nur ein wachsames Reagieren auf Marktvernderungen und ein innovatives 
Handeln die Kundenzufriedenheit und damit das Geschft strken. 

Die ThyssenKrupp Academy hatte auf die Wirtschafts-und Finanzkrise mit Kostenreduktion und 
vernderten Angeboten zeitnah reagiert. Insgesamt nahmen im Berichtsjahr 1.051 Fhrungskrfte an 
Programmen teil. Damit erhhte sich die Zahl der Teilnehmer seit 2006 auf 4.138, wobei einige 
Fhrungskrfte bereits mehrere Angebote der Academy wahrgenommen haben. Seit ihrem Bestehen 
verzeichnete die Academy 13.528 Teilnehmertage, wovon 3.312 auf 2009/2010 entfielen. 

Vielfalt als personalpolitisches Ziel 

ThyssenKrupp strebt an, den Anteil weiblicher und internationaler Fhrungskrfte auf allen Managementebenen 
schrittweise zu erhhen. Wir frdern eine Unternehmenskultur, die Vielfalt ermglicht und 
wertschtzt. Hierzu gehrt es auch, dass Barrieren identifiziert und nachhaltig beseitigt werden, um 
allen potenziellen Fhrungs-und -nachwuchskrften gleichberechtigte, allein auf Leistung und Potenzial 
beruhende Karrierechancen zu ermglichen. Bei der Besetzung von Fhrungspositionen werden deshalb 
ausdrcklich internationale und/oder weibliche Kandidaten in die Besetzungsverfahren einbezogen. 
Hinzu kommen weitere Manahmen. 

Mehr Internationalitt 

Um die Transparenz sowohl ber interessierte internationale Kandidaten als auch ber offene Fhrungspositionen 
im Konzern zu verbessern, werden wir die neu geschaffene Talent-Brokerage-Plattform und 
die im internationalen Kontext durchgefhrten Development Center weiter ausbauen. Schon lange 
tragen unsere konzernweiten Trainee-Programme durch ihre weltweiten Einsatzstandorte verstrkt zum 
internationalen Austausch bei. 

Weiterhin untersttzen wir die Integration von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit internationalem 
Hintergrund. So haben sich beispielsweise bei ThyssenKrupp Steel Europe rund 70 Vertrauensleute 
allein am Standort Duisburg zu Kulturmittlern ausbilden lassen. In 120 Fortbildungsstunden haben sie 
gelernt, mit alltglichen Konflikten, die auf unterschiedlichen kulturellen Hintergrnden beruhen, 
umzugehen und den internen Dialog konstruktiv zu frdern. Dieser wichtige Beitrag zur Frderung der 
Unternehmenskultur wurde mit dem Duisburger Preis fr Toleranz und Zivilcourage ausgezeichnet. 

Frderung von Frauen 

Neben dem generellen Ziel, in allen Bereichen und Hierarchieebenen des Konzerns mehr Frauen Entwicklungschancen 
zu bieten, ist ThyssenKrupp als stark technisch ausgerichtetes Unternehmen besonders 
an weiblichen Ingenieuren interessiert. Leider ist die Zahl der Studentinnen technischer Studiengnge 
im Vergleich zu ihren mnnlichen Kommilitonen noch sehr niedrig; ihr Anteil liegt bei etwa 20 %. 
Eine Initiative des Konzerns, um dies zu ndern, ist die Frderung des Femtec-Netzwerks an der 
Technischen Universitt Berlin. Dieses Hochschulkarrierezentrum fr Frauen setzt sich mit Erfolg dafr 
ein, junge Frauen fr das Studium der Ingenieur-und Naturwissenschaften zu begeistern, besonders 
ambitionierte Studentinnen der technischen Studiengnge frh mit potenziellen Arbeitgebern bekannt 
zu machen und so den weiblichen Fhrungsnachwuchs zu frdern. 

Darber hinaus wollen wir Familie und Beruf besser vereinbar machen; zu unseren Frdermanahmen 
zhlen sowohl Teilzeitmodelle als auch der Neubau einer Kindertagessttte auf dem neuen 
Campus-Gelnde in Essen. Die Kindertagessttte wird ca. 100 Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren 
nach den Prinzipien der bildungsorientierten Reggio-Pdagogik in der Nhe der Eltern ganztgig betreuen. 


KonzernLagebericht Mitarbeiter / Risikobericht 163 

Risikobericht 

Unser Risikomanagementsystem haben wir im abgelaufenen Geschftsjahr 
kontinuierlich weiterentwickelt. Neue Konzernstandards erhhten die Trans- 
parenz weiter, so dass wir Risiken noch besser erkennen und bewerten knnen. 
Aus heutiger Sicht sind alle Risiken begrenzt und berschaubar; der Bestand 
des Unternehmens ist sicher. 


Die Konzernrichtlinie zum 
Risikomanagement wurde im 

Berichtsjahr neu gefasst. 

Risikomanagement effizient organisiert 

Risikopolitik als Teil der Unternehmensstrategie 

Die Risikopolitik bei ThyssenKrupp basiert auf der Unternehmensstrategie. Sie ist darauf ausgerichtet, 
den Bestand des Unternehmens zu sichern und den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Unternehmerischer 
Erfolg setzt voraus, dass Chancen erkannt und damit verbundene Risiken identifiziert und 
bewertet werden. Die Chancen sollen optimal genutzt und die unternehmerischen Risiken bewusst und 
eigenverantwortlich getragen sowie aktiv gesteuert werden, sofern damit eine angemessene Wertsteigerung 
erzielt werden kann. 

Risiken, die auerhalb unserer Kernprozesse und -kompetenzen liegen, verlagern wir bei Bedarf auf 
andere Risikotrger oder reduzieren sie durch angemessene Risikosteuerungsmanahmen. Darber 
hinaus werden Risiken mglichst vermieden. Insgesamt kann der Konzern die eingegangenen Risiken 
weitestgehend abdecken. 

ThyssenKrupp hat die Rahmenbedingungen fr ein ordnungsgemes und zukunftsgerichtetes 
Risikomanagement in der Neufassung der Konzernrichtlinie Risikomanagement dokumentiert. Jeder 
Mitarbeiter ist zu einem bewussten und selbstverantwortlichen Umgang mit Risiken und Chancen im 
Rahmen seiner Kompetenzen aufgefordert. Die Verantwortung, Risiken entlang der Wertschpfungskette 
zu erfassen und zu steuern, liegt bei den jeweils operativ Verantwortlichen in den dezentralen 
Organisationseinheiten. 

Konzernweit geltende Verhaltensregeln sind Bestandteil der risikopolitischen Grundstze. So gelten 
die Grundstze der Fairness und Verantwortung gegenber Lieferanten, Kunden und anderen 
Geschftspartnern. Die Compliance-Vorgaben des Konzerns sind zu beachten, und spekulative 
Geschfte sind grundstzlich verboten. Die Einhaltung der Grundstze prfen wir durch regelmige 
Kontrollen. Zudem fhren wir zahlreiche und wiederholte Compliance- und Risikomanagement-
Schulungen durch, um allen Mitarbeitern die Bedeutung der Vorgaben zu verdeutlichen. 


Das Risikomanagementsystem wurde 
an die neue Konzernorganisation 

angepasst. 


Risikomanagementsystem im Konzern weiterentwickelt 

Im abgelaufenen Geschftsjahr haben wir die Risikomanagement-Prozesse umfassend weiterentwickelt. 
Die aktualisierte Konzernrichtlinie Risikomanagement enthlt neben den risikopolitischen Grundstzen die 
wesentlichen Standards zu den Prozessen sowie den verschiedenen Reporting-Elementen des Risikomanagements. 
Sie formuliert verbindliche Vorgaben zur frhzeitigen Erkennung, Berichterstattung, 
Bewertung, Steuerung und berwachung von Risiken. Die Konzernberichterstattung fokussiert sich auf 
die im Rahmen des Risikoinventurprozesses eindeutig definierten materiellen Risiken. Diese werden vom 
Konzern-Risikomanagement, das seit dem 01. Oktober 2009 im Corporate Center Controlling angesiedelt 
ist, aufbereitet, in einem neu etablierten Risk Committee bewertet und dann fr den Konzernvorstand und 
den Prfungsausschuss des Aufsichtsrats systematisch und transparent aufbereitet. 

risiKomanagemenT Bei ThyssenKrupp 

Konzernsteuerung 

Vorstand 

 
Festlegung risikopolitischer 
Grundstze und Richtlinien 
 
Fokussierung auf materielle 
Risiken 
Compliance/ 
Risikokoordination 

Risk Committee 

 
Risikoberwachung 
 
Risikosteuerung 
 
Umsetzung/berwachung 
des internen Kontrollsystems 
Prozesse 

Corporate Center Controlling 

 
Definition von Konzernstandards 
 
Risikoberichterstattung 
 
Verzahnung mit Controlling/ 
Risikomanagement in 
Business Areas 
Geschftssteuerung 

Business Areas 

 
Ermittlung, Berichterstattung 
und Prognose von Chancen 
und Risiken, insbesondere 
vernderter materieller Risiken 
In einem eingespielten und durch ein konzernweites web-basiertes Reportingtool untersttzten Prozess 
informieren die Konzernunternehmen in Risikoinventuren mit abgestuften Schwellenwerten ber den 
aktuellen Status ihrer Risikosituation. Dabei werden die Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und 
Schadenshhe bewertet und klassifiziert. Zu jedem Risiko werden Manahmen zur Risikosteuerung 
aufgefhrt und im Rahmen eines Manahmencontrolling berwacht. Zur Risikobeurteilung werden 
Frhwarnindikatoren herangezogen, regelmig aktualisiert und mit den Verantwortlichen errtert. 

Risikomanagement ist bei ThyssenKrupp eine wichtige unternehmerische Kernfunktion. Es ist mit 
den Planungs- und Reportingprozessen des Controlling integral verknpft und dadurch ein bedeutender 
Bestandteil der wertorientierten Unternehmensfhrung. Eine monatlich aktualisierte Betrachtung operativer 
Chancen und Risiken sowie eine Aktualisierung der materiellen Risiken, die auch im Rahmen der 
regelmigen Konzern-Vorstandssitzungen zeitnah beraten wird, ergnzen den Risikoinventurprozess. 

Das vom Vorstand der ThyssenKrupp AG fr den gesamten Konzern eingefhrte Risikomanagementsystem 
hat sich als effizient bewhrt. Neben den Standardprozessen ist sichergestellt, 
dass Ad-hoc-Risiken und eingetretene Schden unabhngig von den normalen Berichtswegen unmittelbar 
kommuniziert werden. 

Die Konzernrevision hat auch im abgelaufenen Geschftsjahr weltweit die Einhaltung der Vorgaben 
des Risikomanagementsystems in den Konzernunternehmen geprft. Die Erkenntnisse aus diesen 
Audits werden genutzt, um die Frherkennung und Steuerung der Risiken weiter zu verbessern. Auerdem 
entwickeln wir kontinuierlich die Instrumente und Methoden zur Risikoerfassung und -steuerung 
weiter, um die manuellen Ttigkeiten im Risikomanagementprozess zu verringern und die Qualitt der 
Informationsinhalte zu erhhen. 


KonzernLagebericht Risikobericht 165 


Das interne Kontroll- und Risiko


managementsystem umfasst auch 
den Prozess der Konzernrechnungslegung. 



Einzelheiten: Seiten 178180 

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems 
im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess 

Wir definieren das interne Kontrollsystem als Gesamtheit aller aufeinander abgestimmten Grundstze, 
Verfahren und Manahmen, die im Unternehmen angewendet werden, um die Erreichung der Geschfts- 
und Kontrollziele zu gewhrleisten. Dazu gehren insbesondere die Sicherheit und Effizienz der 
Geschftsabwicklung, die Zuverlssigkeit der Finanzberichterstattung sowie die bereinstimmung mit 
Gesetzen und Richtlinien. Diese grundstzlichen Aspekte des internen Kontrollsystems gelten insbesondere 
auch fr den Rechnungslegungsprozess bei ThyssenKrupp. Ziel des internen Kontrollsystems fr 
den Rechnungslegungsprozess ist es, durch implementierte Kontrollen hinreichend sicherzustellen, dass 
trotz mglicher Risiken ein regelungskonformer Konzernabschluss erstellt wird. Verschiedene prozessintegrierte 
und prozessunabhngige berwachungsmanahmen tragen dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. 

Der Prozess der Konzernabschlusserstellung basiert auf einer einheitlichen, regelmig aktualisierten 
und allen relevanten Konzernmitarbeitern ber eine konzerninterne Internet-Plattform zur Verfgung 
gestellten Bilanzierungsrichtlinie; er wird in einem konzernweit einheitlichen Konsolidierungstool auf 
Basis von Standardsoftware abgewickelt. Dies minimiert das Risiko von Falschaussagen in der Konzernrechnungslegung 
und in der externen Berichterstattung. 

Der Prozess der Finanzberichterstattung bei ThyssenKrupp besteht aus eindeutig definierten Teilprozessen 
mit klaren Verantwortlichkeiten unter Wahrung des Prinzips der Funktionstrennung und des 
Vier-Augen-Prinzips. Dies reduziert das Risiko von dolosen Handlungen. 

Die fachliche Verantwortung fr die Erstellung des Konzernabschlusses liegt beim Corporate Center 
Accounting and Financial Reporting. Verbindliche inhaltliche und terminliche Vorgaben minimieren den 
Ermessensspielraum der dezentralen Einheiten bei Ansatz, Bewertung und Ausweis von Vermgenswerten 
und Schulden und reduzieren damit das Risiko konzernuneinheitlicher Rechnungslegungspraktiken. 

Unsere Konzernunternehmen erstellen ihre lokalen Abschlsse teilweise unter Nutzung von konzerneigenen 
Shared-Service-Centern. Fr den Konzernabschluss werden die ermittelten Daten in das 
konzernweit relevante Konsolidierungstool eingespielt. Die in den Rechnungslegungsprozess eingebundenen 
Mitarbeiter werden regelmig geschult und durch zentrale Ansprechpartner untersttzt. 

Wir setzen mageschneiderte Berechtigungskonzepte und Zugangsbeschrnkungen ein, um die 
verwendeten Finanzsysteme vor Missbrauch zu schtzen. Eine zentrale Steuerung und berwachung der 
relevanten IT-Systeme sowie regelmige Systemsicherungen reduzieren das Risiko von Datenverlusten 
und Systemausfllen. Systemtechnische Kontrollen im Rahmen des Konsolidierungsprozesses werden 
berwacht und durch manuelle Stichprobenprfungen erfahrener Mitarbeiter ergnzt. 

Die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in den rechnungslegungsrelevanten 
Prozessen wird regelmig durch unsere Konzernrevision berprft. 

Mit den von uns eingerichteten Prozessen, Systemen und Kontrollen gewhrleisten wir eine hinreichende 
Sicherheit, dass der Konzernrechnungslegungsprozess im Einklang mit den International Financial 
Reporting Standards (IFRS), dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und 
Gesetzen erfolgt und zuverlssig ist. Eine absolute Sicherheit, dass keine Fehler vorkommen, kann auch 
unser internes Kontrollsystem im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess nicht bieten. 

Nutzung von Chancen bei gleichzeitiger Risikosteuerung 

In bereinstimmung mit den Vorgaben der risikopolitischen Grundstze stehen den von uns eingegangenen 
Risiken angemessene Chancen gegenber. Diese identifizieren, bewerten, steuern und kontrollieren wir 
systematisch. Einzelheiten knnen Sie in unserem Chancenbericht auf den Seiten 178180 nachlesen. 
Zur Deckung der Risiken aus strategischen Entscheidungen treffen wir im erforderlichen Mae Risikovorsorge. 



Zur Minimierung finanzwirtschaft


licher Risiken fhren wir fortlaufende 
berprfungen und intensive Kontrollen 

durch. 

Risikotransfer durch zentralen Dienstleister 

ThyssenKrupp Risk and Insurance Services als zentraler Dienstleister bernahm 2009/2010 wie in den 
Jahren zuvor den Risikotransfer auf Versicherer und schloss die notwendigen Konzernversicherungsvertrge 
ab. In Schadensanalysen wird das Risikopotenzial regelmig bewertet; auf dieser Basis wird 
der Versicherungsschutz gestaltet. Insbesondere bei einigen Produktionsanlagen der Business Areas 
Steel Europe und Stainless Global bestehen bei den Sach-und Betriebsunterbrechungsversicherungen 
zum Teil signifikante Selbstbehalte, so dass ein Schadensfall die Vermgens-, Finanz- und Ertragslage 
des Konzerns sprbar beeintrchtigen knnte. Das Risiko einer mglichen Insolvenz eines Versicherers 
wird dadurch vermindert, dass wir den Risikotransfer auf viele Versicherer verteilen und grundstzlich 
nur solche Versicherer auswhlen, die ein Rating von mindestens A- vorweisen knnen. 

Um die Risikoprvention weiterzuentwickeln und zu optimieren, bestehen fr alle Konzernunternehmen 
verbindliche Standards. An diesen Prozessen sind Experten aus allen Teilen des Konzerns unter 
Leitung von ThyssenKrupp Risk and Insurance Services beteiligt. Interne und externe Audits prfen 
regelmig, ob diese Standards eingehalten werden. 

Zentrale Risikofelder im Fokus 

Finanzwirtschaftliche Risiken 

Zu den zentralen Aufgaben der ThyssenKrupp AG als Konzernfhrungsgesellschaft zhlt es, den Finanzbedarf 
innerhalb des Konzerns zu koordinieren, zu lenken und die finanzielle Unabhngigkeit des 
Gesamtunternehmens sicherzustellen. Dazu optimieren wir die Konzernfinanzierung und begrenzen 
die finanzwirtschaftlichen Risiken. Fortlaufende berprfungen und intensive Kontrollen minimieren die 
Risiken auf den einzelnen finanzwirtschaftlichen Risikofeldern. 

Kreditrisiko (Ausfallrisiko): Wir schlieen Finanzinstrumente im Finanzierungsbereich grundstzlich nur 
mit solchen Kontrahenten ab, die ber eine sehr gute Bonitt verfgen bzw. einem Einlagensicherungsfonds 
angeschlossen sind. Dabei werden zur weiteren Risikominimierung Geschfte nur im Rahmen 
vorgegebener Kontrahentenlimite gettigt. Im Liefer- und Leistungsgeschft werden Auenstnde und 
Ausfallrisiken von den Konzernunternehmen fortlaufend berwacht; teilweise sind sie zustzlich ber 
Warenkreditversicherungen abgesichert. Besonders intensiv beobachten wir die Bonitt von Grokunden. 


Liquidittsrisiko: Um jederzeit die Zahlungsfhigkeit sowie die finanzielle Flexibilitt des Konzerns 
sicherstellen zu knnen, halten wir auf Basis einer mehrjhrigen Finanzplanung sowie einer monatlich 
rollierenden Liquidittsplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vor. Das Cash-Pooling sowie 
externe Finanzierungen konzentrieren sich vorwiegend auf die ThyssenKrupp AG sowie spezielle 
Finanzierungsgesellschaften. Im Rahmen des Cash-Pooling werden die Mittel bedarfsgerecht intern an 
Konzernunternehmen weitergeleitet. 

Marktrisiko: Eine Reihe von Manahmen begrenzt die Schwankungen der Zeitwerte oder knftiger 
Zahlungsstrme aus originren oder derivativen Finanzinstrumenten wegen Marktnderungen oder sie 
schaltet diese ganz aus. Hierzu gehren im Wesentlichen auerhalb der Brse gehandelte Devisentermingeschfte, 
Zinsswaps, Zins-/Whrungsderivate und Warentermingeschfte mit Banken und 
Handelspartnern. Die Warenpreise werden darber hinaus auch durch brsengehandelte Futures 
abgesichert. Auerdem berwachen wir umfassend den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten, 
wobei die Kontrollen auf Basis von Richtlinien im Rahmen des regelmigen Reporting erfolgen. 


Einzelheiten: Seiten 233241 

KonzernLagebericht Risikobericht 167 

Whrungsrisiko: Um die Risiken aus der Vielzahl unserer Zahlungsstrme in unterschiedlichen 
Whrungen  vor allem in US-Dollar  zu begrenzen, haben wir konzerneinheitliche Richtlinien fr das 
Devisenmanagement entwickelt. Grundstzlich mssen alle Unternehmen unseres Konzerns Fremdwhrungspositionen 
im Zeitpunkt ihrer Entstehung sichern; Unternehmen mit Sitz im Euro-Raum sichern 
grundstzlich ber unsere zentrale Clearing-Stelle. Translationsrisiken  also Bewertungsrisiken fr 
Bilanzbestnde aus der Umrechnung von Fremdwhrungspositionen  werden grundstzlich nicht 
abgesichert. 

Zinsrisiko: Wir haben zur Deckung unseres Kapitalbedarfs Liquiditt an den internationalen Geld-und 
Kapitalmrkten in verschiedenen Whrungen  berwiegend im Euro-und US-Dollar-Raum  und mit 
unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen. Teilweise sind die hieraus resultierenden Finanzschulden 
sowie unsere Geldanlagen dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Zinsen ndern. Fr die Steuerung 
erstellen wir deshalb regelmig Zinsanalysen, deren Ergebnisse in unser Risikomanagementsystem 
einflieen. 

Warenpreisrisiko: Je nach Marktsituation knnen die Einkaufspreise fr Rohstoffe und Energie erheblich 
schwanken. Den Preissteigerungen auf den Beschaffungsmrkten fr Eisenerz und Kokskohle im 
Zusammenhang mit der Umstellung der Rohstoffliefervertrge von Jahres- auf Quartalsbasis begegnen 
wir unter anderem mit einer entsprechenden Anpassung unserer Verkaufsvertrge. Zur Absicherung von 
Risiken aus schwankenden Rohstoffpreisen, insbesondere bei Nickel und Kupfer, setzen wir auch derivative 
Finanzinstrumente  im Wesentlichen Warentermingeschfte  ein. Fr den Abschluss solcher 
Finanzinstrumente gelten strenge Richtlinien. Details ber diese Risikofelder stehen im Anhang zum 
Konzernabschluss unter Nr. 22. 

Auftragsrisiken 

Die Abwicklung von Groauftrgen ist risikobehaftet. Kosten- und/oder Terminberschreitungen sind bei 
technischen Problemen sowie bei Qualittsproblemen mit Unterlieferanten denkbar. Zur Begrenzung 
dieser Risiken verbessern wir kontinuierlich unsere Steuerungsinstrumente und setzen erfahrene 
Projektmanager ein. Das Risiko von Zahlungsausfllen minimieren wir durch sorgfltige Auswahl der 
Kunden, einen stndigen Kontakt und zeitnahe Zahlungen nach Baufortschritt. 

Absatzrisiken 

Die internationale Konjunkturentwicklung ist fr ThyssenKrupp als weltweit ttigen Konzern ein wesentlicher 
Einflussfaktor auf die Chancen-und Risikoposition. Marktrisiken begegnen wir fortdauernd mit 
einem Bndel von Manahmen. Intensiv und kontinuierlich beobachten wir die wirtschaftliche Entwicklung 
der einzelnen Lnder und Handelsstrme, um die Absatzrisiken mglichst gering zu halten. Bei 
Bedarf reagieren wir zeitnah durch die Anpassung unserer Produktion und Kapazitten. 

Unsere internationale Prsenz in verschiedenen Geschftsfeldern macht uns weitgehend unabhngig 
von regionalen Krisen. Die stark differenzierte Produkt- und Kundenstruktur in unseren Business 
Areas reduziert unsere Absatzrisiken auf Teilmrkten. Forderungsausfallrisiken durch eine verschlechterte 
Bonitt einzelner Groabnehmer begegnen wir mit einem effektiven Debitorenmanagement. Die Absatzrisiken 
sind im Einzelnen im Abschnitt Spezifische Risiken unserer Aktivitten beschrieben. 


Einzelheiten: Seiten 111115 

Risiken aus Geschftsbeziehungen zu Kunden in Lndern mit Handelsbeschrnkungen 

Durch die weltweite Ausrichtung unterhlt ThyssenKrupp auch Geschftsbeziehungen in Lndern, die 
Handelsbeschrnkungen unterliegen. Im abgelaufenen Geschftsjahr haben die Bundesrepublik 
Deutschland, die EU und die USA auf Basis der UN-Resolution 1929 bestehende Handelsbeschrnkungen 
fr die Islamische Republik Iran auf Geschftsfelder der Petroleumindustrie ausgedehnt und weitere 
Personen sowie etliche Banken, mit denen keine Geschfte mehr gemacht werden drfen, auf Sanktionslisten 
gesetzt. Verste gegen die verschrften Handelsbeschrnkungen stehen unter erheblichen 
Strafen und knnen fr ThyssenKrupp zu Reputationsschden fhren. Wir achten seit jeher auf die Einhaltung 
von exportkontrollrechtlichen Vorschriften und insbesondere von Handelsbeschrnkungen. Der 
Vorstand der ThyssenKrupp AG hat zustzlich die bereits vor Inkrafttreten der verschrften Handelsbeschrnkungen 
bestehenden Geschftsaktivitten mit iranischen Kunden auf ihre bereinstimmung 
mit den neuen Gesetzen berprfen lassen und im September 2010 beschlossen, dass ThyssenKrupp 
keine neuen Geschfte mit iranischen Kunden mehr abschliet. Durch diese Manahmen wird das 
Risiko eines potenziellen Verstoes gegen die bestehenden Handelsbeschrnkungen deutlich reduziert. 

Beschaffungsrisiken 

Im Berichtsjahr waren unsere Aktivitten insbesondere mit steigenden Beschaffungspreisen auf den 
Rohstoffmrkten konfrontiert. Diesen Herausforderungen begegnen wir zeitnah durch Intensivierung 
unserer Kundengesprche, um die hheren Kosten mglichst in den Produktpreisen weiterzugeben. 

Auch die Energiekosten (Strom, Erdgas) sind in den letzten Jahren teils erheblich angestiegen. Eine 
strukturierte Beschaffung auf dem Strommarkt sowie langfristige Erdgasvertrge reduzieren die Risiken 
auf den Energiemrkten. Hier konnten im abgelaufenen Geschftsjahr gnstige Einkaufsbedingungen 
auch fr die Folgejahre verhandelt werden. 

Unser Einkaufsbereich sucht darber hinaus weltweit stndig alternative und kostengnstige Lieferanten, 
um die Risiken von Lieferausfllen zu begrenzen. Eine geografische Streuung der Auftrge 
macht uns unabhngiger von regionalen Lieferengpssen und hilft, bei lokalen Lieferschwierigkeiten auf 
Beschaffungsalternativen auszuweichen. Einzelheiten zu unserem Beschaffungsmanagement finden Sie 
auf den Seiten 111115. 

Risiken aus Kufen, Verkufen und Restrukturierungen 

Restrukturierungen sowie der Verkauf oder Erwerb von Grundstcken, Unternehmen oder sonstigen 
Geschftsaktivitten sind mit Risiken verbunden, die kontinuierlich berwacht und bei Bedarf durch 
entsprechende bilanzielle Vorsorge bercksichtigt werden. 

Rechtliche Risiken aus Klagen und Ansprchen Dritter 

Rechtliche Risiken knnen sich aus Klagen ergeben. Die entsprechenden Verfahren begleitet 
ThyssenKrupp durch erfahrene eigene Justiziare, bei Bedarf mit zustzlicher Untersttzung externer 
Anwlte. Schadensersatzklagen aus Produkthaftung minimieren wir durch qualitativ hochwertige Produkte. 

Wenn Vertragspartner aus Anlagenbau-, Liefer- und Leistungsvertrgen Ansprche gegen 
ThyssenKrupp erheben, prfen wir die einzelnen Ansprche sorgfltig und bilden Rckstellungen, wenn 
Zahlungsverpflichtungen als wahrscheinlich angesehen werden. 

Unser striktes Compliance-Programm reduziert auf allen Konzernebenen das Risiko von Kartell-
und Korruptionsversten. Im Compliance-Commitment hat der Vorstand der ThyssenKrupp AG unmissverstndlich 
zum Ausdruck gebracht, dass Kartellverste oder Verste gegen die Vorschriften zur 
Korruptionsbekmpfung im Konzern nicht geduldet werden. Unsere ergnzenden Richtlinien und Informationsschriften 
wie auch unsere interne Compliance-Organisation berprfen und entwickeln wir 


Einzelheiten: Seiten 231232 

KonzernLagebericht Risikobericht 169 

regelmig weiter. Zuletzt haben wir unsere Compliance-Organisation im Rahmen der Neuorganisation 
des Konzerns zum 01. Oktober 2009 berprft und dahingehend angepasst, dass das bestehende 
ThyssenKrupp Compliance Office um die Compliance-Funktionen der ehemaligen Segmentfhrungsgesellschaften 
erweitert wurde. 

Zudem wurden die Rechtsberatung organisatorisch und personell von Compliance getrennt sowie 
eine Funktionstrennung zwischen der Compliance-Beratung einerseits und Grundsatzfragen und Compliance-
Ermittlungen andererseits vollzogen. Entsprechend einem vom Vorstand der ThyssenKrupp AG 
in Auftrag gegebenen Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei Hengeler Mueller vom Juni 2010 gengt 
unsere neue Compliance-Organisation den rechtlichen Anforderungen und spiegelt unsere neue Konzernstruktur 
zutreffend wider. Auerdem umfasse sie eine Vielzahl von Elementen, um systematisches 
Fehlverhalten in den Bereichen Korruption und Kartellrecht zu verhindern, entsprechende Warnzeichen 
rechtzeitig zu erkennen und die erforderlichen Gegenmanahmen einzuleiten. 

In umfassenden Schulungen und einem interaktiven E-Learning-Compliance-Programm werden 
unsere Mitarbeiter ber die Compliance-Anforderungen, Verstorisiken und mgliche Sanktionen unterrichtet. 
Mehr als 2.400 Mitarbeiter weltweit nahmen 2009/2010 an Prsenzschulungen teil. Darber 
hinaus wurden rund 350 Mitarbeiter zu speziellen Sonderthemen geschult. Die Weiterbildungslehrgnge 
zum Thema Compliance haben wir durch ein konzernweites online-basiertes E-Learning-Programm 
ergnzt, das aus den Lernprogrammen Kartellrecht und Korruptionsbekmpfung besteht und in elf 
Sprachen angeboten wird. Mit der im August 2008 gestarteten zweiten Auflage des E-Learning-
Programms werden die Kenntnisse der Mitarbeiter, die frher schon teilgenommen haben, aufgefrischt 
und erstmalig Mitarbeiter auerhalb Europas geschult. Seit Einfhrung der zweiten Auflage haben 
weltweit 21.000 Mitarbeiter Online-Schulungen zum Kartellrecht und rund 25.000 Mitarbeiter zum 
Thema Anti-Korruption absolviert. 

ber schwebende Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprche informieren wir unter 
Anhang-Nr. 21. 

Regulatorische Risiken 

Vernderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen auf nationaler oder europischer Ebene knnen 
Risiken fr unser Geschft zur Konsequenz haben, die Kosten erhhen und unsere Absatzmglichkeiten 
einschrnken. Auch genderte Wettbewerbsbestimmungen auf Teilmrkten knnen uns Nachteile bringen. 
Durch enge Arbeitskontakte mit den relevanten Institutionen stellen wir die notwendigen aktuellen 
Informationen sicher. Auerdem versuchen wir darauf hinzuwirken, dass nderungen der rechtlichen 
Rahmenbedingungen nicht den Wettbewerb verzerren. 

Fr den Stromverbrauch von Abnahmestellen auerhalb der Hrtefallregelung werden die Aufschlge 
gem dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in den nchsten Jahren weiter massiv steigen. Die 
geplanten neuen Regelungen zur Stromsteuer werden uns in Deutschland ebenfalls erheblich belasten. 

Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, 
werden uns auf Basis der uns bekannten Gesetzgebungsentwrfe vermutlich hohe Kosten fr Emissionsberechtigungen 
erwachsen. Wir beobachten den politischen Diskussionsprozess darber weiterhin 
intensiv. Fr uns als energieintensiver Industrie- und Dienstleistungskonzern bestehen Risiken fr die 
Ertragslage, wenn wir im internationalen Wettbewerb die zustzlichen Kosten aus einer zunehmenden 
Auktionierung nicht oder nicht in vollem Umfang an unsere Kunden weitergeben knnen. 

Wir verfolgen darber hinaus eng die politischen Entwicklungen zur Einfhrung eines US-Emissionshandelssystems, 
um rechtzeitig strategische Konzepte umzusetzen und mit unserem Know-how 
und unserer Erfahrung auch in den USA auf neue Herausforderungen reagieren zu knnen. 


Einzelheiten: Seiten 152156 


Einzelheiten: Seiten 221226 

Umweltschutzrisiken 

Durch unsere Produktionsprozesse bestehen verfahrensbedingt Risiken, Luft und Wasser zu verunreinigen. 
Intensive Umweltschutzmanahmen und kontinuierliche umweltschonende Investitionen in unseren 
Produktionsbetrieben helfen, die Umwelt mglichst wenig zu belasten und die Ressourcen nachhaltig zu 
schonen. Bei ThyssenKrupp gibt es eine hohe Anzahl von Konzernunternehmen mit zertifizierten Umweltmanagementsystemen, 
was die Gefahr von Umweltschden vermindert. Weitere Einzelheiten zum 
Umweltschutz sind im Kapitel Umwelt-und Klimaschutz auf den Seiten 152156 nachzulesen. 

Auf nicht mehr genutzten Grundstcken in unserem Portfolio bestehen aus frheren Geschftsaktivitten 
Altlasten- und Bergschdenrisiken. Hier fhren wir vorbeugende Manahmen und planmige 
Sanierungsarbeiten durch, fr die wir auch im Berichtsjahr Rckstellungen im bilanziell 
erforderlichen Ausma gebildet haben. 

Risiken der Informationssicherheit 

Wir berprfen permanent unsere Informationstechnologien, um die IT-gesttzten Geschftsprozesse 
mglichst sicher abzuwickeln. Bei Bedarf werden die Systeme aktualisiert und noch effektiver geschtzt. 
Die IT-gesttzte Integration unserer Geschftsprozesse setzt voraus, dass die mit ihr verbundenen 
Risiken fr unsere Konzernunternehmen und fr unsere Geschftspartner minimiert sind. Alle Konzernunternehmen 
sind deshalb durch interne Richtlinien verpflichtet, eine mglichst hohe Informationssicherheit 
zu gewhrleisten. Auch im abgelaufenen Geschftsjahr haben wir umfangreiche Manahmen 
getroffen, unser Informationssicherheitsmanagement weiterzuentwickeln. Darber hinaus erlangten 
Geschftsprozesse und Rechenzentren in ausgewhlten Konzernunternehmen Sicherheitszertifikate, die 
vor allem unseren Kunden gegenber den erreichten Stand dokumentieren. Einen wesentlichen Schritt 
fr hhere Sicherheit haben wir im neuen ThyssenKrupp Quartier in Essen realisiert: Hier konnten 
wir neueste Technologien bereits in der Planung bercksichtigen und so ein adquates Schutzniveau 
erreichen. 

Wie bereits in den Vorjahren haben wir die verschiedenen schon etablierten Vorsorgemanahmen 
auch im Berichtsjahr fortgefhrt, um unsere IT-Zentren und Computernetze noch sicherer zu machen 
und gegen Angriffe sowie Strungen von auen effektiver zu schtzen. Insbesondere hat das 
Team IT Compliance die Schulungsangebote und Informationsveranstaltungen fr Mitarbeiter und 
Fhrungskrfte fortgesetzt und die Teilnehmer fr die notwendige Informationssicherheit weiter 
sensibilisiert. 

Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten des Konzerns stellen unsere Experten sicher, dass 
in der Informationsverarbeitung personenbezogene Daten nur gem den Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes 
verarbeitet werden. Alle diese Manahmen werden es weiterhin ermglichen, die 
Geschftsinformationen des Konzerns sowie die Privatsphre unserer Geschftspartner und Mitarbeiter 
durch prventive Manahmen zu schtzen und angemessen auf mgliche neue Risiken zu reagieren. 

Risiken aus Pensions- und Gesundheitsfrsorgeverpflichtungen 

Das zur Deckung von Pensionsverbindlichkeiten bestimmte Fondsvermgen ist Kapitalmarktrisiken ausgesetzt. 
Um diese mglichst gering zu halten, werden die einzelnen Anlageformen auf Basis von Studien 
unabhngiger Experten ausgewhlt und gewichtet. Die Kapitalanlagen sind so auszurichten, dass sich 
die zugehrigen Pensionsverpflichtungen im Hinblick auf die gegenwrtigen und zuknftigen Ertrge 
der Anlagen dauerhaft erfllen lassen. Bei Pensionsverpflichtungen liegen Risiken in der hheren 
Lebenserwartung von Versorgungsberechtigten sowie in Verpflichtungen, die Rentenhhen regelmig 
anzupassen. Darber hinaus knnen sich die Kosten fr Gesundheitsfrsorgeverpflichtungen in den 
USA und Kanada erhhen. Auerdem knnen in einigen Lndern knftig die Zahlungen an Pensionsfonds 
auf Grund verschrfter gesetzlicher Anforderungen beachtlich steigen. In Einzelfllen kann bei 
vorzeitiger Auflsung eines Pensionsplans eine zustzliche Zufhrung erforderlich werden. Einzelheiten 
hierzu finden Sie im Anhang zum Konzernabschluss unter Nr. 15. 


KonzernLagebericht Risikobericht 171 


Einzelheiten: Seiten 157162 


Einzelheiten: Seiten 175178 

Personalrisiken 

Engagierte und kompetente Mitarbeiter und Fhrungskrfte sind fr den Erfolg von ThyssenKrupp von 
zentraler Bedeutung. Risiken bestehen darin, solche Leistungstrger fr offene Stellen nicht zu finden 
oder kompetente Stelleninhaber zu verlieren. Durch vielfltige personalpolitische Manahmen wirken wir 
diesen Risiken entgegen und positionieren uns als attraktiver Arbeitgeber, der eine langfristige Bindung 
der Mitarbeiter an den Konzern frdert sowie eine konsequente Managemententwicklung, Karriereperspektiven 
und attraktive Anreizsysteme fr Fhrungskrfte bietet. Die zielgruppenorientierte Beratung 
unserer Mitarbeiter bauen wir weiter aus und strken die Identifikation der Nachwuchskrfte mit dem 
Unternehmen auf allen Ebenen. 

Unser bewhrtes Ausbildungssystem wird fortgefhrt. Wir informieren interessierte Jugendliche 
frhzeitig ber die Berufschancen bei ThyssenKrupp, um den notwendigen Nachwuchs fr 
unsere Belegschaften sicherzustellen. Die intensive Zusammenarbeit mit Schwerpunktuniversitten zur 
frhzeitigen Kontaktaufnahme mit qualifizierten Studenten setzen wir unvermindert fort. Nheres zu 
diesen Themen knnen Sie im Kapitel Mitarbeiter auf den Seiten 157162 lesen. 

Risiken der knftigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 

Der konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich zwar auch 2011 fortsetzen. Durch den 
Wegfall zahlreicher Konjunkturprogramme und den Zwang zur Konsolidierung ffentlicher Haushalte 
knnte sich das Wirtschaftswachstum aber teilweise strker abschwchen. 

ber die Einzelheiten mglicher Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland, 
Europa und den brigen fr ThyssenKrupp wichtigen Handelsregionen und Branchen knnen Sie sich 
auf den Seiten 175178 informieren. 

Spezifische Risiken unserer Aktivitten 

Steel Europe: Markt- und Beschaffungsrisiken beim Qualittsflachstahl 

Die Business Area Steel Europe sieht grundstzlich Risiken auf der Absatz- und Beschaffungsseite, aus 
Wechselkursschwankungen und aus dem Emissionshandel. Im Falle einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen 
Lage steigt das bereits vorhandene Risiko aus Kundeninsolvenzen. Bei zunehmender 
Nachfrage und Auslastung der Anlagen nimmt das Risiko von Produktionsausfllen zu. Die Kapazittserweiterungen 
zur Weiterverarbeitung zustzlicher Brammen aus dem Stahlwerk der Business Area 
Steel Americas in Brasilien knnen zu Marktrisiken auf der Absatz-und Beschaffungsseite fhren. 

Um Risiken aus einer konjunkturell bedingt schwankenden Nachfrage zu beschrnken, optimiert 
Steel Europe in allen Bereichen die Kosten, passt die Produktion rechtzeitig an und konzentriert sich auf 
anspruchsvolle Marktsegmente mit mglichst konjunkturunabhngiger Nachfrage. Dem steigenden 
Risiko aus Kundeninsolvenzen begegnen wir, indem wir das Monitoring intensivieren, alle Mglichkeiten 
fr Warenkreditversicherungen ausschpfen und die Zahlungsbedingungen anpassen. Qualitts- und 
Lieferterminrisiken werden ber die stetige Optimierung der Wertschpfungsketten minimiert. 

Die Risiken aus dem intensiven Wettbewerb auf dem Markt fr Qualittsflachstahl minimiert die 
Business Area weiterhin durch den systematischen Ausbau der Technologiekompetenz, um sich vom 
Wettbewerb abheben zu knnen. Dem Risiko steigender Rohstoff- und Energiepreise wird durch alternative 
Beschaffungsquellen, strukturierte Energiebeschaffung und die Weitergabe der Preiserhhungen an 
die Kunden entgegengewirkt. 


Intensives Controlling und verstrktes 

Risikomanagement reduzieren unsere 

Risiken bei Groprojekten. 

Steel Europe hat ein sachversicherungsbezogenes wirtschaftliches und technisches Risikocontrolling 
als festen Bestandteil in den eigenen Risikomanagement-Prozess integriert. Zur weiteren Optimierung 
des vorbeugenden Brandschutzes werden zustzliche Investitions- und Instandhaltungsbudgets 
bereitgestellt. Die Risiken fr sonstige Betriebsunterbrechungen werden durch die laufende vorbeugende 
Instandhaltung, Modernisierung und Investitionen reduziert. Fr den Fall einer Betriebsunterbrechung 
bestehen Business Continuity Plans, die Manahmen fr die Schadenbeseitigung festlegen. 

Die Mengen- und Preisrisiken fr Emissionsberechtigungen aus dem Emissionshandel der zweiten 
Handelsperiode, die sich von 2008 bis 2012 erstreckt, hat Steel Europe durch eine konzernweit gltige 
Emissionshandelsstrategie minimiert. Welche Mengen- und Preisrisiken sich fr die Handelsperiode 
2013 bis 2020 ergeben, kann verlsslich erst nach der Verabschiedung der Vorgaben durch die Europische 
Kommission im 1. Quartal 2011 entschieden werden. Es drften aber erheblich weniger Zertifikate 
kostenlos zugeteilt werden, was sie EU-weit verknappen und ihren Preis erhhen wrde. 

Steel Americas: Effizientes Claims Management 

Bei dem neuen integrierten Httenwerk von ThyssenKrupp CSA Siderrgica do Atlntico in Rio de Janeiro 
und dem in Bau befindlichen Weiterverarbeitungswerk in Calvert im US-Bundesstaat Alabama knnte es 
grundstzlich zu weiteren Abwicklungsproblemen wie teilweisen Zeitverzgerungen oder unvorhergesehenen 
Mehrkosten aus der Fertigstellung der Projekte und der Inbetriebnahme der Aggregate kommen. 
Durch ein intensives Controlling und verstrktes Risikomanagement knnen wir aber eventuelle Risiken 
unverzglich erfassen, bewerten und Gegenmanahmen einleiten. Durch ein effizientes Claims 
Management stellen wir sicher, dass alle Ansprche und Verpflichtungen unserer Vertragspartner 
angemessen abgewickelt und gesteuert werden. ThyssenKrupp befindet sich im Zusammenhang mit 
dem Bau des Stahlwerks und der Kokerei in Brasilien in gerichtlichen, schiedsgerichtlichen und auergerichtlichen 
Auseinandersetzungen, die zu Schadenersatzleistungen fhren knnen. 

Die operativen Risiken, die aus der Inbetriebnahme der Aggregate entstehen knnen, minimieren 
wir durch angepasste und aufeinander abgestimmte Hochlaufzeiten, sorgfltige Auswahl und Schulung 
der neuen Mitarbeiter und gezielten Einsatz von Know-how aus der Produktion der Business Area Steel 
Europe. Ein frhzeitiger Auf- und Ausbau des Kundenstamms reduziert mgliche Absatzrisiken; auerdem 
passen wir den Hochlauf der beiden Groprojekte weiterhin der wirtschaftlichen Entwicklung an. 
Das Beschaffungsrisiko fr Eisenerz ist durch langfristige Vertrge und die enge Beziehung zu unserem 
Partner Vale gering. 

Umfangreiche Manahmen gegen Marktrisiken bei Stainless Global 

Fr die Stainless-Aktivitten, die in der Business Area Stainless Global gebndelt sind, ergeben sich 
neben den branchenblichen Risiken auf Grund der zyklischen Stahlkonjunkturverlufe vornehmlich 
Risiken durch bestehende und weiter wachsende berkapazitten bei den Rostfrei-Produzenten in Asien. 

Als Gegenmanahmen unternehmen wir alle Anstrengungen, die Wertschpfungskette in Richtung 
des margentrchtigen Endkundengeschfts zu verlngern. Auerdem intensiviert Stainless Global die 
Kundenbeziehungen, baut das kundennahe Serviceangebot aus und verbessert Qualitt sowie Lieferleistungen. 
Hinzu kommen neuentwickelte Anwendungen fr rostfreie Sthle und Nickellegierungen, 
innovative Produkte aus diesen Werkstoffen sowie moderne und kostensparende Prozesstechnologien. 

Das weitreichende Manahmenprogramm in den Rostfrei-Werken zur Abwehr von Risiken aus knftigen 
Konjunkturkrisen ist zum groen Teil schon umgesetzt. Hierzu gehren Produktionsanpassungen, 
geringere Verwaltungskosten sowie weitere Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmanahmen in 
allen Bereichen. 

Der Bau des Edelstahlwerks in Alabama/USA liegt im revidierten Zeitplan. Ein intensives Projektcontrolling 
sowie detaillierte Risikobewertungen stellen sicher, dass alle Risiken erfasst und kommuniziert 
werden. 


Die breite internationale Verteilung 
des Elevator-Geschfts 
gleicht Risiken regionaler Konjunkturzyklen 
aus. 

KonzernLagebericht Risikobericht 173 

Die Risiken aus Verfgbarkeit und Preisen bei Rohstoffen, insbesondere beim Bezug von Nickel, 
Chrom und legiertem Schrott, sind durch Vertrge und Sicherungsmechanismen minimiert. 

Weltweite Prsenz mindert konjunkturelle Risiken bei Materials Services 

Den Risiken aus den Werkstoffdienstleistungen fr Kunden in aller Welt wirkt die Business Area Materials 
Services mit einem breiten Bndel von Manahmen entgegen. Das systematisch weiterentwickelte 
Net-Working-Capital-Management optimiert die Bestnde. Konsequente Kostensenkungsmanahmen 
steigern die Effizienz und erhhen die Wirtschaftlichkeit. Hinzu kommt eine stndig verbesserte Logistik 
mit leistungsfhigen Steuerungsinstrumenten. 

Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung vermindern wir durch unsere weltweite Prsenz, eine 
breite Kundenbasis sowie einen hohen Diversifikationsgrad. Daraus ergibt sich eine erhebliche Risikostreuung, 
die auch auf Forderungsausfallrisiken zutrifft. Diese werden auerdem durch Absicherungsinstrumente 
begrenzt. 

Stabile Risikosituation bei Elevator Technology 

Die Risikostruktur der Business Area Elevator Technology wird im Wesentlichen von zwei Faktoren 
bestimmt: den unterschiedlichen Geschftsaktivitten sowie den verschiedenen Regionen, in denen die 
Business Area als internationaler Anbieter ttig ist. 

Whrend das Servicegeschft von der Konjunktur vergleichsweise unabhngig ist, bestehen im 
Neuanlagengeschft, das eng mit dem Bausektor verzahnt ist, strkere konjunkturelle Risiken. Bei der 
Abwicklung von Groprojekten nutzen wir gezielte Projektsteuerungsmanahmen. Die Risiken durch 
steigende Materialpreise gleichen wir grtenteils durch Effizienzsteigerungen in der Produktion und 
einen optimierten Einkauf aus. 

Regional gesehen gleicht schon die breite internationale Verteilung der Geschftsaktivitten viele 
Risiken aus, da sich die Mrkte, in denen Elevator Technology prsent ist, teilweise in verschiedenen 
Konjunkturzyklen befinden. Die Wechselkursrisiken sind abgeschwcht, da die Kunden in der Regel zeitnah 
nach Lieferung und Leistung zahlen. Darber hinausgehende Wechselkursrisiken aus Geschften 
sichern wir systematisch durch finanzwirtschaftliche Instrumente ab. 

Projektverschiebungen als Risiko bei Plant Technology 

Auf Grund der verhaltenen Investitionsttigkeit wird sich fr Plant Technology der weltweite Preis-und 
Konditionenwettbewerb verschrfen  vor allem durch asiatische, aber auch europische Anbieter. Hinzu 
kommt der Wegfall des Iran-Marktes. Auerdem knnen kundenseitige Finanzierungsengpsse zu 
Projektverschiebungen oder -stornierungen fhren. Darber hinaus sind Risiken aus der politischen 
Entwicklung zu beachten, beispielweise im Mittleren und Nahen Osten. Wir begegnen diesen Risiken fr 
die Abwicklung von langfristigen Groauftrgen und technisch komplexen Auftrgen durch verstrkte 
Akquisitionsttigkeit, intensives Projektcontrolling und professionelles Vertragsmanagement. Unsere 
Standortentwicklung orientieren wir an den Marktanforderungen; Innovationen in den fr uns relevanten 
Technologien intensivieren wir. 

Marktrisiken im Geschft von Components Technology 

Die Business Area Components Technology ist auf Grund ihrer weltweiten Aktivitten auf unterschiedlichen 
Geschftsfeldern diversen allgemeinen Risiken ausgesetzt. 

Nach wie vor besteht das Risiko eines erneuten weltweiten oder regional begrenzten Nachfrageeinbruchs. 
Um nicht von Teilmrkten abhngig zu sein, weitet die Business Area die Kundenbasis aus 
und verstrkt die internationale Prsenz, insbesondere in Asien. 


Die fortschreitende Restrukturierung 

von Marine Systems hat das Risikopotenzial 
der Business Area reduziert. 

Im Windenergiesektor bestehen trotz langfristig starker Wachstumsperspektiven Risiken, dass Auftrge 
infolge zurckhaltender Kapitalgeber verschoben oder annulliert werden. Gleichzeitig nimmt 
der Preiswettbewerb angesichts der bestehenden Kapazitten zu. Dem auch im Automotive-Bereich 
zunehmenden Preisdruck begegnet die Business Area mit umfangreichen Manahmenprogrammen zur 
Kostensenkung und Produktivittssteigerung. 

Neben den Risiken auf der Absatzseite besteht ein erhebliches Risiko auf der Beschaffungsseite 
aus stark steigenden Vormaterialpreisen, die sich nicht in vollem Umfang oder nur zeitverzgert an die 
Kunden weitergeben lassen. Durch entsprechende Gestaltung der Kundenvertrge wirken wir diesem 
Risiko entgegen. 

Weitere Risiken der Business Area betreffen die Auswirkungen von vernderten Wechselkursrelationen 
auf Umsatz und Ergebnis. Darber hinaus sind im Hinblick auf laufende technologische Neu-und 
Weiterentwicklungen Risiken mit ungeplanten Ergebnisbelastungen nicht auszuschlieen. Hinzu 
kommen mgliche Risiken aus unerwarteten Ausbringungs- und Qualittsproblemen sowie den sich 
hieraus ergebenden Gewhrleistungsverpflichtungen. Um derartige Risiken weitgehend zu vermeiden 
bzw. zu begrenzen, werden umfangreiche Produktions- und Qualittssicherungssysteme genutzt. 

Weniger Risiken bei Marine Systems 

Durch die umfangreichen Manahmen zur Restrukturierung der Business Area Marine Systems hat sich 
auch das verbleibende Risikoportfolio erheblich reduziert. 

Die im Zusammenhang mit der Trennung von der Mehrheit an Hellenic Shipyards identifizierten 
Risiken aus dem EU-Beihilfeverfahren sowie aus der im Geschftsjahr 2008/2009 erfolgten Kndigung 
der U-Bootvertrge mit der griechischen Regierung knnen durch das Ausscheiden von HSY aus dem 
Konsolidierungskreis als erledigt angesehen werden. 

Weitere materielle Risiken waren der Auftragsabwicklung der drei parallel in Abarbeitung 
befindlichen Yachten Eclipse, Nahlin und Orca zugeordnet. Die Nahlin wurde im Sommer 2010 
abgeliefert, die Orca konnte ebenfalls abgeliefert werden, whrend die Eclipse zur Ablieferung 
bereitgestellt wurde. 

Schlielich ergaben sich materielle Risiken aus der Auslastungssituation im Yachtbau fr die Werft 
Blohm + Voss Shipyards in Hamburg, die mit Wirksamwerden der Vertrge mit Abu Dhabi MAR gelst 
sein werden. In begrenztem Umfang bleibt jedoch auch im verbleibenden Marinegeschft ein Auslastungsrisiko 
bestehen, insbesondere dann, wenn erwartete Auftragseingnge sich deutlich 
verschieben. Dem begegnen wir durch eine Kapazittssteuerung unter Einbindung qualifizierter Unterauftragnehmer 
und, soweit wirtschaftlich sinnvoll, durch standortbergreifende Koordination. 

Bestand des Konzerns gesichert 

Die Gesamtrisikosituation bei ThyssenKrupp ist weiterhin berschaubar. Es liegen keine bestandsgefhrdenden 
Risiken vor. Unser kontinuierliches Risikomanagement und die effiziente und mageschneiderte 
Steuerung aller Risikokategorien in unseren Geschftsaktivitten tragen zur Risikobegrenzung 
im Konzern bei. 


KonzernLagebericht Risikobericht / Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 175 

Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 


Der konjunkturelle Aufschwung wird sich 2011 voraussichtlich weiter fortsetzen, 
allerdings mit einem niedrigeren Tempo. ThyssenKrupp erwartet fr das Geschfts- 
jahr 2010/2011 eine weitere Steigerung des Umsatzes von etwa 10 % bis15 %. Das 
Bereinigte EBIT soll im Verhltnis zum Umsatz berproportional wachsen und 
um 2 Mrd  liegen. 


2011 soll die Weltwirtschaft 
um 3,8 % wachsen. 

Besondere Ereignisse nach Bilanzstichtag 

Berichtspflichtige Ereignisse lagen nicht vor. 

Konjunkturausblick 

Aufschwung der Weltwirtschaft setzt sich 2011 verlangsamt fort 

Der konjunkturelle Aufschwung der Weltwirtschaft wird sich auch 2011 fortsetzen. Durch den Wegfall 
zahlreicher Konjunkturprogramme und den Zwang zur Konsolidierung ffentlicher Haushalte wird das 
Welt-Wirtschaftswachstum 2011 mit einem Plus von 3,8 % aber schwcher ausfallen als im Jahr zuvor. 
Risiken fr die weitere konjunkturelle Entwicklung gehen von einer mglichen strkeren Abkhlung 
der US-Wirtschaft, der Wechselkursentwicklung, der Schuldenkrise in vielen Lndern, dem nach wie vor 
hohen Abschreibungsbedarf der Banken sowie von der Preisentwicklung bei Rohstoffen aus. 

In den USA wird sich das Wirtschaftswachstum 2011 wieder verlangsamen. Insbesondere die auf 
Grund der weiterhin labilen Entwicklung des Arbeits- und Immobilienmarktes gedmpften Konsumperspektiven 
lassen nur einen moderaten Zuwachs erwarten. Auch in Japan haben sich die Wachstumsperspektiven 
fr 2011 auf Grund des starken Yen und der Abschwchung in wichtigen Ausfuhrlndern 
eingetrbt. 

Im Euroraum wird sich das Wachstumstempo 2011 insgesamt kaum verndern. Allerdings wird der 
Aufschwung der deutschen Wirtschaft an Elan verlieren. Das ist insbesondere auf die nachlassende 
Exportdynamik und die Konsolidierungsanstrengungen der ffentlichen Haushalte zurckzufhren. 
Einen wieder greren Wachstumsbeitrag wird angesichts der positiven Arbeitsmarktentwicklung der 
private Verbrauch beisteuern. 


BruTToinlandsproduKT 2011* reale vernderung zum vorjahr in % 


Fr 2011 erwarten wir eine weitere 

leichte Verbesserung auf unseren 

wesentlichen Absatzmrkten. 

Deutschland 1,7 
Frankreich 1,6 
Italien 
0,9 
Spanien 0,4 
Grobritannien 1,8 
Russland 4,1 
briges Mittel-/Osteuropa 3,4 
USA 2,3 
Brasilien 4,8 
briges Lateinamerika 3,9 
Japan 1,5 
China 8,5 
Indien 8,4 
Mittlerer Osten 5,5 
briges Asien 4,5 
welt 3,8 
* Schtzung 

Weiterhin vergleichsweise gnstig bleiben die gesamtwirtschaftlichen Aussichten der groen Schwellenlnder. 
Brasilien profitiert von einer soliden Binnennachfrage und den hohen Rohstoffpreisen, allerdings 
wird das Wirtschaftswachstum 2011 insbesondere durch die Abschwchung bei wichtigen Handelspartnern 
etwas niedriger ausfallen. Auch Russland kommen steigende Rohstoffexporte zu Gute, eine hhere 
Konjunkturdynamik wird aber durch strukturelle Defizite im Land begrenzt. In China werden sich die 
hohen Zuwachsraten auf Grund der restriktiveren Geld- und Finanzpolitik geringfgig zurckbilden, 
whrend sich in Indien die hohe Wachstumsdynamik in nahezu unverminderter Strke fortsetzt. 

Hohe Unsicherheiten gehen von der weiteren Entwicklung auf den Rohstoffmrkten aus. Seitdem es 
den drei groen Eisenerzproduzenten in der 1. Jahreshlfte 2010 gelungen ist, die Vertrge mit den 
Stahlunternehmen von Jahres- auf Quartalsbasis umzustellen, wird der Preis fr Erze in jedem Quartal 
am volatilen Spotmarkt ausgerichtet. Dies kann zu erheblichen, von der allgemeinen Konjunktur- und 
Branchenentwicklung abgekoppelten Preisausschlgen fhren. 

Perspektiven in bedeutenden Absatzmrkten 

Vor dem Hintergrund der prognostizierten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wird sich die Lage auf 
unseren bedeutenden Absatzmrkten berwiegend leicht verbessern, wenn auch mit abgeschwchter 
Dynamik. Wir gehen im Einzelnen von folgenden Entwicklungen aus: 

. 
Der Weltstahlmarkt bleibt 2011 aufwrts gerichtet. In Europa und im Nafta-Raum wird die Stahlmarktversorgung 
weiter zunehmen, wenn auch moderater. Nachdem 2010 das Nachfragewachstum 
in diesen Mrkten im Wesentlichen lagerzyklisch bedingt war, drfte 2011 der reale Verbrauch wieder 
eine grere Rolle spielen; die in den Vorkrisenjahren 2007 und 2008 erreichten Stahlmarktvolumina 
werden allerdings bei Weitem noch unterschritten. In den Schwellenlndern setzt sich das Stahlverbrauchswachstum 
ebenfalls fort. China bleibt der wichtigste Treiber des globalen Stahlmarktes, 
selbst wenn die sehr hohen zweistelligen Wachstumsraten der Jahre 2009 und 2010 voraussichtlich 
nicht fortgeschrieben werden. Da auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Kapazittsaufbaus in 
China die dortige Produktion weiter expandieren wird, drfte sich die Lage auf den Rohstoffmrkten 
vorerst nicht wesentlich entspannen. Die Kosten fr die Einsatzstoffe in der Stahlerzeugung bleiben 
daher voraussichtlich hoch. Die globale Walzstahlmarktversorgung wird 2011 etwa um 5 % auf 
1,34 Mrd t steigen; dies entsprche einer Rohstahlproduktion von 1,45 Mrd t. Fr Deutschland wird 
eine um 5 % hhere Stahlnachfrage erwartet. 


KonzernLagebericht Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 177 

. 
Die Nachfrage nach rost-, sure- und hitzebestndigen Edelstahlflachprodukten wird sich weiter 
erholen. Nachdem 2010 die weltweite Nachfrage im Nachgang zur Krise um 16 % gestiegen ist, 
wird sich 2011 das Wachstum auf voraussichtlich 8 % normalisieren. Fr den westeuropischen und 
nordamerikanischen Markt wird eine Zunahme von 10 % bzw. 14 % erwartet. In China drfte die 
Nachfrage um 7 % zulegen, whrend fr den brigen asiatischen Raum mit einem Plus von 6 % 
gerechnet wird. Auch bei den Hochleistungswerkstoffen Nickellegierungen und Titan drfte der 
Bedarf zunehmen. 

PROGNOSEN ZUR ENTWICKLUNG IN WICHTIGEN ABSATZMRKTEN 

2010 2011 

Marktversorgung Walzstahl, in Mio t 

Welt 
1.272 1.340 

Deutschland 
35 

USA 
79 

China 
579 599 

Marktversorgung Edelstahl Flach, in 1.000 t 

Welt 
15.902 17.110 

Deutschland 
932 1.025 

USA 
948 1.066 

China 
5.932 6.342 

Fahrzeugproduktion, in Mio PKW und leichte Nutzfahrzeuge 
Welt 67,8 72,6 
Westeuropa 14,2 14,9 
Deutschland 5,7 5,8 
USA 7,4 8,4 
Japan 9,1 9,5 
China 15,1 15,6 
Brasilien 3,3 3,6 
Maschinenbauproduktion, real, in % gegenber Vorjahr 
Deutschland 6,0 10,0 
USA 9,0 8,0 
Japan 16,0 10,0 
China 19,5 14,0 
Bauproduktion, real, in % gegenber Vorjahr 
Deutschland  0,5  1,0 
USA  13,1 8,4 
China 11,9 8,6 


Der internationale Maschinenbau 
soll 2011 strker als im Vorjahr 
wachsen. 

. 
Der internationale Fahrzeugmarkt wird sich weiter erholen. Wir erwarten fr 2011 einen Produktionszuwachs 
von 7 % auf weltweit 72,6 Mio Personen- und leichte Nutzfahrzeuge. In China wird sich die 
zuvor sehr hohe Wachstumsdynamik sprbar abschwchen; 2011 wird lediglich mit einem Produktionsplus 
von 3 % gerechnet. Strker bleibt das Wachstum in den USA und Japan. Mit Zuwachsraten 
von 13 % bzw. 4 % knnen diese Lnder die zuvor erlittenen Einbrche teilweise wettmachen. In 
Westeuropa wird die Fahrzeugproduktion voraussichtlich um 5 % zunehmen. Die Hersteller 
in Deutschland werden dabei das gute Vorjahresergebnis nur noch leicht steigern, whrend fr 
die anderen, bisher schwachen Mrkte Frankreich, Spanien und Grobritannien wieder sprbare 
Zuwchse erwartet werden. 

. 
Der internationale Maschinenbau wchst 2011 etwas strker als im Jahr zuvor. Dafr spricht die sich 
bessernde Nachfrage nach Investitionsgtern und Anlagen. In China ist mit einem Produktionsanstieg 
von 14 % zu rechnen. Die USA und Japan drften Zuwchse von 8 % bzw. 10 % aufweisen. 
Auf Grund der verbesserten Auftragslage und hherer Auftragsbestnde wird auch der deutsche 
Maschinenbau die Produktion voraussichtlich um 10 % ausweiten. 


Einzelheiten: Seiten 175178 
Einzelheiten: Seiten 163174 



Einzelheiten: Seiten 9199 

. 
Die Baukonjunktur bleibt auch 2011 regional gespalten. Deutschland sowie die meisten westeuropischen 
Lnder werden ber eine Stagnation kaum hinauskommen; lediglich in Mittel- und 
Osteuropa ist mit einem moderaten Wachstum der Bauproduktion zu rechnen. Die Bauwirtschaft in 
den USA wird sich nach den tiefen Einbrchen in den Vorjahren erholen. In China und Indien bleibt 
die Baukonjunktur krftig. 

Chancenbericht 

Hohe Produktqualitt, anspruchsvolle Innovationen und die stndig verbesserte Produktivitt 
unserer Werke erffnen ThyssenKrupp gute Wachstumschancen im internationalen Geschft. Unsere 
Erzeugnisse erfllen hohe Leistungsstandards, mit denen sich unsere Business Areas strategisch als 
Premiumanbieter positionieren. Aus der anhaltenden Erholung der weltwirtschaftlichen Lage besitzt 
ThyssenKrupp in allen Business Areas weitere Chancen, die allerdings durch die Mglichkeit eines 
konjunkturellen Rckschlags gefhrdet sind. Wie wir die knftige Konjunktur im Einzelnen einschtzen, 
ist detailliert auf den Seiten 175178 erlutert. 

Die Risiken fr den Konzern im Rahmen seiner wirtschaftlichen Ttigkeit sind im Risikobericht auf 
den Seiten 163174 dargestellt. 

Chancenmanagement weiterentwickelt 

Im abgelaufenen Geschftsjahr haben wir unser Chancenmanagementsystem strker in die Standardberichterstattung 
integriert und auf diese Weise weiterentwickelt. Jede Business Area berichtet monatlich 
ber ergebnisrelevante Chancen. Diese Managementeinschtzungen werden in monatlichen 
Meetings strukturiert und bewertet. Im Rahmen des Planungsprozesses haben wir darber hinaus das 
Instrument der SWOT-Analyse weiterentwickelt und strategische Chancen fr unsere einzelnen 
Geschftsmodelle identifiziert. Mit dem SWOT-Analyseverfahren lassen sich speziell Strken und 
Schwchen bzw. Chancen und Risiken untersuchen. 

Chancenmanagement ist bei uns Teamarbeit. Projektverantwortliche mit Marktverantwortung, 
Geschftsfhrungen, Bereichsvorstnde und der Vorstand der ThyssenKrupp AG spren gemeinsam 
aussichtsreiche Marktnderungen und Techniktrends auf und erschlieen sie fr den Konzern. 

Strategische Chancen fr den Konzern 

Wir wollen unsere Geschfte konsequent weiter internationalisieren, um strker auf den Wachstumsmrkten 
prsent zu sein. Der Ausbau unserer Aktivitten insbesondere in Asien  mit Schwerpunkten 
in China und Indien  kann neue Geschftschancen erffnen. In Amerika knnen wir durch die neuen 
Werke der Business Area Steel Americas den Stahlmarkt intensiver bearbeiten. Diese Chancen werden 
in den nchsten Jahren auch fr das neue Edelstahlwerk wachsen. 

ber unsere Unternehmensstrategie informieren wir Sie eingehend auf den Seiten 91-99. 

Organisatorische Chancen durch erfolgreiche Neuorganisation 

Die zum Beginn des Berichtsjahres umgesetzte Neuorganisation des Konzerns hat uns neue geschftliche 
Chancen erffnet. Die beiden Divisions Materials und Technologies als virtuelle Klammern fr 
jeweils vier Business Areas mit verwandten Geschften ermglichen vielfltige Synergien, die von 
gemeinsamer Marktbearbeitung bis zu optimierter Logistik reichen. Wir werden deshalb die Organisationsstruktur 
zukunftsorientiert weiterentwickeln, um Strukturen und Ablufe weiter zu verbessern. 


KonzernLagebericht Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 179 


Steel Americas will den Anteil 

am Nafta-Markt fr Flachstahl 
auf ber 5 % ausbauen. 

Operative Chancen der Business Areas 

Auf ihren Mrkten verfgen unsere Business Areas ber vielfltige operative Chancen. 

Steel Europe: Fr die Business Area Steel Europe bieten vor allem die Trends zur Urbanisierung und zu 
steigender Mobilitt, aber auch der Aufbau und die Modernisierung der Energieinfrastruktur Aussichten 
fr den Einsatz anspruchsvoller Stahlprodukte, beispielsweise unserer Elektrobandqualitten. Allen 
voran die Automobilwirtschaft und der Maschinenbau  aus diesen Bereichen stammen viele unserer 
Kunden  kaufen international wieder verstrkt Stahl. Die Nachfragebelebung betrifft in erster Linie die 
Schwellenlnder, im Wesentlichen China; den Wachstumstrend dort schtzen wir langfristig als intakt 
ein. 

Steel Americas: Mit ihren neuen Stahl-und Weiterverarbeitungswerken in Brasilien und den USA will die 
Business Area attraktive Margen realisieren und den Anteil am Nafta-Markt fr Flachstahl mittelfristig 
auf ber 5 % erhhen. Zustzliche Chancen bietet die Zusammenarbeit mit Steel Europe. Sie reichen 
vom Rohstoffeinkauf ber die gemeinsame Optimierung der weltweiten Brammendisposition und 
-logistik und den Austausch von Technologien bis zur gemeinsamen Marktbearbeitung bei globalen 
Schlsselkunden. 

Stainless Global: Die Internationalisierung des Stainless-Geschfts sowie neue Einsatzfelder fr rostfreien 
Edelstahl bestimmen die Chancen der Business Area Stainless Global. Dies gilt auch fr unsere 
Hochleistungswerkstoffe wie Nickel und Titanlegierungen. Konstrukteure setzen sie verstrkt fr 
Bauteile und Komponenten ein, die extrem korrosionsbestndig und belastbar sein mssen. 

Materials Services: Im Zuge der weiteren Fokussierung der Produzenten und Verarbeiter auf ihre Kernaufgaben 
werden Dienstleistungen von Materials Services weiter an Bedeutung gewinnen. Unsere 
Vorteile sind gelebte Kundenorientierung, spezielles Markt- und Branchenwissen, weltweite Verbindungen 
sowie unser Know-how im Projektmanagement. 

Elevator Technology: Fr Elevator Technology bieten neue Aufzge wie das TWIN-System und moderne 
Design-Lsungen Chancen im attraktiven Hochhaussegment, da dort schnelle und leistungsstarke 
Transportlsungen verlangt werden. Auch unser Wartungsgeschft wchst: Immer mehr Kunden 
schtzen unsere technisch hochqualifizierten und termingenauen Dienstleistungen. 

Plant Technology: Gerade in den Schwellenlndern erffnen sich gute Marktchancen fr kosteneffiziente 
und umweltfreundliche Anlagen des Spezial- und Groanlagenbaus von Plant Technology. Ein Beispiel 
ist das thermische und stoffliche Recycling von Abfllen bei der Zementherstellung, wodurch sich 
Kosten und Emissionen stark senken lassen. Hinzu kommen Anlagen fr die chemische Industrie. 

Components Technology: Speziell vom wachsenden Umweltbewusstsein der Autofahrer kann das 
Geschft von Components Technology mit Automobilkomponenten profitieren: Unsere Komponenten 
fr emissionsarme Motoren sowie gewichtsoptimierten Komponenten machen einen niedrigeren 
CO2-Aussto der Fahrzeuge mglich. 

Marine Systems: Im Marinebereich liegen unsere Chancen in einem strkeren Exportgeschft. Hierfr 
kommt der Zusammenarbeit mit dem neuen strategischen Partner Abu Dhabi MAR besondere Bedeutung 
zu, da in der Region Middle East/North Africa Beschaffungsvorhaben zur Entscheidung anstehen. 


Unser Ausblick auf 2010/2011 
ist vorsichtig optimistisch. 


Einzelheiten: Seite 96 

Leistungswirtschaftliche Chancen fr hhere Rentabilitt 

Neben dem zunehmenden Einsatz intelligenter Beschaffungssysteme wie einer Ausschreibungsplattform 
und dem Katalogbestellsystem erschlieen neue Produktionsverfahren zustzliche Rationalisierungs- 
und Qualittsreserven. Gerade im Stahlbereich sind neue Fertigungsverfahren fr innovative 
Stahlqualitten hinzugekommen  beispielsweise unser patentiertes Tailored-Tempering-Verfahren. Im 
Aufzugbau werden wir knftig noch strker als bisher fr unterschiedliche Aufzugmodelle gleichartige 
Komponenten nutzen. Im Marketing wollen wir die Beziehungen zu unseren Kunden weiter intensivieren; 
unser weltweites Niederlassungsnetz wird dafr stndig optimiert. 

Wertsteigerungspotenzial durch Konzerninitiativen 

Die erfolgreiche Konzerninitiative ThyssenKrupp best wird auch knftig die Effizienz des Konzerns 
steigern und die Kosten senken. Zusammen mit bereichsspezifischen Programmen wird dies zum 
nachhaltigen Erfolg des Konzerns beitragen. 

Erwartete Ertragslage 

Mit Blick auf das Geschftsjahr 2010/2011 bleiben wir hinsichtlich der Entwicklung in unseren 
Kernmrkten und Hauptabsatzbranchen weiter vorsichtig optimistisch. 

Unser Fokus liegt unverndert auf der strukturellen Optimierung des Unternehmens, was auch 
weitere gezielte Veruerungen aus dem Konzernportfolio einschliet. Daneben konzentrieren wir uns 
auf den effizienten Hochlauf unserer neuen Stahl- und Weiterverarbeitungswerke sowie den damit 
verbundenen Markteintritt in den USA. 

Umsatz und Ergebnis: Fr den Konzern erwarten wir im Geschftsjahr 2010/2011 eine weitere Steigerung 
des Umsatzes um 10 % bis 15 % (2009/2010: 42,6 Mrd ). Fr das Konzernergebnis gehen wir 
von einer im Verhltnis zum Umsatz berproportionalen Steigerung aus. Diese Entwicklung folgt weiteren 
operativen Verbesserungen und der Erholung unserer Absatzmrkte, die die Ergebnisbelastung 
durch die Business Area Steel Americas mehr als kompensieren. 

Das Bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (um Sondereinflsse bereinigtes EBIT) wird voraussichtlich 
um 2 Mrd  liegen (2009/2010: 1,2 Mrd ). Der Vergleichswert des Vorjahres basiert  
ebenso wie der Ausblick fr das Geschftsjahr 2010/2011  auf der angepassten Definition des EBIT, 
die auf Seite 96 dieses Geschftsberichts erlutert wird. 

Die Erwartungen fr die einzelnen Business Areas sind wie folgt: 

. 
Steel Europe  Weiterhin gute Auslastung; Verbesserung der Versandmengen und der Durchschnittserlse 


. 
Steel Americas  Negatives EBIT im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, das sich im 

Wesentlichen aus hheren Abschreibungen sowie Anlaufverlusten fr die neuen Werke ergibt und 

sich mit fortschreitendem Hochlauf der Anlagen verbessern wird 

. 
Stainless Global  Verbesserung der Mengen und Basispreise 

. 
Materials Services  Verbesserung der Mengen und Erlse 

. 
Elevator Technology  Weiterhin hoher Ergebnisbeitrag dank des guten Auftragsbestands sowie des 
stabilen Wartungsgeschfts 


Der Personalaufwand des 

Konzerns wird 2010/2011 
wieder unter 10 Mrd  liegen. 

KonzernLagebericht Nachtrags-, Chancen- und Prognosebericht 181 

. 
Plant Technology  Stabile Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus dem hohen Auftragsbestand im 
Projektgeschft; steigender Auftragseingang 

. 
Components Technology  Steigerung von Umsatz und Ergebnis bei Komponenten fr die Automobilindustrie, 
den Bausektor und den Maschinenbau 

. 
Marine Systems  Positiver Ergebnisbeitrag aus verbleibendem Geschft mit U-Booten und Marine-
berwasserschiffen 

Im Geschftsjahr 2011/2012 werden wir unsere Anstrengungen zur strukturellen Verbesserung des 
Konzerns weiter fortsetzen. Hierzu gehren Manahmen fr nachhaltige Kostensenkungen als auch 
weitere gezielte Anpassungen unseres Portfolios. Zustzliche positive Einflsse auf die Ergebnis- 
entwicklung des Konzerns sollten sich aus gesteigerten Versandmengen bzw. der zunehmenden 
Fixkostendegression in der Business Area Steel Americas ergeben. Daneben streben wir eine 
Reduzierung unserer Netto-Finanzschulden an. 

Dividende: Im Rahmen der von uns verfolgten Dividendenkontinuitt werden wir weiterhin eine 
angemessene Dividende ausschtten. 

Mitarbeiter: Nach jetziger Planung werden wir zum 30. September 2011 rund 176.200 Mitarbeiter beschftigen; 
dies bedeutet eine Abnahme um 0,7 %. Im darauffolgenden Geschftsjahr kann die Zahl der 
Arbeitspltze aber um 1,5 % steigen. Eventuelle Portfoliovernderungen einerseits und der Hochlauf der 
neuen Werke in Brasilien und den USA andererseits werden die Belegschaftsentwicklung prgen. So 
entstehen neue Arbeitspltze vornehmlich im Ausland, da unser Konzern im Zuge der Internationalisierung 
immer mehr Fertigungen und Service-Sttzpunkte in der Nhe zu seinen Kunden aufbaut. 

Unser Ausbildungsangebot fr Jugendliche wird auf dem gewohnt hohen Stand bleiben. Wir wollen 
auch in den kommenden Jahren ber unseren eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um mglichst vielen 
Jugendlichen die Chance zu einem Start ins Berufsleben zu geben. Insgesamt wird der Personalaufwand 
des Konzerns 2010/2011 weiterhin unter 10 Mrd  liegen; dies erwarten wir auch fr das darauf- 
folgende Geschftsjahr. 

Innovationen: Wir planen, die Innovationsaufwendungen im neuen Geschftsjahr um 3 % bis 4 % 
gegenber dem Vorjahr zu erhhen. Dies wird stark durch kundenbezogene Entwicklungsprojekte sowie 
durch eine Vielzahl intern initiierter Forschungsaktivitten getrieben. Mit einem gezielten Ausbau unserer 
Entwicklungsaktivitten in den nchsten Jahren fhren wir unsere kundenorientierte Innovationsarbeit 
weiter und schaffen so die Basis fr den zuknftigen Unternehmenserfolg. 

Fr die anstehenden anspruchsvollen Aufgaben im neuen Geschftsjahr bauen wir weiterhin auf 
unser hochqualifiziertes Personal, das Innovationen insbesondere in den ThyssenKrupp Leittrends 
Werkstoffe, Energietechnik, Umwelt & Ressourcen und Mobilitt vorantreibt. Die Aktivitten werden 
durch das ThyssenKrupp House of Innovation flankiert. 

Beschaffung: Der Materialaufwand wird sich auch 2010/2011 weitgehend parallel zum Umsatz entwickeln. 
Sein Anteil am Umsatz drfte rund 65 % ausmachen. Wir gehen davon aus, dass es dank 
langfristiger Lieferantenbeziehungen und unseres international operierenden Einkaufs zu keinen 
Versorgungsengpssen kommen wird. Dies gilt fr Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ebenso wie fr 
Anlagen, Komponenten oder Dienstleistungen. 


Finanzierung und Liquiditt 

des Konzerns sind auch 2010/2011 
gesichert. 

Auch im nachfolgenden Jahr werden wir den Einkauf weiterentwickeln. Unsere konzernweite Einkaufsinitiative 
wird fortgefhrt. Auerdem wollen wir das System fr Einkaufsreporting und -controlling 
weltweit weiter ausbauen, um Einkaufsaspekte und -prozesse transparenter zu machen und besser zu 
steuern. 

Energie: 
Die Energieversorgung unserer Werke ist weltweit sichergestellt. Wir rechnen mit keinen 
Versorgungsengpssen. Bei einem Anziehen der Konjunktur sind allerdings steigende Preise fr alle 
Energietrger zu erwarten. Unsere bereits beschafften Strom- und Erdgasmengen sichern aber den 
erwarteten Strom- und Erdgasbedarf in Deutschland in den Geschftsjahren bis 2012/2013 zu einem 
hohen Grad ab, so dass fr einen solchen Fall vorgesorgt ist. Fr die danach folgenden Jahre haben wir 
teilweise auch schon Strom zu gnstigen Preisen gekauft. 

Aus dem EU-Emissionshandel in der dritten Handelsperiode, die sich von 2013 bis 2020 erstreckt, 
werden uns auf Basis der uns bekannten Gesetzentwrfe vermutlich hohe Kosten fr Emissionsberechtigungen 
erwachsen. 

Umweltschutz: Wir werden im neuen Geschftsjahr unsere interne Umwelt-und Klimaschutzorganisation 
weiterentwickeln. Nur ein stabiles Netzwerk aus Experten rund um den Globus und ein 
jederzeit schneller Zugang zu bentigten Informationen knnen den hohen Stand des Umweltschutzes in 
den Werken und Niederlassungen des Konzerns international sichern. Dabei wollen wir insbesondere 
Daten und Erkenntnisse zu Treibhausgas-Emissionen gewinnen und auswerten. 

Fr den laufenden Umweltschutz werden wir nach jetziger Planung 2010/2011 ber 600 Mio  
aufwenden. Im darauffolgenden Geschftsjahr drften die Kosten hher liegen. Der grte Teil entfllt 
auf die Luft- und Wasserreinhaltung. Im Mittelpunkt der Investitionen fr Umweltschutzanlagen stehen 
weiterhin die Werke und Projekte in Brasilien und den USA. Um Treibhausgas-Emissionen zu vermeiden 
und die natrlichen Ressourcen zu schonen, werden alle Business Areas noch strker als bisher Energie 
einsparen und Reststoffe verwerten. 

Erwartete Finanz- und Liquidittslage 

Trotz der Nachwirkungen der Finanzkrise und der damit zusammenhngenden immer noch erschwerten 
Rahmenbedingungen stehen Finanzierung und Liquiditt des Konzerns auch im Geschftsjahr 
2010/2011 auf einer gesicherten Basis. Dabei ist bercksichtigt, dass die Entwicklung der Netto-
Finanzschulden unterjhrig deutlichen Schwankungen unterliegt. Auf Grund des Fortschritts von Groprojekten 
wie dem neuen Stahlwerk in Brasilien, dem neuen Produktions- und Vertriebsstandort in den 
USA sowie der Kapazittsoptimierung am Standort Duisburg liegt das Investitionsniveau 2010/2011 
unter dem der Vorjahre. Im Zuge der weiteren Fertigstellung der Groprojekte wird sich diese Entwicklung 
auch 2011/2012 fortsetzen. 


